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Test: Blackstar ID:Core BEAM

Allrounder neu definiert

Och, isser nicht niedlich! Doch der kleine Blackstar ID:Core BEAM überzeugt für Gitarre, Bass und Musik gleichermaßen.


Allrounder neu ...

Kleine Multitalent-Amps erfreuen sich unter Gitarristen immer größerer Beliebtheit. Doch was Blackstar mit dem ID:Core BEAM auffährt, dürfte neue Maßstäbe setzen. Ob E-Gitarre, Akustikgitarre, Bass oder einfach als Jukebox – der kleine Combo kann es. Dazu lässt er sich auch als Interface nutzen. Was kann er eigentlich nicht? Das schauen wir uns mal an.

Das Angebot für uns Gitarristen und Bassisten wird ja immer vielfältiger. Ob klein, ob groß, ob Röhre, Solid State oder Modeling. Man hat die Qual der Wahl. Und natürlich gibt es auch verschiedene Modelle für unterschiedliche Einsatzzwecke. Wer auf der Suche nach einem möglichst kompakten, aber dennoch fett klingenden Amp ist, der klanglich vielseitig ist und darüber hinaus einige nette Extras bietet, für den gibt es jetzt einen neuen Kandidaten – den Blackstar ID:Core BEAM.

BEAM steht dabei als Abkürzung für Bass, Electric, Acoustic, Music – der Combo soll sich also sowohl für akustische und elektrische Gitarren sowie Bass eignen, aber auch als Music Player eine gute Figur machen. Na, da verspricht der Hersteller ja einiges. Doch eins nach dem anderen. Aus dem Karton schälen wir einen wirklich kleinen Combo – das kommt vermutlich auf Bildern nur schlecht rüber. Mit rund 30 x 20 x 17 Zentimetern ist er für einen ernstzunehmenden Amp wirklich winzig. Das fällt umso mehr auf, wenn man den Blackstar neben einen klassischen Verstärker stellt.

Doch der ID:Core BEAM ist alles andere als ein Spielzeug. Der Combo kommt im soliden Holzgehäuse mit zwei 3"-Speakern und 20 Watt (Stereo-)Endstufenleistung. Das klingt erst mal nach nicht so viel, aber das kleine Kistchen kann richtig laut brüllen. Klar, in einer richtig lauten Band mit Prügeldrummer setzt man sich nicht durch – aber dafür wurde der ID:Core BEAM ja auch nicht geschaffen. Aber zum lockeren Jammen, zum Üben und für die nächste (Garten-)Party reicht die Power mehr als aus. Doch Lautstärke ist nicht alles. Was genau kann der Blackstar jetzt eigentlich?



Die komplette Vielfalt des Blackstar ID:Core BEAM lässt sich über das kompakte Bedienfeld bequem steuern.

Schöner klingen

Die Hauptaufgabe des ID:Core BEAM ist zunächst, ein Verstärker für E-Gitarre, Akustikgitarren und Bass zu sein. Moment mal. Gibt es für die verschiedenen Instrumente nicht komplett anderes Equipment? Prinzipiell ja, schließlich haben die verschiedenen Instrumente ziemlich unterschiedliche Ansprüche, was ihre Verstärkung betrifft. So sind beispielsweise E-Gitarristen einfach daran gewöhnt, dass ihr Verstärker in den Höhen einiges wegnimmt – wie eine E-Gitarre sonst klingen würde, weiß man, wenn man beispielsweise direkt aus einem Verzerrer oder Preamp ins Mischpult spielt, da klingeln die Ohren. Bässe hingegen benötigen viel mehr Tiefbass und Fundament. Und Akustikgitarren ein schön fein aufgelöstes, transparentes Klangbild. Was nun?

Blackstar scheint das Ganze so gelöst zu haben, dass man Endstufe, Speaker und Gehäuse eher HiFi-artig auslegt – und dann die Presets so anlegt, dass sie das jeweilige Equipment für die unterschiedlichen Instrumente simulieren. Und das klappt richtig gut. Quasi nebenbei hat man darüber hinaus den Vorteil, dass man den ID:Core Beam auch als Lautsprecher für Musik nutzen kann – per Bluetooth, USB oder Line In zugespielt. Coole Sache, wenn man mal schön laut Musik hören oder eine Party schmeißen möchte. Dabei hilft auch, dass der kleine Blackstar mit seinen zwei Speakern ein ziemlich cooles Stereobild erzeugt.
 
Um jetzt den richtigen Sound für sein Instrument zu finden, gibt es in der Amp-Sektion zwölf so genannte Voices (sechs für E-Gitarre, je zwei für Bass, Akustikgitarre sowie um eine E-Gitarre wie eine akustische klingen zu lassen). Und als wäre das noch nicht genug gibt es neben der Klangregelung auch noch zwölf Digitaleffekte zur Abrundung des Sounds. Aber schauen wir uns doch das oben auf dem Amp angebrachte Bedienfeld mal genauer an.

Der Blackstar ist sowohl für E- und A-Gitarre wie auch Bass und Musik bestens geeignet

Ab an die Regler

Ganz links geht es los mit den Buchsen fürs Gitarrenkabel, dem Line In sowie dem Kopfhörer- beziehungsweise Emulated-Ausgang, mit dem man den Sound des Amps beispielsweise auch ans Mischpult weitergeben kann. Daneben folgt direkt der Drehregler zur Auswahl des Grundsounds. Auf der oberen Ebene liegen sechs E-Gitarrensounds von klassisch clean bis heftig verzerrt. Drückt man auf den Regler, kommt man in die zweite Ebene, in der sich je zwei Akustik-, Akustiksimulations- und Basskanäle finden. Ist diese Auswahl getroffen, geht es per Gain, Volume und EQ ans Feintuning. Jetzt mag manchem nur ein Poti für den EQ zu wenig sein – doch in der Praxis lassen sich so schnell richtig gut klingende Presets erstellen.

Zur Abrundung des Patchs steht dann noch eine umfassende Auswahl digitaler Effekte bereit. Von Reverb über zusätzliche Verzerrung (wie von einem Pedal) bis hin zu Delay und verschiedenen Modulationseffekten wie Flanger oder Tremolo ist hier richtig was geboten. Hat man per Druckknopf angewählt, welchen Effekt man aktivieren beziehungsweise bearbeiten möchte, geht es mit Effects Type und Level an die Feinabstimmung. Klar, man kann hier natürlich nicht so exakt eingreifen wie mit einzelnen Effektgeräten – aber wie schon beim EQ, hat man dafür ganz schnell ein richtig gut klingendes Preset zusammengestellt. Übrigens: Timing-basierte Effekte wie Delay kann man auch per Tap-Taster aufs Songtempo einstellen.

Ist das alles erledigt, kann man seinen Wunschsound abspeichern. Man kann sich also für jeden der 12 Grundsounds sein eigenes Preset anlegen – das sollte den allermeisten reichen. Noch deutlich mehr – in vielerlei Hinsicht – kann man aus dem Blackstar allerdings rausholen, wenn man ihn per mitgeliefertem USB-Kabel an Mac oder PC anschließt und sich die kostenlose Blackstar-Insider-Software holt.

Per Fußschalter kann man zwischen Patches switchen oder Effekte (de)aktivieren.

Eine gelungene Verbindung

Mit der Insider-Software kann man zunächst – grafisch sehr gelungen gestaltet – seine Sounds schneller und tiefgreifender einstellen (hier hat man beispielsweise einen 3-Band-EQ plus ISF-Regler), sich zusätzliche Presets anlegen und diese bequem verwalten. Darüber hinaus hat man Zugriff auf die Blackstar-Online-Community (natürlich nur, wenn der Rechner online ist) und kann sich dort die Presets anderer User herunterladen bzw. die eigenen für andere zur Verfügung stellen.

Zudem hat man so auch Zugriff auf den Tuner, der schön deutlich anzeigt wann die Saite in tune ist. Übrigens: Man kann sein Instrument auch ohne Rechner am ID:Core BEAM stimmen. Einfach „Manual“ und „Tap“ gleichzeitig länger als eine Sekunde gedrückt halten, schon wird der Amp gemuted und man sieht an den drei LEDs von MOD, DLY und REV, ob die Saite zu hoch, zu tief oder korrekt gestimmt ist. Für das schnelle Nachstimmen zwischendurch reicht das locker.

Das eigentliche Killerfeature des Blackstars bei der Verbindung mit einem Rechner ist allerdings, dass man ihn dann als Interface nutzen kann – und die passende Abhöre hat man auch gleich. Ich hab den Blackstar an einem MacBook Pro eingesetzt und der ID:Core BEAM wurde von diversen Aufnahmeprogrammen problemlos als Interface erkannt. So muss es sein. Das Allercoolste ist aber, dass man drei verschiedene Aufnahmemodi einstellen kann: „Speaker Emulated Stereo Effected Audio“, also zwei identische Kanäle, „2 x Mono Audio Channels“, wobei dann eine Spur der Sound des Amps ist und eine Spur die pure Gitarre aufnimmt. An dieser Stelle kommt dann später Mode 3 ins Spiel, der „Reamping Mode“. Hier kann man die unbearbeitete Aufnahme nochmals durch den Blackstar laufen lassen und beispielsweise während die Spur läuft Einstellungen am Amp ausprobieren, ändern und so weiter. So kann man auch nachträglich noch Sounds bearbeiten, selbst wenn der Spieler schon nicht mehr im Studio ist. Echt praktisch.

Über die kostenlose Insider-Software kann man den Amp noch detaillierter einstellen und auch einfache Aufnahmen machen.

Alles in einem

Als wäre das noch nicht genug, ist der ID:Core BEAM auch noch ein toller Abspieler für Musik – sozusagen eine Luxus-Jukebox. Denn im Gegensatz zu vielen kleinen Aktivlautsprechern, die man sich zum Abspielen von Musik vom Smartphone kaufen kann, klingt der Blackstar richtig voll und satt und liefert schön klare und dennoch kräftige Bässe. Eine absolute Premiere bei Blackstar ist, dass der ID:Core BEAM über eine Bluetooth-Funktion verfügt. Damit kann man seine Musik von jedem Gerät über den Amp abspielen – und das bei Bedarf mit richtig viel Dampf. Alternativ kann man Geräte auch per Miniklinkenkabel am Line In anschließen. Nur dass man die Lautstärke der Musik nicht direkt am Blackstar pegeln kann ist etwas schade. Denn gerade im Internet hat man öfter Sounds, die man nicht herunterregeln kann. Das kann auch schon mal zu laut sein. Aber das muss man eben nach Möglichkeit am Abspielgerät regeln. Natürlich kann man den ID:Core BEAM nicht nur als Abspielgerät nutzen, sondern auch zum Playback jammen – da macht das Üben gleich noch mal so viel Spaß. Auch einen kleinen Punktabzug gibt es für die versenkte Kopfhörerbuchse, da man dort mit manchen Modellen (etwa mit verschraubtem Adapter auf große Klinke) den Stecker nicht weit genug einstecken kann. Aber solche „Probleme“ muss man beim Blackstar schon mit der Lupe suchen.

Eine faszinierende kleine Kiste, dieser Blackstar ID:Core BEAM. Sowohl die Amp-Modelings wie auch die Effekte klingen richtig gut, und der Sound ist für so eine kleine Kiste richtig fett, Hut ab! Ob E-Gitarre, Akustik oder Bass – all das klingt am kleinen Blackstar richtig geil. Dazu kann man sich gleich auch noch eine Stereoanlage beziehungsweise Monitore für Demorecordings sparen. Klar: Wer sich ein richtiges Studio einrichtet oder mit einer lauten Band spielt, der wird sich anderes Equipment besorgen. Aber wer eine kompakte Lösung für Daheim, den Proberaum oder Demoaufnahmen sucht, der bekommt hier ein richtig fettes Package zum kleinen Preis. Für rund 300 € gibt es hier einen echten Alleskönner, der kaum Wünsche offen lässt. Einfach mal antesten.

Auch seine Presets und Online-Pattches von anderen Usern kann man per Rechner bequem organisieren.

Technische Daten & Wertung

Bauweise

Gitarrenamp im Combo-Format

Technik
Solid-State-Schaltung
Leistung 2 x 10 W
Speaker 2 x 3"
Kanäle
2 x 6 Voicings/Speicherplätze (Clean Warm, Clean Bright, Crunch, Super Crunch, OD 1, OD 2, Acoustic 1, Acoustic 2, AC Sim1, AC Sim 2, Bass 1, Bass 2)
Anschlüsse

Input, MP3/Line In, Emulated Out/Phones, USB, Footswitch, Netzteil

Regler & Schalter

Voice, Gain, Volume, EQ, Effects, Level, Manual, Mod, Delay, Reverb, Bluetooth, Tap, Power

Gewicht
3,9 kg
Maße (H x B x T)
29 x 20 x 17 cm
Besonderes Gratis-Software zur Einstellung der Patches und zum Speichern und Tauschen von Presets, USB-Anschluss dient auch als Interface, Stereo-Lautsprecher
Hergestellt in
China


Wertung:
+ ultrakompakter Alleskönner
+ kann richtig laut
+ klasse Sounds für verschiedenste Instrumente
+ vielseitige Interface-Funktion
+ gratis Software für noch mehr Möglichkeiten
- Lautstärke Bluetooth/Line In nicht am Amp regelbar

Preis (UVP): 355,81 €

Vertrieb: Sound Service
Weitere Infos: Blackstar ID:Core BEAM



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