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Test: Akai MPK261

Fantasten vorwärts

Mit dem Akai MPK261 besichtigten wir eine beachtlich ausgerüstete Tastenhochburg.


Fantasten vorwärts

Akais MPK-Serie geht in die zweite Runde: Die vor gut fünf Jahren vorgestellten Keyboard-Controller haben neben einem frischen Anstrich auch einige neue Features bekommen. Im Test stellte sich uns der größte der insgesamt vier Familienmitglieder – der MPK261.

Computer sind das Paradebeispiel für eine rasch fortschreitende Entwicklung: Innerhalb weniger Jahre tut sich extrem viel in Sachen Leistung, Größe und Interaktivität. Was für Rechner gilt, gilt auch für die meisten softwarebasierten Musikinstrumente. Besonders Keyboard-Controller zählen zu den Arbeitsmitteln von Musikern und Produzenten, die den ständig steigenden Anforderungen gewachsen sein müssen. Dabei reicht der Funktionsumfang mittlerweile weit über die altbekannten MIDI-Standardbefehle hinaus.

Zu den Innovationsträgern in puncto Master-Keyboards zählt Akai: Der zweiten Generation seiner MPK-Serie hat der US-amerikanische Hersteller einen neuen Look und neue Features verpasst. Auffällig sind vor allem die neuen Pads: Sie kommen im Stile von Akais Hardware-Sequencer MPC. Das heißt, die 16 Pads an dem von uns getesteten MPK261 sind nicht nur nach dem Vier-mal-vier-Prinzip angeordnet, sondern auch hintergrundbeleuchtet. Je nach Konfiguration leuchten sie in einer anderen Farbe. Schön anzusehen ist auch, dass sie sich beim Betätigen in einer anderen Tönung präsentieren.

So gehört es sich: Die Pads sind voll anschlagsdynamisch und reagieren blitzschnell auf Schläge. Außerdem fühlen sie sich hochwertig an und machen obendrein einen langlebigen Eindruck. Akai hat die Pads links mittig platziert. Dadurch lässt sich beispielsweise mit der rechten Hand eine Lead-Melodie und mit der linken ein Beat spielen. Wie bereits angedeutet, besitzt das MPK261 insgesamt vier Pad-Bänke. Damit man sofort weiß, welche Bank angewählt ist, leuchten die dazugehörigen Taster nach der Anwahl orange.

Direkt über den Bank-Wahltastern hat Akai zwei altbekannte, aber nützliche Buttons platziert: Ist „Full Level“ aktiviert, geben die Pads beim Spielen den vollen Velocity-Wert von 127 weiter. Das ist besonders in der Live-Situation praktisch, wenn man nicht möchte, dass einzelne Sounds untergehen. Leuchtet hingegen der Taster „16 Level“, weist das MPK261 allen Pads die zuletzt gespielte MIDI-Note zu. Die einzelnen Schlagflächen besitzen dann in bestimmten Abständen festzugewiesene Anschlagswerte – „Pad 1“ den niedrigsten und „Pad 16“ den maximalen.


Die Pads im MPC-Look sind farbig hintergrundbeleuchtet.

Ungetrübt regeln

Transport-Buttons befinden sich am Akai MPK261 unter dem Bildschirm. Damit kann man eine Aufnahme direkt starten, ohne sich vom Instrument wegdrehen zu müssen – man ist ja bereits in Ausgangsposition. Neu hinzugekommen sind die fünf Taster „DAW Control“ an der linken Seite zwischen Pads und Modulationsrad. Diese lassen sich via MIDI-Lear einer beliebigen Funktion zuordnen – beispielsweise um zu Markern zu springen oder eine Spur stumm zu schalten.

Mit je acht frei zuweisbaren Encodern, Fadern und Tastern lassen sich direkt am MPK261 diverse Parameter steuern. Dieses Feature ist sehr nützlich, wenn man etwa in Echtzeit bei einem gehaltenen Akkord den Cut-Off des Synthesizers ändern möchte. Um die physikalisch vorhandene Anzahl an Reglern und Tastern zu verdreifachen, hält das MPK261 drei Bänke bereit. Über je einen orange hintergrundbeleuchteten Button lassen sich diese anwählen. Gut, dass Akai für einen schnelleren Zugriff nicht mehr nur einen Taster dafür bereithält wie bei der vorherigen Version.

Nicht jeder Klangerzeuger bietet einen Arpeggiator. Möchte man dennoch diese Funktion nutzen, kann man sie direkt am MPK261 anwählen: Hier stehen insgesamt elf verschiedene Modi zur Verfügung. Die Geschwindigkeit der Läufe lässt sich entweder im Edit-Menü von 30 bis 300 bpm einstellen oder direkt über den Tap-Taster frei bestimmen. Letzterer blinkt übrigens im gewählten Tempo auf. Sehr nützlich zeigt sich darüber hinaus die Funktion „Latch“: Auch nachdem der Akkord losgelassen wurde, ertönt dieser weiterhin, bis ein neuer Akkord gespielt wird.

Ein Fakt, der für die Langlebigkeit des MPK261 spricht, ist, dass alle Encoder-Achsen aus Metall bestehen und fest mit dem Gehäuse verschraubt sind. Dank dieser Bauweise haben die Regler keinen Spielraum, sondern sitzen absolut fest an ihrem Platz. Auch die Fader sind mit eisernen Stiften ausgestattet – da können sich viele andere Hersteller etwas abschauen. Für ein hochwertiges Gefühl sorgen außerdem alle Taster: Sie weisen einen klar definierten Druckpunkt auf, sitzen fest im Gehäuse und reagieren blitzschnell.

Sowohl die Achsen der Encoder als auch die Stifte der Fader bestehen aus Metall.

Digitale Vielfalt

Steigen wir in die virtuelle Welt des Akai MPK261 ab, erhalten wir Zugang zu vielen weiteren Funktionen. So stehen etwa Presets für diverse Software-Instrumente und Sequencer parat – unter anderem Ableton Live Lite, Bitwig, Cubase, Logic, Pro Tools und Reason. Lädt man sich eine Voreinstellung, werden die Encoder, Fader und Taster typischen Parametern zugewiesen. Möchte man das nicht, kann man eigene Einstellungen vornehmen und entweder an einer neuen Stelle abspeichern oder vorhandene Presets überschreiben.

Für beinahe jedes Bedienelement bietet das MPK261 die Möglichkeit, spezifische Einstellungen vorzunehmen. Das klappt, indem man erst den „Edit“-Taster drückt und dann den gewünschten Regler betätigt. Nun stehen im Display unterschiedliche Parameter bereit, die man je nach Bedarf und Wunsch im aufgerufenen Preset verändern kann. Zum Navigieren dienen dabei die vier Pfeiltaster neben dem Display. Für das Editieren selbst steht ein Encoder mit Tasterfunktion bereit.

In manchen Situationen möchte man wissen, welcher Parameter welchen Wert aufweist. Genau dafür hat Akai dem MPK261 den Taster „Preview“ spendiert: Hält man diesen gedrückt und bewegt gleichzeitig einen Fader oder Drehgeber, zeigt das Display den Namen des Bedienelements sowie den vorherigen und den aktuellen Wert von 0 bis 127 an. Damit dieser aber angezeigt wird, muss man „Preset“ angewählt haben – ansonsten wird nichts angezeigt.

Daten schickt und erhält das MPK261 entweder über die klassischen MIDI-Anschlüsse oder über die USB-Schnittstellen. Für die Stromversorgung steht eine 6-Volt-Buchse bereit. Alternativ erhält das MPK261 seinen Saft – ganz zeitgemäß – auch via USB. Damit man das Instrument unterwegs mit einem mobilen Endgerät nutzen kann, lässt sich speziell für iOS-Geräte ein Stromsparmodus anwählen, indem man beim Einschalten den „Preview“-Taster gedrückt hält. Um es allerdings an iPad, iPhone und iPod nutzen zu können, muss man sich das optional erhältliche Camera Connection Kit holen.

Drückt man länger auf den Taster „Preview“, zeigt das Display den MIDI-Wert des Bedienelements an, das zuletzt verwendet wurde.

Startklar

Akai gibt einem mit dem MPK261 gleich alles in die Hand, was man braucht. So gibts neben einer CD mit dem Sequencer Ableton Live Lite noch vier weitere Programme, die man sich kostenlos nach der Registrierung herunterladen kann: Hybrid 3 von AIR, Akais MPC Essentials sowie Twist und Eighty Eight von Sonivox. Damit liefern die US-Amerikaner nicht nur Software für Einsteiger mit, sondern auch solche, die von Profis hoch geschätzt wird.

Besonders für das Programmieren von Beats ist MPC Essentials nützlich. Die Software lässt sich entweder Stand-Alone oder als Plug-In in einer DAW betreiben. Akai ermöglicht es damit nicht nur, die Pads individuell und tiefgreifend zu konfigurieren, sondern hält auch Presets vieler bekannter Künstler bereit. Bislang stehen auf der Herstellerseite die folgenden drei Sound-Packs zur Verfügung: Elements Of UK Dance, Elements Of House und Elements Of Dystopia.

Kommen wir zur Spielbarkeit des Akai MPK261: An der Tastatur ist soweit nichts auszusetzen; sie fühlt sich hochwertig an, lässt sich leichtgängig spielen und bietet ein recht natürliches Feeling, sodass auch schnelleres Repetieren problemlos umsetzbar ist. Einzig und allein die Aftertouch-Funktion ist etwas schwergängig – hier muss man schon ordentlich in die Tasten drücken, um sie nutzen zu können. Wie bereits geschrieben: Sowohl die Pads als auch die Bedienelemente machen einen stabilen und gut durchdachten Eindruck – im Allgemeinen lässt die Verarbeitung des Instruments nichts zu wünschen übrig.

In Sachen Haptik und Funktionsumfang empfiehlt sich das MPK261 von Akai sowohl für Fortgeschrittene als auch für Profis, die live, im Studio und unterwegs produzieren wollen. Obendrauf legt der Hersteller eine Reihe von Programmen bei, mit denen man sofort loslegen kann. Außerdem erlauben bereits die vielen Presets eine reibungslose Integration in bestehende Setups. Dank seiner guten Verarbeitungsqualität ist der rot-schwarze Keyboard-Controller auch bestens für den rauen Touralltag geeignet – nur einen Gigbag sollte man sich dafür noch besorgen.

Direkt am MPK261 kann man die Arpeggiator-Funktion aktivieren, deren Tempo sich über den Tap-Taster bestimmen lässt.

Technische Daten

Tastatur 61 anschlagsdynamische Tasten mit Aftertouch
Pads 16 anschlagsdynamische Pads in 4 Bänken, LED-beleuchtet
Bedienelemente

8 Fader, 8 Encoder, 8 Taster (frei zuweisbar), 31 Taster, Jog-Wheel, Transport, Modulationsrad & Pitch

Display 20 x 4 Zeichen
Anschlüsse USB, MIDI-In, MIDI-Out, 2x Sustain-Pedal, Expression-Pedal & Netzbuchse
Lieferumfang

MPK261, USB-Kabel, Bedienungsanleitung & Software

Maße (HxBxT)

86 x 905 x 311 mm

Gewicht   6,84 kg


Wertung:
+ hochwertige Verarbeitung
+ kommt mit viel Software
+ gutes Spielgefühl und hochwertige Pads
- Aftertouch-Funktion etwas schwergängig

Preis (UVP): 579 Euro

Weitere Infos unter: www.akaipro.de

Vertrieb: InMusic



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