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Special: Homogener Bandsound

Mit einem Schlag alles zunichte?

Mit den richtigen Herangehensweisen zum optimalen Drumsound in einer Band – wir zeigen dir, worauf zu achten ist.


Mit einem Schlag ...

In vielen Genres und Songs spielt das Schlagzeug eine Rolle, die sonst kein anderes Instrument übernimmt: Es schafft ein rhythmisches Grundgerüst, das in der Regel ausschließlich aus perkussiven Sounds besteht. Damit dabei nicht alles nach einem mächtigen Steinschlag klingt, gibt es einiges zu beachten.

Wende dich erst deinem eigenen Instrument zu, bevor du dir Gedanken darum machst, wie du mit deiner Band ein homogenes Klangbild realisierst. Sollte dein Instrument in sich – im wahrsten Sinne des Wortes – nicht stimmen, brauchst du nicht damit anfangen, am Gesamtsound herumzuschrauben. Das lässt sich gut erklären, indem man sich ein Haus vorstellt: Sind die Ziegel noch nicht in der richtigen Form, macht es wenig Sinn, diese im eingebauten Zustand geradezuschleifen. Achte also auf die einzelnen Komponenten eines Drumsets.

Wenn es kein explizit gewünschtes Stilelement der von dir gespielten Richtung ist, gilt es, einzelne Instrumente voneinander zu differenzieren. Große Probleme gibt es oft bei Bassdrum und Snare: Entweder ist die Snare zu tief gestimmt und kraftlos, sodass sie eher wie eine Kick klingt, oder das Bassdrumfell ist zu stramm und weist schnarrende Störgeräusche auf, wodurch sie eher wie eine Snardrum tönt. Finde also für beide Kessel den passenden Sound, damit sich diese nicht in die Quere kommen und sich der „Gus-Tav“ nicht nach „Gus-Gus“ anhört.

Allgemein ist es sehr wichtig, dass die einzelnen Komponenten am Set richtig gestimmt sind. Sprich: Wabernde, zu lange nachklingende Toms müssen auch untereinander „in tune“ sein, damit bei einem Fill nicht die schrecklichste Kakophonie ertönt. Werde dir außerdem bewusst, dass alte, total in Mitleidenschaft gezogene Felle irgendwann einfach nicht mehr klingen können. Deswegen: Besorge dir bei entsprechenden Abnutzungserscheinungen unbedingt neue.

Das Stimmen eines Schlagzeugs ist eine Kunst für sich und will gelernt sein: Dehne zunächst dein (neues) Fell ein, damit es sich nicht nach kurzer Zeit wieder verstimmt. Lege es als nächstes auf den Kessel und setze den Spannring darauf. Nun gilt es, die einzelnen Schrauben über Kreuz langsam anzuziehen. Aber Vorsicht: Gehe langsam an die Sache heran, indem du das Fell etappenweise spannst – es soll ja gleichmäßig gespannt sein. Achte dabei auch darauf, dass die einzelnen Toms zueinander einen „sauberen“ Abstand in der Tonhöhe aufweisen. Auch wenn dies eine lange und ermüdende Arbeitet bedeutet: Am Ende wirst du froh drum sein, dass du sie gemacht hast.


Viele Drummer spielen die Hi-Hat viel zu laut, sodass sie alles übertönt. Mit der richtigen Spieltechnik kannst du das verhindern.

Schwimmende Quellen

Ein harmonischer Sound wird dadurch gestört, indem deine Becken einfach nur noch dahinklappern und nichts mehr vom ursprünglichen Charakter wiedergeben. Das heißt zwar oft einen schmerzlichen Abschied vom geliebten Blech, mit dem man so einiges gemeinsam erleben durfte, doch manchmal ist genau dies nötig, um zu einem guten klanglichen Ziel zu kommen. Beim Anschaffen neuer Becken macht es Sinn, auf einen „einheitlichen“ Sound zu achten – nicht umsonst bieten die meisten Hersteller Serien an, die von Hi-Hat und Ride über diverse Crashes bis hin zu Effektbecken alles bereithalten.

Neben den richtigen Becken möchte auch das Spielen gelernt sein. Nicht selten schlagen Drummer die Hi-Hat viel zu stark an. Diese übertönt somit störend die restlichen Komponenten des Sets beinahe – das nervt sowohl bei Gigs und der Probe als auch beim Recording. Betroffen ist zudem die Ride: Spielt man diese an der Fläche, ist der Lautstärkepegel geringer, als wenn man mit dem gleichen Kraftaufwand auf die Glocke schlägt. Ist Derartiges nicht gewollt, solltest du vielleicht noch einmal deine Spieltechnik überdenken.

Doch auch bei korrekter Spieltechnik kommt es vor, dass beispielsweise die Snare im Gegensatz zur Kick viel zu laut ist – oder umgekehrt. Wenn schließlich selbst das Stimmen nichts mehr hilft, kann es am Instrument selbst oder sogar am Raum liegen. Probiere andere Kessel aus, um zu ergründen, ob es an den Drums liegt. Das ist einfacher, als das komplette Set in einen anderen Raum zu schaffen. Mit etwas Feinarbeit lassen sich auch laute Bassdrums (beispielsweise mithilfe von Decken darin) oder Snares (beispielsweise durch Dämpfringe oder Silikonpads auf dem Fell) im Pegel senken. Ein weiteres Frequenzproblem verursachen oft diverse Percussion-Elemente am Drumset – wie Cowbell, Woodblock und Tamburin. Schaue darauf, dass sich diese klanglich von anderen Komponenten unterscheiden.

Gewisse Frequenzbereiche werden durch Reflexionen und sogenannte stehende Wellen im Raum auf natürliche Weise verstärkt. Dadurch entstehen störende Überbetonungen. Hier kommst du um einen gezielten akustischen Eingriff nicht herum. Manchmal reicht es, nur eine Wand mit Absorbern zu bestücken. Doch: Finger weg von Eierkartons – diese streuen den Schall mehr in alle Richtungen, als dass sie ihn schlucken. Oft helfen Bassfallen dabei, das durch die Kick verursachte Dröhnen in den Griff zu kriegen. Im schlimmsten Falle jedoch sind eine aufwändige Raumakustikverbesserung durch diverse Akustikelemente und sogar bauliche Eingriffe nötig – je nach Vorstellung und Budget.

Manchmal verfeinern Percussion-Elemente – wie Cowbell und Woodblock – den Drumsound. Schau dabei darauf, dass diese klanglich nicht mit Komponenten wie Snare und Hi-Hat konkurrieren.

Drum ‘n’ Band

Klingt nun dein Drumset in sich gut, ist die Zeit gekommen, es mit der ganzen Band zu versuchen. Da das Schlagzeug in der Regel das akustisch am lauteste Instrument ist, müssen die übrigen Signalquellen vom Pegel dahingehend angehoben werden, dass die Drums sie nicht mehr übertönen. Das lässt sich am einfachsten über eine Beschallungsanlage realisieren – das Mischpult verstärkt einzelne Signale individuell und führt die Gesamtmischung zur Endstufe beziehungsweise den Lautsprechern, die das Ergebnis wiedergeben.

Da das Schlagzeug quasi über den ganzen Frequenzbereich vertreten ist, steht es oft in Konkurrenz mit anderen Instrumenten. Hauptsächlich kommen sich Bassdrum und Bass in den Weg. Damit das nicht passiert, gilt es, eine passende Lösung zu finden. Hierfür existieren einige Möglichkeiten: Die einfachste und effektivste ist, die Lautstärken richtig zu wählen. Auch ohne Doublebassgewitter kann man die Kick ruhig mal etwas leiser fahren. Aber der Bass kommt ebenfalls oft zu laut zur Geltung – vor allem, weil die Bässe an Instrument und Amp voll aufgedreht sind und sich Mitten und Höhen nicht mehr durchsetzen können oder überdeckt werden.

Meist reicht es, mittels EQ am Bassverstärker die Bässe etwas rauszudrehen – und gut ist’s. Ist das jedoch nicht genug, kannst du dir als Schlagzeuger überlegen, ob du die Kick nicht etwas höher und attackreicher stimmst. Vor allem bei der Live-Beschallung und beim Mischen im Studio löst man das Frequenzgewirr mithilfe von Equalizern und Filtern auf. Sofern es nicht gerade Drone, Stoner Rock oder andere tiefenliebende Musik ist, schadet es nicht, einfach mal einen Lowcut für den Bass bei 80 Hz zu setzen – unter Umständen ermöglicht dir das Tool eine entsprechende Feinjustage.

Ein effektiver, aber relativ aufwändiger Ausweg aus dem Frequenzmatsch ist die Side-Chain-Kompression. Hierbei gelangt das Kicksignal über einen Hilfsweg in einen Kompressor, der das Basssignal bearbeitet. Nun muss das Gerät so eingestellt werden, dass jedes Mal, wenn die Kick ertönt, der Bass um wenige Dezibel an Lautstärke verliert. Achte auch auf die Attack- und Release-Zeiten, damit der Bass nicht zu spät beziehungsweise zu lange runtergeregelt wird. Ähnliches kann man auch mit anderen Instrumenten machen.



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