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Special: Gitarrenverstärker – diese Konzepte gibt es

Dein Sound, unendliche Möglichkeiten …

Wer die Wahl hat hat die Qual. So auch wir Gitarristen bei der Suche nach dem Wunschamp. Wir zeigen dir den perfekten Verstärker für deine Bedürfnisse.


Dein Sound, ...

… so ein leicht abgewandeltes Zitat aus Raumschiff Enterprise. Und in der Tat erstreckt sich für uns Gitarristen quasi ein ganzes Universum an Sounds und Verstärkern, die im Fachhandel zu bekommen sind. Auch in Sachen Technik hat sich seit dem Aufkommen der ersten Amps Mitte des letzten Jahrhunderts einiges getan. Wir stellen die unterschiedlichen Konzepte sowie ihre Vor- und Nachteile vor.

Eigentlich ist die Situation ja äußerst komfortabel. Wir Gitarristen hatten noch nie eine so große Auswahl, es gibt verschiedenste Verstärkerkonzepte in unterschiedlichsten Preislagen und für jeden Bedarf. Ob klassischer Röhreneinkanaler, Solid-State-Metalbrett, klangflexibler Modeler oder gar eine reine Software-Lösung mit passendem Interface – da wird jeder fündig. Im Gegenzug hat man aber eben auch die Qual der Wahl, denn da stehen eben nicht ein Blues-, ein Metal- und ein Jazz-Amp, wie das übertrieben dargestellt in den 1960ern oder 1970ern gewesen sein mag, im Laden. Nein, man hat die Möglichkeit das perfekte Werkzeug für seinen Sound zu finden. Aber dazu bedarf es eben auch einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Thema.

Eines ist klar: Der wohl entscheidendste Faktor – neben dem Geldbeutel – ist der persönliche Geschmack. Da solltest du dir nicht hineinreden lassen, wichtig ist, dass du dich mit deinem Amp wohlfühlst. Dennoch gibt es durchaus Anhaltspunkte, an denen man sich orientieren kann. Spielst du quasi ausschließlich zu Hause zum Playback, ist ein fettes 100-Watt-Stack einfach übertrieben. Du stehst nur auf klassischen Blues und formst deinen Sound mit den Fingern? Dann brauchst du sicher keinen MIDI-gesteuerten Amp mit vielen Kanälen und hunderten Speicherplätzen. Und wer in einer lauten Rockband spielt, der kommt mit einem 10-Watt-Übungsverstärker wahrscheinlich nicht weit.
 
Hier im Heft geht es mir vor allem darum dir zu zeigen, welche verschiedenen Konzepte es aktuell im Handel gibt, welche Vor- und Nachteile diese haben und zudem auch einige typische Vertreter zu präsentieren. Parallel wirst du im Internet auf www.musicnstuff.de ausführlichere Infos finden. Dazu gibt es Tests einiger unterschiedlicher Ampkonzepte und auch Videos, damit du einen Eindruck bekommst, welcher Verstärker deinen Vorstellungen am nächsten kommt. Dann legen wir mal los, und zwar gleich mit den Urgesteinen unter den Lautmachern.


In der DSL-Serie verbindet Marshall klassische Röhrensounds mit modernen Komfortfeatures.

Die Klassiker: Röhrenamps

Wenn man verschiedene E-Gitarristen fragt, was ihr absoluter Traumverstärker ist, werden die meisten wohl ein auf einer Röhrenschaltung basierendes Modell nennen. Kein Wunder, schließlich wurden und werden diese Geräte seit dem Siegeszug der E-Gitarre ab der Mitte des letzten Jahrhunderts von der Mehrzahl der Saitenhexer gespielt – auch von den großen Vorbildern wie Hendrix, Van Halen oder heutzutage etwa Joe Bonamassa. Dabei haben sich einige Modelle zu echten Legenden entwickelt, die für viele Fans weit mehr darstellen als einfach nur ein technisches Gerät.

Und das ist auch kein Wunder. Denn ein erstklassiger Röhrenamp setzt – insbesondere für klassische Sounds – immer noch Maßstäbe in Sachen Feeling, Dynamik und Reaktion auf den Spieler beziehungsweise das verwendete Instrument. Und auch der Sound, wenn man vor einem schön aufgerissenen Tube Amp-Stack steht, ist einfach faszinierend. Dazu kommt eine gehörige Portion Voodoo – ich bin mir sicher, dass zum Beispiel Modelingamps in einem Blindvergleichstest deutlich besser abschneiden würden, als wenn man den Hörern vorher sagt, welches Gerät gerade angewählt ist.

Aber die Konkurrenz ist ja nicht deshalb entstanden, weil Röhrenamps perfekt wären, sondern weil sie eben auch einige Nachteile mit sich bringen. Zunächst ist ein sauber gefertigter Tube Amp meist keine besonders günstige Angelegenheit. Auch in Sachen Gewicht zeigen sich besonders die klassischen Modelle nicht gerade rückenfreundlich. Zudem ist die Technik vergleichsweise sensibel. So sollte man einen Röhrenamp in Ruhe aufheizen lassen, ihn keinen extremen Temperaturschwankungen aussetzen und ihn auch vor heftigen Stößen verschonen. Aber selbst bei bester Behandlung sind die Röhren irgendwann verschlissen und müssen getauscht werden – und das kann ganz schön teuer werden. Zudem gilt es zu bedenken, dass die ganz große Mehrheit der Röhrenamps live und im Studio per Mikrofon abgenommen werden muss – auch das bedeutet einen zusätzlichen Aufwand und erhöht das Risiko möglicher Soundprobleme. Im Gegenzug hat man bei einem Ausfall der PA eben stets noch die Sicherheit sich zumindest in der Soundschneise seines Amps immer zu hören.

Massig Features im kompakten Format: Hughes & Kettner GrandMeister 36

Einfach Liebe

Dennoch sind Röhrenamps weiterhin sehr beliebt – und die Hersteller lassen sich auch immer wieder etwas einfallen, um die Nachteile möglichst auszuräumen. So sorgt Fertigung in Fernost seit einiger Zeit für deutlich sinkende Preise – bei erstaunlich guter Qualität. Und der Trend zu sogenannten Lunchbox-Amps, also kleinen Verstärkern mit bestem Sound und reichlich Features, aber weniger Leistung und Gewicht, ist unübersehbar. Und um aus den Röhren das Maximum herauszuholen, bauen immer mehr Hersteller spezielle Systeme in den Schaltkreis, die die Röhren ständig überwachen und immer im optimalen Betriebszustand halten.

Fazit:

+ extrem authentische Sounds
+ große Dynamik
+ einfach und übersichtlich bedienbar
+ maximaler „Voodoo“-Faktor
+ man hört sich immer selbst – auch wenn das Monitoring schlecht ist
- oftmals teuer, groß und schwer
- wartungs- bzw. pflegeintensiver als die Konkurrenz
- muss live abmikrofoniert werden

Beispiel-Amps:

Der Günstige: Bugera TriRec
Der Flexible: Hughes & Kettner GrandMeister 36
Der Legendäre: Marshall DSL100H

Randalls RG3003 Head liefert reichlich Power und ist ganz pflegeleicht.

Der günstige Einstieg: Solid-State-Amps

Der Siegeszug der Röhrenamps im letzten Jahrhundert fiel lustigerweise gerade in die Zeit, als der Glaskolben zunehmend aus Massenware wie Radio, Fernseher & Co. verschwand. Die damals neue Transistortechnik verdrängte ihren Vorgänger eben weil sie günstiger, haltbarer und wartungsärmer war. Und bei Radios ist ja auch eher ein verzerrungsarmer Klang gefragt und weniger maximale Dynamik. Genau wegen dieser Eigenschaften hatten es Transistor- oder Solid-State-Schaltungen auch schwer, die Herzen der Gitarristen zu erobern – von Ausnahmen, wie beispielsweise für ihre Clean-Sounds bekannte Amps wie etwa Rolands Jazz-Chorus-Modellen, abgesehen.

Dementsprechend waren und sind derartige Schaltungen vor allem in Amps zu finden, in denen ihre Vorteile die Nachteile locker wieder wettmachen. So ist ein Großteil der Übungsamps zu dieser Kategorie zu zählen. Mit der Zeit gab es aber auch immer wieder Tüftler, die aus diesen Solid-State-Schaltungen erstaunlich geile Sounds herausholten – man denke etwa an Randall, die mit dem Transistorliebhaber Dimebag Darrell von Pantera einen besonders heftigen Verehrer dieser Bauweise in ihren Reihen hatten oder auch die Produkte von Tech 21, die Röhrensounds schon in den 1990ern erstaunlich überzeugend nachbildeten.

Spätestens mit dem Aufkommen der Modeling-Bewegung ist auch die Zukunft der Transistorschaltungen erst mal gesichert, denn nahezu alle Verstärker dieser Kategorie verfügen über eine Transistorendstufe, die die per Software erzeugten Klänge ordentlich laut macht. Und da gibt es absolut überzeugende Vertreter, die den Vergleich mit ihren Röhrenbrüdern nicht scheuen müssen.

Fazit:

+ günstig und leicht
+ einfach und übersichtlich bedienbar
+ unempfindlich gegen Temperaturänderungen und Stöße
- klingen manchmal etwas kühl und undynamisch
- müssen live oft abmikrofoniert werden

Beispiel-Amps:

Der Klassiker: Randall RH1503
Der Zukunftsorientierte: Line 6 AMPLIFi 150
Der Röhrige: Blackstar ID:100 TVP


Doch das war noch lange nicht alles. In Teil 2 dieses Specials widmen wir uns den digitalen Vertretern der Amp-Zunft, den Modelern und der Software – quasi den Verstärkern des neuen Jahrtausends. Viel Spaß.



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