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Interview: Smudo (Die Fantastischen Vier)

Le Smou im Interview

Smudo von Die Fantastischen Vier im Interview über Live-Rituale, das passende Mikro und Zukunftspläne.


Le Smou im Interview

Wie sähe Deutschrap heute aus hätte es Die Fantastischen Vier nicht gegeben? Schwer zu sagen, aber definitiv komplett anders! Seit mehr als einen Vierteljahrhundert begeistern AndYpsilon, Hausmeister Thomas D., Michi Beck und eben ein gewisser Smudo ihre Fans mit positiven Vibes, geilen Sounds und richtig fetten Liveshows. Im Interview verrät Smudo uns, was er an Festivals mag, wie die Band nach so langer Zeit die Energie weite hoch hält und was ihm bei seinem Live-Mikro wichtig ist.

Die Fantastischen Vier gelten als die Urväter der deutschen Sprechgesangskultur. Und ohne waren es die vier Schwaben, die Rap in der Muttersprache in die Charts brachten und die Musik überhaupt erst beliebt machen. Ihr Durchbruch mit „Die Da“ ist schon weit über 20 Jahre her, aber bis heute versteht das Quartett es, Hits am laufenden Band rauszuhauen und richtig fette Livespektakel abzuziehen. Smudo nahm sich Zeit für ein kurzes Interview mit uns.

People nStuff: Wir haben euch auf dem Plaza-Festival live gesehen. Was ist das Tolle an solchen Festivals?
Smudo:
Open Air zu spielen ist schon mal der erste große Unterschied. Band und Publikum sind beide im Freien, was dementsprechend zu der Picknicker-Atmosphäre beiträgt. Im Unterschied zur Hallentour, mit der wir im Dezember und Januar unterwegs waren, wird ein Festival in der Regel nicht nur von beinharten Fanta-Fans besucht. Die gilt es für uns zu gewinnen. Festivals sind demnach eine andere Herausforderung.
 
PnS: Habt ihr bestimmte Rituale bevor ihr auf die Bühne geht? Wir haben gesehen, dass ihr euch mit der gesamten Band vor der Show in ein kleines Zelt zurückgezogen habt. Was genau macht ihr da?
Smudo:
Das ist im Prinzip unsere zentrale Sammelstelle vor und während des Auftritts. Mit Band sind wir ja neun Mann auf der Bühne. Irgendwo müssen wir uns ja treffen um gegebenenfalls nochmal etwas zu besprechen bevor es losgeht. Außerdem ist es ein gutes Ritual, sich vorher einfach einzuschwören. Wir haben dazu eine Gag-Geste aus Monty Pythons „Das Leben des Brian“ übernommen. Die judäische Befreiungsfront hält als geheimes Zeichen die geschlossene Faust an die Schläfe. Wir donnern dann ein gemeinsames „Freundschaft“ und los geht’s.

PnS: Bist du nach der ganzen Zeit noch nervös, wenn du auf die Bühne musst? Oder ist das mittlerweile so natürlich, dass du gar nicht groß drüber nachdenkst? Hattest du früher Lampenfieber?
Smudo:
In der Regel ist Lampenfieber nicht vorhanden. Außer es handelt sich um Premieren, wie etwa den Tourauftakt. Da sind wir nervös, weil wir nicht ahnen können, wie unser neues Programm draußen ankommt. Früher war das anders. In unseren ersten Jahren hat mich das Lampenfieber derart gepackt, dass ich mich kurz vor der Show übergeben musste, was dann seinerseits an Routine gewonnen hat. Alle vor der Show noch mal kurz auf Toilette, ich auch, aber halt zum Kotzen.


Smudo zeigt live immer vollen Einsatz.

Hip-Hop erster Klasse

PnS: Ihr habt mittlerweile ja eine riesige Auswahl an Songs. Wie entscheidet ihr, was ihr auf die Setlist packt?
Smudo:
Natürlich gibt es eine Reihe Live-Hits, die nicht unbedingt Singles waren. „Was Geht“ gehört zum Beispiel dazu. Songs die nach vorne gehen, sind gerne gesehen, man braucht aber auch Stücke zum runterkommen. Oftmals ergibt sich ein Festival-Set aus der vorangegangenen Tour. Da sehen wir, welche Lieder live gut funktionieren. Dass wir „Die Da“ zwanzig Jahre lang nicht gespielt haben, wurde uns mittlerweile verziehen; aber nach 25 Jahren haben wir es dieses Jahr zu den Festivals extra ins Set aufgenommen.

PnS: Eure Live-Band ist absolut fantastisch. Nach welchen Kriterien habt ihr die Musiker ausgewählt?
Smudo:
Wir haben 1993 mit Live-Drums angefangen. Bis dahin haben wir, wie die meisten internationalen Rap-Bands, mit Musikplaybacks von Band oder Platte gespielt. Flo Dauner, unseren Schlagzeuger, haben wir im Rahmen eines richtig klassischen Vorspielens ausgewählt. Flo ist als waschechter Instrumentalist natürlich gut mit der Musikerszene verwachsen und hat uns dann, als wir Bedarf hatten, einen Bassisten und unseren Keyboarder Lillo Scrimali vermittelt. Der wiederum hat als Musical-Director einen ganzen Pool von Musikern im Notizbuch und rekrutierte unsere Restkapelle zusammen. Seit 1998 spielen wir so in Vollbesetzung.

PnS: Woran orientierst du dich live? Oder ist es wichtiger, quasi die ganze Band auf den In-Ear-Hörern zu haben, damit du bestmöglich performen kannst?
Smudo:
Drums, Bass, Percussion und gegebenenfalls ein Loop sind das Wichtigste, kurz: die Rhythmusgruppe. Und da wir alle keine guten Sänger sind, spielen wir bei Refrains auch unsere eigenen Gesangsstimmen vom Sampler mit ein, um besser zu performen.

Live setzt Smudo – wie die anderen Fantas – auf Wireless-Systeme und Mikrofone von Sennheiser.

Für die Zukunft gerüstet

PnS: Wie haltet ihr euch fit damit ihr eure langen Shows durchpowern könnt?
Smudo:
Jeder ist dafür selbst verantwortlich. Ich laufe viel. Auf die Ernährung achten ist natürlich am wichtigsten. Das sind Binsenweisheiten, und die gelten auch für uns.

PnS: Wie wichtig ist dir das Mikrofonmodell das du benutzt – gerade live?
Smudo:
Neben dem Klang muss ein Mikro vor allem robust sein und was aushalten. Feuchtigkeit, Temperaturwechsel und auch eine gewisse Griffigkeit und das passende Gewicht spielen eine Rolle.

PnS: Gibt es schon Pläne für die Zeit nach den Sommerfestivals? Was können eure Fans in nächster Zeit erwarten?
Smudo:
Wir planen für Ende des Jahres ein Best-Of-Album. Das letzte Album dieser Art ist jetzt auch schon wieder zehn Jahre alt. Aktuell schreiben wir an neuem Material. Mal gucken ob was von dem neuen Zeug als Bonus auf dem Best-Of landet.

Weitere Infos: Die Fantastischen Vier
Die Fantastischen Vier auf Facebook



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