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Workshop: Umstieg auf InEar-Monitoring

Nur Musik im Kopf

Du willst endlich gleichbleibend guten Monitorsound? Dann ist dieses Special das Richtige für dich.


Nur Musik im Kopf

In Sachen Equipment hat sich in den letzten Jahrzehnten ja viel getan. Eine der tiefgreifendsten Entwicklungen ist sicher die zunehmende Popularität von InEar-Monitoring. Doch warum sollte man auf den Knopf im Ohr setzen? Und wie kann der Umstieg gelingen? Wir zeigen es dir.

Also unbedarftem Musikfan ist einem – gerade in kleineren Clubs – vielleicht schon mal aufgefallen, dass neuerdings bei gar nicht wenigen Bands der Schallpegel von der Bühne plötzlich deutlich geringer ist. Steht man in der ersten Reihe und bekommt nicht die volle Ladung FoH-Beschallung ab, kann es sogar passieren, dass man nahezu nur noch Drums hört. Was ist da los, warum sind die Musiker auf der Bühne so leise?

Das Zauberwort heißt InEar-Monitoring. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Musiker nicht mehr auf Wedges (diese schrägen Boxen, die vor den Musikern auf dem Boden liegen) zu ihren Füßen und Sidefills von der Seite setzen (und ihre eigenen Amps), um auf der Bühne zu hören, was sie und die anderen in der Band machen, sondern Kopfhörer in den Ohren haben, durch die sie vom Monitormischer einen möglichst perfekten Mix auf die Ohren gelegt bekommen. Das hat zur Folge, dass dieser Lärmfaktor von der Bühne schon mal entfällt – und die Musiker einen nahezu optimalen Sound auf den Ohren haben.

Der nächste Schritt war, dass immer mehr Musiker – und die Tontechniker danken es ihnen – dazu übergingen, ihren Sound auf der Bühne nicht mehr mit lauten Amps und Mikros ins Mischpult zu bringen, sondern mit Preamps, DI-Boxen oder direkt aus dem Tasteninstrument. Dadurch sinkt der Lärmpegel auf der Bühne nochmals erheblich. Der große Vorteil: In die immer noch auf der Bühne verwendeten Mikros – zum Beispiel für Gesang, Drums, Bläser usw. streut deutlich weniger unerwünschter Krach. Folglich ist es für den Tontechniker viel leichter, diese Signale schön sauber in den Mix zu integrieren. Das hilft dem Gesamtsound der Band – und auf und direkt vor der Bühne wird es leise(r).

Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt des InEar- Monitorings ist, dass der Sound für die Musiker quasi immer gleich ist. Denn es gibt deutlich weniger Raumeinflüsse bei unterschiedlichen Locations, man hat nicht immer wieder andere Monitorboxen oder Pulte. Wenn das Setup einmal steht, muss man nur noch minimal anpassen. Gerade wer bisher in kleinen bis mittleren Clubs das Hausequipment genutzt hat und daher jeden Abend vor neuen Herausforderungen stand, wie er einen guten Monitorsound hinbekommt, damit die Band optimal performen kann, wird von InEar-Monitoring und eigenem Equipment maximal profitieren. Warum steigen dann nicht alle Bands darauf um? Naja, der Wechsel bringt einiges mit sich. Zunächst natürlich die Kosten für das neue Equipment, aber auch die Einarbeitung ins neue Setup – und ein komplett neues Feeling.


Um eine gewisse Umstellung bzw. ein Update seines Equipments wird man kaum herumkommen.

Was brauche ich?

Um diese Frage zu beantworten, gehen wir davon aus, dass du bisher noch keinerlei eigenes Monitoring-Equipment hast. Dann gehen wir die Signalkette mal durch. Zunächst gehen alle Signale von der Bühne zum FoH-Mischpult. Erste Frage: Soll der Mann, der den Saalsound macht, auch den Monitorsound machen? Falls nicht – und das werden die meisten Bands wollen – benötigst du sogenannte Splitter, um die Signale zu teilen, quasi zu klonen – und sie dir auch zu deinem Monitormischer zu schicken. Den brauchst du natürlich auch. Dazu sollte sich einer aus der Band (oder gar ein externer Monitormischer) um den Mix für alle kümmern. Dieser geht dann über die Aux-Wege wieder zurück auf die Bühne.

Allerdings werden die meisten Musiker – Drummer, Percussionisten oder Keyboarder sind hier meist außen vor – keine Kabel hinter sich herschleppen wollen. Man benötigt also entsprechend viele Funksysteme, um die Signale drahtlos zu den Musikern zu schicken. Hierbei ist zu beachten, dass diese möglichst latenzarm sind. Außerdem hat es sich in der Praxis bewährt, Funkmikros und Gitarrensender (also Signale, die zum Pult gehen) sowie die Monitorsignale (die vom Mixer kommen) über verschiedene Frequenzbereiche zu schicken. Das hat unter anderem den Vorteil, dass man mehr Luft nach oben hat, was parallel genutzte Funkstrecken betrifft. Mit diesem (grob dargestellten) Setup kann man schon gut arbeiten.

Das Ganze kann man dann noch pimpen, etwa mit Ambience-Mikros, die die Stimmung in der Halle einfangen. Oder mit Personal 3-D-Monitoring, wie es die Firma Klang Technologies anbietet. Das ist dann aber eigentlich schon Schritt 2 – kann das Sounderlebnis aber noch mal deutlich verbessern.

Die Band Tenside sprach mit uns über ihren Umstieg auf InEar-Monitoring.

Wie klappt der Umstieg? Interview mit Tenside

Um auch praktisch nachvollziehen zu können, wie der Umstieg von klassischem auf InEar-Monitoring laufen kann, werden wir die Münchner Band Tenside bei ihrem Wechsel auf die Hörer im Ohr für die Bühne begleiten. Zunächst wollten wir von dem Quartett allerdings erstmal erfahren, warum sie auf InEar-Monitoring umsteigen wollen.

Music nStuff: Wann kam bei euch als Band das erste Mal die Idee auf, auf InEar-Monitoring umzustellen?
Tenside:
Das ist sicher schon gute zwei bis drei Jahre her. Wir wollen das schon sehr lange, nur hat es sich bei uns finanziell leider bisher nicht gelohnt umzustellen. Wir wollten da auch nie halbe Sachen machen. Wenn, dann ein anständiges und professionelles System.

MnS: Was stört euch live an konventionellem Monitoring?
Tenside:
Nicht konsequent bei jeder Show einen gleich guten Sound auf der Bühne zu haben. Zum Glück spielen wir inzwischen meistens Venues, in denen es ein einigermaßen gutes Monitorsystem gibt. Allerdings gibt es auch immer wieder Shows, bei denen die Monitore entweder zu wenig Leistung haben, schlecht klingen oder teilweise schlicht kaputt sind. Zudem kommt es leider manchmal vor, dass der örtliche Monitormischer nichts von seinem Job versteht. Da wir komplett digital spielen und keine Gitarrenboxen mehr auf der Bühne haben, sind wir auf einen guten Monitorsound angewiesen.   

MnS: Welche positiven Veränderungen versprecht ihr euch vom InEar-Monitoring?
Tenside:
Wie gerade schon erwähnt, erhoffen wir uns damit einen gleichbleibend guten Sound, egal wann und egal auf welcher Bühne wir spielen. Die Performance leidet einfach darunter, wenn man sich selbst oder seine Mitmusiker nicht richtig hören kann. Natürlich geben wir jedes mal 100 %, auch wenn wir mal einen schlechten Sound auf der Bühne haben. Aber um wirklich eine perfekte Show abliefern zu können, muss man sich auch völlig darauf konzentrieren können, statt sich nebenbei noch mit Monitorproblemen herumschlagen zu müssen. Zudem wollen wir dadurch auch unsere Performance verbessern. Man achtet noch mehr auf kleine Fehler, wenn man wirklich jeden einzelnen Ton hört.    

MnS: Wie sieht eure Situation live aus? Habt ihr einen extra
Monitormischer?
Tenside:
Sofern es keinen separaten Monitorplatz mit Personal gibt, macht unser FoH-Mann unser Monitoring mit.

MnS: Habt ihr auch Band-Equipment (Amps, Mikros usw.) das ihr im Zuge dieses Wechsels austauschen wollt?
Tenside:
Wir haben bereits vor drei Jahren komplett auf Kemper und Axe-FX umgestellt und spielen seitdem jede Show rein digital ohne zusätzliche Cabs auf der Bühne. Weiter Umstellungen was Equipment angeht sind erstmal nicht in Planung.

MnS: Werdet ihr auch Ambience-Mikros nutzen, um mehr vom Publikum mitzubekommen?
Tenside:
Ja das wollen wir auf jeden Fall.

MnS: Ketzerische – nicht ganz ernst gemeinte – Frage: Ihr seid eine Metal-Band ... ist InEar-Monitoring noch Metal?
Tenside:
Kein Kommentar … Nein, Scherz. Ich kenne persönlich nur noch sehr wenige Metal-Bands im professionellen Bereich, die kein InEar-Monitoring verwenden. Und ich verstehe auch nicht, was das mit „nicht Metal sein“ zu tun haben soll. InEar-Monitoring ist ein Fortschritt in der Veranstaltungstechnik, der es uns Musikern ermöglicht, unsere Performance für uns selbst und dadurch auch für die Fans immer weiter zu verbessern. Ich wüsste nicht, was daran falsch sein sollte.
 
MnS: Wann und wo kann man euch in nächster Zeit live sehen? Und plant ihr da schon das InEar-System zu nutzen?
Tenside:
Bereits bestätigte Festivals für den Sommer sind das Heavy Dayz Festival und das With Full Force – und natürlich wollen wir ab sofort jede Show mit InEar-System spielen. Es ist noch einiges mehr geplant, auch bezüglich Tour. Sobald wir hier mehr wissen erfährt man das selbstverständlich sofort über unsere Social Media Kanäle.

Weitere Infos:
Website: www.tenside-music.de
Facebook: www.facebook.com/TENSIDE



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