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Test: Zoom LiveTrak L-12

Rundumschlag

Gibt es die eierlegende Wollmilchsau? Im Tierreich nicht, für Musiker und Tontechniker aber schon.


Rundumschlag

Mischpult, Effektgeräte, Recordingstudio, Interface – und das alles in einem kompakten, intuitiv bedienbaren Gerät? Genau das bietet Zoom mit dem brandneuen LiveTrak L-12. Und das in richtig guter Qualität zum kleinen Preis. Kaum zu glauben – aber wahr!

Aufnehmen und Mischen – macht man das heutzutage nicht per Laptop? Klar, das ist eine Möglichkeit, die aber nicht nur Vorteile bietet. So benötigt man noch externe Geräte sowie Software, oft läuft das Setup nicht unbedingt stabil – und in engen Clubs mit dem Rechner rumzuhantieren, ist auch nicht unbedingt ein Spaß. Das muss auch gar nicht sein, denn mit dem Zoom LiveTrak L-12 gibt es ein kompaktes und günstiges Gerät, das das auch alles kann – und dazu noch als Interface am Rechner dienen kann.

Der Digitalmixer ist etwa so groß wie ein 18"-Laptop und lediglich 2,5 kg leicht. Er ist komplett aus Kunststoff, wirkt aber dennoch sehr robust und langlebig. Wer damit allerdings viel in Proberäumen und vor allem live unterwegs ist, dem würde ich doch ein Rack und das optionale Rack-Kit empfehlen. Einmal wegen der Bequemlichkeit beim Transport, aber natürlich auch um möglichst lange Spaß an dem Pult zu haben. Da macht sich die zusätzliche Investition schnell bezahlt. Und der Preis für das Zoom ist ja eh schon ein Schnäppchen.


Die Oberfläche des Zoom LiveTrak orientiert sich an gewöhnlichen Digitalmischpulten.

Aufbau

Das L-12 ist zunächst ein klassisches 12-kanaliges Digitalmischpult mit satten fünf Stereo-Monitorwegen samt Kopfhörerausgängen, das als Livekonsole hervorragend eingesetzt werden kann. Die Bedienung ist nahezu selbsterklärend, dazu kommen eine umfassende Ausstattung und der übersichtliche Aufbau. Bei der Bedienoberfläche orientieren sich die Entwickler am mittlerweile klassischen Digitalpultaufbau. So hat man zwölf Kanäle (8x Kombibuchse, 2x im Line-Klinke oder Chinch-Format), die jeweils über Gain, Comp und Rec/Play sowie Mute und einen angenehm laufenden Volume-Fader verfügen.

Will man einen der Kanäle detailliert bearbeiten, klickt man auf Sel(ect) und kann dann auf den Channel Strip mit parametrischem 3-Band-EQ, die Effekte sowie LowCut zugreifen und ihn natürlich auch räumlich im Stereobild anordnen. Das funktioniert richtig gut und geht einem nach kurzer Zeit wie selbstverständlich von der Hand. Dazu kommt ein wirklich mehr als ordentlicher Klang. Der ein oder andere wird sicher sagen „So viele Features für rund 700 €, das kann doch nichts sein.“ Doch der Zoom LiveTrak L-12 überrascht hier mit einer richtig guten Performance und muss sich wirklich nicht verstecken. Das alles funktioniert toll und klingt gut – und das zu dem Preis! Übrigens kann man sich ganze neun Scenes anlegen, quasi Presets für das gesamte Pult, die man dann blitzschnell laden kann. So hat man für verschiedene Clubs, Besetzungen oder auch Teile des Sets immer die passende Konfiguration am Start.

Da man den Zoom LiveTrak ja auch und gerade live einsetzen soll, ist auch das Monitoring wichtig. Hier kann man unabhängige Mixes erstellen, was in den meisten Fällen problemlos reichen sollte. Sogar ein Talkback-Mikro ist integriert – wenn man der Band auf der Bühne oder im Recordingraum etwas mitteilen möchte. Auch hier lässt sich alles sehr bequem über das Hauptmenü steuern, das unten rechts liegt, und über das man auch die Aufnahmen organisieren kann. Dazu aber später mehr.

Auf der Rückseite befinden sich dann neben dem Power-Schalter und dem Anschluss für das externe Netzteil unter anderem ein USB-Ein-/Ausgang, um einen Stick anzuschließen, der USB-Ausgang, um das Zoom als Interface zu nutzen, und der Kartenslot, mit dem man SD- (sowie SDHC- und SDXC-)Karten mit bis zu 512 GB Speicherplatz im LiveTrak L-12 installieren kann. Dazu kommt ein Fußschalteranschluss, über den man eine Wunschfunktion (zum Beispiel „Aufnahme starten“) per Footswitch bedienen kann. Gerade bei der Nutzung im Proberaum sehr praktisch.

Die Aufnahmen und viele weitere Funktionen steuert man über das Bedienfeld mit Display unten rechts.

Professionell aufnehmen

Das Coole am Zoom LiveTrak L-12 ist ja, das man damit nicht nur mischen, sondern auch parallel aufnehmen kann. Per SD-Karte oder USB-Stick integriert man den gewünschten Speicherplatz im Pult – oder nutzt den zweiten USB-Anschluss, um einen Rechner mit dem Zoom zu verbinden (Mac oder PC). Dann kann man bis zu 14 Spuren parallel aufnehmen und bis zu 12 Spuren parallel abspielen – etwa für virtuelle Soundchecks.

Das funktionierte im Test reibungslos und sehr angenehm, da auch hier die Bedienung ein Kinderspiel ist und man sich schnell die nötigen Wege durchs Menü angeeignet hat. Auch auf der „realen“ Bedienoberfläche ist alles gut strukturiert angeordnet und man hat direkten Zugriff auf die wichtigsten Funktionen. So sollte auch nichts schiefgehen, wenn es mal etwas hektischer wird. Dann wollen wir mal Hand anlegen und das Zoom LiveTrak L-12 zum Einsatz bringen.

Auf der Rückseite des Zoom LiveTrak findet man vor allem die Anschlüsse bzw. Eingänge und Schalter für Aufnahmen.

Praxis

Wie schon erwähnt ist der Zoom-Digitalmischer schön kompakt und leicht. Dennoch fühlt er sich angenehm wertig an und steht auch sicher. Wer es noch solider haben möchte, dem sei oben erwähntes Rack-Kit empfohlen. Auch der Anschluss aller Verbindungen ist schnell erledigt. Inputs belegen, Monitorwege und Signale für die PA stecken – fertig. Dann noch eine SD-Karte einlegen und das parallele Aufnehmen kann losgehen.

Was das Einstellen der einzelnen Kanäle, der Monitorwege, der Effekte und des FoH-Mixes angeht, verhält sich das Zoom LiveTrak L-12 erfreulich traditionell. Ich jedenfalls musste mich kaum eingewöhnen, da alles logisch aufgebaut ist. Am überraschendsten für mich war deshalb vor allem – ohne dass ich das Zoom jetzt vorab als Billigteil angesehen hätte – wie gut die Klangqualität ist, die der kompakte Digitalmischer liefert. Klar, bei dem Preis ist nach oben immer noch Luft, aber wer für wenig Geld ein zuverlässiges und komplett ausgestattetes Gesamtpaket für Homestudio, Proberaum und Konzerte sucht, wird aktuell kaum etwas Besseres finden.

Einen kleinen Eindruck, wie man mit dem Zoom arbeiten kann, findest du übrigens hier:



Ein kleiner Minuspunkt zum Schluss: Dem Paket liegt nur eine Kurzanleitung bei, die die wichtigsten Schritte schön anschaulich zeigt. Die komplette Bedienungsanleitung gibt es zum Download. Das ist ja kein Problem, allerdings war sie zum Testzeitpunkt nur in Englisch hier verfügbar. Doch der deutsche Vertrieb Sound Service hat bereits bestätigt, dass das deutsche Handbuch auch fertig ist und demnächst hochgeladen wird.

Fazit, Wertung und Technische Daten

Kann ein so günstiges Gerät wie das Zoom LiveTrak L-12 wirklich alles, was es verspricht in überzeugender Qualität liefern? Ja, es kann. Ich bin sowohl von der umfassenden und praxisgerechten Ausstattung wie der nahezu selbsterklärenden Bedienung begeistert. Dazu kommt eine überzeugende Klangqualität – Digitaltechnik sei Dank. Für kleinere Bands, den Start des eigenen Homestudios und kleine Konzerte ist der kompakte Mischer also bestens geeignet. Nur wer mit größeren Besetzungen arbeitet, wird aufgrund der doch eingeschränkten Ein- und Ausgänge nicht ganz glücklich werden. Aber vielleicht legt Zoom da ja noch mit einem LiveTrak L-24 nach ... dafür gäbe es sicher auch einige Interessenten.

Wertung:

+ schön klein und leicht
+ übersichtlicher, intuitiver Aufbau
+ integrierte Recordinglösungen
+ hohe Klangqualität (auch der Effekte)
+ extrem fairer Preis

Technische Daten
 
Typ:    Digitalmischpult mit integrierter Aufnahmefunktion
Gehäuse: Kunststoff, Desktop-Format, optionales Rack-Kit
Inputs: 8x XLR-Klinke-Kombibuchse, 2x Stereo-Chinch/Stereoklinke, USB
Outputs: Master Out (2x XLR), 6x Monitor/Phones Out
Weitere Anschlüsse: Drive (USB), Computer (USB), Control In (Fußschalter),
Parameter pro Kanal: Gain, Comp, 3-Band-EQ, Send FX, Pan, Low Cut, Tone/Time, Decay/Feedback,
Dynamikbereich: 128 dB
Frequenzgang: 20 Hz - 20 kHz (-1 dB)
Samplingrate: 44,1/48/96 kHz
max. Aufnahmespuren: 14 bei 44,1/48 kHz; 12 bei 96 kHz
max. Wiedergabespuren: 12
Maße (HxBxT):    71 x 445 x 282 mm
Gewicht:    2,5 kg
Besonderes:    Kompakte All-in-one-Lösung, Mehrspurmitschnitte möglich
Hergestellt in:    China


Preis (UVP):    712,81 €

Vertrieb: Sound Service
Weitere Infos: Zoom LiveTrak L-12 im Netz



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