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Test: RCF M18 Digital Mixer

Mixing ganz bequem

Mehr Mischpult bei noch weniger Platzbedarf als beim neuen RCF M18 geht wohl nicht. Gesteuert wird per Tablet.


Mixing ganz bequem

Es gibt kaum Musikerequipment, bei dem sich in den letzten Jahren so viel getan hat wie bei den Mischpulten. Nach der Digitalisierung suchen die Hersteller jetzt nach komplett neuen Bedienkonzepten. So wie RCF mit dem M18, bei dem die Steuerung komplett übers Tablet läuft. Dadurch ist der Mixer selbst erstaunlich kompakt und bietet dennoch extrem viele Möglichkeiten.

Was waren professionelle Mischpulte vor gar nicht allzu langer Zeit für Brocken! Und die Größe des Mischpults war ja in gewisser Weise durchaus ein Zeichen für dessen Möglichkeiten. So ein fetter Mixer mit 16 oder mehr Kanälen war alleine oft kaum zu bewegen. Dazu kamen kühlschrankgroße Sideracks für Effekte – und dann noch die Verkabelung – allein das Multicore wog damals ein Vielfaches unseres heutigen Testkandidaten.

All das – vielseitiges Mischpult, allerlei Effekte und die Verbindungen – kann man heute ganz bequem in einem kleinen Paket wie dem neuen RCF M18 bekommen. Und der bietet noch einige coole Extras, für die man früher noch mehr Equipment hätte schleppen müssen. Doch was genau ist dieses gut 2 Kilogramm leichte Kästchen in der Größe eines kleinen Schuhkartons eigentlich?    

Packt man den RCF M18 aus, blickt man zunächst auf ein schickes Kistchen aus Kunststoff. Es wirkt sehr stabil, man kann es aber – mit optionalen Rackwinkeln – auch in ein 19"-Rack packen. Manche Tontechniker gehen ja doch etwas rauer mit ihrem Equipment um. Da wäre ein solides Rack sicher eine gute Investition. Blickt man von vorne auf den RCF M18, sieht man – außer einem Lämpchen, wenn es eingeschaltet ist – gar nichts. Alle Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite. Hier gibt es satte 20 Inputs (6x XLR, 2x Kombibuchse, 2x Hi-Z-Klinke, 8x Klinke & Stereo-USB), zwei Main-Outs, 6 Aux-Wege sowie MIDI-In & -Out, Headphone-Out und eine Footswitch-Buchse. Abgerundet wird das Ganze von einem Netzwerkanschluss und der WLAN-Antenne.


Alle Ein- und Ausgänge des RCF M18 Digital Mixer befinden sich auf der Rückseite.

Drahtlos glücklich

Eins der coolsten Features am RCF M18 ist das integrierte WLAN-Netzwerk, das der Digitalmischer erzeugen kann. So muss man das Gerät nicht per Kabel mit einem Netzwerk verbinden, um es per Tablet bedienen zu können. Sehr cool. Sollte man doch lieber mit Kabel arbeiten, gibt es aber auch eine LAN-Buchse am RCF M18 – manchmal ist ja schon so viel in Sachen WLAN und Funk los, das man dem lieber aus dem Weg gehen möchte.

Da es am Mixer keine Bedienelemente gibt, läuft die komplette Bedienung über iOS-Geräte mit der kostenlosen MixRemote-App (die Android-Version ist gerade in der Testphase). Hiermit kann man nicht nur die Kanäle, Aux-Wege und Effekte steuern, sondern auch auf eine weitere, richtig coole Funktion des RCF M18 zugreifen. Denn über die beiden Hi-Z-Inputs lassen sich Gitarren und Bässe direkt an den Digitalmischer anschließen und per integrierter Software (sieben Gitarren- und vier Bassampmodelings plus reichlich Effekte) direkt richtig fette Sounds erzeugen – und per MIDI natürlich auch wechseln. Geile Idee.

Die Verbindung des Tablets mit dem RCF M18 läuft ganz easy. Zunächst muss man sich die kostenlose MixRemote App laden. Aktuell ist diese für Apples iPad erhältlich. Die Android-Version befindet sich auch bereits in der Testphase und sollte bald zu haben sein. Schaltet man dann den Mischer an, kann man ihn in den Einstellungen als WLAN anwählen – dann hat man allerdings kein „richtiges“ Internet mehr auf dem Tablet, das ist ja klar. Öffnet man dann die App, hat man die Auswahl zwischen Offline und Connect. Ersteres ist dann hilfreich, wenn man gerade nicht in der Nähe des RCF M18 ist – beispielsweise kann man auf der Fahrt zum Gig schon mal die benötigten Kanäle richtig bezeichnen, die passenden Effekte auswählen usw.

Will man mit dem aktivierten Pult zusammenarbeiten, drückt man auf Connect –  und schon sieht man die Inputs des RCF M18. Bei dem von uns im Test eingesetzten iPad Mini hat man übrigens acht Kanäle auf einmal im Blick – bei größeren Tablets dürfte da mehr gehen. Aber man kann sich schnell nach links und rechts wischen. Übrigens: Möchte man doch alle In- und Outputs auf einmal im Blick haben, tippt man einfach auf Meters und sieht in einer Übersicht alle Ein- und Ausgänge – inklusive der Effektwege und der Aux-Sends.  

Mit App und iPad (demnächst auch Android) hat man die vielen Funktionen des M18 bequem im Blick.

App-solut überzeugend

So, dann schauen wir uns die App mal genauer an. Auf dem Hauptscreen sieht man zunächst alle Inputs, kann sich aber auch blitzschnell auf weitere Seiten wie Effects, Outputs oder Play/Rec zum Abrufen von Playbacks von einem USB-Stick klicken. Das funktioniert alles angenehm reibungslos. Und selbstverständlich lassen sich auch diverse Snapshots und Shows – auf Wunsch mit oder ohne einzelne Effekt-Set-ups – abspeichern. So muss man vor dem Gig lediglich die passende Show laden, den Sound nur noch an die neue Location anpassen und schon kann es losgehen.

Auch in Sachen Effekten hat man reichlich Auswahl und vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten. Von Hall über Delay bis hin zu Overdrive, Chorus, Tremolo oder Pitch Shifter ist hier einiges geboten. Selbstverständlich kann man auch jeden Kanal oder Aux-Weg intensiv mit EQ bearbeiten, Phantomspeisung (de)aktivieren und vieles mehr. Eine sehr coole Sache ist, dass hier viele Presets vom Hersteller abgespeichert wurden, so dass man gerade als Einsteiger sich zunächst ein passendes Preset sucht und dann noch dezent anpasst – und nicht immer von Null anfangen muss.

Eine Besonderheit und Spezialität der MixRemote-App sind die Effekte sowie Gitarren- und Bassampmodelings, die hier bereitstehen. Zusammen mit den beiden Hi-Z-Inputs kann man so das RCF M18 nutzen, um richtig coole Gitarren- und Basssounds komplett ohne Amp bereitzustellen. So hat man sieben Gitarrenamps von Clean bis ultraverzerrt, vier Bassamps von Vintage bis sehr modern – und dazu ebenso viele Boxen, drei virtuelle Mikros für die Abnahme, die man auch noch unterschiedlich anordnen kann. Die Software kommt von Overloud. Und die Entwickler haben einen richtig guten Job gemacht. Wird ein Soundtüftler dafür sein Amp-Set-up daheim lassen? Eher nicht. Aber als Backup, falls es Probleme mit dem Amp gibt, macht das Modeling einen erstklassigen Job. Und für kleine Gigs in einer Kneipe oder Ähnlichem kann ich mir gut vorstellen, auch nur den RCF M18 und die internen Sounds zu nutzen. Denn die Amps und Effekte klingen wirklich gut.

Übrigens gibt es noch eine zweite App für die Arbeit mit dem RCF M18 namens MixUpdate. Die – und einen USB-Stick mit dem Update – braucht man, um die Firmware des M 18 zu aktualisieren. Zudem kann man mit den gleichen Mitteln – also USB-Stick und App – auch Backups von Snapshots, Shows und Effekt-Patches machen. Damit lassen sich dann beispielsweise frühere Shows wieder ins Pult laden – oder nur mit USB-Stick und Tablet zum Konzert fahren und dann auf einem fremden RCF M18 blitzschnell eigene Settings laden.

Der RCF M18 bietet auch richtig gut klingende Ampmodelings für Gitarristen und Basser.

Fazit, technische Daten und Wertung

Wer ein All-in-one-Mischpult für seine Band sucht, für den ist der RCF M18 ein heißer Tipp. Er bietet massig Features, leichte Bedienbarkeit und klingt richtig gut. Wird man damit professionelle Tontechniker begeistern oder Arenen beschallen? Eher nicht, aber darum geht es auch gar nicht. Der RCF M18 ist ein Mischer für kleine bis mittelgroße Bands, Konzerte und Acts, die sich auch selbst mischen (müssen). Hier bekommt man bei minimalem Platzbedarf und tollem Bedienkomfort (und der Möglichkeit, problemlos von der Bühne oder sonst wo zu mischen) ein Mischpult inklusive Effekten, vielfältigen EQ- und Monitoringmöglichkeiten und sogar Gitarren- und Bassampmodeling, in einer Soundqualität und Vielfalt, für die man vor zehn oder zwanzig Jahren noch locker fünfstellige Beträge ausgegeben hätte – ganz zu schweigen vom Transportaufwand und dem Verkabelungsstress. Du suchst ein möglichst kompaktes und flexibles Misch-Set-up? Dann ist der RCF M18 mehr als nur einen Blick wert.

Typ

18-kanaliges Digitalmischpult

Gehäuse
Kunststoff; 19", 2 HE (mit optionalen Rackwinkeln)
Anschlüsse
Inputs: 8x MIC-Eingang, 10x Line-Eingang einschließlich 2x schaltbarer Hi-Z-In; Outputs: Main Out (2x XLR), Headphone, 6x Aux-Send; Sonstiges: MIDI-In & -Out, Footswitch, USB-A, Kaltgeräte
Regler, Schalter
Power
Dynamikbereich

114 dB

Frequenzgang

20 Hz - 20 kHz (-1 dB)

Auflösung 48 kHz zu 24 Bit
Kompatible Geräte iPad, (iOS 8.1 oder neuer), Android demnächst erhältlich
Gewicht rund 2,5 kg
Maße 88 x 345 x 180 mm
Besonderes

eigenes WLAN-Netzwerk, Steuerung über Apps, hochwertige integrierte Effekte, spezielle Inputs für Gitarren & Bässe, integriertes Verstärkermodeling

Hergestellt in
China

 

Wertung:
+ sehr kompakt und leicht
+ alle wichtigen In- und Outputs vorhanden
+ ausgefeilte App mit vielfältigen Möglichkeiten
+ diverse Effekte in Studioqualität
+ Gitarren- und Bass-Modeling und Effekte integriert
+ erzeugt eigenes WLAN
- Lüfter recht laut

Preis (UVP): 1.096 €

Vertrieb: dB Technologies
Weitere Infos: RCF M18 Digital Mixer

 

 



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