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Test: RCF HD 32-A

Beschallung à la Plug-and-Play

Mit dem RCF HD 32-A hatten wir einen kompakten und vielseitigen Sound-Boliden im Test.


Beschallung à la ...

Unkompliziert heißt nicht unattraktiv – das beweist der HD 32-A von RCF. Der aktive Lautsprecher hält nicht nur große Reserven in Sachen Klang und Leistung bereit, sondern überzeugt ebenso durch seine gute Verarbeitungsqualität. Erfahre mehr im folgenden Testbericht.

Nur wenige Hersteller professioneller Beschallungssysteme können auf eine so langjährige Erfahrung zurückblicken wie RCF. Bereits seit 1949 – damals noch mit dem Fokus auf Radio- und Kino-Equipment – versorgt die italienische Firma die Audiowelt mit hochwertigem Equipment. Einer der neuesten Sprösse aus dem traditionsreichen Hause ist der HD 32-A. Optisch sieht er seinem kleinen Bruder, dem HD 12-A, zum Verwechseln ähnlich. Doch was unter der Haube steckt, bietet einen mächtigeren Wumms. Aber fangen wir ganz von vorne an.

Lautsprecher, die für den Tour-Betrieb ausgelegt sind, müssen oft einiges erdulden. Aus diesem Grund verpasste RCF dem HD 32-A eine widerstandsfähige und relativ leichte Hülle aus Kunststoff. Zum Einsatz kommt hier Polypropylen in einem geschwungenen und schlichten Design – natürlich alles in Schwarz. Ebenso robust zeigt sich das Frontgitter aus Stahlblech, das sich auch mit größerem Kraftaufwand keinen Zentimeter eindrücken lässt. Darin versenkt ist das RCF-Logo aus Aluminium montiert.

Griffe bietet der HD 32-A links und rechts sowie an der Oberseite. Langlebigkeit versprechen hier vor allem die äußeren Henkelelemente aus Aluminium. Um den Lautsprecher auch auf einem Stativ platzieren zu können, besitzt er an seiner Unterseite einen Flansch aus Kunststoff. Für den geflogenen Betrieb bietet er zusätzlich zwei M10- und drei M6-Montagepunkte. Damit diese nicht korrodieren, sind sie mit einem schwarzen Klebestreifen versiegelt. Bevor man den HD 32-A also mit Fluggeschirr versehen kann, gehören diese entfernt.

Ebenso ist der HD 32-A als Bühnenmonitor nutzbar. Für diesen Zweck wurde er an der linken Rückseite abgeschrägt. Einen rutschsicheren Halt garantiert dort ein längliches Gummielement. Etwas schade ist hier allerdings, dass der Speaker in Monitorstellung leicht kippt. Außerdem wurde der Abstand zwischen Boden und Gehäuse ein bisschen zu knapp berechnet – es passen nur dünne Kabel durch, ohne dass die Box wackelt. Dafür ist analog an der nicht-abgeschrägten Seite ebenfalls Gummi vorhanden. Außerdem steht der HD 32-A in senkrechter Stellung bombenfest auf seinen vier Füßchen.


Die Montagepunkte für den geflogenen Betrieb verstecken sich beim HD 32-A hinter Klebestreifen.

Was liegt an

An der Rückseite ist – versenkt im Gehäuse – das Bedien- und Anschlussfeld verbaut. Dieses besteht aus einem gegossenen Aluminiumelement. So befindet sich dort auch gleich die Kühleinheit des RCF HD 32-A. Das Einstellen ist kinderleicht: Einfach ein XLR- oder Klinkenkabel anstecken, Eingangsempfindlichkeit je nach Signalquelle auf „Mic“ oder „Line“ stellen und den Pegel anpassen – fertig. Um das Signal an einen weiteren aktiven Lautsprecher oder eine Endstufe weiterzuleiten, besitzt der HD 32-A eine XLR-Link-Buchse.

Zwar gibt es hier zwei Eingangsbuchsen, doch lassen sich deren Signale nicht gleichzeitig wiedergeben. So wird die symmetrische Klinke XLR vorgezogen. Dementsprechend wirkt sich das Umstellen der Eingangsempfindlichkeit auch auf beide Inputs aus. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Signal anliegt: Passt man beispielsweise die Empfindlichkeit auf „Mic“ an, können die Pegel explodieren. Deswegen: Immer den Lautstärkeregler auf Linksanschlag drehen, Änderungen vornehmen und erst dann langsam lauter machen.

Ganz nach professionellem Maßstab erhält der HD 32-A seinen Saft über Powercon-Verbinder. Der große Vorteil an diesem Format ist, dass sich der Stecker arretieren lässt und nicht mehr einfach herausrutschen kann. Sobald nun Strom anliegt und der Netzschalter gedrückt wurde, leuchtet die Status-LED grün. Ebenfalls im grünen Licht präsentiert sich die Signal-LED bei entsprechendem Signalpegel. Liegt zu viel Spannung an, macht sich die Limiter-LED bemerkbar. Seltenes Aufleuchten ist hier nicht weiter tragisch. Leuchtet sie jedoch öfter oder permanent rot, sollte der Eingangspegel reduziert werden.

Der simple Loudness-Schalter sorgt am HD 32-A für eine Anpassung an die jeweilige Beschallungssituation: als PA, in Monitorstellung oder für Sprachanwendungen empfiehlt sie die „Flat“-Stellung, bei Konservenmusik und DJ-Anwendungen hingegen die „Boost“-Position. Wie der Name bereits verrät, sorgt dabei der interne DSP für eine Anhebung der Bässe und Höhen. So kann man nicht nur besten Full-Range-Sound, sondern sogar HiFi-Qualität genießen – auch wenn der HD 32-A fürs Wohnzimmer wohl doch etwas zu mächtig ist.

Übersichtlich und einfach zeigt sich das Bedien- und Anschlussfeld des HD 32-A von RCF.

Power satt

Als aktiver Zwei-Wege-Lautsprecher integriert der RCF HD 32-A natürlich auch eine Endstufe. Ausgeführt ist diese in Class-D-Technologie und hält eine Maximalleistung von 700 Watt (RMS) bereit. Von dieser Power gehen 500 Watt an den Woofer und 200 Watt an den Tweeter. Vor unkontrollierter Überhitzung und den daraus entstehenden Schäden behüten diverse Schutzschaltungen im DSP. Ist dies nun der Fall, schaltet der Speaker stumm und signalisiert durch Blinken der Status-LED, welcher Fehler vorliegt.

Für die Wiedergabe der Tiefen ist ein 12“-Woofer mit 2,5“-Schwingspule zuständig. Etwas ungewöhnlich für Lautsprecher dieser Größe ist jedoch der Titan-Hochtöner: Sein Durchmesser beträgt 2“, seine Schwingspule misst sogar 3“. Dies zieht nicht nur eine niedrigere Trennfrequenz zum Woofer nach sich, sondern bedeutet auch einen größeren Arbeitsbereich des Tweeters. RCF verspricht dadurch unter anderem eine höhere Sprachverständlichkeit und Klarheit des Klangs.  

Da es sich beim HD 32-A um eine Box nach Bassreflexprinzip handelt, sind entsprechende Öffnungen vorhanden: links und rechts unter dem Woofer gibt es je eine dreieckige Röhre. Aber auch an beiden Seiten des Hochtonhorns wurden schlitzförmige Aussparungen integriert. Allerdings sind letztere verhältnismäßig groß, vergleicht man sie mit den Bassreflexöffnungen anderer Modelle. Das Horn selbst lässt sich übrigens nicht drehen – hier beträgt der Abstrahlwinkel fix 90° horizontal zu 60° vertikal.

Schaut man ins Datenblatt des HD 32-A, sticht vor allem ein Wert heraus: der weite Frequenzgang. Der Hersteller gibt den Übertragungsbereich mit 45 Hz bis 20 kHz an. Runter auf 45 Hz mit einem Zwölfzöller? Klar, das geht – und der HD 32-A kommt tatsächlich mächtig weit runter. Besonders bei gedrücktem Loudness-Schalter schiebt der Lautsprecher ordentlich. Dabei hat man sogar bei höheren Pegeln nicht das Gefühl, man müsste ihn untenrum mit einem Subwoofer unterstützen. 

Um den HD 32-A auch als Monitor betreiben zu können, besitzt er eine Abschrägung an der linken Rückseite.

Power satt

Welche klanglichen Vorzüge der RCF HD 32-A bietet, merkt man gleich bei erstmaligem Einschalten: Brillanz, Detailtreue und Tiefe sind nicht von schlechten Eltern. Gleichzeitig versprechen die Italiener mit einer hohen Sprachverständlichkeit nicht zu viel, denn vor allem Gesang überträgt der aktive Zwölfzöller durchsetzungsfähig und präsent. In diesem Zuge muss auch die hervorragende Unempfindlichkeit gegenüber Feedbacks genannt werden – der HD 32-A lässt sich auch bei hohen Pegeln kaum provozieren.

Bezüglich der Einsatzgebiete lassen sich beim HD 32-A keine Einschränkungen nennen. Doch vor allem für eine Sache ist er prädestiniert: für die Publikumsbeschallung in kleinen und mittleren Locations – auch ohne zusätzlichen Subwoofer. Es spielt dabei keine Rolle, ob es Live-Musik ist, es sich um Konservenkost handelt oder ein DJ voll aufdreht: Der klare und dennoch druckvolle Sound sorgt bei Fans für eine mächtige Stimmung. Außerdem stellt die leicht gebogene Form einen angenehmen Kontrast zu „schlichten schwarzen Boxen“ dar.

Der Speaker macht ebenso in Proberäumen eine gute Figur – sowohl klanglich als auch optisch. Anspruchsvollen Musikern und Bands kommt der HD 32-A übrigens sehr entgegen: Dank der drei Griffe lässt er sich schnell vom Stativ im Proberaum nehmen, im Auto verstauen und bei Gigs schnell aufbauen. Dann heißt es nur noch: Kabel anstecken, aufdrehen und loslegen – ganz Plug-and-Play eben. Ohne komplizierte Menüs und Presets kann sich der Musiker hier voll und ganz auf seine Performance konzentrieren, ohne dass er erst jedes Mal die Bedienungsanleitung um Rat fragen muss.

RCF schaut nicht umsonst auf eine gut 65-jährige Erfahrung in der Entwicklung und dem Bau von Lautsprechern zurück. Mit dem HD 32-A offeriert das Unternehmen aus Reggio Emilia einen vielseitigen PA-Lautsprecher für audiophile DJs, Musiker und Live-Engineers. Dank der hochwertigen Verarbeitung und der robusten Konstruktionsweise beschert der aktive Speaker zudem jahrelange Freude – auch bei etwas unsachter Handhabung.  

Für eine einfache Handhabung bietet der HD 32-A insgesamt drei Griffe – an jeder Seite sowie oben jeweils einen.

Technische Daten

Bauweise

aktiver Zwei-Wege-Lautsprecher

Bestückung

12“ Woofer & 2“ Tweeter     

Abstrahlcharakteristik

90° x 60°        

Frequenzgang 45 Hz - 20 kHz
Trennfrequenz

800 Hz

Maximalschalldruckpegel

131 dB           

Verstärkertechnologie

Class-D

Leistung (RMS)

700 Watt, davon 500 W (Woofer) & 200 W (Tweeter)

Bedienelemente

Lautstärke, Bassboost, Mic/Line & Netzschalter

DSP-Funktionen

EQ, Grenzfrequenz, Fast-Limiter & RMS-Limiter

Eingänge

XLR & symm. Line

Ausgang

XLR-Link

Maße (HxBxT)

647 x 380 x 380 mm   

Gewicht

18,6 kg


Wertung:
+ hochwertige Verarbeitung
+ hochauflösender Sound
+ mächtige Bässe
+ hohe Rückkopplungsresistenz
- Auflagefläche für Monitoring suboptimal

Preis (UVP): 1.267 Euro

Weitere Infos unter: www.rcf.it

Vertrieb: dB Technologies



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