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Test: Radial StageBug SB-1, SB-2, SB-4 & SB-5

Symmetrierung für alle Fälle

StageBug heißen Radials neue DI-Boxen. Was die vier Tools bieten, erfährst du hier.


Symmetrierung für ...

Radial ist bekannt für seine vielfältigen Tools für Bühne und Studio. Mit der StageBug-Serie brachte der kanadische Audioprofi speziell angepasste DI-Boxen für unterschiedliche Zwecke heraus. Alle vier Modelle hatten wir im Test.

Vielen Musikern ist leider unklar, wozu DI-Boxen gut sind – deswegen folgend eine kleine Einleitung. Eine DI-Box (DI steht für Direct Injection oder Direct Input) dient primär einem Zweck: unsymmetrische Signale zu symmetrieren. Doch was heißt das? Da symmetrische Leitungen unempfindlicher gegenüber Einstreuungen sind, lassen sich Störsignale weitestgehend vermeiden. Besonders bei langen Kabelstrecken ist das sinnvoll. Für die Übertragung kommen beispielsweise XLR- oder symmetrische Klinkenkabel zum Einsatz.

Passive DI-Boxen können umgekehrt auch symmetrische Signale desymmetrieren. Wenn beispielsweise ein Gitarrist mit seinem Pedal-Board an der vorderen Bühnenkante steht, sein Amp jedoch weiter hinten, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise, um ein störgeräuscharmes Signal in den Verstärker zu schicken: Der Line-Out des Pedal-Boards ist mit einer passiven DI-Box zu verkabeln, die das Signal um den Faktor 10:1 abgeschwächt. Mit einem Female-auf-Female-XLR-Kabel gehört nun die DI-Box mit einer weiteren passiven DI verbunden, die das Signal wieder um den Faktor 1:10 verstärkt. Von dort aus gelangt das Signal mit einem einfachen Instrumentenkabel in den Amp.

Neben der reinen (De-)Symmetrierung setzt man DI-Boxen noch gegen Brummschleifen ein. Diese entstehen, wenn man zwei elektrische Geräte miteinander verbindet – unter anderem mittels Audio-Kabel. Dadurch, dass die Massen (Erdung) den Stromkreis somit schließen, wird ein Brummen in Abhängigkeit der Netzfrequenz induziert. Hier hilft der Ground-Lift-Schalter. Dieser macht nichts anderes, als dass er einfach die Masse auftrennt. Weiterhin gesellen sich spezielle Bauarten hinzu, die gezielt für bestimmte Anwendungen konstruiert wurden und weitere Tools beherbergen.

Zu diesen speziellen Bauarten zählen die Modelle aus Radials StageBug-Serie. Insgesamt vier verschiedene Typen sind darin zu finden, die jeweils für ein anderes Einsatzgebiet entwickelt wurden – aber auch übergreifend einsetzbar sind. So steht SB-1 für Akustikgitarren, SB-2 für Bass und Keyboard, SB-4 für Piezo-Tonabnehmer und SB-5 für Signale vom Laptop. SB-1 und SB-4 kommen in aktiver Ausführung und lassen sich über eine Phantomspeisung von 48 Volt betreiben. Im Gegensatz dazu brauchen die Modelle SB-2 und SB-5 keine externe Versorgungsspannung.


Die DI-Boxen SB-1, SB-2 und SB-4 besitzen sowohl einen Eingang als auch einen Thru in Klinkenform, die SB-5 hingegen hat zwei Klinkenausgänge.

Featurereich

Wie bereits erwähnt: Die StageBug-Modelle sind für unterschiedliche Einsatzgebiete ausgelegt, besitzen jedoch weitestgehend dieselben Anschlüsse. Als DI-Ausgang ist an jeder Box eine XLR-Buchse zu finden. Weiterhin besitzen die Typen SB-1, SB-2 und SB-4 einen Line-Input sowie einen Aux-Out. Letzterer weißt zwar unterschiedliche Bezeichnung auf, macht aber das Gleiche: das Eingangssignal eins zu eins durchschleifen. Dadurch lässt sich zum Beispiel ein Stimmgerät oder ein (weiterer) Amp ansteuern.

SB-5 ist etwas anders konzipiert. Hieran hängt ein 180 cm langes Kabel, das einen abgewinkelten Stereo-Miniklinken-Stecker besitzt. Sollte das Kabel irgendwann einen Defekt aufweisen, wäre das ziemlich nachteilig, denn dieses ist fest mit dem SB-5 verbunden. Allerdings muss man Radial zugute halten, dass es einen robusten Eindruck macht. Außerdem besteht so nicht die Gefahr, das Kabel zu verlieren; man hat es also immer dabei. Eine einfache, aber gelungene Lösung ist eine Kabelhalterung, die sich direkt am Gehäuse befindet und auf der man die Strippe aufwickeln kann – praktisch.

Ausgangsseitig besitzt die SB-5 zwei symmetrische Klinken-Buchsen sowie einen XLR-Out. Über XLR wird das Stereo-Signal summiert (also mono) ausgegeben. Das ist nützlich, um beispielsweise aktive Bühnenmonitore anzusteuern. An der SB-5 findet man nicht nur einen Ground-Lift-Schalter, sondern auch ein -10-dB-Pad. Eine Absenkung des Signals ist etwa dann sinnvoll, wenn man über den Kopfhörerausgang eines Computers in einen Aktiv-Lautsprecher möchte, aber dessen Eingang durch zu hohe Pegel übersteuert.

Auch die anderen drei Modelle besitzen praktische Schalter. So bietet der SB-1 ein -15-dB-Pad und einen 180°-Phasenschalter, der SB-2 ein -10-dB-Pad sowie einen Ground-Lift und der SB-4 einen 180°-Phasenumkehrer, einen Lift sowie einen 150-Hz-Lowcut. Der Vollständigkeit halber wäre es zudem schön gewesen, wenn die SB-1 einen Ground-Lift böte – nur leider muss diese DI-Box ohne auskommen. Die beiden aktiven Versionen besitzen neben dem XLR-Ausgang eine rote LED. Sobald sie Phantomspeisung erhalten, leuchten diese bestätigend auf.

Sobald Phantomspeisung anliegt, leuchten die LEDs der Stage-Boxen SB-1 und SB-4 rot.

Auf der Bühne

Alle vier Modelle haben eines gemeinsam: Sie sind sehr kompakt und extrem stabil. Durch ihre Metallgehäuse überleben sie nicht nur unsachte Tritte von Musikern, sondern auch den Fall aus einigen Metern Höhe. Neben ihrer Robustheit sind sie zudem rutschfest. Das haben sie den Schaumstoffmatten an ihrer Unterseite zu verdanken. Doch diese sorgen nicht nur für Halt, sondern ebenso dafür, dass, sollten sie beispielsweise auf einem Fließboden liegen, keine unschönen Kratzer entstehen.

Neben Äußerlichkeiten sind genauso die Impedanzen eine Erwähnung wert, die die Ausgangswiderstände für das nächste Gerät optimieren – beispielsweise für Interfaces oder Mischpulte. Die SB-1 liefert einen Ausgangswiderstand von 330 Ohm, bei der SB-2 hingegen sind es 1 Kiloohm. Gerade bei schwachen Signalen – wie von Piezo-Tonabnehmern – ist eine hohe Impedanz wichtig, um ein möglichst natürliches und angenehmes Klangbild frei von Verzerrungen zu garantieren. Bei der SB-4 sind es 330 Ohm und bei der SB-5 2,8 Kiloohm.

Was ist nun mit dem Sound? Die verwendete Elektronik ist unhörbar. So muss es auch sein, denn DI-Boxen sind Tools, die zusätzliche Störgeräusche vermeiden sollen – und nicht welche verursachen. Auch die verschraubten Buchsen machen nicht den Eindruck, als würden sie schnell Wackelkontakte aufweisen. Schaut man etwas genauer hin, fällt einem auf, dass das Innenleben durch die Buchsen verdeckt wird – Staub und Feuchtigkeit werden dadurch ferngehalten.

Radials DI-Boxen aus der StageBug-Serie empfehlen sich für diejenigen, die auf der Bühne oder im Studio mit Brummschleifen zu kämpfen haben oder längere Kabelwege störgeräuschfrei überbrücken wollen. Ein sehr nettes Detail ist übrigens auf der Oberseite der Gehäuse zu finden: Passend zur Bezeichnung der Serie sind Insekten aufgedruckt. So sieht man auf dem SB-1 eine Ameise, auf dem SB-2 eine Zecke, auf dem SB-4 ein Hirschkäfer und auf dem SB-5 eine. Hier macht Radial scheinbar unliebsames Ungeziefer zu praktischen Helferlein.

Dank der praktischen Metall-Halterung am SB-5 lässt sich das Kabel kompakt aufrollen.

Technische Daten

SB-1 Acoustic

Anschlüsse

symm. Line-In, symm. Line-Out & XLR-Out

Schalter

Phase & 15-dB-Pad

Spannungsversorgung 48 V Phantompower
Besonderheit

für Akustikgitarrensignale


SB-2 Passive

Anschlüsse

symm. Line-In, symm. Line-Out & XLR-Out

Schalter

Ground-Lift & 15-dB-Pad

Spannungsversorgung keine
Besonderheit

für Bass- & Keyboardsignale


SB-4 Piezo

Anschlüsse

symm. Line-In, symm. Line-Out & XLR-Out

Schalter

Phase, Ground-Lift & High-Pass

Spannungsversorgung keine
Besonderheit

speziell für Tonabnehmer


SB-5 Sidewinder

Anschlüsse

Stereo-Miniklinke-In, symm. Stereo-Line-Out & XLR-Out

Schalter

Ground-Lift & 10-dB-Pad

Spannungsversorgung keine
Besonderheit

speziell für Laptopsignale


Wertung:
+ robuste Bauweise
+ interessantes Konzept
+ unverfälschter Sound
+ kompakte Maße
+ praktische Schalter
+ Schaumstoffmatten an der Unterseite
- kein Ground-Lift am SB-1

Preise (UVP):
SB-1    83,33 Euro
SB-2    83,33 Euro
SB-4    98,89 Euro
SB-5    110 Euro

Weitere Infos unter: www.radialeng.com

Vertrieb: Shure Distribution

 



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