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Test: Mackie SRM 650

Hubraum statt Spoiler

Mackies SRM 650 bietet ein solides Holzgehäuse und Power satt zum überschaubaren Preis.


Hubraum statt ...

Mittlerweile hat man an aktiv-gepowerten PA-Boxen (also Speakern mit Endstufe) ja mehr als genug Auswahl – auch im für Bands bezahlbaren Bereich. Viele der Modelle versuchen dabei sich durch eine Vielfalt an Features von der Konkurrenz abzuheben. Ob diese immer sinnvoll sind, sei mal dahingestellt. Doch was machen Bands, die einfach nur eine solide und richtig kraftvolle Box suchen? Für die könnte Mackies SRM 650 genau das Richtige sein.

Wenn man es als Band etwas ernster meint, kommt man dauerhaft um den Kauf einer vernünftigen Beschallungsanlage kaum herum. Sei es, dass einen die schrottigen Boxen, die bisher im Proberaum stehen, nur noch nerven, oder sei es, dass man nicht mehr mit den völlig überforderten Monitorboxen im örtlichen Club auftreten möchte. Auch wenn man selbst mal ein kleines Event beschallen möchte, ist es nicht verkehrt, wenn man ein paar hochwertige Boxen sein Eigen nennt. Dann spart man sich nämlich die Leihgebühr für eine Miet-PA – und hat nach wenigen Veranstaltungen den Kaufpreis schon wieder drin.

Geht es an den Kauf, sollte man sich genau überlegen, was man von seinen neuen Speakern erwartet. Will man möglichst kleine und leichte Modelle, weil man wenig Platz hat und nicht so viel schleppen möchte? Oder benötigt man satte Power, weil man schließlich den lauten Drummer übertönen muss. Und braucht man Zusatzfunktionen in der Box wie Effekte, einen integrierten Mischer oder gar eine Anbindung per Netzwerk? Denn mittlerweile gibt es viele Aktivboxen, die nicht einfach nur laut können, sondern diverse Komfortfeatures bieten.

Mackies SRM 650 bewegt sich dabei eher Richtung viel Leistung und Druck und verzichtet auf die meisten Funktionen. Was nicht heißt, dass sie nicht über die wichtigsten Features verfügt, die man braucht, wenn man die Speaker als Band nutzen möchte. Aber sie ist eindeutig vor allem auf den Betrieb mit einem Mischpult ausgelegt – solo kann man sie nur eingeschränkt einsetzen beziehungsweise eben (fast) nur mit dem unbearbeiteten Signal. Wobei das genau das ist, was die große Mehrzahl an Nutzern sowieso macht. Aber eins nach dem anderen.


Das Bedienfeld der Mackie SRM 650 bietet alle essenziellen Funktionen für einen reibungslosen Betrieb.

Eine stattliche Erscheinung

Mackies SRM 650 ist eine solide gefertigte Multifunktionsbox aus 15 Millimeter starkem Pappelschichtholz. Dieses ist für maximale Haltbarkeit mit schwarzem Strukturlack versiegelt, auf der Vorderseite sorgt ein massives Metallgitter dafür, dass dem hier verbauten 15“-Speaker und dem Hochtöner nichts passiert. Auch das Anschluss- und Bedienfeld ist versenkt verbaut, so dass man hier nicht Gefahr läuft versehentlich – etwa beim Abstellen des Speakers – etwas zu beschädigen. Zudem finden sich auf der Unter- und der Wedge-Seite fette Gummifüße für sicheren Stand.  

Trotz der sehr robusten Bauweise, des fetten 15“-Lautsprechers mit Ferrit-Magnet und der leistungsstarken Endstufe ist die SRM 650 mit ihren gut 20 kg sehr gut zu tragen und zu handlen. Das liegt auch an den günstig integrierten Griffen. So hat man das Kraftpaket schnell auch vom Boxenstativ gewuchtet und im Auto verstaut. Übrigens: Die Mackies sind auch mit drei M10-Flugpunkten ausgestattet. Man kann sie also – mit etwas Zubehör – auch professionell hängend betreiben.

Dank ihres Gehäuses im Wedge-Design machen die SRM 650 nicht nur auf einem Stativ oder stehend eine gute Figur, sondern lassen sich auch bestens als Monitorboxen einsetzen. Ansonsten handelt es sich hier um eine klassische Plug-And-Play-Box. Es gibt zwei Inputs, die als Kombibuchse (also Klinke und XLR) ausgeführt sind. Dazu findet sich in Kanal 2 auch noch ein Chinch-Eingang, wenn man darüber beispielsweise Pausenmusik vom CD-Player oder Handy einspielen möchte. Ausgangsseitig steht eine XLR-Buchse bereit, über die man einfach das Signal von Kanal 1 oder einen Mix aus beiden Kanälen weiterleiten kann.

Ansonsten gibt es wenig einzustellen. Per Speaker Mode kann man aus vier Voreinstellungen diejenige auswählen, die am ehesten dem jeweiligen Einsatzbereich entspricht. Auf PA geschaltet gibt die Box ein Fullrange-Signal wieder, dass sich besonders auf Mitten und Sprachverständlichkeit fokussiert. Wer maximalen Schub möchte – etwa für die reine Wiedergabe von Playbacks – schaltet auf DJ. Dann klingen die Mackies gleich noch mal druckvoller und glänzender. Auf MON ist der EQ so vorgewählt, dass die Speaker möglichst Feedback-resistent sind, und SOLO schließlich reduziert Bässe und liefert ein sehr klares, aufgeräumtes Klangbild, wie es etwa für Unplugged-Acts optimal ist.

Je nach Bassbedarf kann man die SRM 650 mit oder ohne zusätzlichen Subwoofer betreiben.

Satter Schub in allen Lagen

Also, dann wollen wir unsere beiden Testboxen mal verkabeln. Die Aufgabe, die sie zu bewältigen haben, ist durchaus anspruchsvoll. Sie sollen nämlich für die Beschallung bei einem Bandvideodreh in einer riesigen Halle sorgen. Dabei kommt es nicht nur auf gute Verständlichkeit und Klarheit an, sondern vor allem auch auf reichlich Leistung. Aber hier kann ich schon vorab Entwarnung geben. So schnell bekommt man die Mackies nicht in die Knie und der Output der immer noch recht kompakten Speaker ist durchaus beeindruckend.

In unserem Fake-Aufbau einer Bühnensituation stellen wir die SRM 650 als Monitorboxen in Wedge-Position auf und schalten deshalb auf MON. Dabei zeigen sich die Aktivboxen so unempfindlich gegen Feedback, dass wir uns die Aktivierung des integrierten Feedback Destroyers sparen können, der bei Bedarf bis zu vier störende Frequenzen findet und schmalbandig absenkt. So bekommt man auch akustisch problematische Situationen schnell in den Griff. Zusätzlich gibt es einen Smart Protect DSP benannten Limiter, der eingreift, wenn man Gefahr läuft die Speaker zu überlasten. Die Box soll ja möglichst lange störungsfrei arbeiten.

Klanglich überzeugen die Mackies mit einem satten und kraftvollen Klang, der gerade zu rockigen Bands aber auch zu energiegeladenen DJ-Performances gut passt. Und das im Zweifelsfall auch ohne Subwoofer, denn so schieben die 15“-Aktivboxen schon heftig. Wer natürlich auf maximale Subbässe besteht, der sollte das Setup um mindestens einen Subwoofer erweitern, beispielsweise den Mackie SRM 1850, der dann nochmal 800 Watt RMS an Tiefdruck beisteuert. Und mit einem Set aus je zwei SRM 650 und SRM 1850 kann man dann auch größere Konzerte oder Parties adäquat mit Sound versorgen.

Hinter dem Bedienfeld befindet sich die kräftige Class-D-Endstufe.

Gelungenes Gesamtpaket

Der Grundsound der Mackie-Boxen ist sehr satt und kraftvoll – und das ändert sich mit den vier anwahlbaren Grundsounds auch nicht extrem. Für tiefgreifendere Klangverbiegungen muss man dann eben mit dem Mischpult arbeiten. Aber das dürfte in den meisten Fällen nicht nötoig sein, denn die kompakten Mackies klingen durchweg schön rund und angenehm. Diese Boxen sind richtige Rock-’n’-Roll-Arbeitstiere, die durch ihre Power, ihre unkomplizierte Bedienung und das problemlose Handling begeistern.

Sie kommen mit allem, was im Musikeralltag wirklich wichtig ist und sind vielseitig einsetzbar. Ob im Proberaum, für ein lauschiges Unplugged-Konzert, um das Monitoring auf der Bühne zu optimieren oder auch mal eine Veranstaltung der heftigeren Art zu beschallen – die SRM 650 liefern. Und das zu einem wirklich fairen Preis, den man sich auch als eine Band leisten kann, die noch nicht vierstellige Gagen pro Auftritt bekommt.

Kurz zusammengefasst: Weniger Schnickschnack, mehr Fundament – genau das bietet Mackies SRM 650. Wer also auf der Suche nach einer potenten Aktiv-PA-Box ist, an der man jahrelang seine Freude haben wird und die vielseitig einsetzbar ist, der sollte hier mal ein Ohr riskieren.

Einen ersten Eindruck der Mackie SRM 650 bekommst du hier:

Video:

Auch wenn sie satt Schub liefert, ist die Mackie SRM 650 von einer Person bequem tragbar.

Technische Daten & Wertung

Bauweise

Powered Multifunktionsbox

Gehäuse

15 mm Pappelschichtholz

Frequenzbereich (-3 dB)

50 Hz - 17 kHz

Frequenzbereich (-10 dB) 39 Hz – 20 kHz
Verstärkerleistung

Class-D-Endstufe, 800 W RMS (1.600 W Peak), Tiefton 400 W, Hochton 400 W

Anschlüsse

2x XLR-/6,3-mm-Klinke (Kombi) (Kanal 1, 2), Cinch, XLR (Thru Ch 1/Mix)

Regler, Schalter

Gain 1/2, Speaker Mode (PA, DJ, Mon, Solo), Feedback Destroyer, Limit LED, Thru (Ch 1/Mix)

Abstrahlwinkel 90° x 50°
Max. Nennschalldruck

133 dB (Peak SPL)

Abmessungen (B x H x T) 445 x 677 x 441 mm
Gewicht

21 kg

Hergestellt in

China

Wertung:

+ robuste Bauweise
+ massive Power
+ reichlich Bassdruck auch ohne Subwoofer
+ recht kompakt und leicht
+ angemessener Preis

Preis (UVP): 950,81 Euro (pro Box)

Weitere Infos unter: srm.mackie.com

Vertrieb: Mega Audio



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