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Test: Mackie Reach

Monolith des Klangs

Reach heißt die neue, hochinteressante Aktiv-PA von Mackie. Bei uns erfährst du alles Wissenswerte.


Monolith des Klangs

Aus dem völlig überschwemmten und absolut unübersichtlichen PA-Markt sticht ein Produkt gleich aus mehreren Gründen weit heraus: die brandneue Mackie Reach. Bei diesem aktiven Lautsprecher handelt es sich jedoch keineswegs um eine gewöhnliche Beschallungslösung. Die Kombination aus PA, Monitor und Mixer weiß vor allem im Alleingang kleine Events hervorragend mit Klang zu versorgen. Wir hatten den Jüngling im Test.

Durch ihre Formgebung wirkt sie auf den ersten Blick wie das Topteil einer Säulen-PA. Dabei ist sie alles andere als das. Genauer genommen: Sie ist viel mehr. Die neue Reach von Mackie stellt eine interessante, bisher einzigartige Kombination mehrerer Komponenten dar. Integriert wurden hier neben einer Fullrange-PA gleich zwei Side-Fills sowie ein 6-Kanal-Mixer. Zudem besitzt sie sowohl Effektgerät als auch Feedback-Destroyer. Als wäre das nicht genug, lässt sich die Reach via Bluetooth fernsteuern und drahtlos mit Audio speisen. Aber beginnen wir von vorne.

Bereits beim Auspacken fällt positiv auf: Die klugen Köpfe bei Mackie haben sich Gedanken gemacht. Wo andere Lautsprecher meist schon umständlich aus der Verpackung befreit werden müssen, gestaltet sich dieser Vorgang mit der Reach denkbar einfach. Einerseits ist das dem recht geringen Eigengewicht von nur knapp über 14 kg zu verdanken, andererseits sitzt auf der Oberseite des Gehäuses ein großzügiger Griff. Hier ist es also nicht nötig, erst umständlich nach einer geeigneten Anpackmöglichkeit im ohnehin ziemlich engen Karton zu forschen.

Wurde die Reach etwa bis zur Hälfte aus der Garage gehievt, bietet sich ein weiterer Griff an der Rückseite an, bevor einem bei der erforderlichen Abduktion der doch recht hohen Box die Kraft schwindet. Sehr fein. Einmal von der schützenden Transporthülle befreit, präsentiert sich die schlanke Reach als ansehnlicher Lautsprecher. Das Gehäuse besteht aus dem Kunststoffgemisch PC-ABS, weist ein mattschwarzes Finish auf und kommt ohne großen Schnickschnack aus. Hier gibt’s wirklich nichts zu meckern, denn die PA ist ordentlich verarbeitet und macht einen soliden Eindruck.

Kratzer lassen sich im Einsatz oder auf Tour freilich nicht immer vermeiden. Besonders dann, wenn das Equipment unsanft ein- und ausgeladen oder im Kofferraum auf der Fahrt hin- und hergeschaukelt wird, ist es mit kleinen wie großen Schönheitsfehlern übersäht. Und hier muss man Mackie loben, denn selbst gröbere Verunstaltungen machen sich an der Reach kaum bemerkbar. Wer hier dennoch auf Nummer sicher gehen möchte, ist mit dem optional erhältlichen Reach Bag (UVP: 85 Euro) gut beraten. Zugegeben, diese Schutzhülle ist kein Schnäppchen, aber allemal ihr Geld wert.


Dank des Griffs an der Oberseite der Mackie Reach lässt sich die PA leicht aus ihrer Garage befreien.

Ausstattung

Frontseitig tritt die Reach recht spartanisch auf. Hier zeigen sich lediglich der große Lautsprechergrill sowie das Mackie-Logo, das bei Betriebsbereitschaft grün leuchtet. Ganz so schlicht geht es hinter dem mattschwarzen Stahlgitter allerdings gar nicht zu: Ganz oben und ganz unten ist je ein 6,5-Zoll-Woofer platziert. Dazwischen gibt es insgesamt drei 1-Zoll-Tweeter, wobei der obere nach rechts, der mittlere nach vorne und der untere nach links abstrahlt. Durch diese Anordnung ergibt sich laut Datenblatt ein recht breiter horizontaler Abstrahlbereich von 150°. Wie das klingt? Dazu gleich mehr.

An der rechten und linken Gehäuseseite findet sich je ein eingebauter 4-Zoll-Monitorlautsprecher. Beide sind auf gleicher Höhe im unteren Viertel angesiedelt. Das ergibt durchaus Sinn. Denn wenn die Reach, wie bei der Konzertbeschallung üblich, leicht über den Köpfen des Publikums thront, befinden sich die Side-Fills genau auf Kopfhöhe der Musiker – vorausgesetzt natürlich, die Künstler stehen auf der Bühne. Rechts an der Box sitzt direkt über dem Monitor das Bedienfeld. Auch diese Platzierung erleichtert es, die Reach im aufgebauten Zustand gut zu bedienen, ohne sich großartig strecken oder bücken zu müssen.

Rückseitig finden sich neben dem bereits erwähnten Griff das Anschlussfeld sowie vier Bassreflexöffnungen. Dabei wurden vor allem die Anschlüsse etwas in das Gehäuse versetzt angebracht, sodass diese bei einer unsachgemäßen Lagerung oder beim Transport keine Schäden davontragen. Zu finden sind hier insgesamt vier Kombi-Ins, ein 3,5-mm-Klinken-Eingang, eine Buchse für einen Fußschalter und ein Kopfhörerausgang. Um aus einem Aufbau mit einer Box eines mit zweien machen zu können, stehen zusätzlich noch sogenannte Link-Buchsen bereit.

Power hält die Mackie Reach übrigens insgesamt 360 Watt (RMS) bereit. Das ist in Anbetracht der vielen Wege zugegebenermaßen nicht sonderlich viel. Vor allem, da sich diese wie folgt auf sieben Speaker aufteilt: 200 Watt gehen an die beiden Woofer, 100 Watt erhalten die drei Tweeter und die restlichen 60 Watt stehen für die seitlichen Monitore zur Verfügung. Aber für kleine Gigs und den Proberaum reicht das allemal aus – auch wenn sie nicht extrem laut brüllen kann, ohne dass sich eine deutliche Veränderung des Klangbilds bemerkbar macht.

Rechts und links an der Reach befindet sich je ein 4-Zoll-Sidefill für Monitoring-Zwecke.

Gut bedient

Das Herzstück der Mackie Reach ist zweifellos das Bedienfeld an der rechten Gehäuseseite. Im ersten Moment mag es mit seinen elf Tastern und dem großen Encoder nicht so umfangreich aussehen. Doch das täuscht. Aber langsam. Wir drehen die Lautstärke erst einmal runter und legen ein Audiosignal aus der Konserve an, um dieses dann langsam lauter zu drehen. Bevor wir das tun, fällt schon eines sehr positiv auf: Trotz eines pegelstark anliegenden Signals bleibt die Reach im Gegensatz zu vielen Kollegen absolut stumm. So gehört es sich.

Wir erhöhen langsam die Lautstärke. Bei „Zimmerpegel“ und etwas darüber klingt die Reach recht ausgewogen. Je weiter wir uns in höhere Schalldruckpegelregionen vorwagen, desto mitten- und höhenbetonter klingt der Speaker. Zwei 6,5-Zoll-Woofer mit 200 Watt Kraft lassen die Hosenbeine eben doch völlig kalt. Das heißt jedoch keineswegs, dass untenrum nichts passt – nur eben weniger. Allerdings ist das hier weder nötig noch gewünscht. Hervorzuheben ist hingegen der merklich sehr breite Abstrahlbereich. Selbst bei gut 80° zur Hauptrichtung, tönt es noch recht ausgewogen aus der PA.

Für eine optimale Anpassung an die jeweilige Situation steht der Button „EQ“ bereit. Über diesen kann eine von vier vordefinierten Betriebsmodi ausgewählt werden. In der obersten – „PA“ – soll der Speaker möglichst neutral arbeiten. Im Vergleich mit den anderen drei Modi klingt dieser etwas nach „Badewanne“, was durchaus gut so ist. In der Einstellung „DJ“ versucht die Reach, mehr Bässe herauszuholen. Das führt bei ordentlichem Pegel leider zu etwas matschigen Tiefen. „Solo“ klingt im Verhältnis hingegen leicht mittenlastig und „Voice“ senkt den Bassbereich ab. Je nach Besteck ist es hier also ein Leichtes, sich schnell den passendsten Sound auszusuchen.  

Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass der aktivierte Wahlschalter für Eingänge, Monitor oder PA leuchtet. Dadurch weiß man immer, welcher Pegel gerade verändert wird. Drückt man etwa auf Taster „1“ des ersten Kanals, fängt dieser an zu leuchten. Wartet man fünf Sekunden, ohne einen Parameter zu berühren, wechselt die Reach automatisch wieder auf „Main“ – die frontseitige PA. Praktisch, denn so braucht man sich in einer stressigen Live-Situation nicht erst Gedanken darüber zu machen, welcher Kanal angewählt ist, sondern kann direkt agieren.

Über das Anschlussfeld an der Rückseite lassen sich bis zu vier Mono-Signale und eine Stereo-Quelle einspeisen.

Alles im Griff

Aus den Monitoren kommt standardmäßig kein Signal. Dieses lässt sich aber problemlos hinzufahren, indem auf den Button „Mon“ gedrückt und der Encoder langsam im Uhrzeigersinn gedreht wird. Bringt das was? Ja. Sogar viel. Denn das, was an Höhen baubedingt nach hinten verloren geht, bringen die Side-Fills wieder ins Spiel. Freilich darf man keinen Fullrange-Sound erwarten – es sind ja schließlich 4-Zöller, die mit der PA mithalten müssen und nur Mitten sowie Höhen zu liefern brauchen.

Über den Taster „Side“ lässt sich auswählen, wie sich die Monitore verhalten sollen: Bei „Left“ und „Right“ ist jeweils nur ein Side-Fill aktiv, bei „Both“ tönen beide und bei „Mute“ keiner. Das Monitorsignal kann im Übrigen nur gemeinsam mit den Frontlautsprechern genutzt werden. Alleine erklingen sie also nicht – das ist auch nicht notwendig. Schon allein die Tatsache befriedigt, dass es hier überhaupt integrierte Sid-Fills gibt, die – abhängig von der Situation – zusätzliche Lautsprecher fürs Monitoring überflüssig machen.

Ein eingebauter Feedback-Destroyer macht Schluss mit nervigem Gepfeife. Das funktioniert richtig gut: Selbst bei hohen Lautstärken und hohem Mikrofon-Gain bleibt die Reach völlig unbeeindruckt. Erst wenn man es mit der Nähe von Mikrofon zu Box übertreibt, schwillt langsam ein bedrohlicher Ton an. Durch längeres Drücken des entsprechenden Tasters lassen sich die gefundenen Frequenzen wieder resetten – bekanntlich hält ja jede Venue neue Herausforderungen bereit.

15 LEDs sorgen in der Bediensektion dafür, dass man alle Pegel im Blick hat. Ist kein Kanal angewählt, zeigt das Meter den gesamten Eingangspegel in Echtzeit an, indem es nach rechts ausschlägt. Beginnt die rechte LED zu flackern oder gar zu leuchten, weiß man, dass praktisch kein Headroom mehr vorhanden ist. Nun schreiten ein Peak- und RMS-Limitier effektiv gegen Pegelspitzen ein, um die Elektronik zu schützen. Weiteren Schutz bietet die Reach übrigens noch gegen Überspannung und Überhitzung.

Drückt man einen Eingangswahltaster und den Button „FX“ gleichzeitig, kann man den Sendpegel des jeweiligen Inputs zum internen Effektgerät bestimmen.

Appsolution

Erhöht man die Lautstärke der Main-Lautsprecher, zeigt das LED-Meter den Grad der Verstärkung an. Die Pegelanzeige ist hierbei weiß. Sobald sie sich grün färbt, weiß man, dass nun der Effektanteil eines der vier Eingangssignale verändert wird. Das ist hilfreich und erlaubt ein schnelles und intuitives Bedienen der Reach. Übrigens: Über der jeweiligen Kombi-Buchse an der Rückseite weist einen eine LED darauf hin, dass der entsprechende Input übersteuert und man signalsenkend eingreifen sollte.

Der Effektanteil der vier Eingangssignale kann ganz einfach durch eine Tastenkombination gewählt werden: Durch gleichzeitiges Drücken des Eingangswahltasters und des Buttons „FX“ färbt sich die 15-LED-Anzeige, wie bereits beschrieben, grün und der grüne Schriftzug „FX LVL“ beginnt zu leuchten. Über den Encoder kann nun der Pegel zum Effektgerät bestimmt werden. An Effekten stehen an der Reach zwei Reverbs und zwei Delays – kurz und lang – zur Verfügung. Besonders die Hallpresets klingen dabei ein bisschen metallisch, aber alles im allem brauchbar.

Mehr Einstellmöglichkeiten gibt es über die Mackie Connect App. Dort hat man die Wahl zwischen insgesamt 16 Effekten. Außerdem sind hierüber alle Parameter fernsteuerbar, die sich auch an der Reach selbst einstellen lassen. Zusätzlich gibt es hier pro Kanal einen 3-Band-Equalizer, über den sich das Signal bei 80 Hz, 2,5 kHz und 5 kHz dem Frequenzgang um ±12 dB anpassen lässt. Auch einen grafischen 7-Band-EQ für die PA gibt es. Zusätzlich lässt sich Audio drahtlos direkt an die PA übertragen – der sechste Kanal, wenn man so möchte.

Die Mackie Connect App steht für Endgeräte mit den Betriebssystemen iOS und Android zur Verfügung. Verbunden wird das Smartphone oder Tablet via Bluetooth. Hierfür steht am Bedienfeld der Reach ein Bluetooth-Taster bereit. Drückt man diesen, kann man sich einfach mit seinem Mobilgerät mit der PA verbinden. Die App ist zwar sehr einfach gehalten, bietet aber alles, was für den kleinen Gig nötig ist – und diese Möglichkeiten reichen vollkommen aus.

Der Griff an der Rückseite der Mackie Reach erleichtert das Tragen und Auf-ein-Stativ-Hieven.

Fazit, technische Daten & Wertung

Mit der Reach hat Mackie ein interessantes Beschallungskomplettsystem auf den Markt gebracht, das das Mitschleppen von Mixer, Effektgerät und Monitoren völlig unnötig erscheinen lässt. Die Möglichkeit der Fernsteuerung mittels Smartphone oder Tablet rundet den Funktionsumfang dieser aktiven PA gekonnt ab. Konzipiert wurde die Reach für den Stand-Alone-Einsatz. Zumindest gilt das für kleinere Gigs in Bars, Fußgängerzonen und kleinen Clubs sowie für den Proberaum. Reicht das nicht aus, lässt sie sich mit einer zweiten Box erweitern – außerdem empfiehlt sich dann mindestens ein Subwoofer. Für Rock- und Metal-Geschichten scheint die Reach eher wenig geeignet zu sein. Dafür jedoch ist es ein nahezu perfektes Tool für Singer-Songwriter, Alleinunterhalter und Akustik-Set-ups. Wer eine All-in-one-Lösung für genau diesen Zweck sucht, sollte die Mackie Reach unbedingt ausprobieren – klare Empfehlung.


Bauweise

Aktive PA-Multifunktionsbox

Gehäuse

PC-ABS

Speakerbestückung

2x 6,5"-Woofer, 3x 1"-Tweeter, 2x 4"-Side-Fills

Frequenzgang 55 Hz bis 17 kHz (-3 dB)
Verstärkerleistung

360 Watt (RMS), davon: 2x 100 W für Woofer, 60 W für Tweeter & 100 W für Side-Fills

Anschlüsse

4x Kombi-Ins, Aux-In (Stereo-Mini-Klinke), Kopfhörerausgang, Fußschalter, Link-In/-Out & Kaltgerätenetzbuchse

Bluetooth

Version 3.0 für Audio-Streaming und Steuerung via iOS/Android

Abstrahlwinkel 150° x 50° (horizontal x vertikal)
Max. Nennschalldruck

126 dB

Abmessungen (B x H x T) 711 x 218 x 241 mm
Gewicht

14,2 kg


Wertung:
+ saubere Verarbeitung
+ zahlreiche Funktionen in nur einer leichten Box
+ integrierter, fernsteuerbarer Mixer
+ optimaler Sound für Singer-Songwriter und Akustik-Set-ups
– für Rock- oder Metal-Gigs eher unbrauchbar

Preis (UVP): 990 Euro

Weitere Infos: Mackie Reach im Netz



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