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Test: Mackie Axis

Die Achse der totalen Kontrolle!

Analogpulte aufgepasst: Mackie schickt seinen neuesten digitalen Sprössling in den Ring!


Die Achse der ...

Viel war noch nicht bekannt, als Mackie zur Präsentation vom neuen Axis lud. Irgendwas mit Mischpult, irgendwas mit Dante und das Ganze, wie schon von den anderen DL-Mischpulten gewohnt, über das iPad zu steuerbar. Das war bereits bekannt. Wie sich das neue Schlachtschiff von Mackie aber tatsächlich anfühlt, welche Workflow-Enhancements mit der neuen Oberfläche DC16 einhergehen und wie sich das Axis in der Praxis schlägt, darüber konnte nur spekuliert werden. Nach einem langen Praxistest kann man festhalten: Mackie ist hier wirklich etwas Großes gelungen!

Was damals von vielen als iOS-Spielerei angesehen wurde, hat sich mittlerweile bei vielen Live-Bands und Tontechnikern durchgesetzt. Mackie hat die Idee einer leistungsfähigen Live-Sound Mixlösung mit kompletter iOS-Integration in den letzten vier Jahren konsequent weiterentwickelt. Im April 2016 wurde dann der neue Sprössling „Axis“ vorgestellt, der aus dem 36-Kanal Digitalmixer DL32R und der DC16 Steuerungsoberfläche besteht. Verbunden werden die beiden Geräte über das Dante-Protokoll. Die dafür notwendige Dante-Karte für den DL32R muss separat erworben werden.

Betrieben wird das Axis-System über die eigens dafür vorgesehene „Master Fader“ App, die auch schon in den anderen Mackie-Geräten der DL-Serie zum Einsatz kommt. In diesem Test wird ausschließlich der Axis getestet. Falls du Interesse am DL32R hast, schaue dir einfach unseren Test an!


Die Oberfläche des MAckie Axis ist – auch danke der iPad-Einbindung – sehr übersichtlich aufgebaut.

Aufbau

Was einem sofort auffällt, ist das sehr aufgeräumte und logische Layout des DC16. Das Axis zeigt sich im schwarzen Gewand betont modern und ist mit knapp 17 kg Gewicht angenehm transportabel. Insgesamt 26 TFT-Displays kommen hier zum Einsatz und bieten einen hervorragenden Überblick über wichtige Funktionen und Paramater. Auch mit ungeübtem Auge findet man sich sehr schnell zurecht und ist sofort mittendrin im Geschehen. Die einzelnen Elemente sind sehr schön angeordnet und auch mit größeren Händen problemlos zu bedienen. Oberhalb des Geräts befindet sich die sogenannte „Smart Bridge“ auf der bis zu drei iPads ihren Platz finden und per Kabel aufgeladen werden können. Über WLAN kann das Axis mit bis zu 26 iPads oder auch iPhones simultan betrieben und gesteuert werden – kreativen Tontechnikern sind also keine Grenzen gesetzt. Jedes der drei möglichen iPads auf der Smart Bridge kann unterschiedliche Funktionen übernehmen und Auskunft über bestimme Parameter geben – doch dazu später mehr! Direkt unterhalb der Smart Bridge liegt der „Fat Channel“, acht Encoder gefolgt von einer Reihe von Buttons, über die zentrale Kanaleinstellungen vorgenommen werden können: EQ, Pan, Gate, Threshold, HPF, LPF, Phantomspeisung sowie Gate und Trim.

Danach folgt ein wahrer Augenschmaus für Tontechniker die es gerne bunt und übersichtlich haben: 17 Farb-Displays in Reih und Glied zeigen nicht nur die Spurnamen, sondern je nach ausgewähltem Parameter die jeweiligen Einstellungen und lassen sich mit den darunter befindlichen Encodern bequem bedienen. Um welche Parameter es sich genau handelt kann links von den Displays über die acht Buttons eingestellt werden.

Die ersten vier Parameter GAIN, HPF, SEND und PAN bieten schnellen Zugriff auf die jeweilige Einstellung pro Kanal, wohingegen die letzteren vier EQ, GEQ, DYN und FX für die jeweils ausgewählte Spur vorgesehen sind. Dies ist in der Praxis unkomplizierter als es auf den ersten Blick klingt: Angenommen bei einem Live-Gig übersteuern mehrere Instrumente – Einfach auf GAIN gedrückt und ich kann gleichzeitig den Gain von allen anliegenden Instrumenten bearbeiten. Will ich jedoch eine störende Frequenz, beispielsweise von einem Gesangsmikrofon, herausfiltern drücke ich auf EQ und kann mithilfe der 16 Encoder die dafür vorgesehen Einstellungen vornehmen. Schneller geht es wirklich nicht!
 
Direkt unter der unkonventionellen Steuereinheit des Axis befindet sich die klassische Fadersektion, welche 16 Channelstrips plus Masterfader umfasst. Hier findet sich auch einer der Negativpunkte: Zur Anzeige der Kanallautstärke befindet sich am Axis leider nur eine kleine 6-Segmente LED. Für eine detailliertere Pegelanzeige ist man somit gezwungen auf das iPad auszuweichen. Hier wäre eine großzügigere LED-Leiste wünschenswert gewesen um bei schlechten Lichtverhältnissen einen besseren Überblick zu behalten.

Links von der Fadersektion befindet sich das Menü für die View-Groups sowie Mute-Groups, in der einzelne Input-Spuren, Returns, Subgruppen und VCAs zu Gruppen zusammengefasst werden können und über die sechs Buttons leicht anwählbar sind. Großer Vorteil: Mit einem Klick erhalte ich Überblick über alle in der Gruppe befindlichen Spuren ohne mich durch endlose Menüs durchwühlen zu müssen oder bin in der Lage, gesamte Gruppen zu muten. Rechts von der Fadersektion befindet sich der Mix-Selector, über den einzelne Mixgruppen angewählt werden können wie z.B. der Master-Ausgang, die Aux-Sends und Subgruppen, die dann über die Fader gesteuert werden. Eine unter dem Fader befindliche LED gibt dabei die Farbe des ausgewählten Mixes wieder. Zu guter Letzt thront über dem Mix-Selector ein weiteres Display, über das Snapshots ausgewählt und gespeichert werden können, sowie analoge Encoder für das Talkback-Mikrofon, die Monitore sowie die Kopfhörer.


Ins Detail gehen kann man beim Mackie Axis am besten über ein oder mehrere iPads.

So smart kann Mixen sein

Wie auch bei den kleineren Produkten der DL–Serie spielt auch beim Axis das iPad eine zentrale Rolle und fungiert als komplette Mixlösung mit Touchbedienung. Eingefleischten Nutzern sollte die App „Master Fader“ bereits ein Begriff sein. Mit Master Fader lassen sich alle Einstellungen der DL-Mixer, und damit meine ich wirklich ALLE Einstellungen, vornehmen. Es ist also möglich, ein komplettes Live-Event über das iPad zu steuern, ohne auf andere Peripherie zugreifen zu müssen. Vorbildlich, von anderen Herstellern leider keineswegs üblich, hat Mackie nicht zwischendurch die Software gewechselt, sondern seit 2012 kontinuierlich Master Fader weiterentwickelt – diese liegt bereits in der Version 4.61 vor. Das bedeutet im Klartext: Von der kleinsten DL-Produktreihe bis zum großen Axis werden alle DL-Mixer mit der gleichen App gesteuert. Kein Umgewöhnen, keine Lernkurve – nichts! Als Tontechniker kann ich also entspannt zu jedem Gig fahren bei dem ein Mackie Mixer steht, solange ich ein iPad mit Master Fader besitze.

Wie seine kleineren Kollegen kann der Axis mit nur einem einzigen iPad betrieben werden. Für erhöhten Bedienkomfort und volle Ausschöpfung aller Funktionen sind allerdings drei iPads ratsam. Diese lassen sich dann auf der sogenannten Smartbridge als drei voneinander unabhängige Monitore einsetzen, auf denen verschiedene Darstellungsoptionen zur Verfügung stehen. Im Standard-Modus zeigt das mittige iPad, welche Parametereinstellungen gerade auf dem ausgewählten Kanal vorgenommen werden. So springt etwa im EQ-Modus die grafische Übersicht der EQ-Kurve auf und zeigt in Echtzeit die am Axis eingestellten Veränderungen. Auf den anderen beiden Tablets kann wahlweise der Verlaufs-Modus aktiviert werden, der das jeweils vorher angewählte Fenster anzeigt, oder der Fixed-Modus, der ein Fenster dauerhaft darstellt. Besonders smart (Achtung Wortwitz!) ist die Smartbridge durch das automatische erkennen der einzelnen iPads. Wird eines der Tablets aus der Smartbridge herausgenommen, wechselt die Master Fader App für eine optimale Bedienung in den Mixer-Modus. Sobald das iPad sich wieder in der Smartbridge befindet, wechselt es zu seinem zugewiesenen Bildschirm-Modus. Wenn das nicht smart ist!


Die Kanalzüge des Axis sind ähnlich aufgebaut wie bei traditionellen Pulten.

Praxis

Während der Testzeit musste ich kein einziges Mal ins Handbuch gucken und das obwohl ich die DL-Serie, bis auf ein Mal bei einer Hochzeit, nie zuvor benutzt hatte. Das arbeiten mit dem Axis war äußerst intuitiv und ging schnell von der Hand. Die Preamps sind sehr sauber und mich beschlich der Gedanke, dass das Axis auch im Studio eine sehr leistungsstarke Lösung sein könnte. Denn ein Mischpult mit 32 Eingängen und 18 Ausgängen und (fast) latenzfreiem Audiostream über das Dante-Protokoll ist nicht nur im Liveeinsatz eine hervorragende Lösung, sondern bietet auch im Studio genug Kanäle für Mehrspur-Aufnahmen und simultane Kopfhörer-Mixe für einzelne Musiker. Gut gelöst: An der Oberfläche selbst liegt ein Kopfhöreranschluss an. Die DL32R kann somit als Stagebox fungieren, während man im FOH oder vom Publikum aus den Mix steuert (angeblich kann man auch von der Bar aus mischen, während man einen Cocktail genießt, aber das ist nur Hörensagen).


Der kogeniale Partner das Axis ist das Mackie DL32R.

Fazit, technische Daten & Wertung

Kaum ein elektronisches Gerät hat in den letzten Jahren die Möglichkeiten für alternative Bedienkonzepte so stark erweitert wie das Tablet. Neben Kaffeemaschine, Dusche und Auto lässt sich mittlerweile alles steuern was bei Drei nicht auf dem Baum ist. So ist es nicht weiter verwunderlich dass das iPad auch in der Audiobranche Einzug gefunden hat. Was jedoch verwundert, ist die konsequente und einmalige Umsetzung, die Mackie mit seinen Produkten vornimmt. Der Axis ist hierbei die logische Weiterentwicklung einer Vision, die Mackie seit einigen Jahren seit Erscheinen des ersten DL-Mischers verfolgt. Das Axis bietet eine komplette Lösung für den modernen Tontechniker an, der nicht mehr auf großen, schweren, umständlichen Pulten arbeiten will, sondern auf einem modularen System, welches je nach Veranstaltungsgröße erweitert werden kann. Alles fühlt sich „echt“ an und ist intuitiv immer an der richtigen Adresse. Während des gesamten Tests musste ich ein einziges Mal eine Funktion zu Master Fader nachschlagen. Der Axis selber ist fast selbsterklärend. Einziger Wehmutstropfen ist die teilweise für meinen Geschmack etwas zu wackelige Verarbeitung der Drehknöpfe sowie die zu kleine LED-Kanalleiste. Es überwiegt aber deutlich der positive Eindruck des Axis und man wird das Gefühl nicht los, dass dies nicht das letzte Produkt von Mackie in dieser Richtung sein wird.

Wertung:
+ innovative Smart Bridge
+ angenehme Übersichtlichkeit
+ sehr gute Ergonomie
+ logischer, intuitiver Aufbau
+ umfangreiche Personalisierungsoptionen
+ problemlos Modular erweiterbar
- ohne iOS-Gerät(e) geht gar nichts
- sechs Segmente LED-Kanalleiste zu klein
- Teils zu leichte Verarbeitung der Drehknöpfe
   
Technische Daten:
Typ:    36-kanaliges Digitalmischpult
Gehäuse: Metall, 19“, 3 HE
Inputs: 24 x XLR, 8 x XLR-Klinke-Kombibuchse
Outputs: 14 x XLR, 2 x Klinke, 1 X Headphone, 1 x AES3 Professional,
48 kHz, 24-bit stereo (XLR)
Weitere Anschlüsse: Wifi Control, Drive (USB), Computer (USB)
Regler, Schalter: Power, Headphone Volume
Mixerebenen: Master Outputs, Matrix + Groups, Inputs 1, Inputs 2
Parameter pro Kanal: 4-Band-EQ (Modern oder Vintage, voll parametrisch), High Pass, Phasendreher, Gate, Kompressor, 2 x Reverb, Delay
Dynamikbereich: 111 dB (- 60 dBFS, A-bewertet)
Frequenzgang: 20 Hz - 20 kHz (-1 dB)
Auflösung: 48 kHz zu 24 Bit
Kompatibilität: Windows (7 & 8, Intel Core 2 oder mehr) & Mac (OS X 10.8.4 & OS X 10.9); iOS ab 8
Kompatible iOS-Geräte: iPad 2, iPad (3rd generation), iPad (4th generation), iPad mini, iPad mini retina, iPad Air (2), iPod Touch
Maximal parallel nutzbare iOS-Geräte: 10
Maße (H x B x T):    138 x 483 x 443 mm
Gewicht:    8,2 kg
Besonderes:    Kompakte All-In-One-Lösung, vor allem per iOS-Gerät bedienbar, diverse Mehrspurmitschnitte möglich
Hergestellt in:    China

Preis:    2.616,81 €

Vertrieb: Comline
Weitere Infos: Mackie DL32R



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