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Test: LD Systems DDQ 10

Stylische Wunderbox

Mit der DDQ-Serie bietet LD Systems hochwertige Speaker für den Tour-Betrieb an – wir nahmen den Zehnzöller unter die Lupe.


Stylische Wunderbox

Mittlerweile enthält die DDQ-Serie von LD Systems alle relevanten Lautsprechergrößen für den mobilen Live-Einsatz – durchgehend in aktiver Bauweise. Aus der Top-Liga des Herstellers hatten wir den kompakten DDQ 10 im Test.

Hochwertige und professionelle Lautsprecher für den Live-Betrieb sehen auf den ersten Blick meist relativ unspektakulär aus. Es sind eben simple, schwarze Kisten. Dafür wissen jedoch ihre klanglichen Qualitäten sowie ihre Robustheit umso mehr zu überzeugen – nicht umsonst heißt es: „Nur die inneren Werte zählen.“ Zu diesen recht unscheinbaren, aber beständigen und akustisch vorbildlich konstruierten Exemplaren zählt der DDQ 10 von LD Systems. Ganz so schlicht wie manche Mitbewerber präsentiert er sich dann doch nicht.

Als gestalterische Nuance zeigt das Frontgitter des DDQ 10 eine schwungvolle Welle, die die Hochtönersektion optisch von der des Tieftöners trennt. Mittig rechts ist das metallene LD-Systems-Logo zu finden. Das Gitter selbst besteht aus schwarzem, mit wabenförmigen Ausstanzungen versehenem Stahl – und ist dadurch quasi unverwüstlich. Ein feines Kunststoffnetz darunter schützt die Treiber vor dem Eindringen von Fremdkörpern. Noch mehr Robustheit und Langlebigkeit verspricht das Gehäuse aus 15 mm starkem Birkenmultiplex. Unschöne Kratzer vermeidet dabei ein widerstandsfähiges Finish.

Ebenso stabil ist der Schalengriff an der Oberseite der Box: Der sogenannte Evolutive-Griff besteht aus Aluminium, die Schale selbst aus Kunststoff – beide Komponenten sind extrem fest verschraubt. Eine Besonderheit stellt der Stativflansch dar: Dieser lässt sich in 4,5°-Schritten individuell an die jeweilige Beschallungssituation anpassen. Dazu muss man den Lautsprecher etwas anheben, um den Sperrmechanismus lösen zu können, und kann ihn dann in einem Winkel von maximal ±13,5° wieder absetzen. Zusätzlich hält der DDQ 10 insgesamt vier M8-Montagepunkte bereit, um ihn geflogen betreiben zu können.

Damit sich LD Systems Zehnzöller auch als Monitor platzieren lässt, ist das Multifunktionsgehäuse an der Rückseite entsprechend um 50° abgeschrägt. Vier Füße aus Hartgummi sorgen dabei für einen rutschfesten Halt auf dem Bühnenboden. Sehr schön ist hierbei, dass der Speaker auch dann nicht sofort umkippt, wenn ein Musiker seinen Fuß darauf stellt – da können sich einige Hersteller eine Scheibe abschneiden. In puncto Verarbeitungsqualität und Robustheit weiß der DDQ also bereits auf ganzer Linie zu überzeugen.


Der Stativflansch an dem DDQ 10 lässt sich in 4,5°-Schritten an die jeweilige Beschallungssituation anpassen.

Starline

LD Systems hat allerhand Bauteile namhafter Hersteller in den DDQ 10 gepackt, um so viel wie nur möglich aus dem Lautsprecher zu holen: Der Hochtöner kommt vom deutschen Kompressionstreiberspezialisten BMS. Um den Abstrahlwinkel von 80°x60° des asymmetrischen Horns auch in Monitorstellung zu gewährleisten, lässt es sich um 90° drehen. Allerdings muss man das Frontgitter abnehmen, um diese Einstellung vornehmen zu können.

Beim Woofer handelt es sich um einen 10“-Treiber aus dem italienischen Hause Faital Pro. Dieser kommt mit einem Neodym-Magneten, der im Gegensatz zu Ferrit-Pendants viel leichter ist – demgegenüber aber auch um einiges mehr kostet. Da es sich beim DDQ 10 um eine Bassreflexbox handelt, sind auch entsprechende Öffnungen vorhanden. So sind links und rechts neben dem Hochtonhorn Ritze zu finden, die die Tieftonwiedergabe verstärken.

Bei den Endstufen wurden auf zwei Modelle vom niederländischen Hersteller Hypex zurückgegriffen: Die Class-D-Endstufe UCD400 sorgt in zweifacher Ausführung dafür, dass sowohl Tweeter als auch Woofer je 400 Watt (RMS) erhalten – und das ist ordentlich, wenn man bedenkt, dass es sich um eine recht kompakte Beschallungslösung handelt. Mit dieser Bestückung soll ein Schalldruckpegel von maximal 132 dB bei einem Frequenzgang von 59 Hz bis 20 kHz erreicht werden – doch zu den klanglichen Eigenschaften weiter unten mehr.

Die Wandler des eingebauten SHARC-DSPs sorgen für einen stolzen Dynamikumfang von 127 dB – das ist weit mehr als das menschliche Ohr erträgt. Gewandelt wird bei 24 Bit zu 48 kHz. Der Prozessor übernimmt dabei sowohl die Signalbearbeitung als auch sämtliche Schutzfunktionen, die für einen professionellen und störungsfreien Betrieb nötig sind. Beispielsweise sorgt der Limiter mit einer Look-Ahead-Zeit von einer Millisekunde dafür, dass Pegelspitzen den Endstufen oder Lautsprechern erst gar nicht gefährlich werden können.

Der Griff an der Oberseite des DDQ 10 besteht aus Aluminium, wodurch er extrem stabil ist.

Schlicht wie effektiv

An der Rückseite des DDQ 10 ist das Anschluss- und Bedienfeld zu finden. Dieses zeigt sich sehr simpel: Insgesamt vier Buchsen, drei Schalter und ein Regler – das war’s. Mehr ist hier auch nicht nötig. In diesem Punkt haben die Konstrukteure bei LD Systems mitgedacht: Um dem Anwender auch in Monitorposition einen einfachen Zugriff auf das Bedienfeld zu ermöglichen, ist dieses ebenfalls leicht abgeschrägt. Das ist praktisch, denn wenn der DDQ 10 in einem horizontalen Winkel von 50° aufgestellt wird, wären Einstellungen sonst nur schwer möglich.

Signale erhält der DDQ 10 über einen XLR-Eingang, natürlich symmetrisch. Zwar ist es im professionellen Bereich gang und gäbe, ausschließlich dieses Format zu nutzen, dennoch hätte man sich als Input zumindest eine Kombibuchse gewünscht. Ein Gain-Regler sorgt für die Lautstärkeregelung des Eingangs direkt am Speaker. Dieser ist in insgesamt 15 Stufen gerastert – das erleichtert das Konfigurieren zweier baugleicher Modelle. Außerdem bietet das Poti auf „Sechs-Uhr-Stellung“ eine Mute-Funktion.

Zwei weitere XLR-Buchsen geben das Signal an weitere Lautsprecher oder Endstufen weiter. Die obere ist für den Anschluss eines Subwoofers gedacht und besitzt zusätzlich einen Lowcut- beziehungsweise X-Over-Schalter. Dieser trennt das Signal mit einer Flankensteilheit von 18 dB bei 100 Hz ab – so gibt der DDQ 10 alles darüber wieder und der Sub erhält den tieffrequenten Restanteil. Bleibt der Schalter unberührt, schleift dieser, genau wie der darunter befindliche Link-Out, das Eingangssignal eins zu eins durch.

Eine optische Kontrolle ermöglichen vier LEDs: Sobald sich der DDQ 10 in Betriebsbereitschaft befindet, leuchtet die untere „Operate“ rot. Die Signal-LED färbt sich grün, wenn ein Eingangssignal mit einem Pegel von mindestens -30 dBu anliegt. Die letzten beiden Anzeigen „Peak Limit“ und „Lowcut/Sub Out“ dürften selbsterklärend sein. Beim Überschreiten des maximalen Eingangspegels blinken alle LEDs auf, sodass man das Input-Signal entsprechend zurückfahren sollte, um unschöne Verzerrungen zu vermeiden.  

Der Gain-Regler für den XLR-Eingang ist in 15 Stufen gerastert und bietet zudem eine Mute-Funktion.

Einfach umwerfend

Kommen wir zu den klanglichen Aspekten des LD Systems DDQ 10. Eines fällt dabei sofort positiv auf: die Tiefenwiedergabe. Trotz der relativ bescheidenen Abmessungen und Bestückung reicht der Zehnzöller gefühlt ziemlich weit runter – ohne Klangbrei, sondern differenziert und knackig. So stellen die Lautsprecher in kleineren Locations eine optimale Beschallungslösung dar, wenn es um den stationären und mobilen Einsatz bei kleinen Gigs oder Partys geht – und das auch ohne zusätzlichen Subwoofer.

Neben dem ordentlichen Bass wissen ebenso die anderen Frequenzbereiche zu überzeugen: Die Mitten wirken so, als wären sie um einen Tick abgesenkt worden und tönen entsprechend unaufdringlich, die Höhen sind brillant, aber keineswegs aggressiv. Von der Detailwiedergabe und Tiefenstaffelung hat man eher das Gefühl, als hätte man es hier mit einem deftigen Studiolautsprecher zu tun. Weiterhin als sehr positiv ist die Feedbackresistenz zu nennen: Sogar bei den Schalldruckpegeln, bei denen andere Lautsprecher längst ohrenbetäubend kreischen, lassen sich die DDQ 10 kaum beeindrucken.

Da PA-Lautsprecher meist sowieso so laut betrieben werden, dass das Grundrauschen kaum ins Gewicht fällt, ist es relativ zu vernachlässigen. Die LD Systems DDQ 10 allerdings liegt weit unter dem Rauschverhalten vieler Mitbewerber – sogar im gleichen Preissegment. So könnte man sie quasi sowohl für den Live-Einsatz mit ordentlichen Pegeln als auch für die heimische Wohnzimmer-Beschallung bei niedrigen Lautstärken einsetzen. Sollte es – egal wo – zu nervigen Brummschleifen kommen, hilft glücklicherweise eine integrierte Ground-Lift-Funktion.

LD Systems hat mit dem DDQ 10 einen kompakten, professionellen Multifunktionslautsprecher in astreiner Verarbeitungs- und Wiedergabequalität im Programm – und das auch noch „Made in Germany“. Der Zehnzöller eignet sich nicht nur bestens zur Live-Beschallung für Publikum und Musiker, sondern auch für Festinstallationen und sogar bei hohen Ansprüchen für den Proberaum. Und das ist übrigens sehr löblich: Wo viele Hersteller mit langen Kabeln geizen, legt LD Systems gleich ein drei Meter langes Kaltgerätenetzkabel bei – so muss es sein.

Um auch in Monitorstellung leicht an das Bedienfeld zu kommen, ist es entsprechend abgeschrägt.

Technische Daten

Bauweise

aktiver PA-Lautsprecher

Gehäuse

15 mm Birkensperrholz

Bestückung

10“-Neodym-Woofer (Faital Pro) & 1“-Keramik-Tweeter (BMS)

Verstärkerleistung 800 W (2x 400 W RMS)
Endstufe

2x Class-D (Hypex Ucd400)

Frequenzgang

59 Hz - 20 kHz

Maximalschalldruckpegel

132 dB (Peak)

Trennfrequenz 1,5 kHz
Schutzschaltungen

RMS-Lautsprecher-Limiter, RMS-Netzteil-Limiter, Überspannung, Überstrom & DSP-basierter Look-Ahead-Limiter

Abstrahlcharakteristik

80° horizontal, 60° vertikal

Anschlüsse

XLR-In, Link-Out & Sub-Out

Bedienelemente

Netzschalter, Ground-Lift, Gain & Lowcut/X-Over

Abmessung (HxBxT)

520 x 300 x 350 mm

Gewicht

15,5 kg


Wertung:
+ extrem robust
+ exzellenter Sound
+ hochwertige Verarbeitung
+ Ground-Lift
+ sehr rauscharm
- nur ein XLR-Eingang

Preis (UVP): 1.099 Euro

Weiter Infos unter: www.ld-systems.com

Vertrieb: Adam Hall



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