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Test: HK Audio PL 112 FA

Die ideale Band-PA

Erfahre in unserem Test der HK Audios Aktiv-PA PL 112 FA, was diese kompakte Beschallungsbox besonders gut kann.


Die ideale Band-PA

Schaut man sich das Portfolio von HK Audio an, fällt eines auf: Die Saarländer wissen genau, was Musiker brauchen und wollen. Das beweisen sie auch mit der Pulsar-Reihe, aus der wir zwei PL 112 FA zum Test hatten. Denn der 12-Zoll-Aktiv-Lautsprecher hat so einiges zu bieten. Wir betrachteten ein Pärchen der hochgelobten Druckmacher in einem ausführlichen Test.

Zugegeben, die Lautsprecher aus der Pulsar-Familie gehören nicht mehr zu den brandaktuellsten Neuigkeiten. Dennoch darf man sie getrost zu den heißesten Aktiv-Systemen zählen, die sich gegenwärtig auf dem Markt befinden. Und einheizen können die PL 112 FA allemal – doch dazu später mehr. Für diejenigen, die die Speaker mit kosmischer Namensgebung noch nicht kennen: Die Pulsar-Range von HK Audio umfasst einen 10-, einen 12- und einen 15-Zöller sowie einen Subwoofer – allesamt kommen in aktiver Bauweise.

Trotz des anhaltenden Kunststofftrends greift HK Audio beim Gehäuse seiner Pulsare auf nachwachsende Rohstoffe zurück: Die Box besteht aus einem Hybridwerkstoff aus MDF und Pressspan. Als Finish wurde schwarzer Acryllack gewählt. Dabei weißt die Oberfläche keine glatte, sondern eine leicht unebene Struktur auf. Diese fühlt sich jedoch keineswegs so rau an, als würde man sich die Hände damit aufkratzen – wie man es von einigen anderen Modellen kennt. An der rechten und linken Seite sind tief in das Gehäuse eingelassene Griffe aus Kunststoff angebracht, über die der PL 112 FA mühelos getragen und auf ein Stativ gehievt werden kann.

Zum Schutz des 12-Zoll-Woofers und des 1-Zoll-Tweeters besitzt die Front ein 1-mm-Metallgitter. Hinter diesem ist eine dünne Schicht Akustikschaumstoff aufgeklebt, die verhindert, dass Staub und andere kleine Partikel ins Innere vordringen. An den vier seitlichen Kanten ist der PL 112 FA mit einer Kunststoffschiene ausgerüstet. Dank der leicht hervorstehenden Verstärkung bleibt der Lack unversehrt, sollten die guten Stücke seitlich geparkt werden.

An der Unterseite des PL 112 FA sind vier Gummifüßchen angeschraubt, die für einen rutschfesten Halt sorgen. Außerdem findet sich hier eine Besonderheit: Der sogenannte Duo-Tilt ist ein Stativflansch, der an der hinteren Verbindung einen Neigewinkel von 3°, auf dem vorderen sogar einen von 7° ermöglich. Und das ist sinnvoll, denn bei einer strikt horizontalen Abstrahlung würden sonst gewisse Klanganteile einfach über das Publikum hinweg schießen – schließlich wird die PA über den Köpfen der Fans platziert, damit auch die letzte Reihe möglichst viel mitbekommt. Für diejenigen, die den Lautsprecher lieber geflogen betreiben, dienen die fünf M8-Flugpunkte.


Über den Stativflansch Duo-Tilt kann ein Neigungswinkel entweder von 3° oder von 7° genutzt werden.

Vorbildlich gefertigt

Bei genauerem Hinsehen sticht eine Sache am HK Audio PL 112 FA besonders hervor: die makellose Verarbeitung. Hier gibt es keine überstehenden Schrauben, keine wackeligen Elemente und auch keine Lackierfehler. So gehört sich das! Außerdem macht die Box nicht den Eindruck, als würde sie sich schnell Kratzer, Beulen oder andere Schönheitsfehler einfangen. Auch die Anschlüsse und Bedienelemente auf der Rückseite sind leicht in das Gehäuse eingelassen. Selbst bei grob fahrlässigem Transport wird hier nichts in Mitleidenschaft gezogen.

Schutzschaltungen noch und nöcher sorgen dafür, dass der PL 112 FA weder überhitzt noch durch Unterspannung, Überstrom oder Kurzschluss Schaden nimmt. Des Weiteren hält der DSP einen Subsonic-Filter sowie einen Peak- und RMS-Limiter bereit. Apropos, hierbei handelt es sich um einen Multiband-Limiter. Aber es geht noch weiter: Liegt drei Stunden lang kein Signal an, wechselt der Pulsar in den Ruhemodus. So verbraucht er lediglich 0,5 Watt Strom. Allerdings muss er aus- und wieder eingeschaltet werden, um ihn dann wieder in Betrieb zu nehmen. Wer das nicht möchte, hat die Möglichkeit, diese Funktion über den Auto-Sleep-Schalter zu deaktivieren.

Eingangsseitig ist der PL 112 mit drei vollwertigen Inputs ausgestattet. Dazu gehören zwei Neutrik-Kombi-Buchsen für „Input A“ und „Input B“ sowie ein Stereo-Cinch-Anschluss für „Input C“. Moment. Stereo-Cinch? Ja, richtig gelesen. Der Speaker summiert dabei beide Wege zu einem Monosignal, sodass über „Input C“ prinzipiell zwei Quellen ein Signal liefern können. Jeder Eingang besitzt einen eigenen Gain-Regler, wobei auf „12 Uhr“ die Unity-Gain-Stellung ist und der Regler einrastet. Nettes Extra: Alle drei Regler sind durch eine rote LED hintergrundbeleuchtet – dieser Effekt entfaltet allerdings nur in dunklen Räumen seine Wirkung.

Für „Input A“ lässt sich außerdem über den Mic-Line-Schalter die Eingangsempfindlichkeit anpassen – je nachdem, ob direkt ein Mikrofon oder das Mischpult der Signalgeber ist. Direkt unter den beiden Kombi-Buchsen finden sich Thru-Buchsen in Form von XLR „male“. Die linke fungiert dabei fix als reiner Thru für „Input A“, die rechte gibt entweder das Signal von „Input B“ eins zu eins weiter oder die Summe aller Eingänge. Was der rechte Thru ausgeben soll, lässt sich dabei über den Schalter direkt unter der XLR-Buchse einstellen.

In der 0-dB-Stellung rasten die Gain-Regler ein.

Kraftvolles Herz

Mit einer RMS-Leistung von 1.000 Watt gehört der PL 112 FA zur Halbschwergewichtsklasse aktiver PAs. Die Power des bi-amped Klasse-D-Verstärkers teilt sich wie folgt auf: Der Tieftöner erhält 650 Watt und der Hochtöner 350 Watt. Hiermit schafft der Lautsprecher einen maximalen Peak-Schalldruckpegel von 133 dB. Und, ja, das gute Stück ist auch verdammt laut – hierzu gleich mehr. Wie bereits erwähnt, sorgt hier ein 12-Zoll-Woofer für einen druckvollen Tieftonanteil. In den Höhen kommt ein 1-Zoll-Tweeter zum Einsatz, der seine Arbeit in einem CD-Horn verrichtet.

Primär wurde der PL 112 FA als PA-Lautsprecher konzipiert. Wer ihn auch als Monitor einsetzen möchte, braucht die optional erhältlichen Füßchen „Monitor Poles“. Aber erst über einen Schalter auf der Rückseite wird der Speaker bühnenbeschallungsbereit. Hierzu muss dieser von der Stellung „Stand Alone“ auf „System/Monitor“ geschaltet werden. Die Stellung „System/Monitor“ ist übrigens ebenso für den Einsatz mit einem Subwoofer gedacht, da hierbei tieffrequente Signalanteile herausgefiltert werden.

Der Schalter direkt darunter sorgt entweder in der Stellung „Flat“ für einen geraden oder in der Stellung „Contour“ für einen badewannenförmigen Frequenzgang. Letztere ist vor allem für Konservenmusik zu empfehlen, da hierdurch der Klang etwas Hi-Fi-artiger wirkt. Eine optische Kontrolle ist übrigens über zwei LEDs gegeben: „Signal/Limit“ zeigt an, ob der PL 112 FA betriebsbereit ist bzw. ob der Limiter schlichtend einschreitet. Die LED direkt über dem Power-Schalter zeigt an, ob der Lautsprecher eingeschaltet ist und färbt sich rot, wenn ein Fehler vorliegt.

Eine wichtige, jedoch meist unbeachtete Komponente ist das Netzkabel. HK Audio haben es als einer von ganz wenigen Herstellern verstanden und liefern ein ausreichend langes Kaltgerätekabel mit, das, wenn der Lautsprecher auf einem Stativ über den Köpfen des Publikums thront, locker bis zum Boden und noch weiter reicht. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle. Optionales Zubehör gibt es für den PL 112 FA en masse: Neben einem Flugbügel, Anschlagpunkten, Distanzstangen sowie den erwähnten Monitorfüßchen findet sich auch eine passgenaue und schicke Schutzhülle. Doch, wie steht’s nun mit dem Sound?

Über die beiden Kunststoffgriffe an der rechten und linken Gehäuseseite lässt sich der PL 112 FA optimal transportieren.

Mehr als nur Klang

Das wichtigste Kriterium eines Lautsprechers ist nun einmal sein Klang. Ungeduldig, wie man mit nagelneuem Equipment ist, steckten wir also die beiden HK Audio PL 112 FA gleich an und versorgten sie mit bestem Konservenfutter. Und schon folgte das erste Aha-Erlebnis: Mann, die machen aber mächtig Druck! Sie vermittelten uns fast den Eindruck, als hinge noch irgendwo ein Subwoofer mit dran, so satt schallte es aus den Lautsprechern. Beachtlich dabei ist vor allem, dass es nicht einfach nur irgendwie untenrum fett-dröhnend daherkam. Nein, es war durchaus druckvoll und knackig zugleich.

Bei näherem Hinhören mussten wir sogar die Bässe etwas herausdrehen. Dann jedoch erhielten wir – vor allem bei höheren Lautstärken – ein ausgewogenes Frequenzbild, wobei weder Mitten noch Höhen aufdringlich wirkten. Als nächstes ging es ans Proben. Das Mischpult wurde an die PL 112 FA angeschlossen, so dass alle Saiteninstrumente, Gesang sowie Kick und Snare nun darüber zu hören waren. Ein besonderer Augenblick war es offensichtlich für unseren Bassisten, der sofort die tiefste Saite seines Pulsgebers anschlug. An der Stelle, an der er bei unserer normalen Band-PA normalerweise jedes Mal über einen unzureichenden Basssound schimpft, trat nun ein breites Grinsen in sein Gesicht.

Es war soweit, denn es ging los. Und das viel lauter als gedacht. Die Gitarren hatten nun überhaupt kein Problem mehr damit, sich durchzusetzen. Im Gegenteil, denn sie übertönten das Schlagzeug locker – und dank unseres Schlagzeugers sind wir eine Band, die nicht gerade leise probt. Wir waren uns einig: Das war mit Abstand der beste Sound, den wir je in einer Probe genießen durften. Erstaunlich, denn bei der Lautstärke hat es kein einziges Mal gepfiffen – Feedback adé also? Wir wollten es herausfinden. Also drehten wir das Mikrofon in Richtung PA und erhöhten langsam das Gain. Und? Nichts. Erst als wir es wirklich übertrieben, sodass schon unsere Schritte lautstark über die PL 112 FA zu hören waren, schwoll langsam ein Feedbackpfeifen in der Box an.

Leider hatten wir keine Gelegenheit, die PL 112 FA live auszuprobieren. Doch wir sind uns sicher: Mit einem kleinen Publikum würden die beiden Pulsare locker fertig werden, bei mehr bräuchte es wohl noch einen PL 118 Sub dazu. Dank seiner druckvollen, aber zugleich knackigen und sauberen Wiedergabeeigenschaften gehört der PL 112 FA zu unseren Favoriten, wenn es um eine Band-PA geht, mit der man auch kleine Gigs bestreiten möchte. Eines macht den Zwölfzoller dabei besonders attraktiv: das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis.

Alle Bedienelemente und Eingänge an der Rückseite sind ins Gehäuse vertieft.

Fazit, technische Daten und Wertung

Wer flexible, kraftvolle PA-Boxen benötigt, die sich komfortabel handlen lassen, vielseitig einsetzbar sind und richtig satt Druck liefern, für den ist die HK Audio PL 112 FA mehr als nur ein heißer Tipp. Top verarbeitet und vergleichsweise kompakt und leicht bieten sie richtig guten Sound für Proberaum, kleine Konzerte und vieles mehr. Und wer dann doch ein größeres Setup benötigt, kann die Speaker aus HK Audios Pulsar-Reihe optimal um Subwoofer und weitere Boxen erweitern.

 

Bauweise

Aktive PA-Multifunktionsbox

Gehäuse

MDF & Schichtholz

Speakerbestückung

12"-Woofer & 1"-Tweeter

Frequenzgang 56 Hz bis 18 kHz (-10 dB) / 70 Hz bis 16 kHz (±3 dB)
Verstärkerleistung

1.000 W (RMS), davon 650 W Woofer & 350 W Tweeter

Anschlüsse

2x Kombi-In, Stereo-Cinch-In, 2x XLR-Thru & Kaltgerätenetzbuchse

Bedienelemente

3x Gain, Auto-Standby, Mic/Line-Switch, 2x EQ, XLR-B-Out & Netzschalter

Abstrahlwinkel 90° horizontal, 55° vertikal
Max. Nennschalldruck

133 dB (Peak)

Abmessungen (B x H x T) 660 x 380 x 370 mm
Gewicht

19,7 kg

Flugpunkte

5x M8


Wertung:
+ ansprechendes Preis-Leistungs-Verhältnis
+ sehr gute Verarbeitung
+ idealer Bandsound
+ knackige, druckvolle Bässe
+ viele Anschlüsse

Preis (UVP): 899 Euro

Vertrieb: Music & Sales
Weitere Infos: HK Audio Pulsar PL 112 FA im Netz



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