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Test: DPA d:vote CORE 4099 Loud SPL & Extreme SPL

Immer optimal geclipt

Die neuen d:vote-CORE-4099-Mikros von DPA sind für die Abnahme diverser (lauter) akustischer Instrumente absolut prädestiniert.


Immer optimal ...

In puncto professionelle High-End-Kondensatormikrofone mischt DPA schon lange ganz vorne mit – egal, ob im Theater, beim Rundfunk oder in der Musik. Jüngst haben die Dänen ihre preisgekrönte d:vote-4099-Serie überarbeitet. Wir haben die Instrumentenmikrofone DPA d:vote CORE 4099 Loud SPL und Extreme SPL unter die Lupe genommen. Und das Ergebnis überzeugt.

2009 – also genau vor zehn Jahren – hat DPA für seine Mikrofone der d:vote-4099-Serie den TEC Award und die Auszeichnung „Audio Media Gear of the Year“ erhalten. Doch der Audiospezialist ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus. Der neuesten Generation wurde der Zusatz „CORE“ verpasst. Und dies deutet auf bedeutsame Weiterentwicklungen hin. So wurden etwa geringere Verzerrungen und eine höhere Dynamik erzielt, wodurch der Hersteller einen detailreicheren Klang verspricht. Leider hatten wir kein älteres Modell für einen Vergleich zur Hand. Darum gehen wir im Folgenden ausschließlich auf die beiden Neulinge ein.

Apropos „beide Neulinge“: Die d:vote-CORE-4099-Serie besteht aus zwei Mikrofonen für verschiedene Einsatzgebiete. Das d:vote CORE 4099 Loud SPL verträgt einen Schalldruckpegel von bis zu 131 dB, bevor sich eine Verzerrung von 1 % THD bemerkbar macht. Für besonders laute Schallquellen hat DPA zudem das d:vote CORE 4099 Extreme SPL entwickelt. Dieses verträgt bis zu 137 dB, der MAX SPL liegt sogar bei 142 dB und eignet sich demnach primär für Drums und Blasinstrumente.

Auch in puncto Empfindlichkeit zeigen sich Abweichungen: wo das Loud SPL 6 mV/Pa liefert, sind es beim Extreme SPL 2 mV/Pa. Da letzteres für pegelstarke Instrumente gedacht ist, benötigt es somit bei hoher Lautstärker nicht unbedingt ein Pad. Beide Versionen unterscheiden sich nur anhand der Farbe des Rings am unteren Ende des Schwanenhalses. Beim Loud SPL ist dieser rot, beim Extreme SPL hingegen gelb. Dies ermöglicht es, selbst in dunkleren Umgebungen die Mikrofone gut auseinanderzuhalten zu können.

Ein Mikrofon aus der d:vote-CORE-4099-Serie gibt es entweder im Kit mit Kabel, Klemme und XLR-Adapter und mit passendem Clip – auf den wir später noch näher eingehen – oder einzeln, etwa im Ersatzfall. Außerdem bietet DPA seine Mikrofone sowohl einzeln als auch im Stereo-Set an. Ausgeliefert werden die Schallwandler in Softcases mit viel Stauraum. Neben den Objekten der Begierde finden sich in den uns vorliegenden Aufbewahrungsmöglichkeiten noch je ein Kabel, ein XLR-Adapter, ein Clip, ein Mikrofontäschchen, ein DPA-Sticker sowie Infomaterial.


Das d:vote CORE 4099 Loud SPL (links) und Extreme SPL (rechts) unterscheiden sich durch die Farbgebung der Ringe am unteren Ende des Schwanenhalses.

Erstklassig gewandelt

Das DPA d:vote CORE 4099 ist schlank. Sehr schlank. Im Grunde besteht das Kleinmembrankondensatormikrofon lediglich aus einem Schwanenhalsgelenk und der Kapsel. Letztere ist komplett mit Schaumstoff ummantelt. Hierdurch wird die Elektronik bestens gegen Schläge und Stöße geschützt. Obendrauf dient dieser Bereich als integrierter Wind- und Poppschutz. Nicht zuletzt unterdrückt beziehungswiese vermeidet dies hervorragend Mundgeräusche, die durch den Atem von Akustikgitarrenspielern und Violinisten verursacht werden können.

Besonders interessant am d:vote CORE 4099 ist der Schwanenhals. Dieser besitzt eine Länge von 14 Zentimetern und zeigt sich äußerst flexibel aber auch formstabil. Ein versehentlicher und eher leichter Kontakt muss demnach nicht unbedingt dazu führen, dass sich die Position des Mikrofons ändert. Und das Beste: Eine einmal gewählte Einstellung bleibt direkt bestehen, ohne ein leichtes und automatisches Zurückbiegen befürchten zu müssen. Das erleichtert Tontechnikern und Musikern das Ausrichten der Kapsel auf die gewünschte Stelle ungemein.

Als Verbindungselement zwischen Kapsel und Schwanenhals hat man sich bei DPA für eine Aufhängung aus Gummi entschieden. Dadurch ergeben sich gleich mehrere Vorteile: Zuvörderst ist der Wandler ideal entkoppelt. Selbst bei perkussiven Instrumenten werden möglichst wenig niederfrequente Schwingungen über den Schwanenhals zur Mikrofonkapsel übertragen. Zudem springt die Kapsel bei einem versehentlichen Berühren gleich wieder in ihre Ausgangsposition zurück, was zur Flexibilität beiträgt.

An der Off-Axis der d:vote CORE 4099 findet sich ein circa zwei Zentimeter langes Kabel, das in das obere Ende des Schwanenhalses führt. Klar, irgendwie müssen die Signale übertragen werden. Allerdings besteht durch die sich so formende Schlaufe die Gefahr, am Kabel hängenzubleiben. Gerade an der Snare oder an Toms könnte man mit einem Stick hineingeraten und das Mikrofon ernsthaft beschädigen. Das sehr dünne, wenn auch unscheinbare Kabel mag zwar stabil sein, dennoch hinterlässt dieser Umstand nur bedingt ein gutes Gefühl.

Als elastisches Verbindungselement zwischen Mikrofonkapsel und Schwanenhals setzt DPA auf Gummi.

Zubehörvielfalt

Für die d:vote-CORE-4099-Mikrofone bietet DPA tonnenweise Zubehör an. Vor allem Halterungen gibt es für die unterschiedlichsten Schallquellen und Anwendungen. Unter anderem hat der Herstelle solche für folgende Instrumente im Sortiment: Violine, Banjo, Viola, Klavier, Gitarre, Mandoline, Ukulele, Dobro, Saxofon, Trompete, Posaune, Bass, Cello, Schlagzeug, Akkordeon, Oboe, Klarinette, Fagott, Blockflöte und Querflöte. Nichts Passendes dabei? Kein Problem. Zusätzlich sind ein universaler Clip sowie eine Halterung für Stative erhältlich.

Bei der ganzen Vielfalt ist jedoch eines etwas schade: Ein einziger Clip schlägt mit 40 Euro ziemlich heftig zu Buche – schließlich handelt es sich prinzipiell „nur“ um ein Stück Kunststoff. Selbst die Tatsache dass für jedes Zubehörteil eine passende Box zum Lagern mitgeliefert wird, relativiert den Preis nur bedingt. Eine möglichst vielfältige Auswahl an Halterungen ist also immer mit einer recht großen Investition verbunden. Darum empfiehlt es sich, erst einmal abzuwägen, was man wirklich braucht und was eher einen Nice-to-have-Charakter hat.

Flexibel sind die DPA-Mikrofone auch anschlussseitig. Das untere Ende des Schwanenhalses weist ein Gewinde auf, an dem sich erst das mitgelieferte Kabel und dann einer von bei unserem Test drei verschiedenen Adaptern schrauben lässt. DPA bietet hier aber ein sehr umfangreiches Sortiment für alle mehr oder weniger gängigen Taschensender und diverse XLR-Adapter (z. B. mit und ohne LoCut) an.  Für Musiker und Tontechniker interessant ist hier in erster Linie der XLR-Adapter, der im entsprechenden Set enthalten ist. Reicht einem die Länge des Schwanenhalses nicht aus, kann ebenso dieser verlängert werden. Mit einem optional erhältlichen Verlängerungsstück lassen sich noch einmal acht Zentimeter herauskitzeln. Bei einem Preis von 87 Euro sollte man sich aber lieber zweimal überlegen, ob das wirklich nötig ist.

Noch ein paar abschließend Worte zum Kabel: Mit seinen 180 Zentimetern ist es lang genug, um entweder an ein XLR-Verlängerungskabel (am Boden), einer DI-Box oder direkt mit einem Eingang verbunden zu werden. Außerdem ist es extrem dünn, was im Live-Einsatz den Vorteil hat, gewissermaßen unsichtbar zu sein. Man könnte jetzt den Eindruck bekommen, es könne im rauen Touralltag relativ schnell den Geist aufgeben – was wir nicht testen konnten. Allerdings hat der Vertrieb damit schon jahrelange Erfahrung gesammelt und sagt, dass die Kabel extrem robust und äußerst selten ein Servicefall sind. Die Kabel sind übrigens in zwei Stärken (1,6 mm und 2 mm) erhältlich wird, die je nach Kit mit dabei sind.

Der Schwanenhals der d:vote-CORE-4099-Mikrofone ist äußerst flexibel und dabei formstabil.

Ausprobiert

Wir haben das DPA d:vote CORE 4099 Loud SPL und Extreme SPL an insgesamt drei verschiedenen Instrumenten ausprobiert. Um eines gleich vorwegzugreifen: beide Mikrofone nehmen sich im Vergleich nichts – egal, welche Farbe der Ring am unteren Ende des Schwanenhalses hat. Ihr Klang präsentiert sich in einem ungewohnt neutralen und natürlichen Gewand. Eine eigene Note des Schallwandlers kann man hier also nicht erwarten. Insbesondere an akustischen Instrumenten ist dies ja sehr gewünscht. Aber schauen wir uns das im Detail an.

Als erstes haben wir das d:vote CORE 4099 mithilfe des passenden Clips an der Akustikgitarre befestigt. Dies ging recht intuitiv von der Hand und auch die Kapsel ließ sich gut auf die gewünschte Stelle ausrichten. Klanglich erhielten wir genau das, was wir wollten – nämlich ein detailreiches, dynamisches und sogar volles Signal, an dem nicht mehr viel herumgeschraubt werden musste. Hierzu noch ein kleiner Tipp: Schaut die On-Axis des Mikrofons bei der akustischen Gitarre von oben nach unten, kann man eventuelle Atemgeräusche des Musikers unterdrücken.

Ähnlich gute Ergebnisse lieferte der DPA-Neuling an einer Violine: einen absolut detailreichen, natürlichen und vollen Klang. Einzig die Höhen schienen an ein paar Stellen ein wenig überpräsent zu sein. Mit einem Griff zum EQ konnte dies aber sofort korrigiert werden. Praktisch zeigte sich hier die Möglichkeit, den Schwanenhals auch etwas verkürzt nutzen zu können. Sprich, die gewünschte Länge, die über das Instrument schauen sollte, wurde einfach mithilfe des Arretierungselementes am Clip gewählt.

Natürlich durfte ein perkussives Instrument nicht fehlen. Also platzierten wir das d:vote CORE 4099 an Snare und Floor-Tom. Wie heißt es so schön: „Das Beste kommt zum Schluss!“ Und das in dem Fall zurecht, denn gerade an der Snare war der Kleinmembraner einer der besten Schallwandler, den wir dort je gehört haben. Das Signal klang selbst für Metal-Drumming-Verhältnisse richtig fett und satt, obwohl es im Gegensatz zu speziellen Modellen fürs Schlagzeug im Frequenzgang nicht angepasst ist. Ein neuer Geheimtipp?

Gerade an der Snare weiß das d:vote CORE 4099 durch einen fetten und satten, dabei aber durchaus natürlichen Sound zu überzeugen.

Fazit & Technische Daten

Mit der d:vote-CORE-4099-Serie hat DPA Mikrofone der Extraklasse im Programm. Diese sind nicht nur Tausendsassa an den unterschiedlichsten Schallquellen, sondern genauso Spezialisten – was sich besonders an der Snare gezeigt hat. Dabei klingen sie sehr detailreich, natürlich und werden allen getesteten Instrumenten vollauf gerecht. Gibt es hier etwas zu meckern? Um es kurzzufassen: nein. Auch wenn hie und da die Höhen ein wenig zu präsent schienen, war dies nichts, was man nicht schnell mit einem Equalizer in den Griff kriegen könnte. Die doch recht unscheinbaren Schallwandler lassen kaum etwas zu wünschen übrig. In puncto Verarbeitungsqualität wirkt alles tadellos und einwandfrei. Interessant in Bezug auf die verschiedensten Instrumente ist die Vielfalt an Clips. Diese lassen sich intuitiv und unkompliziert handhaben, wirken jedoch ein wenig überteuert.

Kein Wunder, dass DPA mit seinen Mikrofonen in der High-End-Klasse ganz weit vorne mitspielt. Mit d:vote CORE 4099 haben die Dänen vielseitig einsetzbare Modelle auf den Markt gebracht, die gerade vor akustischen Instrumenten ihre volle Wirkung entfalten. Wer viel Wert auf möglichst natürlich klingende Signale legt, wird in seiner engeren Auswahl nicht um die d:vote-CORE-4099-Serie herumkommen.

Technische Daten
 
Wandlertyp                Druckgradient, vorpolarisiertes Kondensatormikrofon
Richtcharakteristik            Superniere
Frequenzbereich            20 Hz bis 20 kHz
Empfindlichkeit (± 3 dB @1 kHz)    6 mV/PA, –44 dB @ 1 V/PA (Loud SPL) &
                    2 mV/PA, –54 dB @ 1 V/PA (Extreme SPL)
Ersatzgeräuschpegel            23 dB(A) (Loud SPL)    & 28 dB(A) (Extreme SPL)
Signal-Rausch-Abstand        71 dB(A) (Loud SPL) & 66 dB(A) (Extreme SPL)
Klirrfaktor                < 1 % bei bis zu 131 dB(SPL) (Loud SPL) &
                    < 1 % bei bis zu 137 dB(SPL) (Extreme SPL)
Dynamik                108 dB (Loud SPL) & 109 dB (Extreme SPL)
Maximalschalldruckpegel        142 dB (Loud SPL) & 152 dB (Extreme SPL)
Ausgangsimpedanz            100 Ω (ab XLR-Adapter)
Abmessungen                45 mm (Mikrofonlänge), 1,8 m (Kabellänge),
140 mm (Schwanenhals) & 5,4 mm (Kapseldurchmesser

Wertung

+ natürlicher, dynamischer und detailreicher Klang
+ überaus flexibel einsetzbar
+ gute Verarbeitungsqualität
+ Schwanenhals flexibel ausrichtbar und formstabil
– Zubehör recht teuer

Preis (UVP): 547,40 € (pro Mikrofon mit passendem Clip, Kabel, Adapter, Täschchen usw)

 

Vertrieb: DPA Microphones im Netz
Weitere Infos: DPA Core-4099-Serie im Netz



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