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Test: Behringer XENYX UFX1204

Besonderes Mischverhältnis

Mit dem UFX1204 hat Behringer einen Mixer im Programm, der weit mehr als nur laut und leise kann. Erfahre mehr.


Besonderes ...

Ein Mischpult muss heutzutage mehr können als nur Signale zu verwalten und Störfrequenzen zu entzerren. Behringer zeigt mit dem UFX1204, dass auch auf kleinstem Raum allerlei moderne Features unterkommen. Den analogen Kompaktmixer aus der XENYX-Serie hatten wir im Test.

Bereits seit 1989 versorgt Behringer die Audiowelt mit kostengünstigem Musikerequipment. Bis vor wenigen Jahren noch war der Hersteller primär für seine preiswerten Produkte für Einsteiger bekannt. Spätestens 2011 änderte sich das. Mit der Präsentation seines X32-Mischpults erstaunte Behringer vor allem die Fachwelt: Ein professioneller Digital-Mixer, dessen Erweiterungsmöglichkeiten, Features und Sound mindestens das Zehnfache von vergleichbarem Equipment wert ist.

Doch auch seine analogen Mixer hat Behringer nicht vernachlässigt. Besonders die XENYX-Serie bekam im letzten Jahr mit dem UFX1204 und dem UFX1604 interessanten Nachwuchs. Neben einer modernen Optik bieten diese Pulte alles, was man für den Live- und Recording-Einsatz benötigt. Für eine ausführliche Betrachtung luden wir den UFX1204 zu einer eingehenden Inspektion ein. Und eines schon mal vorweg: Das kompakte Mischpult hat mehr Funktionen an Bord, als es auf den ersten Blick preisgibt.

Viele Musiker wünschen sich einen schlanken Mixer, der sich für das Home-Studio, den Proberaum und kleine Gigs eignet. Überlegt man sich nun den dafür benötigten Funktionsumfang, stößt man schnell an Grenzen – sowohl was die Kompaktheit als auch die Bezahlbarkeit angeht. Schließlich soll das gute Stück alle Features eines modernen Mischpults bieten, zusätzlich aber ebenso ein Audio-Interface und ein Effektgerät bereithalten. Behringer zeigt, dass sich diese Bedürfnisse in einem Gerät vereinen lassen – und noch mehr.

Das UFX1204 weiß vor allem durch seine übersichtliche Oberfläche zu überzeugen: Jede Art von Bedienelement weist eine eigene Farbe auf. Dadurch wirkt der Mixer zwar sehr bunt, ermöglicht aber gleichzeitig einen schnellen Zugriff – auch in eher dunklen Umgebungen. Praktischerweise ist hier nichts durcheinander angeordnet, sondern sehr verständlich und logisch. Beispielsweise befinden sich die Aux-Potis in den einzelnen Kanalzügen auf der gleichen Höhe wie die Aux-Master-Regler.


Das interne Effektgerät bietet 16 editierbare Presets und ein eigenes 4-LED-Meter.

Kompakt und robust

Die Oberfläche des Behringer UFX1204 ist anthrazitfarben. Um einzelne Sektionen hervorzuheben, sind diese entweder schwarz oder hellgrau hinterlegt. Einen schönen Eindruck vermitteln aber vor allem die beiden Blenden links und rechts am Gehäuse: Sie bestehen aus Kunststoff und sind knallrot. Nebenbei dienen sie als Tragegriffe. Folgendes sorgt beispielsweise im Home-Studio für ein optisches Highlight: Versenke den Mixer in der Arbeitsfläche, sodass unterhalb der Blenden alles im Tisch verschwindet – denke jedoch an die Anschlüsse an der Rückseite.

Damit der UFX1204 nicht überhitzt, sind an vier Stellen am Gehäuse Öffnungen zu finden. Sowohl oben als auch unten ist der Mixer mit einem stabilen Stahlblech versehen. Dadurch ist er robust und gut gegen äußere Einwirkungen geschützt. Etwas schade ist allerdings, dass man durch die Faderschlitze und die Kühlöffnungen direkt auf die Platinen der Elektronik sehen kann. In staubigen und feuchten Umgebungen – wie im Proberaum – können sich so über einen längeren Zeitraum Funktionsstörungen bemerkbar machen. Für einen rutschsicheren Halt sorgen vier Gummifüßchen an der Bodenseite.

Alle Bedienelemente sind fest verschraubt und machen einen stabilen Eindruck. Auf den Potis sitzen die Behringer-typischen hellgrauen Kappen. Die Faderaufsätze sind allerdings neu, silbern und wirken in ihrem Design moderner. Der Regelweg der Kanalfader beträgt 60 mm, der des Master-Fader 100 mm. Dabei weisen sie alle einen leichten, angenehmen Widerstand auf, wodurch sie sich hochwertig anfühlen.

Eine orangene Power-LED neben dem Master-Meter signalisiert Betriebsbereitschaft. Das Master-Meter selbst bietet eine Zwölf-LED-Kette. Neben jedem Kanalfader ist praktischerweise ein Vier-LED-Meter angebracht. So hat man immer eine optische Kontrolle darüber, in welchem Kanal wie viel Pegel anliegt. Sogar für das Input-Signal am integrierten Effektgerät findet sich ein Meter mit vier LEDs. Die oberste LED zeigt bei allen Metern an, ob das Signal übersteuert. Entsprechend ist dann der Pegel zurückzufahren, um unschöne Verzerrungen zu vermeiden.

Für eine optimale Signalübersicht ist neben jedem Kanalfader ein 4-LED-Meter angebracht.

Vielfalt

Der UFX1204 besitzt zwölf Eingänge. Die ersten vier Kanäle bieten je einen XLR- sowie einen Line-In. Sehr praktisch: Mikrofone lassen sich hier einzeln mit einer Phantomspeisung von 48 Volt betreiben. Allerdings leuchtet kein bestätigendes Lämpchen auf, sobald die Spannungsversorgung aktiviert ist. Als Micpres kommen XENYX-Modelle zum Einsatz. Zusätzlich haben die ersten vier Inputs einen 80-Hz-Lowcut, um tieffrequentes Rumpeln zu entfernen. Die ersten beiden Klinkeneingänge lassen sich von „Line“ auf „Hi-Z“ umschalten. Dadurch benötigt man keine zusätzliche DI-Box, um Gitarren oder Bässe direkt ins Pult zu spielen.

An der Rückseite des Mixers sind für die ersten vier Kanäle Insert-Send-Return-Buchsen angebracht. Dadurch lassen sich Signale professionell über externe Ersetzungseffekte bearbeiten. Als weitere Besonderheit ist in den ersten vier Kanälen ein One-Knob-Kompressor zu finden. Eine rote LED neben dessen Poti zeigt dabei an, ab wann das Signal komprimiert wird. Im Gegensatz zu den Kanälen „5/6“ bis „11/12“ besitzen die ersten vier Kanäle einen Drei-Band-EQ mit semiparametrischem Mittenregler. Der Regelbereich von letzterem reicht von 100 Hz bis 8 kHz – damit lassen sich beispielsweise störende Resonanzen oder Feedbacks killen. Außerdem verspricht der Hersteller einen „britischen Sound“.

Die Stereo-Kanäle bieten einen Vier-Band-EQ mit den festen Frequenzen 80, 300, 3.000 und 12.000 Hz. Eingangsseitig bieten die Kanäle „5/6“ bis „11/12“ Line-Buchsen, die sowohl stereo als auch mono nutzbar sind. Praktisch bei allen Kanalzügen ist, dass sich die Equalizer einzeln via Schalter aktivieren und deaktivieren lassen. Auch bieten alle Kanäle zwei Aux-Regler, einen Panorama-/Balance-Poti, Mute- und Solo-Schalter sowie den bereits erwähnten 60-mm-Fader.

Über einen Schalter unterhalb des Main-Meters lässt sich zwischen normalem Solo (Solo in Place) und PFL (Pre Fader Listening) wählen. Entsprechend leuchtet eine LED neben dem Main-Meter, sobald in einem Kanal Solo gedrückt wurde. Auch im jeweiligen Kanal bestätigt eine orangene LED die Solo-Funktion. Drückt man in einem Kanal Mute, wird das Signal nicht einfach stumm geschaltet – es gelangt auf die Sammelschiene „Alt 3-4“. Damit lässt sich eine Signal-Gruppe mit eigenem Master-Level-Regler bauen.

Die vier XLR-Eingänge mit XENYX-Vorverstärkern lassen sich einzeln mit 48 Volt Phantompower speisen.

Intern verwaltet

Nur zwei Regler und zwei Schalter bedienen das integrierte Effektgerät am UFX1204. Doch das ist genug, um über alle 16 Effekte Herr zu werden. Für eine individuelle Effektierung jenseits von Presets hat Behringer an eine Tap-Funktion gedacht, die vor allem für Delays praktisch ist. Außerdem besitzt das 24-Bit-Multieffektgerät einen Edit-Regler, über den sich stufenlos die Nachhallzeit oder Feedbackrate des Delays einstellen lässt.

Damit überhaupt ein Signal ins Effektgerät und zurückgelangt, sind ein paar Schritte zu beachten: Erst einmal muss der Multieffekt aktiviert sein. Das geschieht über den orangenen „FX-On“-Button. Nun müssen sowohl der orangene Send- als auch Return-Master aufgedreht werden – am besten auf „0 dB“, wo der Regler einrastet. Jetzt ist langsam der FX-Regler im jeweiligen Kanal aufzudrehen, bis das Verhältnis passt. Das Effektsignal gelangt so direkt auf die Stereo-Summe.

Die beiden Aux-Wege lassen sich pre oder post schalten. An der Rückseite neben den Insert-Buchsen bietet der Behringer-Mixer die entsprechenden Aux-Ausgänge und -Returns – letztere sind stereo. Der erste Aux-Weg lässt sich beispielsweise für den Monitormix auf der Bühne nutzen. Besonders praktisch ist hierbei, dass das Signal vom internen Effektprozessor zusätzlich auf den ersten Aux-Send geroutet werden kann. Dazu braucht man einfach nur den Schalter zwischen Aux-Send und -Return zu drücken.

Eine Talkback-Funktion ist für die Größe des UFX1204 eher unüblich – doch der Mixer bietet diese. Das integrierte Mikrofon dafür befindet sich auf Höhe der Solo-Tasten rechts neben dem Kanal „11/12“. Über einen Poti lässt sich das Signal einpegeln und via Schalter auf die Kopfhörerausgänge, den Main-Mix und die Aux-Wege „1-2“ schicken. Dazu muss man einfach nur den „Talk“-Taster gedrückt halten – simpler und flexibler geht’s kaum.

Die EQs lassen sich einzeln an- und ausschalten, um direkte A/B-Vergleiche zu ermöglichen.

Analog trifft digital

Maximale Flexibilität bietet das integrierte Audio-Interface. An der Rückseite des Behringer UFX1204 sind zwei USB-2.0-Buchsen sowie ein FireWire-400-Anschluss zu finden. Mittels Schalter bestimmt man, ob das Interface via USB- beziehungsweise FireWire-Schnittstelle mit dem Computer kommuniziert oder als Stand-Alone-Gerät fungiert. Für letztere Funktion wird kein Rechner fürs Recording benötigt, sondern nur ein USB-Speichermedium. Das Signal in Richtung Computer ist immer Post-Kompressor und Pre-Fader. Über die roten Send-Buttons in jedem Kanal kann man jedoch bestimmen, ob das Signal Pre- oder Post-EQ abgegriffen werden soll.

Zwischen Kanal „11/12“ und dem Main-Fader befinden sich Transport-Taster. Darüber ist es möglich, die Aufnahmen im Stand-Alone-Modus zu steuern. Ist der Behringer-Kompaktmixer via USB oder FireWire mit einem Computer verbunden, dienen die Transport-Buttons als Fernsteuerung für die DAW. Dazu musst der Mixer als MIDI-Interface angewählt werden. Das UFX1204 unterstützt dabei zwei verschiedene Arbeitsmodi: Standard und Mackie Control. Entsprechend muss auch im Sequencer der MIDI-Modus angewählt sein.

Im Stand-Alone-Betrieb prüft der Behringer-Mixer erst, ob das angeschlossene USB-Speichermedium für Aufnahmen geeignet ist – das Display über dem Transport zeigt „tSt“ (Test) an. Erfüllt es nicht die Mindestvoraussetzung, ist „SLO“ zu sehen. Bei einem brauchbaren Medium erscheint hingegen entweder „LO“ (für 16-Bit-Aufnahmen) oder „HI“ (für 24-Bit-Aufnahmen). Bei gehaltenem Time-Remain-Taster lässt sich die Samplerate einstellen: Möglich sind entweder 44,1 oder 48 kHz.

Der UFX1204 kann bis zu 16 Kanäle gleichzeitig aufzeichnen. Aufgesplittet heißt das: die zwölf Eingangskanäle, die Stereo-Summe sowie die beiden Aux-Wege. Ist er mit einem Computer verbunden, erhält der Mixer zwei Stereo-Signale, die in den Mischpult-Kanälen „9/10“ und „11/12“ anliegen. Für Aufnahmen über eine USB-Festplatte erstellt das integrierte Audio-Interface den Ordner „Records“. Für jede Spur wird dabei ein einzelner Track erzeugt und entsprechend benannt – und das alles automatisch.  

Die drei Aufnahmemodi „USB“, „Stand-Alone“ und „FireWire“ machen den UFX1204 sehr flexibel.

Pures Mischvergnügen

Als zentrale Signalverwaltungsstelle muss man eben viel bieten können. So hat der Behringer UFX1204 eine regelrechte Mischmatrix verbaut, die Signale von unterschiedlichen Quellen an diverse Ausgänge weiterleiten kann. Dazu zählen vor allem die Abhörmöglichkeiten: Neben dem Main-Out, der in Form von XLR und Line zu finden ist, gibt es einen Control-Room- sowie einen Alt-3-4-Ausgang. Weiterhin sind, ganz klassisch, Cinch-Anschlüsse für das Anschließen von Zuspiel- und Aufnahmegeräten angebracht.

Besonders praktisch ist, dass der UFX1204 gleich zwei Kopfhörerausgänge bietet – beispielsweise je einen für Musiker und Techniker. Zwar lassen sich die beiden Ausgangspegel nur über einen Regler steuern, doch das ist angesichts der Feature-Liste verschmerzbar. Zusammengefasst sind das mächtig viele Funktionen für einen solch kompakten und überschaubaren Mixer. Dabei machen alle Regler und Schalter einen recht hochwertigen Eindruck und vermitteln einem nicht das Gefühl, als würden sie schnell den Geist aufgeben.

Kommen wir zum Sound. Dieser ist durchaus gut. Etwas störend ist jedoch, dass die Kanaltrennung nicht ganz so sauber ist. Sprich: Schiebt man bei einem anliegenden, pegelreichen Signal alle Kanalfader runter, ist trotzdem etwas wahrzunehmen – zwar sehr leise, aber dennoch präsent. Nachteilig zu nennen ist auch, dass beim Ein- und Ausschalten ein lautes Knacksen über die Lautsprecher ertönt. Das kann man zwar mit runtergeschobenem Master-Fader umgehen, vergisst aber das schnell mal. Nichtsdestotrotz klingen die Equalizer musikalisch und greifen gut hörbar sowie effektiv ins Signal ein.

Mit dem UFX1204 hat Behringer einen wahren Tausendsassa im Programm. Nicht nur die vielseitigen Signalverwaltungsmöglichkeiten, sondern vor allem die Interface-Funktion bedeuten in seinem Preissegment ein Alleinstellungsmerkmal. Dabei muss nicht unbedingt ein Computer für Live- oder Rehearsal-Recordings herhalten – eine USB-Festplatte tut’s genauso. Das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis dürfte jedoch so gut wie jeden Bandmusiker und Home-Studio-Betreiber gefallen.

Transport-Buttons sorgen für eine bequeme DAW-Fernsteuerung.

Technische Daten

Eingänge

4x XLR, 4x Line (mono), 4x Line (stereo), 2x Aux-Return (stereo) & Tape

Ausgänge

2x Main (XLR/Line), Control-Room, 2x Phones, Alt 3-4, 2x Aux-Send & Tape

Weitere Anschlüsse

4x Insert-Send-Return, USB 2.0, FireWire 400, USB-Drive & Kaltgerätenetzbuchse

Kanäle 12 (1-4 mono, 5-12 stereo)
Effekte

16 Presets, editierbar

Klangregelung

3-Band-EQ, Lowcut und Kompressor (Ch 1-4) & 4-Band-EQ (Ch 5/6-11/12)

Weitere Features

Talkback-Mic, Transport-Control, EQs einzeln schaltbar & Phantompower einzeln schaltbar

Klirrfaktor Kombi-In (Sender), XLR-Out (Empfänger) & Netzanschluss
Verstärkungsbereich

+10 bis +60 dB (Mic)

Signal-Rausch-Abstand 110 dB (A-bewertet)
Frequenzgang

10 Hz – 140 kHz (-1 dB)

Wandlung

bis zu 96 kHz bei 24 Bit

Kompatibilität

Windows XP oder höher & Mac OS X

Gewicht 4,5 kg
Maße (HxBxT)

97 x 311 x 438 mm


Wertung:
+ featurereiche Ausstattung
+ hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
+ Pegelanzeige in jedem Kanal
+ Phantomspeisung einzeln zuschaltbar
+ Stand-Alone-Aufnahmen möglich
+ praktische Transport-Buttons
+ gut klingende Effekte
+ zwei Kopfhörerausgänge
- leichtes Übersprechen der Kanäle
- lautes Knacksen beim Ein- und Ausschalten

Preis (UVP): 465 Euro

Weitere Informationen unter: www.behringer.com

Vertrieb: Music Group



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