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Special: Gesangsmikrofone für den Live-Einsatz

1, 2, Mikrocheck

In diesem Special erfährst du, auf was du achten musst um das für dich und deine Stimme geeignete Bühnenmikrofon zu finden.


1, 2, Mikrocheck

Die Anforderungen an ein gutes Bühnengesangsmikrofon sind eigentlich recht übersichtlich: Neben den guten Klangeigenschaften sollte es feedbackresistent sein und Störschall effizient ausblenden. In diesem Special erfährst du, auf was du achten musst um das für dich und deine Stimme geeignete Mikrofon zu finden.

Kennst du das Szenario? Du übst im stillen Kämmerlein ganz für dich alleine oder mit der Band im Proberaum an deiner Stimmtechnik. Gerne gehst du auch an die Grenzen und darüber hinaus. Ist ja logisch: die Grenzbereiche während eines Gigs austesten zu wollen, wäre sicher suboptimal für Zuhörer und deine Band. Wie dem auch sei, du bereitest dich so gut es geht vor, sodass deine Stimme am Tag der Tage perfekt funktioniert.

Jedoch kennen auch viele Sänger das folgende Szenario: Du kommst zur Location wo der Gig steigt und der Techniker drückt dir in der Regel ein verbeultes und abgegriffenes Mikrofon in die Hand. Zudem weißt du nicht, wie viele Sänger sich mit mehr oder weniger feuchter Aussprache in und an dem Mikro verewigt haben. Und wenn man jetzt noch Lippenkontakt mit dem Mikrofonkorb hat ... brrrr. An dieser Stelle „Schnitt“ und Kopfkino aus. Alleine aus Hygienegründen sollte daher schnellstens ein eigenes, nur für dich bestimmtes Mikrofon in dein Equipmenttäschchen.

Du solltest in dem Fall darauf achten, dass du dein Mikrofon häufig (am Besten) nach jeder Anwendung reinigst, da sich im Korbbereich sonst schnell Bakterien ansiedeln, die dich gesundheitlich beinträchtigen können.

Voraussetzung für ein sauberes Mikrofon ist, dass du den Korb und den darin liegenden Schaumstoff entfernen kannst, um beides zu reinigen. Die Reinigung selbst ist unspektakulär, da es in der Regel reicht, wenn du warmes Wasser mit Seife, Spülmittel oder einem sonstigen nicht zu aggressiven Reinigungsmittel mischt und den Schaumstoff damit reinigst. Den Korb kannst du ebenfalls mit einem feuchten Tuch abwischen. Hin und wieder verwende ich auch Desinfektionsmittel nach der Reinigung. Bevor du wieder alles zusammensetzt musst du lediglich darauf achten, dass alle Teile trocken sind.

Zudem willst du ja auch deine Stimme so optimal wie nur irgend möglich deinen Fans präsentieren. Und es ist schließlich kein Geheimnis, dass verschiedene Mikros verschieden klingen. Deshalb ist es wichtig, dass du DAS richtige Mikrofon für deine Bedürfnisse findest. Da gibt es auch einiges zu beachten. Neben den technischen Spezifikationen ist es natürlich wichtig, dass das Mikro zu deiner Stimme passt. Aber Gesangsmikrofone gibt es viele auf dem Markt und zwar in allen Formen, Farben und Preisklassen. Hier hilft nur eins: vergleichen! Gehe am Besten zum Händler deines Vertrauens und leihe dir einige Mikrofone aus, sodass du beurteilen kannst, welches Mikro dir besonders liegt. Es gibt Händler, die dir anbieten, gegen eine Leihgebühr Mikrofone auszuleihen und dir den Betrag auf den Kauf eines der Mikrofone anrechnen.

 

 


Die Hand am Korb verändert den Stimmsound und beeinträchtigt die Richtcharakteristik

Wandlungsfähig

Für den Sänger auf der Bühne gibt es in der Regel zwei relevante Bautypen an Mikrofonen: elektrodynamische Mikrofone auch als dynamische Mikros bezeichnet und elektrostatische Mikros besser bekannt als Kondensatormikrofone. Unter den dynamischen Mikros muss man jetzt zwischen Bändchenmikrofonen und Tauchspulenmikrofonen unterscheiden. Üblicherweise verwendet man Tauchspulenmikrofone, da sie in der Regel robuster sind. Wobei es auch vereinzelt bühnentaugliche Bändchenmikrofone gibt. Klanglich gibt es bei beiden Exemplaren hervorragende Ergebnisse – je nach Budget und subjektivem Empfinden.

Kondensatormikrofone werden gerne eingesetzt, wenn es um höchste Audioqualität geht, da sie in der Regel einen größeren Frequenzbereich aufnehmen können und auch impulsiver auf Audiosignale ansprechen. Außerdem haben sie den Ruf weg, nicht so stabil zu sein – wobei es hier mittlerweile auch schon sehr robuste Modelle gibt.

Der Einsatzbereich beider Wandlerprinzipien ist eigentlich fließend. Dennoch werden dynamische Mikrofone gerne eingesetzt wenn es etwas rockiger zur Sache geht und Kondensatormikros wenn man jede Nuance hören will. Auch hier gilt: Erlaubt ist, was gefällt und was technisch machbar ist.

Oft wird eines bei der Mikrofonwahl nahezu komplett ausgeblendet: Das Handling mit all seinen Begleiterscheinungen. Ein Bühnenmikrofon, das vom Sänger mal in die Hand genommen wird, sollte nicht zu schwer sein und es sollte auch so von der Oberfläche beschaffen sein, dass die Hand am Schaft nicht unbeabsichtigt verrutscht. Gerade bei letzterem ist es nämlich oft der Fall, dass die Hand in Richtung Korb wandert und damit die Richtcharakteristik und Klangeigenschaften negativ beeinflusst. Wenn du ganz bewusst den Korb halb mit der Hand verdeckst, weil es einfach gut und lässig aussieht, bringt dir das aber klanglich nur Nachteile.

Mit oder ohne Schalter? Da scheiden sich die Geister. Ich persönlich verwende nur Mikrofone, ohne Schalter. Da gibt es kein versehentliches Ausschalten, was den Techniker am Pult zur Verzweiflung bringen kann. Es soll sogar schon passiert sein, dass ein verzweifelter Tonmann am Pult verzweifelt nach dem verlorenen Gesangssignal suchte und chaotisch alle Regler nach oben zog. Dreimal dürft ihr raten, was dann passierte, als dem Sänger einfiel, den Schalter am Mikro wieder auf „On“ zu stellen ;-)

 

 

Bei Mikrofonen mit Nierencharakteristik müssen die Wedges direkt vor dem Sänger aufgestellt werden

Richtcharakteristik

Insbesondere im Live-Betrieb kommen neben dem „guten“ Klang noch weitere Anforderungen hinzu, warum man sich sorgfältig für ein bestimmtes Mikrofon entscheiden sollte. Auf der durchschnittlichen Bühne mit Band oder Zuspieler herrschen in der Regel andere Lautstärkeverhältnisse, als im Tonstudio. Daher spielt es eine große Rolle, wie viel Störschall aus den Gitarrenstacks, dem Schlagzeug über das Gesangsmikrofon auf das Monitoring und die PA übertragen werden. Dein Mikro sollte also wenn es möglich ist, nur deine Stimme übertragen und nichts anderes.

Zum Einen hilft es, wenn du als Sänger deinen Körper einsetzt um den direkten Störschall dadurch zu verringern, indem du zwischen Kapsel und Störschallquelle stehst. Und zum Anderen hilft es, wenn du und deine Band die Bühnenlautstärke so leise wie möglich haltet. Disziplin ist hier eine wichtige Sache.

In diesem Zusammenhang ist es sehr wichtig, dass dein Mikrofon die richtige Richtcharakteristik aufweist. Pauschal kann man eine Empfehlung für die Niere und ihre Unterarten aussprechen. Bei der Niere wird nämlich der rückwärtige Schall – zum Beispiel aus den Wedges (bestimmte Bauform von Bühnenmonitoren) – ideal ausgeblendet, wenn die Box direkt vor dir steht. Bei einer Hyperniere hingegen wird der Störschall schräg vor dir rechts und links ausgeblendet. In diesem Fall solltest du die Monitore wie ein „V“ vor dir und deinem Mikro aufbauen.

Wenn du diese Regeln beachtest, trägst du viel dazu bei, dass der Bühnensound nicht durch immer wiederkehrende Rückkopplungen verhunzt wird. Jedoch musst du beachten, dass die Richtcharakteristik auch frequenzstabil ist und die Niere auch wirklich eine Niere ist. Die Nierencharakteristik wird in der Regel nur für einen bestimmten Frequenzbereich erreicht. Und insbesondere sehr günstige Mikrofone neigen zum schnellen Pfeifen, weil sie nur in der Region bei einem Kilohertz den Störschall ausblenden. Gute Mikrofone müssen im Umkehrschluss aber nicht teuer sein, da es Modelle um ca. 100 Euro gibt, die hervorragende Arbeit verrichten.

 

 

Dein Körper vor dem Mikro sorgt, dass nicht unnötig Störschall in die Kapsel einspricht

Preise und Mikrofone

Nachdem du nun weißt, was dein Mikrofon können sollte, stellen wir dir nachfolgend einige Modelle in verschiedenen Preisklassen vor:

Einstiegsklasse

  • Für erste Erfahrungen mit Mikrofonen muss man nicht allzu tief in die Tasche greifen. Schon für unter 20 Euro Straßenpreis gibt es Einsteigermodelle von zum Beispiel the t.bone, Pronomic und Superlux. Etwas darüber (bis zu 100 Euro) bietet nahezu jeder Hersteller etwas für den kleinen Geldbeutel: Auch Hersteller wie LD Systems, Samson, JTS, Behringer und IMG Stage Line sind eine attraktive Alternative. Rode befindet sich mit dem M1 eigentlich in der nächsten Preisklasse, wird aber derzeit für weit unter 100 Euro Straßenpreis verkauft.

Profiklasse

  • Ab rund 100 Euro befindet ihr euch in der Profiabteilung. Seit mehreren Jahrzehnten ist das legendäre SM58 von Shure der Bestseller der dynamischen Bühnengesangsmikrofone. Ich behaupte jetzt ganz frech, dass dieses Mikro nahezu jeder professionell arbeitende Sänger schon mindestens einmal verwendet hat. Ob das wohl der Grund ist, warum es insbesondere in dieser Preisklasse sehr viele Modelle gibt? Man weiß es nicht.
  • Letztendlich hat nahezu jeder renommierte Hersteller, hier ein Modell im Angebot. Klanglich und qualitativ bewegen wir uns hier definitiv auf hohem Niveau. Hier einen Tipp auszusprechen fällt schwer, da AKG, Audix, Sennheiser, Electro Voice Microphones, Audio-Technica, Beyerdynamic hervorragende Kandidaten ins Rennen schicken. Wer sucht findet hier auch schon brauchbare Kondensatormikrofone, die nicht sofort rückkoppeln wenn es mal wieder etwas lauter wird.

Luxusklasse

  • Ambitionierte Sänger bekommen ab ca. 200 Euro ein Upgrade was es Klang und Qualität angeht. Hier finden sich auch alle renommierten Hersteller mit Kondensatormikrofonen sowohl als auch dynamischen Mikrofonen wieder. Wer keine Kompromisse eingehen will, kann hier auch richtig Geld ausgeben. Dann hat man es mit Herstellern wie AKG, Audio-Technica, Neumann, Shure, DPA, Beyerdynamic und Sennheiser zu tun.

 

 

Herstellerliste

Abschließend findest du gängige Mikrofonhersteller mit der jeweiligen Verlinkung zur Internetpräsenz:

 

 

 



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