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Im Fokus: Kabel für Musiker

Immer bestens verbunden

Kabel sind vielleicht nicht sexy – geiler Sound ohne Stress ist es aber. Hier erfährst du, worauf du bei Signalleitern achten musst.


Immer bestens ...

Viele Musiker und Techniker haben ja richtig Spaß daran, sich neues Equipment zuzulegen. Und doch gibt es Dinge die man gerne bei Seite schiebt. Kabel sind für die meisten so ein Reizthema, schließlich merken viele nur, wie wichtig sie sind, wenn sie nicht tun was sie sollen. Doch es lohnt sich durchaus, schon vorher über die scheinbar so unspektakulären Strippen nachzudenken.

Kabel? Klaro, ich hab schon eins von der Gitarre zum Amp stecken, und zwischen Top und Box, aber sonst is da ja nicht viel. Wirklich? Denk noch mal drüber nach: Worüber bezieht dein Amp seinen Strom? Benutzt du weder Fußschalter noch Effekte? Singst du oder wird dein Amp per Mikro abgenommen? Habt ihr Bühnenlicht? Wenn man mal in Ruhe und ganz bewusst nachzählt kommt man auf und um die Bühne schnell auf hundert(e) Kabel. Du denkst ich übertreibe? Dann zählen wir doch mal nach.

Gehen wir mal von einer „normalen“ fünfköpfigen Band aus. Beide Gitarristen brauchen ein Kabel von der Gitarre zum Effektboard, dann je zwei Patchkabel zwischen den Pedalen und wieder eins zum Amp – der wieder mit der Box verbunden ist. Schon sind wir bei zehn. Der Basser spielt einen Combo, macht also ein Kabel, dazu kommen drei Gesangsmikros und zwei Kabel weil der Drummer auch Elektrosounds abruft – und vier Stromkabel für die Amps und die E-Sounds. Schon sind wir bei 20. Und wo soll der Rest herkommen?

Nun ja, bislang ist ja noch nichts außer Gesang und Electrosounds abgenommen. Und jedes Mikro das auf der Bühne ist benötigt auch ein Kabel. Nehmen wir mal acht Stück für die Drums an, dazu drei für die Gitarren- und Bassamps. Macht schon 31, jetzt sind wir aber erst bei der Stagebox. Im Normalfall müssen diese Signale dann auch noch zum Mischpult – hier haben wir 16 Signale, aber da wir ein Multicore (also ein großes Kabel dass sich aus diversen Einzelkabeln zusammensetzt) benutzen gehen wir jetzt mal von einem Kabel aus. Und darüber laufen die Monitorsignale auch wieder vom Mischer zur Bühne.

Nur, dort müssen die Monitorsignale auch wieder auf einzelne Monitorboxen bzw. Kopfhörerverstärker & Co verteilt werden. Und auch diese Geräte brauchen wieder Strom. Über den Daumen gepeilt sind wir jetzt bei rund 50 Kabeln, dazu kommen nun auch noch Haufenweise Kabel für Licht, Nebel und andere Spezialeffekte. Selbst bei diesem noch recht überschaubaren Setup kommt man damit schnell auf rund hundert Kabel. Und solange man genug davon dabei hat und alle funktionieren ist ja alles gut. Doch wenn hier irgendwo ein Problem auftritt geht die Fehlersuche los. Wer also Wert auf eine Reibungslose Performance legt, sollte hier den Überblick behalten und auf Qualität setzen.


Schon an den Steckern kann man die meisten Kabel von einander unterscheiden – aber nicht alle.

Welche Kabelarten gibt es eigentlich?

Grundsätzlich sind die meisten Kabel mit denen man es als Musiker zu tun hat recht ähnlich aufgebaut. Klassischerweise hat man einen oder mehrere Leiter, gerne aus Kupfer, die sauber von einander getrennt in einer robusten aber dennoch flexiblen Kunststoffhülle untergebracht sind. Dummerweise sieht man diesen Kabeln von Außen nicht zwingend an, was sich in Inneren befindet. Schauen wir uns also die gebräuchlichsten Musikermodelle mal an.

Das Instrumentenkabel
Bei einem Instrumentenkabel wie es beispielsweise Gitarristen typischerweise verwenden gibt es einen (relativ dünnen) Innenleiter, über den die schwachen Signale (verglichen beispielsweise mit Lautsprecherkabeln) des Instrumentes geschickt werden. Aus diesem Grund besteht hier auch eine erhöhte Gefahr von Einstreuungen weshalb sich die Hersteller große Mühe geben, den Innenleiter elektrisch möglichst gut abzuschirmen, ihn aber auch vor mechanischen Einflüssen (Knicken, Einklemmen usw.) zu schützen. Die Schwierigkeit dabei: Gerade für bewegliche Musiker wie Gitarristen soll das Kabel natürlich weder zu schwer noch zu störrisch sein.

Das Lautsprecherkabel
Auch wenn sie äußerlich oft genau gleich aussehen, rein technisch unterscheiden sich Instrumenten- und Lautsprecherkabel (wie man sie etwa zwischen Verstärker und Box hängt) deutlich. In letzteren finden sich üblicherwiese zwei fette Innenleiter die kaum geschirmt sind, da hier deutlich mehr Energie fließt die deutlich schwerer beeinflussbar ist. Deshalb kann man hier die Abschirmung vernachlässigen.

Wichtig für dich ist, die Kabel auseinanderzuhalten bzw. jedes Kabel für den passenden Zweck einzusetzen. Denn während ein Lautsprecherkabel an der Gitarre deinem Sound einfach „nur“ nicht zuträglich ist, gefährdest du mit einem Instrumentenkabel die Gesundheit deines Amps. Denn wenn das (vergleichsweise dünne) Instrumentenkabel ob der hohen Last durchbrennt und der Amp dann ohne Last da steht kann das – vor allem bei Röhrenverstärkern – erhebliche Schäden anrichten. Also, lieber ein Lautsprecherkabel extra mitnehmen.

Das Mikrofonkabel
Überall wo Mikrofone, DI-Boxen uns ähnliches zum Einsatz kommen setzt man auf sogenannte Mikrofon-  oder auch symmetrische Kabel. Der Unterschied zu unsymmetrischen Kabeln wie den klassischen Instrumentenkabel: hier laufen im Inneren zwei (möglichst) identische Leiter die miteinander verdrillt sind. Dadurch werden eventuell auftretende Einstreuungen hier sehr zuverlässig ausgefiltert. Übrigens: Auch wenn man bei symmetrischen Kabeln gerne an Mikrofonkabel mit XLR-Stecker denkt gibt es auch welche mit Klinkensteckern. Diese sind gut an ihren etwas anderen Steckern zu erkennen und sind auch als Stereokabel bekannt.

Praktischer Helfer: Mit diesem Adapter von Neutrik kann man aus zwei kurzen Klinkenkabeln ein langes machen.

Mehr als „nur“ Audio

Das Cinch-Kabel
Eher seltener kommen die sogenannten Cinch-Kabel zum Einsatz, sie sind vor allem bei DJs beliebt, oder um Backingtracks und ähnliches zum Mischer oder direkt in die PA-Box zu bringen. Übrigens: gerade wenn man als Tontechniker viel unterwegs ist und nie weiß mit welchen Geräten und Anschlüssen man konfrontiert sein wird, empfiehlt es sich auf jeden Fall die meistverwendeten Kabel und Adapter im Koffer zu haben. Denn nichts ist ärgerlicher als ohne das passende Kabel dazustehen.


Daten- und Netzwerkkabel
Viele Musiker benutzten darüber hinaus auch Kabel die nichts mit der Klangübertragung zu tun haben sondern der Steuerung verscheidenster Geräte dienen. Gerade Keyboards, aber auch viele Gitarrenamps arbeiten heute noch mit MIDI – entsprechende Kabel  inklusive Ersatz sollte man also auch immer im Gepäck haben. Achtung: Manche Geräte kann man per MIDI auch mit Strom versorgen. Dann benötigt man allerdings ein Kabel, bei dem der MIDI-Stecker an der einen Seite nicht nur die Üblichen fünf, sondern sieben Pins hat. Diese sind teilweise etwas schwerer zu bekommen. Wenn du ein solches Kabel benötigst solltest du erst recht eines in Reserve haben.

Mittlerweile empfangen einige Geräte ihre Steuerbefehle auch per Netzwerkkabel. An und für sich recht praktisch, doch gerade wenn man viel live spielt sollte man sich um eien robuste Variante dieses Signalleiters kümmern – sonst muss man ständig nachkaufen, denn extrem stabil sind zumindest die günstigen Varianten dieses Kabels eher nicht.

Ob Klinke oder XLR: Auch bei Steckern muss man auf Qualität achten.

Der passende Stecker

Ohne den passenden Steckverbinder nützt das beste Kabel nichts. Erfreulicherweise bekommt man hier von den gebräuchlichsten Herstellern durchweg tolles Material geliefert – oft vom Marktführer Neutrik, aber auch gerne eigene Entwicklungen. Hier sollte man darauf achten, dass man den Steckverbinder leicht öffnen kann, wenn man denn vor hat, auftretende Defekte wie Wackelkontakte selbst zu reparieren. Auch eine gute Zugentlastung ist von Vorteil. Ansonsten liegen die Unterschiede hier eher in der Haltbarkeit – und natürlich in der grundsätzlichen Form. Die gebräuchlichsten Stecker für Musikeranwendungen sind Klinkenstecker, XLR-Steckverbinder, Speakon, Cinch und MIDI.

Wenn du dieses grundlegende Wissen immer im Kopf hast, sollte es in Zukunft keine Probleme mehr geben. Irgendwann geht natürlich jedes Kabel mal kaputt. Aber wie du ja sicher weißt hat man (insbesondere live) für alle wichtigen Verbindungen immer ein Ersatzkabel dabei. Bevor wir das Special hier beenden noch zwei kleine Tipps.

Superpraktisch: Ein Kaltgerätekabel mit IEC-Lock: So hält der Stecker sicher in der Buchse.

Tipp 1: Die Sache mit dem Strom

Das Kabel, dem wohl am wenigsten aufmerksam geschenkt wird, ist das Stromkabel, meist ein Kaltgerätekabel. Dabei ist ein Großteil ohne ausreichende Stromversorgung schlicht aufgeschmissen. Hab also auch hier immer Ersatz und Verlängerungen dabei. Ein kleiner Tipp wenn du öfter Probleme damit hast dass dein Stromkabel aus dem Gerät rutscht oder gerissen wird. Es gibt Modelle mit so genanntem IEC-Lock. Dabei handelt es sich um eine geniale kleine Kunststoffkonstruktion, mit der sich das Stromkabel an jeder handelsüblichen Kaltgerätebuchse verhakt und sich der Stecker erst wieder löst, wenn man den kleinen Kunststoffstift nach hinten zieht. Einfach genial und nicht teuer. Man darf nur nicht vergessen, allen zu erzählen, dass man dieses Kabel eben nicht einfach abziehen kann ;)

Für lötfaule Musiker: Mit Cable Kits wie hier von Planet Waves kann man sich genau passende Kabel anfertigen.

Tipp 2: Löten oder Schrauben?

Auch wenn es mittlerweile eine unglaublich große Auswahl an verschiedensten Kabeln für diverse Aufgaben und Setups gibt wollen viele Musiker doch lieber perfekt passende Signalleiter die sie sich selbst zusammenstellen. Doch nicht jeder ist ein Lötprofi. Für diese Zielgruppe gibt es für Instrumentenkabel so genannte „Solderless Cable Kits“ bei denen man ein langes Kabel und eine ganze Reihe an Steckern bekommt. Dann schneidet man sich das Kabel einfach auf die gewünschte Länge, schraubt an beide Enden einen Klinkenstecker – fertig. Gerade für Pedalboards sind diese Sets sehr beliebt. Erhältlich sind sie aktuell unter anderem von Planet Waves, George Ls, Evidence Audio oder Lava Cable.



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