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Test: Zoom H6

Wie ein Sechser im Lotto

Mehr Features als für Pocket-Recorder üblich bietet der Zoom H6 – erfahre Genaueres in unserem Test.


Wie ein Sechser im ...

Bereits vor etlichen Jahren begann Zoom damit, die Audiowelt mit seinen vielseitigen und innovativen Recordern für unterwegs zu revolutionieren. Mit dem H6 ging der japanische Hersteller nun mehr als nur einen Schritt weiter.

Er ist überraschend anders: Schon beim ersten Blick auf den Zoom-Handy-Recorder H6 wird einem klar, dass man es hier mit etwas Besonderem zu tun hat. Das Display sitzt nämlich nicht wie üblich relativ weit oben im Gehäuse, sondern ganz unten und ist etwas abgeschrägt. Was erst ein bisschen bizarr aussieht, bietet einen praktischen Vorteil: Richtet man das Aufnahmegerät horizontal auf eine Schallquelle aus, lässt sich so optimal ablesen, was gerade auf digitaler Ebene passiert.

Zwar ist das Gehäuse des H6 nicht gerade das kleinste, dennoch wirkt es bei der Anzahl seiner Eingänge kompakt: Neben vier Kombi-Buchsen gibt es eine Schnittstelle für das Aufsetzen von Mikrofonen – doch dazu gleich mehr. Auf der Oberseite sind die wichtigsten Bedienelemente zu finden: Transport-Buttons, Gain-Regler und Track-Tasten. Diese sitzen auf einer schwarzen Blende aus gebürstetem Aluminium und fühlen sich hochwertig an. Das restliche Gehäuse ist mit einer grauen Gummischicht überzogen, die auch in verschwitzten Händen ein versehentliches Abrutschen verhindert.

An der Rückseite ist ein Mono-Lautsprecher eingebaut, der das Kontrollhören nach der Aufzeichnung erlaubt. Möchte man direkt während des Recordings das Aufgenommene abhören, empfiehlt sich der Kopfhörerausgang mit eigenen Volume-Tasten. Zusätzlich gibt der H6 das Signal an einem Line-Out aus. Das ist vor allem dann nützlich, wenn man mit einer Kamera filmt und den Ton synchron zum Bild aufzeichnen möchte. Weiterhin bietet der Recorder eine Remote-Buchse, über die man ihn mit einer optional erhältlichen Fernbedienung steuern kann.

Um überhaupt aufnehmen zu können, benötigt der Zoom H6 vier Energielieferanten im AA-Format. Praktischerweise hat der Hersteller vier Alkaline-Batterien von Maxell eingepackt – so kann man gleich loslegen. Alternativ bezieht der Recorder seinen Saft über AA-Akkus oder seine USB-2.0-Buchse. Damit seine Performance optimal an die jeweilige Stromquelle angepasst ist, lässt sich im Menü einstellen, ob Alkaline-Batterien oder Nickel-Metallhybrid-Akkus zum Einsatz kommen.


Mit dem EXH-6 lässt sich der Zoom H6 um zwei weitere Kombi-Eingänge erweitern.

Vier zum Stecken

Wie bereits angeschnitten: Am Zoom H6 lassen sich vier verschiedene Module aufstecken – drei Mikrofone und ein Zwei-Kombi-Buchsen-Element. Dieses modulare Prinzip macht den Recorder unglaublich flexibel und für extrem viele Aufgaben einsatzbereit. Im Lieferumfang sind bereits zwei Schallwandler enthalten: das MS-Mikro MSH-6 und der XY-Wandler XYH-6. Wer beispielsweise bei stürmischem Wetter rastlos Atmos einfangen möchte, der kann den mitgelieferten Windschutz aus Schaumstoff über eines der beiden Elemente ziehen, um Störgeräusche zu unterdrücken.

Einige interessante Features bietet das XYH-6, denn die Kleinmembrankapseln lassen sich drehen. Dadurch ist der Öffnungswinkel von 90° auf 120° anpassbar. Dabei gilt: Je größer der Öffnungswinkel, desto kleiner der Aufnahmebereich und desto breiter wirkt die Schallquelle – und umgekehrt. Des Weiteren findet sich eine Stereo-Mic-/Line-In-Buchse, die das Anschließen externer Mikrofone erlaubt. Mittels Plug-In-Power, die sich im Menü aktivieren lässt, liegt hier eine Spannungsversorgung von 3,5 Volt für kleine Kameramikros an.

Nicht minder interessant ist das Element MSH-6. Im Inneren des Korbes verbergen sich ein Nieren- und ein Achtermikrofon. Beide Schallwandler lassen sich über einen Gain-Regler in der Mitte einpegeln – genau wie beim XYH-6. Der Zoom H6 dekodiert auch gleich das Mitte-Seite-Signal zu einer Stereo-Spur. Nimmt man nicht im MP3-, sondern im WAV-Format auf, hat man die Möglichkeit, das Seite-Signal nachträglich in der Lautstärke zu variieren und somit die Stereo-Breite zu verändern. Für Mono-Aufnahmen lässt sich das Achtermikro einfach muten.

Optional erhältlich ist das EXH-6, das die vier vorhandenen Kombi-Buchsen um zwei weitere ergänzt. Genau wie direkt auf dem H6 gibt es hier für jeden Eingang einen separaten Gain-Regler und ein -20-dB-Pad. Was hier allerdings fehlt, ist eine zuschaltbare Phantomspeisung. Weiterhin bietet Zoom das SGH-6 an, ein Mono-Mikrofon mit der Richtcharakteristik Superniere. Das Signal des gerichteten Schallwandlers wird dabei nur monophon auf einer Spur aufgezeichnet.

Dadurch, dass sich die Mikrofonkapseln des XYH-6 drehen lassen, ist ein Öffnungswinkel von 90° und 120° wählbar.

Digitale Vielfalt

Alle sechs Eingänge des H6 lassen sich parallel nutzen, sodass der Pocket-Recorder diese gleichzeitig aufzeichnet. Doch das ist nicht alles, denn die beiden Signale des aufsteckbaren Moduls kann man sicherheitshalber doppelt aufnehmen, wobei eine Variante einen um 12 dB reduzierten Pegel hat. Sollte es also bei den normal eingepegelten Files zu Clipping kommen, hat man immer ein Back-Up in petto. Die maximale Auflösung beträgt beim H6 übrigens 24 Bit zu 96 kHz – ein Wert, der auch audiophile Ansprüche erfüllt. Durchs Menü selbst kommt man mit einem Scroll-Taster, der allerdings etwas fummelig und etwas Feingefühl erfordert.

Bevor man das Signal jedoch auf digitaler Ebene abspeichert, lassen sich gewisse Anpassungen vornehmen: So kann man für jeden Eingang separat einen von zehn Lowcuts oder sechs verschiedene Kompressor-Presets setzen. Für die vier Kombi-Eingänge steht zudem jeweils eine Phantomspeisung von 12, 24 oder 48 Volt bereit. Um die Eingangspegel zu überprüfen, bietet der H6 obendrauf ein professionell wirkendes VU-Meter. Neben dem normalen Aufnahmemodus lassen sich außerdem Overdub-Recordings mit bis zu sechs Spuren und 99 Takes realisieren.

Ein Mixer erlaubt es, einzelne Spuren in Lautstärke, Panorama und sogar Tonhöhe zu beeinflussen. Jedoch ist letzteres zwar ein nützliches Feature zum Üben, aber für seriöse Aufnahmen eher weniger geeignet. Ist ein Take zu leise, kann man ihn im H6 normalisieren – sprich, die Lautstärke bis zur oberen digitalen Aussteuerungsgrenze erhöhen. Hat man nun eine Mischung erstellt, erlaubt es der Recorder, diese über eine Mixdown-Funktion in eine stereophone MP3- oder WAV-Datei zu bouncen.

Neben der üblichen Stand-alone-Funktion dient der H6 ebenso als Audio-Interface. Dazu braucht man ihn lediglich via USB mit einem Computer oder einem iPad verbinden, die Aufnahme-Software entsprechend konfigurieren und loslegen. Maximal sind so sechs Spuren eingangsseitig und ein Stereo-Signal ausgangsseitig möglich. Übrigens: Für User, die nicht im Besitz eines passenden Programms sind, legt Zoom eine Karte mit einem Download-Code für Cubase LE 7 bei.

Das gerichtete Mikrofon SGH-6 eignet sich gut, um störende Nebengeräusche auszublenden – beispielsweise bei Interviews oder für den Filmton.

Entfesselt aufnehmen

Um mit dem Zoom H6 wie im Studio aufnehmen zu können, integriert der  handliche Recorder ein Stimmgerät und ein Metronom mit Vorzählfunktion. Für eine einfachere Handhabung mit mehreren Stereo-Quellen lassen sich zudem die Spuren 1 und 2 sowie 3 und 4 zu Stereo-Gruppen zusammenfassen. Auch große Projekte kann man an einer beliebigen Stelle auf zwei kleinere aufteilen oder entsprechend vorne oder hinten trimmen. Praktisch ist das vor allem dann, wenn man lange gejammt hat, aber nur einzelne Parts verwenden möchte.

Wie klingen nun der Zoom H6 und dessen aufsetzbare Mikrofone? Erstaunlicherweise ist zwischen den einzelnen Schallwandlern qualitativ kaum ein Unterschied auszumachen – sie geben alle ein hochauflösendes, nuancenreiches und recht breites Klangbild wieder. Auch bei zu hohen Pegeln braucht man sich keine Sorgen um die Aufnahmen machen, da der MSH-6 einen Maximalschalldruckpegel von 120 dB und das XYH-6 sogar von 136 dB verträgt. So eignet sich das MS-Modul besonders gut für Raumklänge und Amtos, der XY-Wandler für Konzert- beziehungsweise Proberaummitschnitte.

Die einzelnen Mikrofonelementen unterscheidet sich nicht nur durch die Richtcharakteristik und somit durch ihre jeweiligen Einsatzzwecke, sondern auch der Vorverstärkungsgrad: Wo man beim SGH-6 auf „2“ regeln muss, um auf -6 dB (FS) im H6 zu kommen, sind es beim MSH-6 „5“ und beim XYH-6 sogar „7“. Allerdings ist das nur bedingt nachteilig zu betrachten, da man beim Wechseln des Mikrofons sowieso neu einpegeln sollte.

Zoom H6 – ein modulares Tonstudio für die Jackentasche. Der japanische Hersteller packt neben allerhand Zubehör noch ein Kunststoffköfferchen obendrauf, in dem viel Platz hat. Zusätzlich gibt es nicht nur zwei Aufsätze in Form eines Richtmikrofons und zweier zusätzlicher Kombi-Buchsen, sondern auch das APH-6. Letztgenanntes Set beinhaltet neben einer Remote-Fernbedienung und einem Netzstecker-USB-Adapter einen praktischen Windschutz für das MS- und XY-Mikrofon. Was will man überhaupt mehr?

Ein praktisches VU-Meter hilft dabei, den H6 einzupegeln.

Technische Daten

Gehäuse   schwarzer Kunststoff, grau gummiert mit Aluminiumblende
Anschlüsse

4x Kombi-In, Phones, Line-Out, Remote, Mikrofonschnittstelle & USB 2.0

Externer Speicher

SD (16 MB - 2 GB), SDHC (4 - 32 GB) & SDXC (64 - 128 GB)

Display 2“ LCD 320x240 Pixel, farbig
Aufnahmemodi RAW (WAV) & MP3, Stereo & Multitracking
Betriebsmodi

Stand-alone, Card-Reader & Audio-Interface

Maximale Spuren

2 (MP3) & 8 (WAV, 6 Spuren + 2 Backup)

Auflösung

max. 24 Bit zu 96 kHz

Zubehör

H6, XYH-6, MSH-6, 4x AA-Batterien, SD-Karte, USB-Kabel, Koffer, Windschutz, Bedienungsanleitung & Cubase-Download-Code

Maße (HxBxT)

152,8 x 77,8 x 47,8 mm (Recorder alleine)

Gewicht 280 g (Recorder, ohne Batterien)


Wertung:
+ Display gut ablesbar
+ liegt gut in der Hand
+ modulares Prinzip
+ hochwertige Verarbeitung
+ vielfältig einsetzbar
+ gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Scroll-Taste etwas fummelig

Preise (UVP):
Zoom H6    474 Euro
APH-6           58 Euro
EXH-6           70 Euro
SGH-6         141 Euro

Weitere Infos unter: www.zoom.co.jp

Vertrieb: Sound Service



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