Kontakt -  Heft -  Umfrage -  Impressum -  Termine -  Newsletter 

Besuche unsere Facebook-Seite Folge uns auf Twitter Videos von MusicnStuff auf Youtube Folge uns auf G+ MusicnStuff auf myspace Besuche unsere Instagram-Seite

Test: Unity Audio The Rock MKII

Zeitlose Audio-Lupe

Studio-Monitore der besonderen Art hatten wir mit The Rock von Unity Audio im Test.


Zeitlose Audio-Lupe

Unity Audio ist hauptsächlich jenseits des Ärmelkanals für hochwertige und analytische Lautsprecher bekannt. Zu den Top-Speakern des Herstellers zählen The Rock. Mittlerweile ist die zweite Generation der preisgekrönten aktiven Nearfields erhältlich – wir sahen sie uns etwas genauer an.

Der Anspruch an professionelle Lautsprecher für den Studio-Einsatz steigt unaufhaltsam: Neben den buntesten EQ-Funktionen, digitalen Schnittstellen und einem ausgeklügelten Bassreflexsystem soll sich die Abhöre der Wahl auch noch möglichst zeitgemäß kleiden. Bei diesen ganzen Nice-to-have-Argumenten bleibt leider oft das Wichtigste auf der Strecke – der Sound. Das weiß auch der Studiospezialist Unity Audio, weswegen er sich mit seinen High-End-Nearfields The Rock MKII nur das Wesentliche konzentriert.

Bewusst verzichten die Briten bei The Rock MKII auf entbehrlichen Schnickschnack aller Art. „Wir beschlossen gleich zu Anfang, keinen Equalizer einzubauen – der Klang ist so, wie man ihn wahrnimmt“, so Kevin Walker, Geschäftsführer von Unity Audio. Mutig, denn einige Mittbewerber bauen allerlei Elektronik ein und schwören auf die neuesten DSPs, um eine Klangkorrektur in der Nähe von Wänden oder auf dem Tisch zu ermöglichen. Zugegeben, diese Features sind oft sehr nützlich und haben situationsbedingt ihre Berechtigung.

Unerwünschten Bassanhebungen beugt man allerdings schon dadurch vor, indem man seine Abhöre ordentlich platziert. Sollte das nicht zum gewünschten Ergebnis führen, hilft es womöglich, einen guten externen Equalizer in den Signalweg der Abhöre zu integrieren. Hat man nun aber keine andere Option, als die The Rock MKII auf einen Tisch zu stellen, empfehlen sich beispielsweise Isolation-Pads unter den Speakern. Alternativ bietet Unity Audio das flexible Monitorstativ The Monolith an. Doch kommen wir endlich zu den Objeken der Begierde.

The Rock MKII besitzen geschlossene Gehäuse – eine für Studio-Lautsprecher eher unübliche Bauweise. Im Gegensatz zu Bassreflexboxen hat dieses Prinzip den Vorteil, dass der Rolloff zu tiefen Frequenzen viel sanfter ist: Wo bedingt durch die Resonanzfrequenz von Reflexkanälen Bässe bei 24 dB pro Oktave abfallen, sind es hier 12 dB. Mit entsprechenden Treibern lässt sich so auch ein entsprechend weiter Frequenzgang umsetzen. Unity Audio gibt diesen bei The Rock MKII mit 33 Hz bis 25 kHz an.


An der Front der Briten sind 12 mm starke Corian-Blenden im Granit-Look verklebt.

Beste Komponenten

Unity Audio hat The Rock MKII mit einem Gehäuse aus 12 mm dickem baltischen Birkenmultiplex ausgestattet. Dieser Werkstoff ist besonders wegen seiner hervorragenden akustischen Eigenschaften begehrt: Durch seine Resonanzen in Bässen wie Höhen arbeitet Birkenholz gewissermaßen als natürlicher Equalizer und sorgt für einen sanften Rolloff. Als Finish kommt ein dunkelgrauer, leicht aufgerauter Lack zum Einsatz, der zumindest die linke und rechte Seite sowie oben und unten schmückt.

Ein individuelles Merkmal an der Front beeinflusste maßgeblich die Namensgebung der The Rock MKII: 12 mm starke Corian-Blenden sorgen für ein schlichtes und zugleich edles Aussehen. Dabei handelt es sich um einen acrylgebundenen Mineralwerkstoff der Firma DuPont, der unter anderem bei Designer-Küchen und -Bädern zum Einsatz kommt. Sowohl Haptik als auch Optik erinnern hier stark an echten schwarzen Granit. Der große Vorteil gegenüber richtigem Gestein ist jedoch sein geringes Gewicht und seine Bruchfestigkeit.

Unity Audio greift bei The Rock MKII auf Treiber des deutschen Hi-Fi-Spezialisten Elac zurück. Für die Tiefen kommt ein 7“-Woofer zum Einsatz. Dieser besitzt in der Mitte nicht wie üblich eine Kalotte, sondern besteht aus einer großen, konkav geformten Membran. Hierbei handelt es sich um ein sogenanntes Al-Sandwich. Sprich: Auf die aus Zellstoff bestehende Membran wurde in einem speziellen Verfahren eine 0,2 mm starke Aluminiumfolie aufgeklebt.

Hochmitten und Höhen ab 2,7 kHz übernimmt ein Jet-Folienhochtöner – auch „Air Motion Transformer“ genannt. Die einzelnen Falten messen eine Breite von 0,84 mm und sollten für ein möglichst unverfälschtes Ergebnis keinesfalls berührt werden. Anders als bei Kalottenhochtönern geraten Luftmolekühle durch das geringe Gewicht der Folie und effiziente Neodym-Magneten schneller in Bewegung. Laut Hersteller sind so ein besserer Wirkungsgrad, hohe Linearität und ein größerer Dynamikumfang gegeben – doch dazu gleich mehr.

Unity Audio setzt bei The Rock MKII auf Folienhochtöner von Elac.

Klangparameter

Zu den beiden bereits hochrangigen Zulieferern gesellt sich noch eine Firma, die besonders im High-End-Sektor weltbekannt ist: Esoteric Audio Research, kurz E.A.R., fertigt extra für The Rock MKII einen individuell maßgeschneiderten Zwei-Kanal-Class-A/B-Verstärker. Dieser ist diskret aufgebaut und liefert pro Kanal 100 Watt Leistung. Das reicht locker aus, um im Studio Kunden mit ordentlichem Sound zu beeindrucken – Unity Audio selbst gibt im Datenblatt einen Maximalschalldruckpegel von 105 dB an.

Wie bereits eingangs erwähnt: Unity Audio ist bei seinen Lautsprechern mit Steinoptik sehr spartanisch herangegangen. So besteht das Bedien- und Anschlussfeld auf der Rückseite der Speaker aus einem Gain-Regler, zwei Eingangsbuchsen sowie der obligatorischen Kaltgerätenetzbuchse und dem Powerswitch. Zwei Inputs sind es hier, um – je nach Umfeld und Anwendung – eine symmetrische XLR- (Tonstudio und Broadcast) oder unsymmetrische Cinch-Buchse (Hi-Fi) zur Verfügung zu haben.

Über den gerasteten Gain-Regler lässt sich die Lautstärke der The Rock MKII optimal aneinander anpassen – sollte man meinen. Das ist auch der einzige Negativkritikpunkt an den Edellautsprechern von Unity Audio: Zeigen beide Potis  auf den gleichen Wert, ist zumindest in unserer Konstellation der linke leiser als der rechte. Wenn auch vorne nicht wirklich ersichtlich, signalisiert eine grüne Power-LED an der Rückseite der Monitore ihre Betriebsbereitschaft.

Das Bedien- und Anschlussfeld ist etwas ins Gehäuse versenkt verbaut. Dadurch gibt es keine hervorstehenden Elemente wie Gain-Regler, Buchsen oder Netzschalter. Außerdem verhindert man so bis zu einem gewissen Grad, dass sich herabrieselnder Staub an eben erwähnten Komponenten absetzt und mit der Zeit zu Knacksern führt. Somit kommen wir auch direkt zur Verarbeitung der Unity Audio The Rock MKII – kurz: sie ist tadellos; weder Gehäuse noch die daran und darin verbauten Teile lassen zu wünschen übrig.

Spezielle Woofer mit Aluminiumfolie aus dem Hause Elac sorgen für eine knackige Basswiedergabe.

True Fidelity

Wir hatten The Rock MKII in einer Extrem-Metal-Produktion im Einsatz – eine Herausforderung für jeden Speaker, da hier sowohl mit einem weiten Frequenzgang als auch mit vielen Signalen bei hoher Lautstärke gearbeitet wird. Während der ganzen Session blieben die Briten immer ehrlich und präsentierten sich als herausragendes Arbeitswerkzeug: In den Bässen gab es trotz Double-Bass-Gewitter keinen matschigen Frequenzbrei und auch die Tiefenstaffelung sowie Räumlichkeit waren einfach nur als beispielhaft zu betiteln.

Vorbildlich sind The Rock MKII aber vor allem in ihrer Auflösung, denn die Relation von Tiefen zu Höhen ist mehr als nur ausgewogen. Dabei gehen die Speaker so tief runter, dass in den meisten Situationen nicht mal ein Subwoofer her muss. Doch keine Sorge: Trotz des relativ weiten Frequenzganges ist die Impulstreue hervorragend. Ja, sogar leiseste Knackser im Signal sind schnell gefunden und eliminiert. Allerdings handelt es sich nicht, wie es viele erwarten, um Hi-Fi-Speaker, die durch eine moderate Mittenabsenkung „schönen“ – und das ist auch gut so.

Mit seiner Aussage, Unity Audio habe es sich zum Ziel gesetzt, brutal ehrliche Monitore zu bauen, trifft Kevin Walker es auf den Punkt: Die Unity Audio The Rock MKII liefern nicht nur einen sauberen, nahezu unverfälschten Klang, sondern befördern obendrein Signalanteile zutage, die man über bisher genutzte Abhören gar nicht ahnte. Neben der Wahl der optimalen Signalverhältnisse einzelner Spuren prädestiniert sich diese Eigenschaft vor allem beim EQing: störende oder unterbetonte Frequenzen sind schnell gefunden und entsprechend bearbeitet.

Unity Audio hat mit The Rock MKII High-End-Monitore der Referenzklasse im Programm. Klar, Qualität möchte auch bezahlt werden, doch aufgrund der hohen Wiedergabetreue ist das Preis-Leistungs-Verhältnis mehr als nur angemessen. Außerdem erhält man hier zeitlos gekleidete und in jede Umgebung passende Speaker mit bester Verarbeitung. Und sollte einem das dargebotene Bassfundament nicht reichen, empfiehlt sich der Subwoofer The Avalanche, ebenfalls aus dem britischen Hause. Unser Tipp: Unbedingt antesten!

Sowohl einen symmetrischen als auch einen unsymmetrischen Eingang halten Unity Audios The Rock MKII bereit.

Technische Daten

Bestückung   7“ Woofer & Folienhochtöner
Bauweise

geschlossene Box aus 12 mm Birkenmultiplex mit 12 mm Acrystein-Blende

Nennleistung

2x 100 W

Verstärkertyp Class-AB (Woofer & Tweeter)
Frequenzgang 33 Hz - 25 kHz (±3 dB)
Grenzfrequenz

2,7 kHz

Maximalschalldruckpegel

105 dB (bei 1 m)

Maße (HxBxT)

325 x 220 x 290 mm

Gewicht

11,2 kg

Lieferumfang

The Rock, Kaltgerätenetzkabel & Bedienungsanleitung


Wertung:
+ ausgezeichnete Auflösung
+ hohe Impulstreue
+ weiter, transparenter Frequenzgang
+ hervorragende Verarbeitung
- Gain-Regler unterschiedlich kalibriert

Preis (UVP): 1.249 Euro

Weitere Infos unter: www.unityaudioproducts.co.uk

Vertrieb: Unity Audio



Leser-Kommentare:
Keine Kommentare

Kommentar schreiben...

Das könnte dich auch interessieren:




layout-domain.tmpl