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Test: Sennheiser MK 4 Digital

Das Beste aus zwei Welten

Als MK 4 digital bringt der Großmembraner direkt einen integrierten A/D-Wandler mit.


Das Beste aus zwei ...

Mit dem MK 4 Digital präsentierte Sennheiser nicht einfach irgendeinen Großmembraner mit digitaler Schnittstelle. Die deutsche Mikrofonschmiede holte sich hierfür den US-amerikanischen Audiospezialisten Apogee mit ins Boot. Welche Früchte diese Zusammenarbeit trägt, fanden wir in diesem ausführlichen Test heraus.

USB-Mikrofone tummeln sich zuhauf auf dem Markt. Warum machte sich Sennheiser also überhaupt die Mühe, noch ein weiteres Modell zu entwickeln? Und dann auch noch das teuerste uns bekannte? Hat das MK 4 Digital in der Flut an weit günstigeren Konkurrenzprodukten überhaupt eine Chance? Zunächst einmal: Hierbei handelt es sich nicht um irgendein plumpes USB-Mikrofon, das die Einsteigerklasse als Zielgruppe hat. Ganz im Gegenteil. Doch fangen wir von vorne an.

Das MK 4 Digital lehnt sich an Sennheisers Erfolgs-Großmembraner an, der den gleichen Namen trägt – nur eben ohne das „Digital“ am Ende. Rein äußerlich unterscheiden sich die beiden Brüder kaum: Wo die rein analoge Version eine XLR-Buchse besitzt, kommt die digitale mit einer sogenannten Hirose-ST-Buchse. Außerdem findet sich bei letzterer auf der Unterseite des Schafts zusätzlich der Aufdruck „powered by Apogee“. Das war’s. Einen ausführlichen Testbericht zum MK 4 findest du übrigens hier.

Neben dem MK 4 Digital liegen – wie beim analogen Bruder – in der schmucken Verpackung die Mikrofonklammer MZQ 4, eine Mikrofontasche und die Bedienungsanleitung bei. Zusätzlich finden sich noch ein Lightning- sowie ein USB-Kabel, um den Schallwandler direkt ausprobieren zu können. Wem das nicht reicht, der erhält vom Hersteller noch – ganz wichtig – die Mikrofonspinne MKS 4, den Popfilter MZP 40 und den Windschutz MKW 4.

Dass Sennheiser viel Wert auf Qualität legt, sieht man dem MK 4 Digital an. In genau demselben Reinraum wie die MKH- und MKE-Serie wird nämlich der digitale Großmembraner von Hand gefertigt. Neben der vorbildlichen Verarbeitung fühlt er sich außerdem sehr wertig an und sieht schickt aus – nicht zuletzt, da Schaft sowie Bügel aus mattem Aluminium bestehen. Ein großzügiger Korb aus zweischichtiger Gaze schützt die goldbedampfte 1-Zoll-Membran. Um die Echtkondensatorkapsel oben gegenüber Schlägen, Stößen und Körperschallübertragungen möglichst unempfindlich zu machen, sitzt diese auf einer Gummivorrichtung.


Die Hirose-ST-Buchse und der Apogee-Aufdruck sind die einzigen optischen Merkmale, woran sich das MK 4 Digital vom analogen Bruder unterscheiden.

Der feine Unterschied

Rein äußerlich gesehen sind es nur Details, die das analoge und das digitale Modell voneinander unterscheiden. Was aber verbirgt sich im Inneren des MK 4 Digital? Wie der Aufdruck am unteren Ende des Mikrofonschafts bereits verrät, hat Sennheiser mit niemand Geringerem als Apogee kooperiert. Nicht umsonst ist der in Kalifornien ansässige Audiospezialist weltbekannt für seine Audio-Interfaces und Recording-Lösungen – sowohl für das professionelle Tonstudio als auch für mobile Anwendungen. Eine ideale Ergänzung also?

Dass das MK 4 Digital mehr als nur ein USB-Mikrofon ist, verrät die bereits erwähnte Hirose-ST-Buchse an seiner Unterseite. Diese erlaubt es, das digitale Signal entweder an einen Windows- oder Mac-Computer mit USB-Port oder an ein iOS-Gerät mit Lightning-Schnittstelle zu senden. Und das gänzlich ohne zusätzlichen Adapter – schließlich liegen die beiden hierfür benötigten Kabel bereits bei. Freilich erübrigt sich eine zusätzliche Stromquelle für Mikrofonkapsel und Wandler, da die benötigte Spannungsversorgung über das Kabel erfolgt.

Die A/D-Wandlung selbst erfolgt in Apogees bewährter PureDIGITAL-Technologie, die auch in den Modellen JAM und MiC zum Einsatz kommt. Das analoge Signal wird hierbei mit bis zu 24 Bit zu 96 kHz auf die digitale Ebene transformiert. Somit werden auch mobile Aufnahmen professionellen Anforderungen absolut gerecht – ja, sogar mit iOS-Endgeräten.

Ein Nachteil zu anderen, teilweise viel günstigeren Konkurrenzprodukten muss an dieser Stelle dennoch genannt werden: Es gibt keine Kopfhörerbuchse am MK 4 Digital. Klar, bei Rechnern sowie bei vielen iOS-Geräten kann man dies verschmerzen. Seit dem iPhone 7 jedoch fehlt der Kopfhöreranschluss. Um nun bei den Modellen 7, 8 sowie X das Aufgenommene in lauten Umgebungen kontrollieren oder zu Klick und Playback spielen zu können, muss man dem kostspieligen Adapterwahnsinn frönen. Sollte es also irgendwann ein MK 4 MKII Digital geben, wäre das genau das gewünschte Feature.

 

 

Für Mac und PC wird Maestro nicht benötigt – der Eingangspegel lässt sich direkt über die Systemeinstellungen wählen.

Software im Fokus

Wer schon einmal ein Apogee-Produkt genutzt hat, weiß, dass sich dieses in der Regel über die Software Maestro konfigurieren lässt. Für iOS kann das Programm einfach im Apple App Store heruntergeladen werden. Wer das MK 4 Digital an einem PC oder Mac nutzen will, braucht die Software jedoch nicht. Der Eingangspegel lässt sich nämlich direkt in der Systemsteuerung (Windows) beziehungsweise den Systemeinstellungen (Mac) bestimmen.

Warum für Rechner im Gegensatz zu iOS-Geräten kein Maestro benötigt wird, erschließt sich uns gleich nach dem ersten Öffnen von Maestro auf einem iPhone 7: Hier lässt sich nur der Vorverstärkungsgrad von bis zu +50 dB bestimmen. Tools wie Lowcut und Phasendreher stehen also nicht zur Verfügung – und diese könnten ohnehin nicht über die Computer-Einstellungen aktiviert werden. Außerdem gibt es Maestro nicht für Windows. Soweit, so klar. Neben einer Eingangspegelanzeige hat Maestro für iOS dennoch eine zusätzliche Funktion: Das Input-Monitoring lässt sich ein- und ausschalten.

Das MK 4 Digital kann so ziemlich mit jeder DAW für Windows und Mac genutzt werden – wie andere USB-Mikrofone eben auch. Für iOS bietet Apogee zusätzlich eine eigene Recording-App an: MetaRecorder. Dabei handelt es sich um eine simple Software, die Stereosignale aufnehmen und diese verwalten kann. Hier lassen sich beispielsweise Marker setzen oder Dateien direkt auf den eigenen Dropbox-Account laden. Durchaus praktikabel.

Wer das MK 4 Digital mit seinem iOS-Gerät als Satellit (abgesetztes Mikrofon) nutzen möchten, der kann mittels MetaRecorder das Endgerät mit einem Master-Device verbinden. Dieses steuert dann drahtlos die Aufnahmen, sodass alle Spuren aller Geräte synchron sind und man sie später in der DAW lediglich punktgenau übereinander platzieren muss. Das funktioniert in der kostenlosen Version bis zu 60 Sekunden. Wer dieses Feature unbegrenzt nutzen möchte, muss allerdings 10,99 Euro auf den Tisch legen. Da in MetaRecorder für musikalische Zwecke die Möglichkeit fehlt, Klick oder Playback zu nutzen, eignet sich die App allerdings eher fürs Festhalten spontaner Einfälle oder Field-Recording.


Die goldbedampfte Echtkondensatormembran des MK 4 Digital wird durch einen robusten Korb und eine elastische Aufhängung geschützt.

Im Einsatz

Nachdem wir uns nun genug über Hard- und Software unterhalten haben, wollen wir wissen, wie sich das Sennheiser MK 4 Digital in der Praxis bewährt. Bevor wir jedoch dies ausprobieren können, fällt eines auf: Wir brauchen ein Stativ. Im Gegensatz zu einigen Kontrahenten steht das Mikrofon nicht von alleine. Das scheint erst einmal nachteilig. Gut, kompakte Tischstative oder platzsparende für unterwegs finden sich viele. Da es sich aus unserer Sicht um die wohl aktuell professionellste Lösung mit diesem Ansatz handelt, ist dies aber zu verschmerzen. Die bereits erwähnte schraubbare Halterung liegt ja bei.

Wir schließen das MK 4 Digital an ein iPhone 7 an. Sofort erkennt Maestro dies und wir können den Eingangspegel an unsere Bedürfnisse anpassen. In MetaRecorder legen wir gleich los und nehmen erst ein paar Worte auf. Bereits hier macht sich ein großer Unterschied zum Gros der USB-Mikrofone auf dem Markt bemerkbar: Das MK 4 Digital ist um Welten rauschärmer und weist eine hervorragende Sprachverständlichkeit auf. Dabei ist der Klang sehr ausgewogen und man muss weder im unteren noch im oberen Frequenzspektrum Abstriche machen.

An welchem Instrument haben Musiker unterwegs am häufigsten spontane Einfälle? Richtig, an der Akustikgitarre. Genau aus diesem Grund nehmen wir mit dem MK 4 Digital und einem iPhone als nächstes die akustische Klampfe auf. Auch hier profitieren Aufnahmen von der Qualität der mobilen Recording-Lösung: Wir erhalten einen warmen, hochauflösenden Sound, den wir von vergleichbaren Produkten nicht kennen. Auch im Feld weiß der digitale Jüngling zu überzeugen und kann in puncto Klang mit herkömmlichen Field-Recordern locker mithalten – selbst handgehalten. Lediglich Stereoaufnahmen sind hiermit naturgemäß nicht möglich.

Mit einem Grenzschalldruckpegel von 141 dB bei minimaler Vorverstärkung eignet sich das MK 4 Digital für allerlei laute Schallquellen wie Percussion, Blasinstrumente oder Maschinen, die gesamplet werden sollen. Und, zeigen sich Unterschiede in Betriebssystem und Software? Als wir mit unseren Tests am iPhone 7 fertig waren, schlossen wir das MK 4 Digital auch an ein MacBook Pro mit Pro Tools 12 an und nahmen vergleichend auf. Das Ergebnis? Keine hörbaren Unterschiede! Und genau so soll es sein.


Eine gute Ergänzung: das Sennheiser MK 4 Digital und der kostenlose Apogee MetaRecorder.

Fazit, Wertung & Technische Daten

Wie der analoge Bruder meistert das MK 4 Digital seine Aufgaben hervorragend in akustisch schwierigen Räumen. Genau das prädestiniert den Neuling von Sennheiser für mobile Recordings – und das bei hoher Soundqualität und Auflösung. Dabei kann das Mikrofon aber mehr als nur spontane musikalische Einfälle festhalten. Selbst im Studio und für professionelle Podcasts findet es seine Anwendung, ohne zusätzliche Peripherie wie Vorverstärker und Interfaces zu benötigen.

Die beiden kostenlosen Softwares Maestro und MetaRecorder ergänzen das Mikrofon gut. Wem die dort gebotenen Features nicht reichen, der kann auf Apps von Drittherstellern zurückgreifen – der Schallwandler zeigt laut Hersteller kaum Kompatibilitätsgrenzen. Schon das MK 4 sorgte bei Markteinführung für viel Aufmerksamkeit, da es mit weit teureren Mikrofonen locker mithalten kann. Eben diese Qualität ist jetzt in Form des MK 4 Digital auch ohne jeglichen Schnickschnack für unterwegs erhältlich. Das lässt die meisten Konkurrenzprodukte wie Spielzeug aussehen.

Wertung:

+ hervorragender Sound
+ ideale Profi-Lösung für unterwegs
+ hochwertige Verarbeitung
+ hohe Kompatibilität
– keine Kopfhörerbuchse

Technische Daten:


Wandlerprinzip        extern polarisiertes Kondensatormikrofon
Membran            vergoldete 1-Zoll-Echtkondensator-Großmembrankapsel
Richtcharakteristiken        Niere
Verstärkung            0 bis 50 dB
Grenzschalldruckpegel    141 dB (min. Vorverstärkung) & 91 dB (max. Vorverstärkung)
Frequenzgang            20 Hz bis 20 kHz
Betriebstemperaturbereich    0 °C bis +40 °C
Anschluss            Hirose-ST-Buchse
Abmessungen            160 x 57 mm (Länge x Durchmesser)
Gewicht            485 g
Wandlung            Samplerate bis zu 96 kHz & Bittiefe bis zu 24 Bit
Kompatibilität            Mac, Windows & iOS
Lieferumfang            Mikrofon, Mikrofonklammer MZQ 4, Lightning-Kabel, USB-Kabel (Typ A), Mikrofontasche & Bedienungsanleitung

Preis (UVP): 439 Euro

Vertrieb: Sennheiser
Weitere Infos: Sennheiser MK 4 digital im Netz



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