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Test: Røde NT1-Kit

Die Nummer eins unter den Nagetieren

Røde präsentiert nach langer Zeit wieder einen neuen Großmembraner: das NT1. Wir testeten das Recording-Set.


Die Nummer eins ...

Røde ist hauptsächlich für seine günstigen Mikrofone mit herausragenden Klangeigenschaften bekannt. Mit dem NT1-Kit brachte der australische Hersteller ein vielversprechendes Set auf den Markt, das den komplett neu entwickelten Großmembraner NT1 enthält.

Erstmals präsentierte Røde seinen preiswerten Schallwandler NT1-A im Jahre 1990 – mit Erfolg. Nur zwei Sonnenzyklen später folgte eine Überarbeitung, die dem Mikrofon das heutige Aussehen verlieh. Zum zehnjährigen Jubiläum ging der Hersteller abermals heran und gab dem bereits etablierten Mikrofon einen metallfarbenen Schaft. Und nun, ganze 24 Lenze nach der Markteinführung, folgte nicht etwa eine weitere Überarbeitung, sondern eine Neuentwicklung. So erblickte das NT1 mit einer mattschwarzen Hülle das Licht der Welt. Demnach ist der Røde-Renner NT1-A weiterhin erhältlich – obwohl man sagen muss, dass sich beide Mikrofone zumindest optisch sehr ähneln.

Bei der Farbgebung des NT1 handelt es sich allerdings nicht einfach um irgendeinen Lack: Røde vernickelt das Aluminiumgehäuse des NT1, wodurch es Korrosionsfestigkeit erlangt. Danach bekommt der Mikrofonschaft eine aufwändige Elektrostatikbehandlung, die überall eine gleichstarke Schutzschicht aus Keramik aufträgt. Anschließend wird die so entstandene Beschichtung eingebrannt. Dieses Verfahren kommt normalerweise bei Schusswaffen zum Einsatz und zeigt Wirkung: Lästige Fingerabdrücke oder unschöne Kratzer haben keine Chance.

Die Australier entwickelten ebenso ein völlig neues Elektronikkonzept: Wo Røde beim NT1-A bereits mit „dem weltweit rauschärmsten Studiomikrofon“ warb, gibt es nochmals Verbesserungen. So wurde der Anteil des Eigenrauschens beim NT1 um 0,5 dB auf 4,5 dB gesenkt – eigenen Angaben zufolge ein weiterer Weltrekord. Zu verdanken ist dieser geringe Wert sowohl der neu konzipierten Kapsel HF6 als auch der transformatorlosen Schaltungselektronik.

Passend zur Neueinführung des Großmembraners brachte Røde ein ganzes Studio-Komplettpaket heraus: Das NT1-Kit beinhaltet neben dem Mikrofon eine Rycote-Spinne mit aufsteckbarem Popschutz sowie einen Beutel, in dem das NT1 Schutz findet. Einen Koffer oder dergleichen liefert der Hersteller nicht mit – das ist bei dem Preis aber auch nicht zu erwarten. Allerdings hat man die Möglichkeit, den Schallwandler nebst Zubehör in der schlicht designten Pappverpackung zu parken.


Die neue Røde-Kapsel HF6 ist klanglich Mikrofonklassikern nachempfunden.

Rundum versorgt

Das NT1 besitzt, wie die meisten Modelle aus Australien, eine goldbedampfte Membran. Eine Besonderheit hat jedoch die neue Kapsel parat: Laut Røde ist der Druckgradientenempfänger HF6 dem Sound nachempfunden, der an die unsterblichen Klassiker erinnert, nur eben rauschärmere Ergebnisse liefert – doch dazu weiter unten mehr. Interessant ist hierbei vor allem, dass der Wandler auf einer Aufhängung von Rycote lagert. Durch die patentierte Lyre-Technologie findet die effizient entkoppelte HF6 auch stabilen Halt.

Rødes enge Zusammenarbeit mit Rycote beschränkt sich aber nicht nur auf die elastische Lagerung der Mikrofonkapsel. Ebenso ist die Mikrofonspinne SMR mit dem Lyre-System ausgestattet – sogar mit drei großen und drei kleinen Bändern. Die großen Bänder dienen der Neutralisierung von Vibrationen, wohingegen die inneren dafür sorgen, dass die Konstruktion ihre Ruheposition nicht verlässt. Das Gerüst der Spinne selbst besteht aus Polymer-Kunststoff. Wer statt einer Spinne eine herkömmliche Halterung benötigt, der erhält von Røde optional die RM2.

In einem Recording-Set darf kein Popschutz fehlen. Dieser kommt im NT1-Kit in metallener Ausführung mit zwei Membranen. Im Gegensatz zu anderen Popfiltern lässt sich dieser an einen dafür vorgesehenen Platz an der Spinne stecken, sodass alles kompakt zusammenbleibt. Praktisch, denn so kann es nicht passieren, dass ein Musiker aus Versehen etwas verstellt. Für Close-Miking lässt sich der Filter einfach wieder entfernen, um möglichst nah an die Schallquelle heranzukommen – auch wenn so die Spinne im Weg ist.

Das NT1 lässt sich sowohl mit 24 als auch mit 48 Volt Phantomspeisung betreiben. Als Impedanzwandler kommt eine rauscharme JFET-Schaltung zum Einsatz. Das Signal wird anschließend über vergoldete Ausgangsstecker ausgegeben. Sehr schön ist übrigens, dass sich das Kabel für die Übertragung zum Mischpult, Vorverstärker oder Interface an die Spinne klemmen lässt. Das hält bombenfest und ist ein Feature, auf das man leider viel zu selten trifft.

Die elastische Lyre-Aufhängung der Rycote-Mikrofonspinne besitzt drei kleine und drei große Bänder.

Punktlandung

Warum gibt es eigentlich Mikrofonklassiker? Zum Kultstatus erhobene Schallwandler bieten meistens einen sehr guten oder charakteristischen Sound. Die HF6-Kapsel ist Herstellerangaben zufolge eine Hommage an Vintage-Röhren-Mikrofone, die jeder kennt – sich aber nur kaum jemand leisten kann. Doch was darf man für eine unverbindliche Preisempfehlung von nur 269 Euro erwarten?

Røde beweist: Qualität geht auch zu niedrigen Preisen. Das NT1 liefert einen sehr ausgewogenen und nuancenreichen Sound. Dabei schmeichelt das Mikrofon vor allem Frauenstimmen. Mehr noch, bei einem nahbesungenen Flüstern kommt die Intimität so rüber, wie man es sich bei Balladen wünscht – jeder Schmatzer und Atmer tönt deutlich präsent, aber keineswegs störend. Besonders hervorgehoben werden sollte jedoch die Dynamik, die das Mikrofon bietet: Nicht nur im Datenblatt machen sich die 128 dB bemerkbar.

Wie bei jedem Røde-Mikrofon symbolisiert der goldene Punkt die Haupteinsprechrichtung – und da die Richtcharakteristik Niere ist, sollte man sich auch daran halten. Richtet man den goldenen Punkt auf andere Schallquellen, erhält man besonders vor perkussiven Instrumenten tolle Ergebnisse. Ganz weit vorne stehen Snare und Kick. Aber keine Sorge: Dank des maximalen Schalldruckpegels von 132 dB verkraftet das Mikro so einiges. Und Rauschen? Keine Spur. Eher macht sich der Micpre bemerkbar – und eigentlich ist es auch viel zu schade, das NT1 an einen Mikrofonvorverstärker anzuschließen, der sich in einer adäquaten Preisklasse tummelt.

Mit dem NT1-Kit präsentiert Røde ein rundum gelungenes Mikrofonset zu seinem Jüngling. Bei den herausragenden Eigenschaften des Schallwandlers ist es wirklich erstaunlich, dass die Australier ihren Schützling so günstig anbieten können. Übrigens: Die übliche Zweijahresgarantie lässt sich auf maximal zehn Jahre erweitern – und das auch noch kostenlos. Dazu ist es lediglich nötig, den neuerworbenen Großmembraner auf der Herstellerseite zu registrieren.

Herausragende Klangergebnisse erreicht man mit dem Røde NT1 besonders an perkussiven Schallquellen – wie an einer Snare.

Technische Daten

Wandlerprinzip   Druckgradientenempfänger
Membrandurchmesser 1“
Richtcharakteristik

Niere

Frequenzgang 20 Hz - 20 kHz
Empfindlichkeit -29 mV/Pa
Ausgangsimpedanz

<100 Ω

Grenzschalldruckpegel

132 dB

Signal-Rausch-Abstand

90 dB (A-bewertet)

Dynamikbereich

128 dB

Eigenrauschen

4,5 dB (A-bewertet)

Phantomspeisung 24 & 48 V
Schaftdurchmesser

50 mm

Länge

190 mm

Gewicht

395 g

Lieferumfang

Mikrofon, Mikrofonhalterung, Tasche, Popschutz & Bedienungsanleitung


Wertung:
+ hochwertige Bauweise
+ elastisch gelagerte Kapsel
+ rauscharm
+ ausgewogener Sound
+ gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Spinne stört etwas beim Close-Miking

Preis (UVP): 269 Euro

Weitere Infos unter: www.rodemic.com

Vertrieb: Hyperactive



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