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Test: Olympus LS-100

Ungehalten kreativ sein

Der LS-100 ist das Flaggschiff aus der LS-Pocket-Recorder-Familie von Olympus – wir hatten es im Test.


Ungehalten kreativ ...

Olympus hat mit dem LS-100 einen sehr vielseitigen Pocket-Recorder im Programm. Doch der Tausendsassa weiß nicht nur mit seinen Features zu überzeugen, sondern auch durch seinen Sound. Wir nahmen das handliche Studio unter die Lupe.

Field-Recorder gehören mittlerweile zur Standardausrüstung vieler Musiker. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn die kompakten Geräte bieten auf kleinstem Raum die Funktionen, für die vor wenigen Jahrzehnten noch ganze Racks voller Equipment nötig waren. Außerdem sind sie viel flexibler und transportabler als die bis vor einigen Jahren noch hochgelobten Harddisk-Recorder. Unter den handlichen Aufnahmegeräten ist vor allem der Olympus LS-100 ein Vorzeigemodell dafür, was heute möglich ist – Stimmgerät und Metronom inklusive.

Witzig, denn auf den ersten Blick ähnelt der LS-100 eher einem Raumschiff aus einem futuristischen Film. Schaut man jedoch etwas genauer hin, merkt der Kenner sofort, dass es sich um einen professionellen Recorder handelt: Die Kombibuchsen an der Unterseite erlauben dank zuschaltbarer Phantomspeisung nicht nur den Anschluss von externen Mikrofonen aller Art, sondern bannen auch Instrumentensignale auf die Speicherebene – natürlich in stereo. Gewandelt wird dabei auf maximal 24 Bit zu 96 kHz, was allemal für audiophile Ansprüche langt.

Olympus verpasste dem LS-100 einen internen Speicherplatz von 4 GB. Damit lassen sich durchaus auch längere Sessions ohne externe Speicherkarte realisieren. Genaugenommen sind so bei einer Auflösung von 16 Bit zu 44,1 kHz (CD-Qualität) etwas über fünf Stunden möglich. Wem das nicht reicht, der kann auf SD-Karten mit bis zu 64 GB Speicher zurückgreifen. Tipp: In der Bedienungsanleitung hat Olympus detailliert aufgelistet, welche Aufnahmezeiten bei welchen Formaten erreichbar sind.

Allerdings zeichnet der LS-100 im PCM-Format Einzeldateien von „nur“ maximal 2 GB auf, bei MP3 sind es 4 GB. Das genügt trotzdem völlig, um beispielsweise ein langes Konzert mitzuschneiden – und möchte man zusätzlich die zweite und dritte Band aufnehmen, kann man zwischenzeitlich die Aufnahme anhalten und von neuem starten. Apropos Konzert: Man muss nicht befürchten, dass den LS-100 hohe Pegel überfordern – immerhin verträgt er einen ordentlichen Maximalschalldruckpegel von 140 dB.


Die beiden integrierten Kleinmembranmikrofone sind im 90°-Grad-Winkel angeordnet und sorgen so für eine gute räumliche Auflösung.

Viele Daten einfach verwaltet

Damit die Aufnahmen nicht einfach irgendwo auf dem internen oder externen Speicher dahinvegetieren, bietet der LS-100 eine übersichtliche Struktur: In insgesamt fünf Ordnern lassen sich Files speichern und managen. Das bietet den Vorteil, dass man beispielsweise von einem Song mehrere Versionen aufnehmen und diese gleich entsprechend zuweisen kann. Gespeichert wird dabei nach folgender Namensgebung: erst kommt das Präfix „Vox“, dann das Datum und schließlich die fortlaufende Nummer.

Die Ordnerstruktur von Olympus macht sich vor allem bei einer Funktion positiv bemerkbar: dem Multitrack-Recording mit maximal acht Spuren. Neben dem normalen Aufnahmemodus ermöglicht einem der LS-100, mehrere Signale untereinander aufzuzeichnen. So lassen sich ganze Sessions in Studioqualität mit nur einem Recorder umsetzen. Um die Daten direkt vom internen Speicher auf den Rechner zu bannen, steht eine USB-2.0-Schnittstelle bereit. So lassen sich Files direkt per Drag-and-Drop in die Audiospuren einer DAW ziehen, wo das Projekt gemischt werden kann.

Über die Overdub-Funktion des LS-100 geht aber noch mehr: Es lassen sich alle Audiodaten im WAV- und MP3-Format abspielen. Möchte man beispielsweise im Urlaub nicht auf kreative Stunden verzichten, kann man seinen unfertigen Song als Playback draufpacken und am Strand über den Pocket-Recorder das passende Gitarren-Solo finden, verschiedene Synthesizer-Flächen ausprobieren oder einfach nur noch etwas am Gesang feilen.

Sind einzelne Instrumente im Overdub-Mode zu laut oder zu leise? Kein Problem, denn dank des internen Mixers lassen sich Signale um ±18 dB regeln und sogar muten. Zusätzlich sorgt ein Panorama-Regler für eine individuelle Verteilung einzelner Spuren im Stereo-Bild. Sind alle acht Tracks voll, hat der LS-100 noch eine weitere Funktion parat: Bounce. Darüber erstellt der Recorder eine Stereo-Datei aus allen Spuren einer Session. Der Stereo-Bounce muss dann nur noch in einer Spur zugeordnet oder in einem neuen Overdubbing-Projekt geöffnet werden – so sind quasi unendlich viele Spuren möglich. 

Via USB lässt sich der Olympus LS-100 entweder direkt am Rechner oder mit entsprechendem Adapter über eine Steckdose laden.

Alles aufgenommen

Zwei Kleinmembrankondensatormikrofone am Olympus LS-100 sorgen für eine gute räumliche Abbildung. Sie sind in einem Winkel von 90° angeordnet und besitzen einen Abstand von gut 5 cm von Kapsel zu Kapsel. Wie bereits erwähnt, vertragen sie sehr hohe Schalldruckpegel. Sollte es dennoch zu Clipping kommen, warnen zwei Peak-LEDs vor unschönen Verzerrungen. Dabei beschränken sich die Peak-Anzeigen aber nicht nur auf die integrierten Mikrofone, denn sie sind darüber hinaus für alle Eingänge gedacht.

An der rechten Gehäuseseite finden sich die Pegelsteller – für links und rechts jeweils einer. Da normalerweise stereophon aufgenommen wird, sitzt der Regler für den linken Kanal auf dem für den rechten. So lassen sich beide im gleichen Verhältnis zueinander drehen. Ist dies nicht gewünscht, muss man beide Drehgeber festhalten, um einen davon auf den entsprechenden Wert einzustellen. Sollte die Empfindlichkeit nicht passen, lässt sich diese zusätzlich im Menü auf drei Stufen anpassen: hoch, mittel und niedrig.

Neben den bereits erwähnten Standard- und Overdub-Aufnahmearten bietet der LS-100 noch zwei weitere Modi: Wiedergabe-Sync und Voice-Sync. Das heißt, dass man eine Spur wiedergibt und diese ab der Stelle neu überschreibt, wenn man das zweite Mal „Rec“ drückt. Mit Voice-Sync hingegen kann man Recordings automatisch starten lassen, wenn ein gewisser Aufnahmepegel überschritten wird.

Ein praktisches Recording-Tool im LS-100 ist das sogenannte Lissajous. Dabei handelt es sich um ein Phasendifferenzsichtgerät, das anzeigt, ob der Recorder auch wirklich auf die Mitte der Schallquelle ausgerichtet wurde. Ist dies der Fall, präsentiert sich ein möglichst gerader Strich im 45°-Winkel. Kommt der Schall an beiden Mikrofonen zeitverzögert und somit phasenverschoben an, zeigt sich ein Kreis. Zu den klangbearbeitenden Werkzeugen zählen im LS-100 ein Lowcut (100 und 300 Hz) und Dynamics – zwei Kompressoren- sowie zwei Limiter-Presets.

Dank der praktischen Lissajous-Funktion lässt sich die Phasendifferenz der beiden Mikrofone messen.

Übersichtlich ist’s

Olympus hat den LS-100 mit einem übersichtlichen Display ausgestattet. Das Menü selbst präsentiert sich schön sortiert – Tuner, Metronom, Recorder, Mehrspuraufnahme oder Lissajous sind über eine Art 3D-Effekt scrollbar. Optional wird noch eine Sprachführung angeboten, bei der eine Frauenstimme mitteilt, wo man sich gerade im Menü befindet und welche Einstellungen man gerade getätigt hat – wer’s braucht. Als einziges Manko ist die etwas träge Reaktion im Menü auf Steuerbefehle zu nennen.

Eine Leiste ganz oben im Display zeigt an, ob der interne oder externe Speicher verwendet wird, welcher Eingang aktiv ist, ob ein Kompressor oder Limiter das Signal begrenzt, auf welcher Stufe die Vorverstärkung erfolgt, ob ein Lowcut aktiviert wurde und natürlich wie viel Saft der Akku noch bietet. Übrigens: Hier kommt ein Lithium-Ionen-Akku zum Einsatz, ebenfalls aus dem Hause Olympus. Laden lässt sich dieser via USB-Kabel. Sollte mal kein Rechner für das Aufladen zugegen sein, hat der Hersteller praktischerweise einen Netzadapter beigelegt. Auch ein praktisches Softcase ist im Lieferumfang enthalten.

Aber wie steht’s nun mit dem Sound? Die eingebauten direktionalen Mikrofone geben ein klares, natürliches Klangbild wieder. Dabei ist es egal, ob man Umgebungsgeräusche, ein Schlagzeug oder ein Interview aufnehmen möchte – alles klingt über den eingebauten Kopfhörerausgang sehr authentisch. Einzig und allein sollte man darauf achten, den LS-100 richtig auf die Schallquelle auszurichten – aber das ist ja klar. Auch über die Kombi-Buchsen agiert der Pocket-Recorder wie ein hochwertiges Audio-Interface und wandelt die Signale sehr zufriedenstellend.

Wer nach einem hochwertigen und umfangreichen Field-Recorder Ausschau hält, dem sei geraten, den LS-100 von Olympus anzutesten. Mit einem Frequenzgang von 20 Hz bis 21 kHz eignet sich der Recorder dabei für alle Signalquellen gleichermaßen. Neben den genannten Eigenschaften ist auch die Verarbeitungsqualität top und lässt nichts zu wünschen übrig. Der japanische Hersteller hat sich mit diesem Produkt vor allem auf Musiker spezialisiert, die unterwegs oder ganz spontan aufnehmen möchten.

Das Display des LS-100 präsentiert sich trotz vieler Informationen übersichtlich.

Technische Daten

Gehäuse   Metall, schwarz
Mikrofone

2x Kleinmembraner, 90° Mikrofonwinkel

Anschlüsse

2x Kombi-In, Mic, Phones, Remote & USB 2.0

Interner Speicher 4 GB
Externer Speicher SD, SDHC & SDXC
Aufnahmezeit

max. 12 h 30 min

Kompatibilität

Windows (ab XP) & Mac (ab OS X 10.4.11)

LED-Display 

42 x 34,5 mm, farbig

Aufnahmemodi

PCM (WAV) & MP3, bis zu 2 Spuren

Frequenzgang

20 Hz - 21 kHz (@ 44,1 kHz)

Auflösung maximal 24 Bit zu 96 kHz
Maße (HxBxT)

159 x 70 x 33,5 mm

Gewicht

280 g


Wertung:
+ viele praktische Features
+ guter Sound
+ Overdubbing
+ hochwertige Verarbeitung
+ einfache Menüführung
- Menüführung reagiert teilweise langsam

Preis (UVP): 399 Euro

Weitere Infos unter: www.olympus.de

Vertrieb: Olympus



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