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Test: Nubert nuPro A-100, A-300 & AW-350

Digitaler Trieb

Nubert zeigte jüngst seine neu konstruierte nuPro-Produktfamilie, aus der wir zwei verschiedene Setups testeten.


Digitaler Trieb

Zu Deutschlands renommiertesten Hi-Fi-Spezialisten zählt Nubert. Mit der nuPro-Serie stellt das Unternehmen die überarbeiteten Modelle ihrer professionellen Speaker vor, die vor allem für Tonstudios und Multimedia-Anwendungen gedacht sind. Wir hatten die Aktiv-Lautsprecher A-100, A-300 und den Subwoofer AW-350 im Test.

Nubert, ansässig in Schwäbisch Gmünd, fertigt bereits seit 1975 hochwertige und audiophile Lautsprecher für Hi-Fi-Anwendungen. Aber auch in Tonstudios sind sie seit längerem zu finden. Jüngst wurde die nuPro-Serie komplett neu überarbeitet und bietet nun aktive Speaker in drei verschiedenen Größen plus passendem Subwoofer. Wir waren natürlich neugierig darauf, was die Frischlinge bieten, und ließen uns zwei Systeme zukommen: ein Pärchen A-100, das untenrum vom AW-350 Unterstützung fand, und ein Pärchen A-300.

Schon die Verpackung lässt darauf schließen, dass es sich hier um ernstzunehmende Produkte handelt: Hinter zwei Kartons verpackt, durch Schaumstoffelemente geschützt, in einer Kunststofffolie versiegelt und in weißen Stoff gehüllt überleben die nuPros auch lange Wege mit den fragwürdigsten Paketdienstleistern unbeschadet. Neben den Lautsprechern liefert Nubert pro Box alle nötigen Anschlusskabel, eine Fernbedienung, die passende Bedienungsanleitung, eine Abdeckung und – ganz wichtig – das Unternehmensmaskottchen „Nubi“ mit.

Die nuPro-Lautsprecher selbst präsentieren sich im schlichten, aber edlen Design. Dabei fällt ein Element sofort ins Auge: das LC-Display unter dem Woofer. Damit ist es möglich, den jeweiligen Speaker über die rechts daneben befindlichen Taster zu konfigurieren – doch dazu später mehr. Da es sich bei allen Modellen um Bassreflexlautsprecher handelt, ist bei den A-100 und den A-300 an der Rückseite eine entsprechende Öffnung zu finden. Der Sub AW-350 hingegen besitzt eine nach unten gerichtete Röhre.

Als Gehäusematerial kommen mitteldichte Faserplatten – kurz MDF – zum Einsatz. Dabei sind die Kanten leicht abgerundet. Dies hat den Vorteil, dass das Klangbild nicht durch die sogenannte Kantendispersion verfälscht wird, bei der sonst der Schall an spitzen Ecken durch den zusätzlichen Laufweg zeitverzögert wiedergegeben werden würde. Um den nuPro-Lautsprecher der Wahl auch passend zur Einrichtung erwerben zu können, bietet Nubert sie in zwei Farben: Schwarz und Weiß, jeweils matte Schleiflackoberflächen.


Über die Taster an der Front lassen sich diverse Einstellungen vornehmen – das großzügige Display zeigt dann beispielsweise die Lautstärke an.

Findet immer Anschluss

Dass die nuPro-Serie ihre Wurzeln in der Hi-Fi-Welt hat, zeigen die Anschlüsse: Auf analogem Weg gelangt man nur unsymmetrisch über Cinch-Buchsen in die A-100 und A-300 – zwar bietet der Subwoofer zusätzlich noch Schraubanschlüsse, die aber sind ebenfalls unsymmetrisch ausgeführt. Hier hätte man sich für den professionellen Studiobetrieb an Audio-Interfaces und Mischpulten einen symmetrischen Input gewünscht, beispielsweise in Form von Kombibuchsen.

Nun folgt allerdings das große Aber, denn weit flexibler als die analoge Signalzufuhr ist die digitale: Bis auf den Subwoofer lassen sich die nuPros sowohl via S/PDIF – optisch und elektrisch – als auch über USB betreiben. So umgeht man nicht nur Einstreuungen (Stichwort: unsymmetrische Anschlüsse), sondern auch eine zusätzliche D/A-A/D-Wandlung. Eine S/PDIF-Schnittstelle bieten bereits viele Audio-Interfaces, sodass man die Speaker einfach nur verbinden und den Ausgang entsprechend in der DAW konfigurieren muss.

Ein Interface kann man sich gänzlich sparen, wenn man direkt ein USB-Kabel zwischen Computer und einen A-100 beziehungsweise einen A-300 steckt – das funktioniert sowohl mit Windows- als auch mit Mac-Rechnern. Und das ist unglaublich praktisch, denn simpler geht’s kaum: einfach anstecken, konfigurieren und abspielen. Der Sub hingegen wird auch an den Studiomonitoren über eine unsymmetrische Cinch-Leitung angeschlossen. Für diesen Zweck hält die Rückseite eine entsprechende Buchse bereit. Schön ist übrigens, dass sich alle Buchsen belegen lassen, so kann man mit der Eingangswahl zwischen mehreren Zuspielern wechseln.

In der Regel arbeitet man mit einem Pärchen des gleichen Modells – also zwei baugleiche Lautsprecher. Die nuPros lassen sich dabei einzeln ansteuern oder als Master- und Slave-Einheiten konfigurieren, indem man sie einfach mit einem Cinch-Kabel digital miteinander verbindet – von Link-Out in S/PDIF-In. Dabei ist automatisch nach dem Verbinden der Speaker mit dem linken Stereo-Signal der Master. Möchte man das nicht oder sind die Speaker verkehrt herum aufgestellt, lassen sich über das Display im Menü entsprechende Einstellungen vornehmen.

Alle Anschlüsse der nuPros können gleichzeitig belegen werden – so lässt sich über die Eingangswahl zwischen mehreren Schallquellen hin- und herschalten.

Gibt wieder

Bestückt ist der A-100 mit einem 19-mm-Seidenhochtöner und einem 120-mm-Tieftöner (4,7“) mit Polypropylenmembran. Die Werkstoffe des A-300 sind mit dem des kleineren Bruders identisch, nur dass der Tweeter 25 mm (1“) und der Woofer 180 mm (7“) misst. Ganz nach Hi-Fi-Manier liegen den Lautsprechern auch Stoffabdeckungen bei, die sich mittels Magneten vor die Chassis montieren lassen und diese verdecken. Aber auch einen leichten akustischen Effekt hat das Ganze: Die Haube bedämpft hohe Frequenzen dezent, aber im A/B-Vergleich durchaus wahrnehmbar.

Bevor die Treiber allerdings überhaupt etwas wiedergeben können, muss das Signal erst durch den DSP. Dieser überwacht nicht nur mit diversen Schutzschaltungen den reibungslosen Betrieb, sondern regelt auch die Signalbearbeitung. So ermöglicht er beispielsweise eine Entzerrung der Bässe und Höhen von je maximal ±12 dB. Außerdem – und das ist sehr vorbildlich – gleicht er die Laufzeitunterschiede zwischen zwei Lautsprechern im Stereo-Betrieb aus. Das erlaubt neben einer präzisen Phantommitte eine sehr saubere Wiedergabe.

Nubert wartet bei seinen nuPros mit einem einzigartigen Konzept auf: Ehe die digitalen Endstufen die Treiber in Bewegung setzen, wandelt der DSP das Signal mithilfe von Pulsweitenmodulation. Und das ist nötig, denn der Verstärker treibt die Chassis direkt an. So ist die Signalführung ab der A/D-Wandlung beziehungsweise über die S/PDIF- oder USB-Schnittstelle bis hin zum Amp durchgehend digital. Dadurch erhalten die Speaker einen sehr hohen Signal-Rausch-Abstand – und umgehen eine zusätzliche D/A-Wandlung.

Weiterhin ist eine Auto-Standby-Funktion integriert. Das heißt, dass die nuPros nach einer gewissen Zeit ohne Signal in den Ruhemodus wechseln, um Strom zu sparen. Sobald sich ein analoges Signal bemerkbar macht, registriert das der Eingang und erweckt die Speaker. Allerdings dauert es einige Sekunden, bis etwas wiedergegeben wird. Anders ist es bei den digitalen Schnittstellen: Sobald über einen eingeschalteten Rechner oder ein Interface die Versorgungsspannung via USB oder S/PDIF anliegt, schalten sich die nuPros in Betriebsbereitschaft. Übrigens: Natürlich bleiben nach dem Ausschalten alle Einstellungen erhalten.

Mittels Magneten an den stoffüberzogenen Abdeckungen ist es möglich, diese vor die Chassis zu hängen.

2.1 versus 2.0

Neben der wichtigen Antwort auf die Frage, wie die Neuen von Nubert klingen, wollen wir auch die A-100 plus AW-350 mit den A-300 vergleichen. Doch zuerst: Beide Systeme bieten einen erstaunlich nuancenreichen Klang, der in Sachen Tiefenstaffelung nichts zu wünschen übrig lässt. Zwar hat man erst das Gefühl, als würden die nuPros schönen, doch beschäftigt man sich etwas länger mit ihnen, merkt man, dass sie eigentlich nur ehrlich sind – schließlich lassen sich durch die hohe Impulstreue Knackser genauso gut heraushören wie feinste Übersteuerungen. Fakt ist allerdings, dass nahezu jede Mischung angenehm tönt.

Im Vergleich zueinander sind naturgemäß einige Unterschiede auszumachen: Wo die A-300 ein sehr rundes Full-Range-Klangbild liefern, reichen die A-100 gemeinsam mit dem AW-350 viel weiter runter. Außerdem wirken die A-100 etwas mittenreicher als ihre großen Brüder – was aber gerade beim Mischen von Vorteil ist. Ein Waveguide wie viele andere Studiomonitore besitzen die nuPros nicht. Das benötigen sie auch nicht, denn ihr Abstrahlverhalten ist zuvorkommend: Wo man bei vielen Mitbewerbern im Sweetspot nur einen Spielraum von wenigen Zentimetern hat, sind es hier um einige mehr.

Möchte man nun Änderungen vornehmen, um sie an die jeweilige Situation anzupassen, kann man das über die Taster neben dem Display oder über die mitgelieferte Fernbedienung. Besonders praktisch bei der Fernbedienung ist, dass man von der korrekten Abhörsituation aus die Lautstärke verändern und auch die Eingänge wechseln kann, ohne diese zu verlassen, um an den entsprechenden Regler an Interface, Computer oder Box greifen zu müssen. Dabei gilt: Die gewünschte Einstellung ist gespeichert, wenn das Display nach acht Sekunden ohne Drücken eines Tasters wieder in die Ausgangsanzeige zurückwechselt.

Egal, ob für Tonstudios, Videoschnittplätze oder das heimische Wohnzimmer – Nuberts neue nuPro-Lautsprecher wissen zu überzeugen. Dabei präsentieren sie sich aber vor allem für die Situation, wenn der Kunde hereinkommt und das Ergebnis anhören beziehungsweise ansehen möchte: Einfach aufdrehen und die hervorragende Wiedergabe mit ihrer ganzen Fülle genießen. Ebenso ist das Preis-Leistungs-Verhältnis mehr als angemessen – schließlich bekommt man neben einer hohen Audio- auch beste Fertigungsqualität geboten.

Ausgestattet ist der AW-350 – genau wie der A-300 – mit einem 7“-Tieftöner.

Technische Daten

  A-100 A-300 AW-350
Hochtöner 19 mm Seidengewebekalotte 25 mm Seidengewebekalotte
Tieftöner

4,7“ Polypropylenmembran

7“ Polypropylenmembran 7“ Polypropylenmembran
Nennleistung

2x 60 W

2x 100 W 150 W
Frequenzgang 50 Hz - 22 kHz (±3dB) 30 Hz - 22 kHz (±3dB) 35 - 200 Hz
Bauweise

Bassreflexbox

max. Sampling-Rate

16 Bit zu 48 kHz (USB), 24 Bit zu 96 kHz (S/PDIF optisch) & 24 Bit zu 192 kHz (S/PDIF elektrisch)

Display

LCD mit sechs Ziffern

Zubehör

Fernbedienung, Anschlusskabel, Abdeckung & Bedienungsanleitung

Maße (HxBxT)

270 x 165 x 165 mm  

370 x 225 x 275 mm 390 x 240 x 240 mm
Gewicht 4,3 kg  8,6 kg 8,8 kg


Wertung:
+ hochwertige Verarbeitung
+ hochauflösender Klang
+ digitale Schnittstellen
+ angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis
+ dezente, aber ansehnliche Optik
+ gutes Abstrahlverhalten
- keine symmetrischen Analog-Eingänge
- nur langsames Erwachen aus dem Ruhemodus

Preise (UVP):
nuPro A-100     285 Euro
nuPro A-300     525 Euro
nuPro AW-350 445 Euro

Weitere Infos unter: www.nubert.de

Vertrieb: Nubert



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