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Test: Native Instruments Maschine mk3 (Version 2.7)

Die 3. Generation der Maschine

Maschine mk3 ist der neueste Controller für das Music Production-System von Native Instruments.


Die 3. Generation ...

Für die neueste Generation des Maschine-Controllers hat Native Instruments deutliche Änderung am Design der Oberfläche vorgenommen. Die Unterschiede zu den ersten beiden Generationen sind daher deutlich sichtbar. Größere Pads, zwei große Farbdisplays und zusätzliche Knöpfe sollen einen verbesserten Zugriff auf die Maschine-Software ermöglichen. Mal sehen, ob der Arbeitsfluss wirklich besser wird.

Die neue Generation des Maschine-Controllers ist schon im ausgeschalteten Zustand sofort zu erkennen. Während beim Sprung von der ersten zur zweiten Controller-Generation die Oberfläche fast unverändert blieb, hat Maschine mk3 ein komplett neues Design bekommen. So neu, dass einige weitere Veränderungen womöglich übersehen werden. Das eingebaute Audiointerface etwa, dessen Ein- und Ausgänge du auf der Rückseite findest. Von den Neuerungen in der Maschine-Software, die ebenfalls von der neuen Oberfläche profitieren, ganz zu schweigen.

Die grobe Aufteilung der Oberfläche bleibt fast unverändert. Rechts findest du 16 Pads, links eine Vielzahl spezialisierter Funktionstasten und Spielhilfen sowie oben zwei Displays. Diese sind ebenso wie die Pads größer als die der ersten und zweiten Controller-Generation. Bei den Bedienelementen hat Native Instruments ebenfalls einiges überarbeitet. Viele Funktionen, die du  bisher nur über Tastenkombinationen erreicht hast, haben jetzt ihre eigene Taste bekommen. Außerdem sind die acht Drehregler unter den Displays berührungsempfindlich. Sie reagieren, sobald du sie leicht berührst. Ganz neu ist der Touchstrip, mit dem du Modulationen und Noten spielst.

Er befindet sich links über den Tasten zur Transportsteuerung (wie die Auswahl von Play/Stop/Record so gerne genannt wird). Kleine LEDs zeigen an, an welcher Stelle du ihn berührt hast. Vorher wählst du mit einer der vier Tasten über dem Strip aus, ob du gerade einen der seit Version 2.5 in der Maschine-Software enthaltenen Performance-Effekte oder Noten spielen willst. Du kannst den Touchstrip aber ebenso als Pitchbender oder zur Steuerung von Modulationen (wie bei einem Modulationsrad) einsetzen.


Als Audioausgänge stehen die Line-Out und der Kopfhörerausgang zur Auswahl.

Vier Taster und 4x 4 Pads

Weiterhin besteht Maschine aus 16 Pads, die in der bekannten 4x 4-Matrix angeordnet sind. Ursprünglich konntest du mit ihnen nur Beats einspielen sowie Pattern und Scenes auswählen. Im Laufe zahlreicher Updates erweiterte Native Instruments die Möglichkeiten. In der aktuellen Softwareversion 2.6 spielst du mit den 16 Pads bei Bedarf Noten oder sogar ganze Akkorde ein. Eine Stepsequenzer-Funktion wurde ebenfalls in die Software integriert. Der Zugriff auf diese Funktionen ist durch zusätzliche Funktionstasten mit Maschine mk3 deutlich einfacher geworden.

Mit den vier Tastern oberhalb der Pad-Matrix wählst du direkt aus, ob du den Pad-, Keyboard-, Step- oder Akkord-Modus nutzen willst. Somit wechselst du beim Entwickeln eigener Ideen schneller als bei bisherigen Controllern zwischen den Modi. Ein möglicher Workflow wäre zum Beispiel, dass du zuerst eine Gruppe aufrufst, in der du sechzehn Drum-Klänge hast. Diese spielst du im Pad-Modus in Echtzeit ein oder nutzt den Step-Modus, um einzelne Schritte deines Beats zu setzen. Nachdem du den Beat fertig hast, wechselst du die Gruppe (dafür gibt es acht Gruppenwahltasten) und belegst die neue mit einigen Klängen.

Pro Gruppe sind bis zu sechzehn Instrumente oder Effekte möglich. Im Pad-Modus wählst du den Klang aus, den du spielen willst. Danach drückst du die Note- oder Chord-Taste. Die Matrix verwandelt sich in eine tonal spielbare Oberfläche, bei der die Grundtöne deiner Tonart etwas heller leuchten als die Zwischentöne. Schnell ein paar Noten einspielen, über den Pad-Modus den nächsten Klang auswählen und weiter aufnehmen. So einfach entwickelst du mit der verbesserten Oberfläche deine Ideen.

Die Pads sind größer als bisher.

Mit Farbe navigieren

Die beiden Displays des Controllers sind jetzt hochauflösend und farbig. Bisher profitierten nur Besitzer der Maschine Studio von diesen Displays, Benutzer von Maschine mk2 oder mk1 mussten mit zwei schwarz-weißen Bildschirmen auskommen. In der dritten Controller-Generation ist dies anders. Native Instruments verspricht, dass du durch die neuen Displays zum Musizieren mit Maschine so gut wie nie auf deinen Computerbildschirm schauen wirst. Tatsächlich habe ich im zweiwöchigen Test bei jeder Produktion nur auf mein Notebook geschaut, um die jeweilige Datei beim Speichern zu benennen.

Selbst das Speichern von Projekten erledigst du überwiegend über die Maschine-Displays. Einmal benannt, werden deine Projekte nach einem Druck auf die Taste für Save in einer Liste angezeigt. Mit dem neuen vierdirektionalen Push-Encoder wählst du das entsprechende Projekt aus. Die Maschine-Software fragt dann im Display, wie du es gerne speichern möchtest (etwa als Kopie). Deine gewünschte Auswahl triffst du, wie in vielen Menüs, durch einen Druck auf die Tasten oberhalb der Displays. Dabei hilft dir, dass die aktivierten Tasten heller leuchten als diejenigen, die gerade ohne Funktion sind.

Überhaupt ist der neue Push-Encoder eine nützliche Allzweck-Möglichkeit zur Navigation in den Menüs. Als Mischung aus Joystick, Endlos-Drehregler und Druckknopf ist er optimal, um mit einer Hand durch alle im Display angezeigten Menüs, inklusive des Arrangements, zu navigieren. Das ermöglicht dir mit der rechten Hand auf den Pads zu spielen und gleichzeitig mit der linken Änderungen an deinen Klang-, Arrangement- oder Projekteinstellungen vorzunehmen. Tiefgreifende Eingriffe erledigst du allerdings besser über die jeweils acht Drehregler und Tasten über und unter den Displays.

In der neuen Idea View erstellst du Scenes.

Audio und Sampling

Das Sampling gehört zu den Funktionen, die du besser mit den Drehreglern und Tasten bedienst. Schon immer war es eine Stärke des Maschine-Controllers, dass du auf Knopfdruck Samples erstellen kannst. Die anschließende Editierung bietet eine Reihe von Funktionen, die bei einer Groove-orientierten Arbeitsweise helfen. Loops etwa lassen sich in einzelne Slices unterteilen. Diese werden automatisch auf die Pads verteilt und es wird eine Triggersequenz angelegt. Durch Spielen der Pads veränderst du den Loop.

Um Samples aufzunehmen, brauchst du nur einmal auf die entsprechende Taste zu drücken. Anschließend hast du im Display die Möglichkeit, verschiedene Einstellungen vorzunehmen. Da in Maschine mk3 ein Audiointerface integriert ist, ist die Wahl des jeweiligen Maschine-Eingangs (Mono oder Stereo) naheliegend. Das Audiointerface überzeugt mit einer sehr guten Aufnahmequalität. Leider bietet es keine Anschlussmöglichkeit für hochwertige Kondensatormikrofone.

Das Routing der Audioausgänge ist überraschend, aber durchdacht. In den Audioeinstellungen der Maschine-Software legst du nämlich separat fest, welche der internen Audiokanäle zum Stereoausgang geleitet werden und welche zum Kopfhörerausgang gehen. Du erstellst also bei Bedarf mit Maschine mk3 Kopfhörermischungen, die unabhängig vom Hauptmix deiner Musik sind. Das ist beispielsweise für Gesangsaufnahmen hilfreich. Wieso es dann allerdings keinen Anschluss für hochwertige Studiomikrofone gibt, bleibt ein Rätsel.

Mit dem lang erwarteten Audio-Plug-in beginnt eine neue Audio-Ära in MASCHINE: Ab sofort ist die Bearbeitung von Loops in Echtzeit fester Bestandteil des MASCHINE-Workflows.

Hardware & Software

Neben den zusätzlichen Tasten und den neuen Displays zeigt sich Maschine mk3 noch an einigen weiteren wichtigen Stellen verbessert. Dazu zählt die neue Größe der 16 Drumpads. Diese sind so groß, dass du sie problemlos mit zwei Fingern spielst. Flams, schnelle Hi-Hat-Figuren oder 16tel-Bassdrums sind problemlos mit zwei Fingern eingetrommelt. Der Abstand von den Mittelpunkten der Pads zueinander ist dabei gleichgeblieben, der Abstand zwischen den Pads dafür entsprechend kleiner geworden.

Strom erhält der Controller entweder direkt über USB oder vom beiliegenden Netzteil. In der Regel reicht die Versorgung über USB, sodass du weniger Kabelsalat in deinem Studio hast. Auf der Rückseite des Controllers findest du jeweils zwei Audio-Ein- und Ausgänge sowie MIDI In/Out, einen Kopfhörer-Ausgang und einen Pedal-Anschluss. Neben der USB-Buchse hast du einen Netzschalter sowie den Stromanschluss. Die Audio-Ein- und Ausgänge sowie der Kopfhörer haben jeweils einen eigenen Pegelregler.

Insgesamt macht der Controller einen sehr robusten Eindruck. Keine Taste und kein Regler wackelt. Die Pads fühlen sich sehr gut an beim Spielen, weder zu weich noch zu hart. Deine Schläge setzen sie sehr dynamisch um. Die Menütasten haben ein neues Design erhalten, anstatt milchig-weiß sind sie jetzt schwarz mit weißer Schrift. Einzig die Tasten zur Gruppen-Auswahl und über dem Display sind weiß geblieben, damit sie farbig leuchten können.

Unabhängig von den einzelnen Controllern wird die Maschine-Software ebenfalls kontinuierlich weiterentwickelt. Mit Maschine Jam (TEST) kam es zur Einführung der Version 2.5. Diese enthielt unter anderem die Performance-Effekte, die du jetzt durch den neuen Touchstrip vom Maschine-Controller steuerst. Seitdem hat es weitere Zwischenupdates gegeben, aktuell ist die Software bei Version 2.7 angelangt. Mal wurde dabei die Software nur um die Unterstützung neuer Hardware erweitert, oft kommen aber zusätzliche Funktionen hinzu.

Die größte Neuerung der Zwischenupdates ist die Einführung der Idea View sowie des Bass-Synthesizers. Idea View ist die Möglichkeit, entspannt unterschiedliche Scenes zu erstellen, in dem du das Zusammenspiel der verschiedenen Pattern der einzelnen Gruppen ausprobierst und und anschließend in der Arrangement-Ansicht arrangierst. Das Audio-Modul ist eine Alternative zum Sampler-Modul. Du kannst eine längere Phrase in ihm laden und dies dann temposynchron spielen und in der Tonhöhe verändern.

Der Bass-Synthesizer erweitert die Zahl der internen Klangerzeuger. Neben dem Sampler und den Drumsynthesizern verfügt die Maschine-Software über einen Synthesizer, dessen Aufbau sehr an TB-303 erinnert. Für Bässe und Acid-Leads ist er gut geeignet. Sein Klang erinnert allerdings nur leicht an das Vorbild, gerade bei hoher Filterresonanz höre ich da deutliche Unterschiede. Wenn du den Maschine Jam-Controller besitzt, kannst du im Step-Sequenzer-Mode sogar Slides programmieren. Mit Maschine mk3 funktioniert das leider nicht.

Audiorouting:Im Audiomenü weist du die Ausgänge zu.

Zusammenspiel zweier Controller

Native Instruments achtet sehr darauf, dass du mehrere Controller gleichzeitig einsetzen kannst. Sowohl die Kombination eines Maschine-Controllers mit einem Komplete Kontrol funktioniert reibungslos als auch der Einsatz zweier Controller der Maschine-Reihe. In beiden Fällen führt das allerdings nicht dazu, dass du mit den Controllern verschiedene Bereiche in der Maschine-Software gleichzeitig bedienst. Die Software sorgt immer dafür, dass alle Controller das gleiche Plug-in, die Gruppe oder den Mixer im Fokus haben.

Trotzdem ist die Kombination mit einem Komplete Kontrol oft sinnvoll. Zumindest, wenn du gerne Melodien und Akkorde über Tasten einspielst. Beide Controller haben unterschiedliche Stärken. Dadurch, dass Komplete Kontrol wichtige Funktionen zur Steuerung von Maschine bereithält (vor allem die neue Komplete Kontrol 49 und 61 mk2) entwickelst du tonale Ideen mit dem Keyboard, ohne dauernd zwei Controller bedienen zu müssen. Hast du dann deine Melodien fertig eingespielt, vollendest du wie gewohnt mit Maschine mk3 deine Produktion.

Für die Kombination zweier Maschine-Controller gibt es ebenso gute Gründe, wenn einer von beiden Maschine mk3 und der andere Maschine Jam ist. Denn die beiden haben unterschiedliche Stärken, die im Zusammenspiel einen wesentlich besseren Arbeitsfluss erlauben. Maschine mk3 hat Vorteile für das dynamische Einspielen von Beats, Tönen und Akkorden sowie im Erstellen und Verwalten von Samples, Plug-ins und Dateien. Maschine Jam überzeugt dagegen beim Arrangieren, Mixen und als Stepsequenzer mehr.

MASCHINE MK3 kommt mit einer neuen Firmware.

Fazit / Wertung / Preis

Maschine mk3 ist eine gelungene Weiterentwicklung des Controllers. Die vergrößerten Pads ermöglichen ein wesentlich ausdrucksstärkeres Spiel. Dadurch, dass du die verschiedenen Pad-Modi direkt aufrufst, setzt du deine Ideen schneller um als beim bisherigen Weg über Tastenkombinationen. Überhaupt erweist es sich als sehr praktisch, dass viele Funktionen eine eigene Taste bekommen haben. Kombiniert mit den hochauflösenden Farbdisplays fällt es dir leicht, schnell deine Ideen zu entwickeln.

Dank der Displays brauchst du mit Maschine mk3  zudem nur selten einen Blick auf deinen Rechnerbildschirm zu werfen, da Funktionen direkt am Controller gut zu sehen sind. Dass zudem ein Audiointerface eingebaut ist, macht Maschine mk3 zu einer Lösung für jeden, der Groove-orientiert seine Musik produzieren will. Egal, ob er Profi ist oder eine Einsteiger-freundliche All-in-one-Lösung sucht. Nur der fehlende Anschluss für Kondensatormikrofone trübt den ansonsten hervorragenden Eindruck.

Wertung:
+ eingebautes MIDI-Interface
+ Stromversorgung über USB oder Netzteil
+ breitere Drumpads
+ hochauflösende Farbdisplays
– kein Anschluss für Kondensatormikrofone

Preis (UVP): 599 EUR

Vertrieb / Hersteller: Native Instruments
Weitere Informationen: Native Instruments Maschine

 

 



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