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Test: Marantz PMD661 MKII

Auf zu neuen Abenteuern

Anschlussreich und flexibel zeigte sich der Marantz PMD661 MKII in unserem Test.


Auf zu neuen ...

Einen hochwertigen und anschlussfreudigen Pocket-Recorder gibt es aus dem Hause Marantz: Der PMD661 MKII weiß nicht nur durch seine Feature-Liste auf sich aufmerksam zu machen, sondern auch durch seine einfache Bedienbarkeit.

Marantz verdiente sich bereits in der Mitte der 1950er aufgrund seiner hochwertigen Hi-Fi-Produkte einen Namen. Dass der amerikanische Hersteller aber auch im professionellen Segment mitspielt, ist nicht allen Musikern und Tontechnikern bekannt. Doch seit mittlerweile über einer Dekade gehören hochwertige mobile und stationäre Recorder zum Programm. Aus dieser Linie schnappten wir uns den PMD661 MKII und waren erstaunt, welche Features das Aufnahmegerät bietet.

Der PMD661 MKII ist vor allem eines: mächtig. Größe und Gewicht sind zwar nicht mehr unbedingt jackentaschenfreundlich, dafür weiß die Haptik zu überzeugen – auch wenn es eine kleine Hand schwer haben dürfte, den Boliden richtig zu greifen. Wer den Field-Recorder nicht selbst halten möchte, hat zwei Optionen: Entweder platziert man den PMD661 MKII auf einer geraden Oberfläche, wo er dank seiner Gummifüßchen rutschfest steht, oder schraubt ihn mittels 1/4“-Gewinde auf ein Stativ.

Einen sehr guten Eindruck macht die Oberseite, denn hier ist eine robuste Aluminiumblende verbaut. Das übrige Gehäuse besteht aus einem mattschwarzen Kunststoff, der schlicht, aber elegant wirkt. Bis auf die beiden aufeinandersitzenden Gain-Regler gibt es hier keine vorstehenden Bedienelemente. Doch keine Sorge: Zwei kleine Metallhenkel links und rechts bewahren die Potis vor Schäden – etwa beim Herunterfallen. Ansonsten ist an der Verarbeitung nichts auszusetzen. Im Gegenteil, Marantz verdient für die astreine Fertigung gebührendes Lob.

Abgesehen von den kreuzförmig angeordneten Kunststoffbuttons in der Mitte bestehen die Taster aus Gummi. Das fühlt sich sehr gut und hochwertig an; vor allem verschwitzte Hände können dadurch nicht versehentlich abrutschen. Anlegen ist Pflicht: Marantz hat seinem professionellen Pocket-Recorder einen Trageriemen beigelegt, der sich an die bereits erwähnten Metallhenkel montieren lässt. Hängt nun der Riemen beispielsweise um den Hals, besteht nicht die Gefahr, dass das gute Stück unabsichtlich zu Boden fällt.


Der Line-Out des PMD661 MKII ist in Form von Cinch-Buchsen ausgeführt.

Anschlussvielfalt

Wie die meisten Field-Recorder besitzt auch der Marantz PMD661 MKII zwei Kleinmembrankondensatormikrofone. Diese sind in AB-Anordnung links und rechts am vorderen Teil des Gehäuses in einem Abstand von gut 7 cm starr nach vorne ausgerichtet. Schwarze Lochbleche vorne, an den Seiten sowie oben schützen die Schallwandler vor dem Eindringen grober Partikel – und den neugierigen Fingern von Kindern, Laien und wissbegieriger Menschen.

Zwischen den beiden Mikrofonen an der Front sitzen zwei Neutrik-XLR-Buchsen. Darüber lassen sich auch externe Schallwandler und andere Geräte anschließen. Mittels Schalter unter dem rechten Kleinmembraner kann man das Signal zwischen Line- oder Mikrofonpegel anpassen. Außerdem lässt sich darüber eine Phantomspeisung von 48 Volt hinzuschalten – beste Voraussetzung für externe Kondenser. Zusätzlich bietet der PMD661 MKII an der rechten Gehäuseseite eine Line-In-Buchse im Mini-Klinken-Format.

Als wäre das alles nicht genug, besitzt der Pocket-Recorder einen S/PDIF-Eingang. Sprich: Digitale Signale finden genauso ihren Weg in den PMD661 MKII wie analoge. Hierüber lassen sich beispielsweise Gitarren-Modeller, der Ausgang eines digitalen Mischpults oder sogar ein externer Mikrofonvorverstärker anschließen. Übrigens: Das Aufnahmegerät zeichnet Signale maximal stereo auf – Overdubbing oder Multitrack-Recording ist hier trotz vieler Inputs also nicht drin.

Dass Marantz aus dem Hi-Fi-Bereich kommt, zeigt vor allem sein Line-Out in Form von Stereo-Cinch-Buchsen. Keinen passenden Adapter parat? Keine Sorge, denn der Hersteller legt jedem PMD661 MKII einen bei. Etwas ungewöhnlich ist auch die professionelle Kopfhörer-Buchse: 6,3 mm misst sie im Durchmesser – und nicht wie üblich 3,5 mm. Weiterhin auf der Haben-Seite sind Abhörlautsprecher in stereo, die normalerweise nur monophon vorzufinden sind. Beim Recording gilt: Benutzt man die integrierten Mikros, ist der Speaker stumm, bei allen anderen Inputs kann man ihn zum Kontrollhören anschalten.

Dank des 10-LED-Meters hat man die Eingangspegel immer im Blick.

Top eingestellt

Nicht nur bezüglich seiner Anschlussvielfalt ist der Marantz PMD661 MKII individuell: Ebenso im Menü bietet der Recorder einige exotische Features. So gibt es hier beispielsweise drei anwählbare Presets, die den Eingang, das Aufnahmeformat und weitere praktische Funktionen beherbergen. Dabei ist es möglich, die Voreinstellungen jeweils anzupassen, umzubenennen und abzuspeichern – etwa „Interview“, „Bandprobe“ und „Atmos “. So findet man immer gleich das passende Preset für den jeweiligen Zweck.

Standardmäßig – via „Preset-1“ – nimmt der PMD661 MKII über die internen Mikrofone auf. Und das im MP3-Format von 128 kbps und in stereo. Neben dem datenkomprimierten Format lässt sich aber auch relativ verlustfrei in WAV aufnehmen – bis zu 24 Bit zu 96 kHz. Ein interessantes Feature ist, dass sich der Recorder so einstellen lässt, dass er entweder terminiert zu einer gewissen Zeit mit der Aufnahme beginnt oder ab einem gewissen Pegel. Bei letzterem nimmt der PMD661 MKII auf, solange das Signal nicht länger als drei Sekunden den vorher definierten Schwellenwert unterschreitet.

Aktiviert man den Pre-Recording-Modus, zeichnet der Recorder das Signal bereits zwei Sekunden vor der eigentlichen Aufnahme auf. Dadurch vermeidet man größtenteils verpasste Einsätze, wenn man wieder mal zu spät reagiert hat. Auch Hi- und Low-Cuts gibt es hier – auch wenn nicht ersichtlich ist, wo sie genau greifen. Vor allem für Laien aber macht sich die Auto-Gain-Funktion positiv bemerkbar: Einfach Record drücken und loslegen, ohne sich um das Einpegeln der Mikrofone zu kümmern.

Apropos einpegeln: Der PMD661 MKII besitzt am unteren Ende des Gehäuses ein Meter aus zehn LEDs. Der Umfang reicht hier von -60 bis 0 dB (FS). Wem das etwas zu ungenau ist, der kann während der Aufnahme auf den Display-Taster drücken und erhält eine relativ fein aufgelöste Anzeige. Während des Recordings oder der Wiedergabe ist es zudem möglich, Marker zu setzen, um später genau zu wissen, an welcher Stelle was passiert. Wo welcher Marker gesetzt wurde, sieht man dann am Computer über die beigelegte Software DMP Mark Editor.

Zwischen den beiden integrierten Schallwandlern finden sich XLR-Buchsen für Line- und Mikrofon-Signale.

Recording-Bolide

Die nötige Power erhält der Marantz PMD661 MKII über vier AA-Batterien oder -Akkus. Für den optimalen Betrieb lässt sich im Menü einstellen, ob es sich um Alkaline- oder Nickelmetallhybrid-Energiequellen handelt. Alternativ ist es möglich, das mitgelieferte Netzteil zu verwenden. Da der Recorder keinen Speicher integriert, legt der Hersteller eine 2-GB-SD-Karte bei. Wer keinen passenden Card-Reader hat, kann die USB-2.0-Schnittstelle nehmen, um die Files auf den Computer zu ziehen.

Nun aber genug der Eigenschaften – wie ist denn nun der Sound? Zugegeben, von so einem Boliden an Pocket-Recorder erwartet man einen überaus fetten, ja Hi-Fi-artigen Klang. Doch gerade in den Bässen scheint es dem PMD661 MKII etwas zu fehlen. Dafür ist der Mitten- und Hochtonbereich etwas stärker ausgeprägt. Dennoch zeigt sich der Sound in einer anständigen Auflösung. Vor allem die Sprachverständlichkeit ist hier tadellos.

Wer lieber auf externe Mikrofone zurückgreift, erhält optimalen Sound: nichts brummt, rauscht oder knackst. Auch die A/D-Wandlung macht einen astreinen Eindruck und lässt nichts zu wünschen übrig. Richtig interessant wird es beim S/PDIF-Eingang: Besonders Gitarristen dürften sich über die hervorragende Aufzeichnung ihrer Klänge über einen Modeller freuen – Kemper anstöpseln und loslegen. Schade ist allerdings, dass sich der linke und rechte Eingang nicht beliebig anwählen lässt. Auch ein Metronom wäre für mehr Musikalität praktisch gewesen – doch das ist nur meckern auf hohem Niveau.

Als Zielgruppe für den PMD661 MKII sind vor allem audiophile Musiker und Techniker zu nennen, die immer und überall gerne auf ein zuverlässiges und umfangreiches Aufnahmegerät zurückgreifen wollen. Und sollte ein Laie während des Recordings meinen, er müsse an den Tastern rumspielen, hilft die Key-Lock-Funktion. Obendrauf hat Marantz seinem Vorzeigemodell etwas Interessantes spendiert: Das Menü lässt sich mit einem Passwort sperren.

Ist einem das LED-Meter zu ungenau, kann man über das Display eine fein aufgelöste Pegelanzeige anwählen.

Technische Daten

Gehäuse   Kunststoff & Aluminium, schwarz
Mikrofone

2x Kondensatormikrofone

Frequenzgang

20 Hz - 24 kHz

Dynamikbereich 85 dB
Anschlüsse

2x XLR-In, Line-In, Phones, Stereo-Cinch-Line-Out, Remote & USB 2.0

Externer Speicher

SD & SDHC

Audio-Formate

WAV & MP3

Auflösung

max. 24 Bit zu 96 kHz

Maße (HxBxT)

165 x 93 x 36 mm

Gewicht

410 g (ohne Batterien)

Lieferumfang PMD661 MKII, Audio-Kabel, USB-Kabel, Netzteil, Bedienungsanleitung, CD-ROM, Trageriemen & SD-Karte


 Wertung:
+ hochwertige Verarbeitung
+ praktische Features
+ einfach bedienbar
+ teils exotisches Konzept
- Sound etwas dünn

Preis (UVP): 589 Euro

Weitere Infos unter: www.dm-pro.eu

Vertrieb: InMusic



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