Kontakt -  Heft -  Impressum -  Termine -  Newsletter 

Besuche unsere Facebook-Seite Folge uns auf Twitter Videos von MusicnStuff auf Youtube Folge uns auf G+ MusicnStuff auf myspace Besuche unsere Instagram-Seite

Test: JBL LSR305

Monitoring fürs kleine Geld

In der neuen LSR-3-Serie beherbergt JBL zwei günstige Studiomonitore. Wir hatten daraus den kleinen LSR305 im Test.


Monitoring fürs ...

JBL ist für seine verschiedenartigen Wiedergabekonzepte bekannt – von Car-Hifi bis Bühnenbeschallung findet hier jeder das passende Modell. Mit den neuen JBL LSR305 richtet sich der Lautsprecherspezialist an Homerecording- und Projektstudios. Was diese Studiomonitore leisten, erfährst du in unserem Test.

Wenn man mit jemandem über Lautsprecher spricht, fällt immer wieder ein Name: JBL. So finden sich die Produkte des amerikanischen Herstellers von Consumer- bis Pro-Markt überall, sei es in Autos oder Restaurants, Tonregien oder Bühnen. Mit der LSR-3-Serie richtet sich der Hersteller jetzt an Heim- und Projektstudios und verspricht besten Klang für den kleinen Geldbeutel. Ob sich das bewahrheitet, haben wir für dich überprüft.

Wir öffnen die Verpackung und sichten den Inhalt: Die JBL LSR305 sind wie erwartet dank Styropor gut gepolstert, sodass sie den Transport unbeschadet überstehen. Neben den Studiolautsprechern fallen uns die obligatorische Bedienungsanleitung mit Tipps zur Aufstellung sowie das Netzkabel in die Hände. Außerdem befinden sich im Lieferumfang kleine aufklebbare Gummifüßchen. Sie sollen die Unterseite der Lautsprecher vor Kratzern schützen und helfen zudem, die LSR305 rutschfest zu positionieren.

Das Gehäuse der JBL LSR305 ist aus schwarz furniertem Holz, die Front aus schwarzem Kunststoff gefertigt. Dabei bemerkt man gleich den 1“-Hochtöner. Dieser ist leicht nach innen versetzt und um ihn herum prangt der von JBL entwickelte Waveguide. Diese Kombination soll für einen breiten Sweet-Spot sowie ein optimales Stereobild sorgen. Laufzeitunterschiede zwischen Tweeter und Woofer werden dabei per DSP ausgeglichen. Unter dem Hochtöner befindet sich eine kleine weiße LED. Sie zeigt an, ob die Lautsprecher eingeschaltet und betriebsbereit sind.

Der 5“-Tieftöner wird von einem schwarzen Kunststoffring getragen. Dieser ist in Klavierlackoptik gehalten und verleiht den LSR305 einen edlen Touch. Ein Blick in die Anleitung verrät: Der Dust-Dome des Tieftöners wurde elastisch gestaltet und lässt sich quasi nicht eindrücken. Nach kurzem Zögern probieren wir es aus: die Kappe springt sofort wieder knickfrei nach außen – so gehört sich’s. Auf der Rückseite befinden sich noch die „Slip-Stream“-Bassreflexöffnung. Durch diese soll eine tiefe Grenzfrequenz ermöglicht werden, ohne störende Luftgeräusche zu verursachen.


Auf der Rückseite der LSR305 ist unter der Bassreflexöffnung das Bedien- und Anschlussfeld zu finden.

Unter der Haube

Auf der Rückseite der JBL LSR305 sind alle Anschlüsse und Einstellungsmöglichkeiten angebracht. Im Wesentlichen wird hier alles geboten, was man zur professionellen Verkabelung in einem Tonstudio braucht: je ein symmetrischer XLR- und TRS-Eingang. Die Buchsen sitzen fest an ihrem Platz und sind ordentlich verbaut. Wünschenswert wäre vielleicht noch ein Cinch-Eingang gewesen, um beispielsweise einen mp3-Player anzuschließen – doch da meckert man auf hohem Niveau.

Neben den Anschlüssen befindet sich der Wahlschalter für die Eingangsempfindlichkeit. Dieser ist etwas versenkt angebracht, um vor versehentlichem Verstellen und den damit einhergehenden Pegelsprüngen zu schützen. Die Empfindlichkeit lässt sich hier zwischen +4 dBu und -10 dBV mit einem spitzen Gegenstand einstellen. Darunter sitzen die beiden Trim-Schalter, mit denen Bässe und Höhen um jeweils 2 dB verstärkt oder abgeschwächt werden können, sowie der Volume-Poti. Er bietet Werte zwischen „1“ und „10“ – eine Einheit ist jedoch nicht angegeben.

Auf Kühlkörper, wie man sie von vielen Monitoren kennt, wurde bei den LSR305 gänzlich verzichtet. Das liegt an den Class-D-Endstufen, die bauartbedingt wenig Wärme erzeugen. Dies hat sich auch in unserem Test bestätigt: Es gab diesbezüglich keine Probleme. Dabei stehen jeweils 41 Watt für Tief- und Hochtöner bereit. Die Trennfrequenz für das Bi-Amping liegt bei 1.675 Hz und somit außerhalb des oft kritischen Bereichs zwischen 2 und 3 kHz, der für die Sprachbearbeitung wichtig ist. In Schalldruckpegeln gesprochen lassen sich mit den JBL-Lautsprechern 108 dB erreichen, was außerordentlich hoch ist.

Alles in allem fühlen sich die Studiolautsprecher toll an und machen eine gute Figur auf dem Tisch. Was uns schon beim Einschalten freut: es wurde eine Einschaltverzögerung integriert. Somit erspart man sich das typische Knacken beim Hochfahren der Workstation, wenn Lautsprecher und Interface gleichzeitig in Betriebsbereitschaft gehen. Zwar mögen den JBL-Lautsprecher ein paar Features fehlen, doch in einigen Punkten sind sie der Konkurrenz weit voraus – man denke unter anderem an das Waveguide oder die Regulierung der Eingangsempfindlichkeit.

Eine weiße LED zwischen Hoch- und Tieftöner zeigt die Betriebsbereitschaft des LSR305 an.

Vom Rechner auf die Ohren

Als Referenz zu den LSR305 nutzen wir unsere deutlich teureren Studiomonitore. Zugegebenermaßen kein fairer Vergleich, jedoch spielen sie in puncto Größe und Bauart in einer ähnlichen Liga. Als Material verwenden wir eigene Musik und Sprachproduktionen sowie vertraute CDs. Alle Lautsprecher werden dabei nach Gehör auf die gleiche, mittlere Lautstärke eingestellt. Die Anordnung erfolgt nach Lehrbuch, wobei wir die LSR305 auf unsere Referenzposition und unsere Standardabhöre daneben stellen.

Beim ersten Test fällt sofort auf, dass die LSR305 für ihre Größe recht weit nach unten reichen. Auf unserem Referenzsystem geht in der Grundeinstellung zwar gefühlt mehr, allerdings schwächen wir dort die Bässe meisten etwas ab, um vernünftig arbeiten zu können. Somit müssen sich die LSR305 keinesfalls verstecken und wird höchstens sehr basslastigen Technoproduktionen nicht ganz gerecht. Die Höhen zeigen sich über die LSR305 präsent, aber nicht zu harsch. Mit der +2-dB-Stellung am Trim-Schalter entsprechen die JBL eher unseren Hörgewohnheiten.

Das Stereobild der LSR305 ist gut und man kann die Stimmen, Instrumente und Effekte im Mix klar lokalisieren – viele Details sind also wahrnehmbar. Die räumliche Wirkung der LSR305 ist gut, allerdings etwas geringer als bei unseren Referenzmonitoren. Die Phantom-Mitte ist präzise, der Sweet-Spot breit. Das hat JBL mit dem Waveguide so versprochen und auch gehalten – sehr schön. Ein letzter Punkt, der auffällt: Die LSR305 rauschen. Das ist in dieser Preisklasse jedoch üblich und stört nur, wenn man die Ohren sehr genau spitzt.  

Insgesamt sind die LSR305 günstige Allrounder und können an Arbeitsplätzen in der Film- und Audioproduktion eingesetzt werden. Anschluss- und Einstellungsfeatures sind zwar nicht überdurchschnittlich, bieten aber alles, was man braucht. Mit dem Waveguide und der „Slip-Stream“-Bassreflex-Öffnung ist der LSR305 ihrer Konkurrenz voraus. Bei Mischungen, in denen der Subbassbereich eine entscheidende Rolle spielt, sollte man eher zu den LSR308 greifen, die durch eine größere Membran und ein größeres Volumen tiefer herunterkommen. Bei den LSR305 hingegen ist auch der Einsatz eines Subwoofers denkbar. Diesen hält JBL in der LSR-3 Serie allerdings nicht bereit – wer weiß jedoch, was in der relativ jungen LSR-3-Serie noch alles kommt.

Neben der Lautstärke sowie einer leichten Klangkorrektur der Bässen und Höhen lässt sich am JBL LSR305 auch die Eingangsempfindlichkeit von +4 dBu auf -10 dBV regeln.

Technische Daten

Bauweise

aktiver 2-Weg-Studiomonitor

Bestückung 5“ Tieftöner & 1“ Hochtöner
Leistung 41 W Woofer & 41 W Tweeter
Endstufentechnologie Class D
Trennfrequenz 1.675 Hz
Übertragungsbereich 43 Hz bis 24 kHz
Anschlüsse

XLR, symm. Klinke & Kaltgerätebuchse

Abmessung (HxBxT) 

298 x 185 x 251 mm

Gewicht 4,6 kg
Lieferumfang

Bedienungsanleitungen, Kaltgerätestecker & Gummifüßchen


 Wertung:

+ breiter Sweet-Spot
+ präzise Phantom-Mitte
+ edle Optik
+ hoher Maximalpegel

Preis (UVP): 179 Euro

www.jblpro.com

Vertrieb: Audio Pro



Das könnte dich auch interessieren:




layout-domain.tmpl