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Test: Icon QCon Pro G2

Volle Kontrolle

Mit dem DAW-Controller QCon Pro G2 von Icon macht das Arbeiten mit diversen DAWs einfach mehr Spaß.


Volle Kontrolle

Mit dem QCon Pro G2 präsentiert Icon die überarbeitete Version seines zweitgrößten DAW-Controllers. Das umfangreiche Gerät wartet dabei mit vielen nützlichen Features auf, die das Arbeiten mit einem Rechner nicht nur erleichtern, sondern auch intuitiver und interessanter machen. Wir hatten das USB-MIDI-Steuerpult unter der Lupe.

Das Mischen „in the Box“ ist attraktiver denn je. Schon allein die standardmäßig enthaltenen Tools und Funktionen einer DAW bieten weit mehr Möglichkeiten als es tonnenweise Equipment eines analogen Regieraums jemals bereithalten könnte. Zwei Dinge sind jedoch in einer digitalen Umgebung schwer authentisch nachzubilden: der Sound und die Haptik. Zumindest in puncto Klang sorgen immer ausgefeiltere Algorithmen für ein Feeling, das dem einer analogen Signalverarbeitung zunehmend ähnlicher wird.

Ein Computer besitzt aber bekanntlich keine Fader, Potis oder dergleichen. Das Schubsen von virtuellen Reglern mittels Mouse ist wenig intuitiv, ja, teilweise sogar ziemlich umständlich und nervig. Abhilfe schaffen DAW-Controller. Diese gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen und Größen. Vor allem die Firma Icon offeriert haptikbedürftigen Musikproduzenten eine breite Auswahl an Steuergeräten. Diese reicht von kleinen und platzsparenden Modellen bis hin zu großen, modular aufgebauten Systemen.

Zum neuesten Output des internationalen Expertenteams gehört der QCon Pro G2. Wie das „G2“ im Namen erahnen lässt, handelt es sich um die geänderte und somit zweite Generation dieses Controllers. Zu den auffälligsten Neuerungen gehört vor allem die Farbgebung – „G1“ war komplett weiß anstatt schwarz. Außerdem haben die Fader sowie Potis neue Kappen erhalten. Ganz allgemein wirkt das Gerät optisch nun um einiges ansprechender. Das Anzeigedisplay lässt sich allerdings nicht mehr einklappen, sondern ist starr ausgerichtet. Schade eigentlich. Das war es auch schon mit den Neuerungen.

Der QCon Pro G2 besitzt acht Kanäle und eine große Master-Sektion. Pro Erweiterungsmodul QCon Pro G2 EX erhält man acht weitere Kanäle dazu. So lässt sich ein großes „Mischpult“ mit bis zu 32 Kanälen zusammenstellen. Wer nur Fader, aber keine Master-Funktionen wie Transport braucht, sollte dennoch nicht auf den QCon Pro G2 verzichten, denn: die Erweiterungen besitzen keine Taster, um die Kanäle zu wechseln. Sprich, ein QCon Pro G2 EX würde fix die in der DAW zugewiesenen acht Spuren bedienen, sofern man nicht ständig in den Systemeinstellungen herumdoktert.



Der QCon Pro G2 besitzt eine umfangreiche Master-Sektion für den Direktzugriff auf häufig genutzte Funktionen.

Das Gerät

Gut verpackt und durch Schaumstoffelemente geschützt liefert Icon den QCon Pro G2 aus. Neben dem Objekt der Begierde sind im Lieferumfang ein Netzteil, ein USB-Kabel, zwei Anleitungen und insgesamt zwölf Beschriftungsfolien enthalten. Obendrauf packt der Hersteller einen Download-Code für den Sequencer Cubase LE sowie eine CD mit Software bei. Gleich beim ersten kritischen Blick steht fest: das Teil ist ganz schön massiv – immerhin bringt es knapp sechseinhalb Kilogramm auf die Waage.

Das Gehäuse des QCon Pro G2 besteht fast gänzlich aus Metall und wirkt somit unverwüstlich. Auch die Taster, Fader sowie Encoder machen einen stabilen und hochwertigen Eindruck. Mit einer Breite von knapp über einem halben Meter ist der QCon Pro G2 allerdings größer als es die Produktfotos erahnen lassen. So viel Platz muss auf dem Arbeitstisch erst einmal sein. Damit ist er zwar nicht der umfangreichste Controller von Icon, dafür aber der breiteste.

An der Rückseite sind die wenigen, aber völlig ausreichenden Anschlüsse des QCon Pro G2 zu finden. Dazu gehören neben den obligatorischen Buchsen für Spannungsversorgung und USB-Verbindung auch zwei Controller-Eingänge. An diese können etwa Pedale angeschlossen werden, um beispielsweise „Record“ und „Play“ mittels Fuß fernsteuern zu können. Zudem sorgt ein Kensington-Schloss für einen Diebstahlschutz, falls dies einmal nötig sein sollte.

Betriebsbereit ist der QCon Pro G2 im Nu: Netz- sowie USB-Kabel einstecken, anschalten und über die Buttons „Undo“ und „Redo“ den Betriebsmodus wählen – in unserem Fall „HUI“ für Pro Tools. Jetzt muss der USB-MIDI-Controller nur noch in die DAW eingebunden werden. Praktischerweise liegt im Lieferumfang eine Installationsanleitung bei, in der die Integration in Pro Tools lückenlos beschrieben ist. Somit konnten wir das Gerät nach knapp einer Minute bereits nutzen. Wie es sich mit anderen Softwares verhält, konnten wir leider nicht herausfinden.


Rückseitig besitzt der QCon Pro G2 zwei Buchsen für beispielsweise Pedale, über die konfigurierbare Funktionen ferngesteuert werden können.

Bedienelemente

Jeder der acht Kanäle besitzt einen 120-mm-Motor-Fader, eine 12-LED-Pegelanzeige, die Buttons „Select“, „Mute“, „Solo“ und „Record“ sowie einen Encoder mit LED-Ring und Tasterfunktion. Das Display direkt darüber zeigt an, welcher Controller-Kanal welchem DAW-Kanal zugeordnet ist. Etwas unklar wirkt hingegen der Aufdruck zur Fader-Position: hier wurden leider keine konkreten Werte verewigt, sondern nur eine abstrakte Einteilung – wahrscheinlich, da sich die Regelbereiche von Programm zu Programm leicht unterscheiden. Nun gut.

Direkt neben den acht Kanalzügen befindet sich ein neunter Motor-Fader für den Master-Kanal. Da es in Pro Tools diesen in der Form aber nicht gibt, bleibt der Fader zumindest für uns ungenutzt. Über die Buttons über dem neunten Schieberegler lassen sich die Kanäle entweder einzeln („Channel“) oder in Achtergruppen („Bank“) wechseln. Hier sind noch zwei weitere nützliche Buttons zu nennen: „Flip“, um die Zuordnung von Fader und Encoder zu tauschen – wenn man etwa den Aux-Pegel über die Fader regeln möchte –, und „Lock“, um die Motor-Fader zu sperren, sodass nichts durch versehentliches Ankommen verstellt werden kann.

Ziemlich umfangreich ist der Masterbereich rechts am Gerät. Auch hier gibt es ein Display, das entweder den aktuellen Takt oder den Zeitcode (SMTPE) in Echtzeit anzeigt. Welches Positionsformat ausgegeben wird, lässt sich direkt in der DAW bestimmen: je nachdem, was der (Haupt-)Zähler anzeigt, das erscheint ebenso am QCon Pro G2. Links unterhalb davon befinden sich zwei unscheinbare LEDs, die signalisieren, ob eingehende und ausgehende MIDI-Steuerbefehle übertragen werden.

Zu den wichtigsten Funktionen des QCon Pro G2 gehört der Transport-Bereich – unter anderem mit den obligatorischen Buttons „Rec“, „Play“ und „Stop“. Diese leuchten je nach Status entsprechend rot, grün beziehungsweise orange. Direkt darunter sind Zoom-Buttons sowie ein Jog-Wheel zu finden. Die anderen 32 Buttons sind je nach verwendeter DAW anders belegt und bieten einen direkten Zugriff auf häufig genutzte Funktionen. Dazu gehören etwa eine Schnellspeicherung, Undo/Redo sowie diverse Automationsparameter.


Neben den Motor-Fadern sorgen 12-LED-Meter für eine gute Pegelübersicht.

Performance

Nach kurzem Zurechtfinden auf der Oberfläche macht das Arbeiten mit dem Icon QCon Pro G2 richtig Spaß. Die jeweils sechs Bedienelemente in den acht Kanälen sind ohnehin schnell verstanden. Ebenso die anderen, DAW-spezifischen Funktionen nutzt man gerne, sobald man intus hat, wo man tippen muss beziehungsweise ob der Controller über den gewünschten Button verfügt. Dank der bonbonfarbenen Taster in – je nach Funktion – unterschiedlichen Farben hat man stets einen guten Überblick darüber, was gerade passiert.

Kommen wir zum wichtigsten Bedienelement am QCon Pro G2: dem Motor-Fader. Dieser weist einen leichten – aber nicht zu leichten – Widerstand beim Regeln auf, so wie man es von großen Analogpulten kennt. Dank seiner Auflösung von 10 Bit werden selbst Pegelanpassungen im hundertstel Bel-Bereich anstandslos umgesetzt. Auf Automationen in der DAW reagiert er gefühlt in Echtzeit. Allerdings nicht ganz lautlos, wenn auch das schwache Fahrgeräusch keineswegs stört. Schaut man sich die Produkte mancher Mitbewerber an, darf man in dieser Preisklasse ohnehin nicht meckern.

Sehr praktisch ist die Pegelanzeige, die der QCon Pro G2 in jedem Kanal bietet. Diese reagiert ebenso in Echtzeit und stellt den Pegel durch die insgesamt zwölf LEDs fein genug dar, um effektiv arbeiten zu können. Ein wenig unübersichtlich ist dagegen der aus elf LEDs bestehende Ring um die Encoder. Hier kommt man kaum um einen Blick in die DAW herum. Übrigens: Die kostenlose Software iMap bildet übersichtlich ab, welche (MIDI-)Parameter welchem Regler oder Taster zugeordnet sind. Auch die Firmware des Controllers lässt sich darüber bequem updaten.

Um die DAW-spezifischen Buttons entsprechend zu beschriften, liegen die bereits erwähnten Beschriftungsfolien bei. Diese gelten für die Programme Ableton Live, Samplitude Pro, Logic Pro, Nuendo/Cubase, Reaper, Studio One, Reason, FL Studio, Digital Performer, Bitwig, Sonar, Pro Tools und Audition. Darüber hinaus ist eine Blanko-Folie enthalten, die man selbst beschriften kann. So praktisch und übersichtlich diese Beschriftungen sind: die Folie ist zu dünn. Sie will einfach nicht bündig anliegen und es gibt keine Möglichkeit, diese etwa durch Magnete oder eine Schablone sauber zu platzieren. Das gehört auf jeden Fall noch nachgebessert.


Insgesamt zwölf Beschriftungsfolien für die meistgenutzten DAWs liegen dem QCon Pro G2 bei.

Fazit, Technische Daten & Wertung

Alles in allem gehört der QCon Pro G2 aktuell zu den attraktivsten DAW-Controllern seiner Klasse. Er ist supermassiv, hält eine umfangreiche Master-Sektion bereit und die Verarbeitungsqualität kann sich sehen lassen – abgesehen von dem Manko der Beschriftungsfolien. Abhängig von Workflow und verwendeter Tools kann prinzipiell sogar eine ganze Session über das USB-Steuergerät gemischt werden. Entsprechend gut lassen sich auch Lautstärke-Automationen über den Motor-Fader per Hand programmieren. Wer nach einem passenden HUI für seine Produktion sucht und über viele Funktionen griffbereit auf einer Oberfläche verfügen möchte, findet im Icon QCon Pro G2 einen geeigneten MIDI-USB-Controller.

Technische Daten

Kanäle: 8 Kanäle + 1 Master mit motorisierten 120-mm-Fadern
Anschlüsse: USB 2.0 (Typ-B), 2 x External-Control, Kensington-Lock und Netzanschluss
Netzteil: 12 V zu 2,5 A (DC)
Lieferumfang: QCon Pro G2, Netzkabel, USB-Kabel, Beschriftungsfolien, Software-CD, Download-Code für Cubase LE, Installationsanleitung und Schnellstartanleitung
Abmessungen (H x B x T): 136 x 510 x 375
Gewicht: 6,362 kg

Wertung

+ hochwertige Verarbeitung
+ gute Haptik
+ viele nützliche Funktionen
+ hohe Kompatibilität
– Beschriftungsfolie optimierbar

Preis (UVP): 593,81 Euro

Vertrieb: Sound Service im Netz
Weitere Infos: Icon QCon Pro G2 im Netz





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