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Test: Hughes & Kettner Red Box 5

Smarter Mikrofonersatz

Hughes & Kettner bietet mit der Red Box 5 ein interessantes Tool für Studio, Bühne und Proberaum an.


Smarter ...

So, wer hatte live noch nie Probleme mit der Mikrofonabnahme des Amps? ... Wie? Keiner? Ist ja auch nicht ganz einfach. Abhilfe bietet Hughes & Kettners neue Red Box 5, eine DI-Box speziell für Gitarren(pre)amps. Und auch fürs Studio oder das Homerecording ist sie ein sehr interessantes Helferlein.

Für die meisten Gitarristen ist ein per Mikrofon abgenommener (Röhren)Verstärker noch immer das klangliche Nonplusultra. Wer aber schon mal im Studio auf diese klassische Weise seinen Amp aufgenommen hat, der weiß, dass es bei der Ausrichtung des Mikrofons auf den Millimeter ankommt und man für einen optimalen Sound wirklich Zeit benötigt. Die hat man live aber selten. Dazu kommt, dass auf der Bühne auch gerne mal jemand gegen das Mikrofonstativ läuft oder man über ein geliehenes Cabinet spielen muss. Man selbst (oder der Mischer) hat also immer wieder mit einem anderen Sound zu kämpfen. Geht das nicht anders? Doch, das geht!

Vorhang auf für Hughes & Kettners Red Box 5, die neueste Version des Gitarrenamp-DI-Box-Klassikers des saarländischen Herstellers. Seit rund 25 Jahren bietet Hughes & Kettner Gitarristen diese Boxensimulation in immer wieder neuen Varianten an. Aber so vielseitig einstellbar und wohlklingend war das kleine rote Kästchen bislang noch nie. Das liegt auch daran, dass die Entwickler auf ihre Erfahrungen der DI-Box-Funktionen der TubeMeister-Amps zurückgreifen konnten. Deshalb bekommt man hier auf Anhieb einen absolut überzeugenden Sound zum Pult.

Doch bevor wir uns genauer mit dem Sound befassen, schauen wir uns doch erst einmal an, wie die Red Box 5 installiert wird. Im Gegensatz zu den klassischen DI-Boxen, wie sie von Tontechnikern gerne eingesetzt werden, ist der bevorzugte Einsatzbereich des kleinen roten Kästchens nämlich nicht hinter einem Preamp, sondern zwischen Endstufe und Cabinet. So soll man auch die Dynamik der Endstufe mit einfangen können, was gerade bei Röhrenverstärkern sicher kein Fehler ist. Also, legen wir los.

Zusätzlich zu der reinen Amp-Nutzung benötigt man für den Einsatz der Red Box 5 zwei weitere Kabel – ein Lautsprecherkabel (Klinke) und ein Mikrofonkabel (XLR) zur Verbindung des Kästchens mit dem Mischpult beziehungsweise der Aufnahmeeinheit. Also, mit dem gewohnten Lautsprecherkabel aus dem Lautsprecherausgang des Verstärkers und in die Red Box, dann mit dem zweiten Speaker-Kabel aus der Red Box in den Lautsprecher. Nun noch per Mikrofonkabel den DI-Ausgang mit dem Mischpult verbinden, fertig. Aber Vorsicht! Nicht vergessen, immer eine Box hinter die Red Box zu hängen, gerade bei Röhrenamps riskiert man sonst einen Defekt.


Fünf Regler sollt ihr sein: Über fünf Schiebeschalter kann man die Feinabstimmung der Red Box 5 vollziehen.

Viele Möglichkeiten

In Sachen Stromversorgung hat man drei Möglichkeiten. Am komfortabelsten fährt man, wenn das Mischpult über Phantomspeisung verfügt, dann aktiviert man diese einfach am Pult – fertig. Ist das nicht möglich, kann man auch ein gewöhnliches 9-V-Netzteil nutzen oder einfach einen 9-V-Block in das Kästchen einsetzen. Letzteres funktioniert erfreulicherweise komplett Werkzeugfrei, denn oftmals findet man ja immer gerade das Tool nicht, das man gerade brauchen würde.

So, komplett verkabelt und mit Strom versorgt? Dann schalten wir den Amp mal an, stellen ihn auf die gewünschte Lautstärke und widmen uns den Schaltern an der Red Box 5. Fangen wir rechts an und stellen den Eingangspegel erst mal auf -26 dB. Die 0-dB-Stellung ist dann die richtige, wenn man den Amp sehr leise nutzt oder mit einem Preamp-Signal in die Red Box geht. Die korrekte Position ist hier wichtig, damit man ein vernünftiges und Nebengeräusch-armes Signal zum Mischpult oder Interface bekommt.

Das klangliche Feintuning läuft dann über die drei folgenden Schalter. Hier muss man allerdings vorab dazusagen, dass die Veränderungen nicht extrem sind, der Grundsound der Red Box 5 sollte einem also schon zusagen. Aber der ist schon so vorgewählt, dass er auf große Zustimmung bei vielen Usern stoßen dürfte. Mit large/small wählt man das virtuelle Boxenvolumen, kann also bei Bedarf etwas mehr Tiefdruck dazupacken. Mit modern/vintage hingegen kann man den Klangcharakter etwas feintunen, also das Signal etwas knalliger oder weicher klingen lassen. In die gleiche Richtung geht auch der tight/loose-Schalter, der bestimmt, ob die simulierten Speaker noch neu und straff sind oder schon schön weichgespült.

Wie auch immer man die Red Box 5 einstellt, das Ergebnis überzeugt und man hat sofort ein unkompliziertes, einstreusicheres und absolut knackiges Signal anliegen. Denn da hier keine Mikrofonabnahme, sondern die Box selbst simuliert wird, gibt es auch keinen Raumklang und man bekommt einen extrem direkten Sound. Genau deshalb wird die Red Box schon immer auch gerne als zusätzliche Spur zu den Mikrofonsignalen im Studio aufgenommen, um dem Gesamtklang der Gitarre bei Bedarf mehr Direktheit verpassen zu können. Übrigens: Solltet ihr euch Brummgeräusche einfangen, könnt ihr diese in den meisten Fällen mit dem Ground-Lift-Schalter locker beheben. Nie war die Abnahme des Gitarrenamps einfacher und stressfreier.

Komplettpaket: Die Red Box 5 kommt nicht nur im gewohnten Karton, sondern auch gleich mit einer Schutztasche für Unterwegs.

Technische Daten

Bauweise DI-Box für Gitarrenamps, mit Speakersimulation
Gehäuse Gussmetall mit Schaltern aus Metall
Anschlüsse In (Klinke), Thru (Klinke), DI-Out (XLR) & 9 V DC
Regler & Schalter lift/ground, tight/loose, modern/vintage, large/small & -26 dB/0 dB
Stromversorgung 9-V-Block, Netzteil & Phantomspeisung
Maße (BxHxL) 113 x 38 x 60 mm
Gewicht 200 g
Lieferumfang Transporttasche

 

Wertung

+ hochwertige, solide Bauweise
+ kompakt und leicht
+ unkomplizierte Anwendung
+ sehr lebendige, rockige Sounds
+ Einsatz mit oder ohne Endstufe
- klanglich nur mäßig fexibel

Preis (UVP): 99 €
Vertrieb: Music & Sales www.hughes-and-kettner.de


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