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Test: Fostex PX-5 & PX-6

Odyssee im Audiospektrum

Fostex brachte jüngst seine neuen Speaker PX-5 und PX-6 heraus – wir hatten sie im Test.


Odyssee im ...

Gerade auf dem heiß umkämpften deutschen Markt fragt man sich manchmal, wozu jedes Jahr unzählige neue Studiolautsprecher auf der Bildfläche erscheinen. Auf den ersten Blick sehen die schwarzen Kisten ja ziemlich ähnlich aus. Doch der Schein trügt, denn einige der schlicht anmutenden Boxen bieten individuelle, teils herausragende Features – vom Sound ganz zu schweigen. So auch die Neulinge von Fostex: Wir sahen uns den PX-5 und den PX-6 genauer an.

Fostex kennen die meisten Musiker und Tontechniker wohl hauptsächlich wegen seinen portablen Bandmaschinen aus den 1980ern. Viel Aufmerksamkeit erhielt damals vor allem der A-8 – der erste Tape-Recorder, der auf einem 1/4"-Band bis zu acht Spuren parallel aufnehmen konnte. Auch als sich die Ära der Magnetbandaufzeichnung dem Ende zuneigte, mischten die Japaner beim digitalen Wandel weit vorne mit. Was aber schon seit der Firmengründung 1973 im Fokus steht, ist der Bau von hochwertigen Hifi- und Pro-Audio-Lautsprechern.

Zum neuesten Output aus dem Land der aufgehenden Sonne zählt die PX-Serie, bestehend aus den aktiven Studiolautsprechern PX-5 und PX-6. Die Ingenieure von Fostex ließen sich hier einige Besonderheiten, wenn nicht gar Alleinstellungsmerkmale einfallen, auf die wir gleich zu sprechen kommen. Vorher sei erwähnt: Prinzipiell unterscheiden sich die beiden Lautsprecher nur in ihrer Größe, ihrer Bestückung und den daraus resultierenden akustischen Abweichungen voneinander.

Modern, schlicht und elegant – so präsentieren sich die beiden neuen PX-Speaker. Diesen Anschein erweckt nicht nur das durchgehende schwarze Design, sondern auch die abgerundeten Kanten an der Front. Was allerdings nach einem optischen Trend aussieht, trägt positiv zu den akustischen Eigenschaften bei: Durch das wohlgeformte Gehäuse vermeidet Fostex das Auftreten der sogenannten Kantendispersion, bei der hochfrequente Signalanteile an den Rändern gebrochen werden und den Klang verfälschen. Des Weiteren wurde auf eine starre Gehäusekonstruktion Wert gelegt, um ungewollte Resonanzen zu minimieren.

Sehr ansprechend an den Jünglingen ist die gummierte Front. Etwas ungewohnt: Hier sind die beiden Bassreflexröhren verbaut. So ist es jedoch möglich, die Monitore etwas näher an eine Wand zu stellen, ohne gleich störende Bassanhebungen zu ernten. Es ist jedoch, wie bei jeder Box, ein zu nahes Positionieren an Wänden oder in Ecken zu vermeiden – etwas näher heißt schließlich nicht auf Tuchfühlung. Damit nicht versehentlich Fremdkörper durch die Öffnungen in das Gehäuseinnere gelangen, besitzt der PX-5 am hinteren Ende ein Stoffnetz, der PX-6 kommt mit einem Kunststoffkreuz.


Dank der abgerundeten Kanten sehen die PX-Speaker nicht nur modern aus, sondern beugen auch der Kantendispersion vor.

Eintritt frei

Signal erhalten die PX-Lautsprecher über die rückseitig angebrachten Buchsen im Cinch- und Kombi-Format. Zwar lassen sich beide gleichzeitig belegen, doch es gilt: Cinch hat vor Klinke Vorrang. Allerdings ist hier nur der Anschluss von unsymmetrischen Klinkenkabeln vorgesehen. Anders sieht es bei der parallelen Belegung von Cinch und XLR aus, da beide Eingangsquellen zusammengemischt werden. Praktisch ist letzteres, wenn man etwa den Arbeitsrechner und die analoge Konsole unabhängig voneinander über die Nahfeldabhöre laufen lassen möchte.

Das wahre Alleinstellungsmerkmal an den beiden Neuen von Fostex betrifft die umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten: Lautstärke, Klang sowie Auto-Standby-Funktion sind nur über einen Encoder und einen Schalter konfigurierbar. So einfach die Bedienung auch aussehen mag, ist dennoch ein Blick in die Bedienungsanleitung ratsam, um wirklich alle Parameter kennenzulernen. Wie stark man was einstellt, lässt sich über die 11-LED-Kette um den Drehgeber erahnen – auch wenn keine konkreten Werte ersichtlich sind, sondern diese ausgerechnet werden müssen.

Über den Schalter lässt sich bestimmen, was man verändern möchte. Zur Auswahl stehen „Level“, „Off“ und „Tone“. Drückt man nun auf den Encoder, kann man zwischen den einzelnen Parametern wählen. Hier ist Feinjustage angesagt: Nutzt man „Volume“ und „Trim“ in Kombination, lässt sich die Lautstärke in unglaublichen 440 Schritten an den richtigen Abhörpegel wählen. Auch die Höhen und Bässe kann man in insgesamt 20 Stufen um je ±3 dB anpassen. Möchte man nach der Konfiguration nicht, dass irgendjemand etwas verstellt, kann man den Schalter einfach auf die Mittelposition „Off“ stellen.

Ändert man einen Wert, blinkt die LED neben dem angewählten Parameter. Dadurch symbolisieren die Speaker, dass die Einstellung noch nicht gespeichert wurde. Möchte man sie sichern, braucht man nur den Encoder kurze Zeit gedrückt halten, bis die LED wieder permanent leuchtet. Nach dem Speichern bleibt der klangliche Eingriff auch nach dem Aus- und wieder Einschalten der Fostex-Lautsprecher erhalten. Apropos: Damit bei der Inbetriebnahme keine Knackser oder Hochfahrgeräusche der Endstufe zu hören sind, gibt es einen sanften Fade-In.

Über den rückseitig angebrachten Encoder lassen sich sehr feine Einstellungen vornehmen.

Ausgabebereit

Für eine detaillierte Wiedergabe besitzen beide PX-Modelle je einen 1“-Polyesterfaser-Hochtöner. Ein rötlicher Urethanfilm darauf erinnert entfernt an HAL 9000. Wie die Namensgebung der Speaker erahnen lässt, unterscheiden sich der PX-5 und PX-6 in ihrer Bestückung: Frequenzen unterhalb von 2,5 kHz übernimmt am PX-5 ein 5,2“-Woofer. Der größere Bruder ist hingegen mit einem 6,5“-Tieftöner ausgestattet, der unterhalb von 2 kHz arbeitet. Als Membranmaterial kommt bei beiden ein harzbeschichtetes Aramid-Faser-Gewebe zum Einsatz.

Auch in ihrer Leistung unterscheiden sich die beiden Japaner: Wo der PX-5 mit insgesamt 53 Watt auskommt, hält der PX-6 ganze 78 Watt bereit. Was erst vielleicht nach wenig Power klingt, reicht locker aus, um ein größeres Studio mit genügend Schalldruckpegel zu versorgen – natürlich verzerrungsfrei. Die Verstärker selbst wurden in Class-D-Technologie konzipiert. Dass die Speaker betriebsbereit sind, signalisieren sie übrigens über das orange leuchtende Fostex-Logo an ihrer Front.

Aufgrund ihrer Größe geben die PX-Neulinge naturgemäß nicht die tiefsten Frequenzen wieder. Doch Fostex hat mitgedacht und ein steilflankiges FIR-Filter integriert, das bei Bedarf das Signal bei 85 Hz mit 36 dB pro Oktave absenkt und es somit erlaubt, die Speaker mit einem Subwoofer zu betreiben. Das war jedoch nicht alles: Je nachdem, wo der Tieftöner steht, lässt sich die Laufzeit in insgesamt 20 Schritten bis zu 180° beziehungsweise 200 cm verzögern – 10 cm entsprechen 9°.

Fostex wird mit seinen Lautsprechern den neuesten EU-Richtlinien gerecht: Liegt länger als 4 Stunden kein Signal an, macht sich die Auto-Standby-Funktion bemerkbar – die Speaker gehen in den Stromsparmodus. Ist dies der Fall, blinkt das Firmen-Logo an der Front. Möchte man nicht, dass sie sich irgendwann ausschalten, kann man den Schalter einfach auf „Off“ stellen. In dieser Stellung lässt sich übrigens auch der Auto-Standby-Modus erzwingen, indem man einfach länger auf den Encoder drückt – praktisch, wenn man mal kurz weg muss, seine Abhöre aber nicht komplett abschalten will.

Die 1“-Hochtöner besitzen einen roten Urethanfilm.

Abhörer

Nach dem ganzen Technischen interessiert natürlich, wie die PX-5 und PX-6 von Fostex klingen. Unser erster Eindruck: „Die klingen aber trivial.“ Doch unsere anfängliche Meinung verschwand innerhalb kürzester Zeit. Uns wurde schließlich schnell klar, dass es sich hier eben nicht um schönende oder Hifi-artige Lautsprecher handelt. Sprich: Sie sind unverschämt ehrlich, in den mittleren bis höheren Lagen sehr linear und betrügen nicht durch einen übertrieben aufgepumpten Bassbereich.

Ein absoluter Pluspunkt der Fostex-Speaker ist ihre hervorragende Tiefenstaffelung. Besonders die Hallfahne einer Snare lässt sich hierüber viel länger verfolgen als bei vergleichbaren Modellen in der Preisklasse. Aufgrund ihrer ehrlichen Wiedergabeeigenschaften sind sie für Mischungen jeder Art geeignet: Wenn hierauf ein Mix gut klingt, dann klingt er überall gut. Das sollte man jedoch nicht falsch verstehen, denn sie tönen keineswegs schlecht, sondern einfach nur neutral.   

Der direkte Vergleich zwischen den PX-5 und PX-6 zeigt: Dort, wo der PX-5 seine Stärken in den Mitten und mittleren Höhen ausspielt, kann der PX-6 mit seinen Bässen und Höhen punkten. Zwar wirkt der größere von beiden etwas runter, jedoch: Unser Favorit ist klar der PX-5, da er vor allem in den mittleren Lagen ein zielgerichtetes Mischen ermöglicht. Obwohl bei beiden Modellen die Lokalisierbarkeit sehr gut ist, hatten wir wiederrum bei den PX-5 das Gefühl, als wären sie ihren großen Brüdern einen kleinen Schritt voraus.

Mit dem PX-5 und dem PX-6 hat Fostex Studiolautsprecher im Programm, die einfach nur brutal ehrlich sind. Obendrauf bieten sie eine neuartige Menüführung, die ein fast übertrieben genaues Konfigurieren von Lautstärke und Klang erlaubt. Auch fürs Auge wird was geboten: Sie sind schlicht und passen dank ihres Designs in jeden modernen Regieraum. Wie man es von den Japanern gewohnt ist, lässt obendrauf die Verarbeitungsqualität keine Wünsche offen. Unser Tipp: Zeit nehmen und selbst ausprobieren.

Die Fostex PX-5 (rechts) und PX-6 (links) bieten alle gängigen Anschlussformate.

Technische Daten

  PX-5 PX-6
Übertragungsbereich 0 Hz - 20 kHz

48 Hz - 20 kHz

Bestückung 5,2“ Woofer & 1“ Tweeter

6,5“ Woofer & 1“ Tweeter

Leistung 35 W (Low) + 18 W (High) 50 W (Low) + 28 W (High)
Grenzfrequenz 2,5 kHz

2 kHz

Endstufe Class-D

Class-D

Signal-Rausch-Abstand 96 dB

96 dB

Eingänge Kombi-Buchse & Cinch

Kombi-Buchse & Cinch

Bedienelemente Encoder, Parameterschalter & Netzschalter

Encoder, Parameterschalter & Netzschalter

Maße (HxBxT) 280 x 180 x 210 mm

335 x 208 x 253 mm

Gewicht 5 kg 6,95 kg


Wertung:
+ analytischer Sound
+ hochwertige Verarbeitung
+ sehr fein justierbar
+ moderner Look
- LED-Anzeige lädt zum Kopfrechnen ein
 
Preise (UVP):
PX-5    306 Euro
PX-6    399 Euro

Weitere Infos unter: www.fostex.com

Vertrieb: Mega Audio
 



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