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Test: Fluid Audio F4 & F5

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Mit den F4 und F5 bietet Fluid Audio interessante Studiolautsprecher an, die wir uns näher angesehen haben.


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Fluid Audio brachte jüngst seine neuen Studiomonitore der Fader-Serie auf den Markt. Wir hatten die preiswerten Modelle F4 und F5 für dich im Test – und waren erstaunt darüber, was sie alles bieten.

Wie, Fluid Audio? Noch nie gehört? Das ist nicht weiter verwunderlich, denn das noch recht junge amerikanische Unternehmen präsentierte sein bislang drei Produkte umfassendes Portfolio erst dieses Jahr. Das heißt jedoch nicht, es fehle dem Ganzen an Know-how. Schließlich blickt Firmengründer Kevin Zuccaro auf 20 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und dem Bau von Lautsprechern zurück, die er unter anderem bei JBL und M-Audio sammeln konnte. Doch widmen wir uns unseren beiden Probanden.

Im Test stellten sich die beiden aktiven Studiomonitore F4 und F5 von Fluid Audio unserem prüfenden Blick: Beide Neulinge sehen dank des schlichten, matt schwarzen Finishs sehr elegant aus. Die Lautsprechergehäuse bestehen aus vinylbeschichtetem MDF, wodurch sie auch so einiges mitmachen dürften, ohne gleich unter unschönen Kratzern zu leiden. 6,5 kg bringen beide F4 und fünf Kilogramm ein F5 auf die Waage. Dabei stehen sie stabil an ihrem Platz und machen einen sehr soliden Eindruck. Damit sie nicht wegrutschen und vom Untergrund entkoppelt werden können, hat der Hersteller den Lautsprechern aufklebbare Pads mit auf den Weg gegeben.

Beide Lautsprecher wurden nach dem Prinzip der Bassreflexbox entworfen. Am F4 findet sich die runde Bassreflexöffnung an der Gehäuserückseite. Darin ist sogar ein Kunststoffteil integriert, das vor dem Eindringen von größeren Fremdkörpern schützt. Im Gegensatz zum F4 besitzt der F5 eine schlitzförmige Öffnung an der Front, direkt unter dem Woofer. Die Kunststoffblenden an den Vorderseiten fungieren sowohl als Fassung für den Woofer als auch als Waveguide für den Tweeter. Daran ist das Fluid-Audio-Logo links zwischen Hoch- und Tieftöner angebracht.

Die Membranen der Woofer bestehen aus altbewährter Pappe, wobei der F4 einen 4“- und der F5 einen 5“-Tieftöner besitzt. Als Hochtöner kommen jeweils 1“-Treiber mit Seidenmembran zum Einsatz. Leider sind für die Treiber keine Schutzgitter angebracht, um sie vor äußeren Einwirkungen zu bewahren – beispielsweise wenn jemand meint, er müsse auf die Membranen drücken. Bei den Woofern ist das nicht weiter tragisch, da diese einiges aushalten, die Tweeter hingegen sind sehr empfindlich.


Im sogenannten Stereodreieck aufgestellt sind die Fluid-Audio-Lautsprecher aus der Fader-Serie optimal platziert.

Voll aktiv

Da es sich bei Fluid Audios F4 und F5 um aktive Lautsprechersysteme handelt, sind die nötigen Endstufen bereits in den Gehäusen integriert. Hier wurde auf AB-Endstufentechnologie zurückgegriffen. Dadurch ist ein effizienter Betrieb jenseits von wasserfallartigem Rauschen möglich. Die Verstärkereinheit für beide F4-Lautsprecher ist in der linken Box eingebaut. Mittels Klemmanschluss lässt sich der rechte, passive F4 an den aktiven anschließen. Das passende Lautsprecherkabel dafür hat der Hersteller gleich mit eingepackt. Allerdings ist dieses nicht abgeschirmt, sodass sich unter Umständen störende Einstreuungen bemerkbar machen.

Insgesamt 30 Watt Leistung beherbergt der F4. Eigentlich wenig, wenn man bedenkt, dass damit zwei Boxen bedient werden. Doch das reicht für eine ordentliche Lautstärke völlig aus, ohne gleich den Verstärker ans Limit zu fahren. Mehr Power bietet der bi-amp-betriebene F5: nämlich 70 Watt pro Lautsprecher. Davon gehen 40 Watt an den Woofer und 30 Watt an den Tweeter. Damit beide Modelle nicht überhitzen, sind an den Rückseiten gerippte Aluminium-Kühlkörper angebracht, die die Wärme der Elektronik nach außen abgeben – und das findet man in dieser niedrigen Preisklasse kaum. Sogar im längeren Betrieb auf relativ hoher Lautstärke konnten wir keine bemerkenswerte Erwärmung der Lautsprecher feststellen.

Eine kleine LED zwischen Hoch- und Tieftöner zeigt an, ob die Fluid-Audio-Lautsprecher mit Strom und Signal versorgt werden. Diese ist an beiden F5, aber – verständlicherweise – nur am aktiven F4 zu finden. Blaues Leuchten signalisiert dabei Betriebsbereitschaft. Liegt 15 Minuten oder länger kein Signal an, leuchtet die LED rot – der sogenannte Auto-Standby-Modus ist nun aktiv. Praktisch zeigt sich dieses Feature vor allen dann, wenn man eigentlich etwas hören sollte, aber nichts kommt. So weiß man, dass der Fehler wahrscheinlich nicht an den Boxen zu finden ist.

Die recht kleinen LEDs sieht man nur richtig leuchten, wenn man sich in der optimalen Abhörposition befindet – sie dient also nebenbei als optische Hilfe. Dabei sind die Lautsprecher mit dem Hörer in einem gleichseitigen Dreieck aufzustellen, sodass die Distanz zwischen Techniker und Monitor sowie den Monitoren zueinander identisch ist. Außerdem sollten sie ungefähr auf Kopfhöhe abstrahlen.

Das wohl auffälligste Merkmal an den Monitoren der Fader-Serie ist der Fader zur Regelung der Lautstärke.

Facettenreich


Auffälligstes – und wohl einzigartiges – Merkmal an den Neulingen ist der Fader an der Frontseite. Dieser reicht von -∞ bis 0 dB. So ist es möglich, konkretere Pegelwerte einzustellen als bei vielen herkömmlichen Studiolautsprechern, die oft nur fragwürdige Beschriftungen um den Lautstärkeregler aufweisen. Bei der -6-dB-Stellung rasten die Fader ein, sodass man beispielsweise beide F5 auf diese Position fixieren kann. Da das F4-Pärchen nur an der aktiven Box einen Fader bietet, regelt dieser die Lautstärke für beide.

Die Anschlussmöglichkeiten zeigen sich sowohl am F4 als auch am F5 vielseitig. Am F5 gibt es auf der Rückseite Buchsen für symmetrische XLR- und Klinken- sowie unsymmetrische Cinch-Kabel. Damit sind die gängigsten Varianten, ein Signal in den Lautsprecher zu bekommen, abgedeckt. Der F4 wartet hingegen mit symmetrischen Stereo-Klinken- und unsymmetrischen Stereo-Cinch-Eingängen auf. An der Vorderseite der F4 befinden sich außerdem noch eine Stereo-Miniklinken- sowie eine Kopfhörer-Buchse.

Sind mehrere Eingänge an den Fluid-Audio-Lautsprechern gleichzeitig belegt, wird nicht etwa ein Signal bevorzugt, sondern alles zusammengemischt. So kann man bis zu drei verschiedene Signalquellen gleichzeitig anschließen, ohne ständig umstecken zu müssen oder ein Mischpult beziehungsweise einen Monitorcontroller dazwischen zu hängen. Sehr praktisch ist, dass das Signal an den F4 über die Lautsprecher abgeschnitten wird, sobald ein Kabel im Kopfhörerausgang steckt. Dadurch ist es möglich, die F4 auch als Kopfhörerverstärker zu nutzen.

Auf Equalizer oder andere Tools zur Anpassung der Lautsprecher an den Raum hat Fluid Audio bei beiden Modellen verzichtet. Dafür gibt es in der mitgelieferten Bedienungsanleitung reichlich Tipps, wie man die F4 und F5 am besten aufstellt, sodass der Schall möglichst unbeeinflusst von den Lautsprechern zum Hörer gelangt. Wir ergänzen diese noch um jenen, dass der Monitorlautsprecher mit etwas Abstand zur Wand positioniert werden sollte, damit sich nicht unerwünschte Bassanhebungen bemerkbar machen.

Viele Anschlussmöglichkeiten sorgen an den F4 und F5 für eine flexible Signalzuführung.

Immer flüssig


Welchen Klang bieten nun die beiden Fluid-Audio-Lautsprecher aus der Fader-Serie? Zunächst sei gesagt: Für den Preis ist die Wiedergabequalität sehr gut – weder nerviges Rauschen noch einzelne völlig untergehende oder störend überbetonte Frequenzanteile waren zu hören. Das Stereobild lässt nichts zu wünschen übrig und wurde mit einer hohen Lokalisationsschärfe abgebildet. Was allerdings etwas abhanden kam, war die räumliche Tiefe. Besonders bei Mischungen mit einem markanten Reverb konnten wir dies feststellen, als beispielsweise die Hallfahne nicht so schön wie gewohnt in den Hintergrund rückte.

Trotz der kompakten Studiomonitore wurden relativ viele tieffrequente Signalanteile übertragen. Vor allem die F5 boten einen Wumms, den wir nicht erwartet hätten – sie schaffen laut Datenblatt 49 Hz bis 22 kHz, die F4 69 Hz bis 22 kHz. Auch das Spektrum in höheren Frequenzlagen wirkte sehr ausgewogen und präsent. Einzig die F5 klangen im mittleren Frequenzbereich um zwei Kilohertz etwas überbetont – mit einem Stereo-EQ im Signalweg lässt sich das aber schnell begradigen.

Die Fluid Audio F4 empfehlen sich für Home-Studios, Musikeranwendungen – etwa als Lautsprecher für Keyboards – und auch als Monitorlautsprecher neben dem Bildschirm. Dank ihrer vielfältigen Anschlussmöglichkeiten dienen sie sogar als Hifi-Lautsprecher, beispielsweise in dem man einfach einen CD-Player via Cinch an die aktiven F4 anschließt und somit eine Endstufe umgeht. Ein ähnlich großes Einsatzgebiet decken die F5 ab. Diese eignen sich jedoch besonders gut als Abhöre in Home- und Projektstudios.

Wer nicht viel Geld für Monitorlautsprecher ausgeben möchte, liegt bei den beiden Modellen von Fluid Audio nicht falsch. Man beachte hier die tadellose Verarbeitungs- und verhältnismäßig hohe Wiedergabequalität, die bei diesem niedrigen UVP nur schwer zu finden sind – das Preis-Leistungs-Verhältnis mit der Feature-Liste sucht hier seinesgleichen. Deswegen empfehlen wir dir, sie selbst anzutesten.

Über Klemmanschlüsse führt der aktive F4 das verstärkte Signal zu seinem passiven Pendant.

Technische Daten

  F4 F5
Gehäuse MDF MDF
Tieftöner 4“ Pappmembran 5“ Pappmembran
Hochtöner 1“ Seidenmembran 1“ Seidenmembran
Trennfrequenz           2,5 kHz 2,5 kHz
Frequenzgang 69 Hz bis 22 kHz 49 Hz bis 22 kHz
Maximalschalldruckpegel  97 dB (SPL)   >101 dB (SPL)
Signal-Rausch-Abstand >90 dB (A-gewichtet) >100 dB (A-gewichtet)
Anschlüsse symm. Klinke, Cinch, Aux-In & Phones       XLR, symm. Klinke & Cinch
Regler  Lautstärke-Fader Lautstärke-Fader
Maße (HxBxT) 220 x 150 x 172 mm 260 x 175 x 195 mm
Gewicht 6,5 kg (Paar) 5 kg (pro Box)


 Wertung:

+ gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
+ solide Verarbeitung
+ viele Anschlussmöglichkeiten
- nur wenig räumliche Tiefe
- Hochtöner nicht geschützt

Preise (UVP):
F4   149 Euro (Paarpreis)
F5   249 Euro (Paarpreis)

Fluid Audio auf Facebook

Vertrieb: Hyperactive



Leser-Kommentare:
Jan nStuff, 21-11-15 14:20
Hi Hendrik, danke für deinen Kommentar. Und ja, es ist teilweise schon krass, wie geilen Sound man aus kleinen und günstigen Boxen mittlerweile bekommen kann. Viel Spaß weiterhin mit deinen F5.

Gruß. Music nStuff
Hendrik, 21-11-15 11:59
Habe mir zwei F5 am 8.11.2015 als Verstärkung für mein PSR S-950 Yamaha Keyboard zugelegt und war beim Testen beim Dealer genau so wie er vom Sound begeistert. Mit diesen Monitoren erlebst Du den Keyboardsound ohne jede Einschränkung, satt und differenziert mit richtig Bumms für das Studio oder kleinere Räume. Also, antesten, Ihr werdet es nicht bereuen. MfG Hendrik

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