Kontakt -  Heft -  Impressum -  Termine -  Newsletter 

Besuche unsere Facebook-Seite Folge uns auf Twitter Videos von MusicnStuff auf Youtube Folge uns auf G+ MusicnStuff auf myspace Besuche unsere Instagram-Seite

Reportage: DrumMic'a! und die Hansa-Tonstudios

Snaredrum im Mittelpunkt

Wir berichten vom vierten Halt der Sennheiser-Kampagne „Volume up! tunes. beats. production“ in den Hansa Tonstudios.


Snaredrum im ...

Sennheisers vierter Halt seiner Kampagne „Volume up! tunes. beats. production“ führte uns in die legendären Hansa Tonstudios in Berlin. Dort stand vor allem die Mikrofonierung der Snaredrum im Focus. Hausengineer David Hefti gab uns einen kleinen philosophischen Einblick in seine Welt der Snaremikrofonierung.

Die Mikrofonierung eines Schlagzeugs ist eine komplexe Aufgabe: Mit welchem Mikrofon erzielt man den besten Klang und welche Positionierung bringt die vorteilhaftesten Ergebnisse? Beim Besuch namhafter deutscher Tonstudios erörtert die neue „Volume up! tunes. beats. production“-Kampagne des Audiospezialisten Sennheiser genau diese Fragen.

Beim vierten Halt in den Berliner Hansa Studios gab Tonprofi David Hefti Auskunft zum Thema „Snare-Mikrofonierung“; den Beat steuerte Schlagzeuger David Haynes bei. Für das virtuelle Drum-Instrument „DrumMic'a!“ sind Presets und MIDI-Grooves aus den Hansa Studios verfügbar und können auf der Website www.DrumMica.de heruntergeladen werden. Ein Video-Interview sowie Tipps zur Snare-Mikrofonierung runden das Angebot ab.

David Hefti, gebürtiger Schweizer, begann seine professionelle Karriere bereits in jungen Jahren in einem eidgenössischen Tonstudio. Von dort führte ihn der Weg nach Hamburg in die renommierten Home Studios von Franz Plasa. Dort legte er allerdings lediglich ein kurzes Intermezzo ein. Nach einem Aufenthalt in den USA fungiert er bis heute als Haus- und Hofingenieur der legendären Berliner Hansa Studios. Die Liste der von ihm betreuten Künstler und Projekte ist ebenso lang wie eindrucksvoll; aktuell ist Hefti als Toningenieur sowohl live als auch im Studio die erste Wahl für Yusuf (aka Cat Stevens).


David Hefti setzt auf natürlichem Hall aus dem Treppenhaus – zum Einsatz kommt hierfür ein Pärchen Sennheiser MKH 40.

Abgepasste Snare

In den Hansa Studios nimmt David Hefti die Drums bevorzugt im mit italienischem Marmor verkleideten „Marble Room“ auf, der über eine lebendige Akustik verfügt und dem Schlagzeuger dank transparenter Türen Sichtkontakt zu anderen Musikern ermöglicht. Die Akustik lässt sich über Vorhänge und mobile Trennwände variieren und an individuelle Soundvorlieben anpassen. Der Raumklang wird in der Regel zusätzlich zur individuellen Mikrofonierung der Instrumente mit einem Mikrofonpärchen in Stereo eingefangen.

Als natürlicher Hallraum wird das nahe gelegene Treppenhaus genutzt: Die von einem Lautsprecher wiedergegebenen Signale werden hier ein Stockwerk tiefer mit einer kleinen A/B-Anordnung aus zwei Sennheiser MKH 40 eingefangen, die wegen ihres Klangs und ihres geringen Eigenrauschens geschätzt werden.

„Die Snare ist beim Schlagzeug sicher eines der interessanten Instrumente, da sie absolut prägend für den Sound einer Aufnahme ist“, weiß David Hefti. „Der Snaresound kann sowohl modisch als auch durch den jeweiligen Musikstil bedingt sein und es existiert kaum ein Instrument, bei dem es so viele No-Gos gibt: Man kann einfach keine typische Reggae-Snare in eine Synthiepop-Nummer mit 1980er-Jahre-Feel integrieren – das würde jedem Hörer sofort unangenehm auffallen.“

Losgelöst vom eigenen Geschmack ist laut Hefti beim Snaresound eine songdienliche Arbeit wichtig: Wenn es zum Genre passt, darf die Snare seiner Meinung nach durchaus einen eigenen Ton besitzen und sogar mit einem Ringing auf sich aufmerksam machen – sogar, wenn man als Engineer den betreffenden Klangcharakter eigentlich nicht mag.

Für „Snare Button“ kommen sowohl Groß- als auch Kleinmembraner zum Einsatz, um einen nuancenreichen Sound zu erhalten.

Abmikrofoniert

Wenn es richtig laut wird oder der Drummer viel mit Rimshots arbeitet, greift Hefti auch zu dynamischen Mikrofonen, da diese „mit den Signalspitzen besser umgehen können“. Wird hingegen moderat gespielt, setzt der erfahrene Tonmann gerne Kleinmembrankondensatormodelle ein. „Einer meiner Favoriten ist das Neumann KM 84, das von oben auf das Fell der Snaredrum zeigt“, berichtet Hefti. „Sofern es der Pegel erlaubt, nehme ich sehr gerne auch ein KM 56 – der Schlagzeuger darf dann allerdings nicht zu laut werden. Aus dem Portfolio von Sennheiser habe ich im Studio bereits das e 905 verwendet und in puncto Klang schätze ich auch das MD 441.“

Das Übersprechen der Hi-Hat ist bei der Mikrofonierung der Snare meist nicht zu vermeiden. Laut Hefti wäre es jedoch der falsche Ansatz, das Mikrofon sehr nahe an das Schlagfell zu führen und es zu sehr auf dessen Mitte auszurichten – der verringerte Hi-Hat-Anteil wird in einem solchen Aufbau nämlich durch einen dumpfen Klang erkauft, der dem eigentlichen Sound der Trommel nicht gerecht wird und sich zudem im Mix kaum noch „geradebiegen“ lässt. Sinnvoll ist der Einsatz eines Mikrofons mit nieren- oder supernierenförmiger Richtcharakteristik (zum Beispiel das Sennheiser MD 441), da bei entsprechender Positionierung das Übersprechen der Hi-Hat auf natürliche Weise gemindert wird.

David Hefti nimmt die Snaredrum fast immer zusätzlich von unten ab, um das charakteristische Schnarren des Teppichs bestmöglich einzufangen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist das Betätigen des Phasenumkehrschalters, da es sonst unweigerlich zu Signalauslöschungen kommt. Hefti verwendet als „Snare Bottom“ gerne einen Großmembrankondenser wie das M 269 c, manchmal jedoch auch ein Kleinmembranmikrofon wie das KM 56. Das Mischungsverhältnis aller Mikrofone wird später am Pult bestimmt. Heftis Tipp: „Den Anteil der Raummikrofone am Gesamtsound darf man nicht vernachlässigen, denn sie nehmen beim kompletten Drumset einen großen Anteil des Snaresounds auf.“

USA-Topdrummer David Haynes verfolgt eine eigene Philosophie des Trommelns und ist vor allem für sein Fingerdrumming bekannt.

Kessel im Fokus

David Haynes versteht das Drumming als eine beinahe spirituelle Ausdrucksform. Bekannt ist der US-Amerikaner nicht zuletzt durch sein Fingerdrumming, bei dem er einen Drumcomputer oder Sequenzer über Drumpads beziehungsweise einen MIDI-Controller live passend zum Song spielt. In den Referenzen von David Haynes sind Aufnahmen und Live-Auftritte mit Musik-Ikonen wie Prince, Chaka Khan, Lee Ritenour, Mary J. Blige, Frank Ocean und Stanley Jordan gelistet. Haynes arbeitet derzeit sowohl im Studio als auch live mit Jazz-Größen wie Randy Brecker und Till Brönner zusammen.

Zur Rolle der Snare innerhalb des Drumsets äußert sich David Haynes wie folgt: „Die Snaredrum ist immer noch das Herzstück jedes Drumkits. Jeder Schlagzeuger, der regelmäßig auf Tour ist, wird dir sagen, dass er, wenn nötig, auf ein geliehenes Drumset zurückgreift – auf gar keinen Fall wird er jedoch auf seine eigene Snare verzichten.“

Als einen seiner Mikrofonfavoriten nennt Haynes das Sennheiser MD 421: „Dieses Mikrofon ist absolut beeindruckend an den Toms und man erhält mit ihm einen vollen Sound.“ Bei Konzerten nutzt David Haynes an den Rack-Toms wie am Floor-Tom oft Sennheiser e 904, sofern MD 421 nicht verfügbar sind. In die Kick legt der erfahrene Drummer gerne ein e 901, wenn er mit einer 22-Zoll-Bassdrum spielt. Bei kleineren Kickdrums setzt er hingegen auf das e 902, das auf einem Stativ vor dem Resonanzfell aufgebaut wird: „Bei einer 18- oder 20-Zoll-Bassdrum ohne Loch im Resonanzfell ist das der Hammer.“, so Haynes.

Gerade im Live-Einsatz schätzt David Haynes an der Snare nach eigenem Bekunden das Sennheiser e 905, weil es „selbst sehr hohe Schalldrücke problemlos wegsteckt und dabei einen großartigen Sound macht – es klingt genauso gut oder besser als ein dynamisches Mikrofon, das gemeinhin als Industriestandard für diese Aufgabe betrachtet wird.“

Nicht nur im Studio, sondern auch auf der Bühne schätzt David Haynes das Sennheiser e 905 für „Snare Top“.

Infos zu „DrumMica!“

In welcher Form Mikrofonauswahl und -positionierung den Klang beeinflussen und wie genau sich die vorgenannten Mikrofone an unterschiedlichen Trommeln anhören, ist auch ohne großes Studio nachvollziehbar: Mit der Freeware „DrumMic'a!“ liefern Sennheiser und Neumann Musikern, Toningenieuren und Angehörigen der schlagwerkenden Zunft kostenfrei ein hochwertiges Softwarepaket, das als professionell einsetzbarer Sample-Player auf Drumsounds spezialisiert ist und knapp 13.000 qualitativ hochwertige Samples (mehr als 9 GB) beinhaltet.

„DrumMic'a!“ (sprich: Dramm-maik-ah) ist ein virtuelles Instrument für den Kontakt 5 Player von Native Instruments und kann sowohl als Stand-alone-Anwendung betrieben wie als Plug-In in alle gängigen Sequenzer eingebunden werden. Download und Registrierung erfolgen auf www.DrumMica.de.

Infos zu den Hansa Tonstudios in Berlin: www.hansatonstudio.de



Das könnte dich auch interessieren:




layout-domain.tmpl