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Musiker-ABC: Basics der Studioterminologie

Musiker-ABC: Basics der Studioterminologie

Hier erklären wir dir die wichtigsten Ausdrücke aus dem Tonstudio, damit du immer weißt, worum es geht.


Musiker-ABC: Basics ...

Wenn du zum ersten Mal in einem Tonstudio bist, begegnen dir häufig fremde Begriffe. Selbstverständlich möchtest du nicht ständig beim Tontechniker nachfragen, um nicht zu nerven oder wie der größte Laie dazustehen. Im Folgenden erklären wir ein paar der wichtigsten Ausdrücke, damit du immer weißt, worum es geht.

Eine der wichtigsten Fragen zu deinen Songs kann direkt zu Beginn lauten: „Wie viel bpm?“ Damit will der Tontechniker allerdings nichts über deine Fitness wissen. „bpm“ steht für „Beats per Minute“ (zu Deutsch: „Schläge pro Minute“) und bezieht sich auf die Geschwindigkeit eines Stücks. In der Regel werden bpm in Viertelnoten angegeben. Ein beliebter Standard sind etwa 120 bpm. Hier erklingen exakt zwei Vierteltaktschläge pro Sekunde.


Der Herzschlag der Musik: Per Metronom haben alle den gleichen Beat bzw. die gleiche bpm.

Rund ums Tempo: Click, Clicktrack

Aber wer möchte es schon einfach? Als Musiker auf die hervorragende Idee kamen, auch variable Tempi innerhalb eines Songs zu nutzen, wurde das Chaos perfektioniert. Verfolgst du also solche Ambitionen, schreib dir am besten auf, wie viele Takte lang welche Geschwindigkeit gespielt werden soll. Erst so kann der Audio-Engineer den Clicktrack entsprechend programmieren. Apropos: Der Clicktrack ist das Metronom in der Aufnahme-Software.

Wenn du nicht sauber auf das zeitliche Raster spielst, wird dich der Tontechniker wahrscheinlich darauf hinweisen mit „Du bist nicht auf dem Grid“. Genau jetzt könntest du beispielsweise erwidern: „Der Click ist zu leise, ich kann ihn kaum hören. Bitte mach ihn lauter.“ Jedes Programm hält dabei eine Vielzahl an verschiedenen Sounds bereit. Wenn du den Taktzähler nervig findest, frag einfach nach einem anderen Click.

Lass uns reden: Sind Musiker und Produzent in verschiedenen Räumen, wird über das Talkback kommuniziert.

Live versus Overdub?

Die Kommunikation zwischen dir im Aufnahmeraum und dem Tontechniker in der Regie findet über ein sogenanntes Talkback statt. Hierzu wird ein zusätzliches Mikrofon aufgestellt – das Talkback-Mic. Über Kopfhörer nimmst du dann die liebliche Stimme des Produzenten wahr. Aber nicht nur das: Du erhältst über die Headphones auch deine persönliche Mischung an Instrumenten, die du brauchst, um dich im Song orientieren und richtig grooven zu können. Wie dieser „Monitormix“ klingt, hängt von deinen Bedürfnissen ab. Teile diese immer höflich mit.

Bevor die Aufnahmen starten können und falls du eine ganze Band im Schlepptau hast, gilt es eines zu klären: live oder overdub? Unter „live“ ist hier zu verstehen, dass alle Instrumente zeitgleich (gemeinsam) aufgenommen werden. Mit „overdub“ meint man hingegen das heutzutage gängigere Recorden aller Signale nacheinander. Also zum Beispiel: erst das Schlagzeug, dann E-Bass, dann alle Gitarren und zum Schluss der Gesang. Natürlich sind auch Mischformen nicht ausgeschlossen. Eine Möglichkeit wäre: „Drums, Bass und Rhythmus-Gitarren nehmen wir live auf. Die Leads und den Gesang dubben wir dann.“

Gerade beim Overdubbing und für Gastmusiker sind Guidetracks relevant. Die hierzulande auch „Pilotspuren“ genannten Vorabaufnahmen dienen als Playback, um sich während des Recordings im Song zurechtzufinden. Ein Guidetrack kann dabei entweder alle Instrumente oder aber nur einzelne Signale beinhalten. Oftmals ertönt hier lediglich die Rhythmus-Gitarre, die ausschließlich der Schlagzeuger und der Bassist nutzen. Sind die beiden Instrumente im Kasten, kommen typischerweise ohnehin die Gitarren dran – dann hat der Guidetrack in der Regel schon ausgedient.

Gib dein Bestes: Der optimale Monitormix ist wichtig für deine Performance.

Monitormix und Pilotspuren

Es kann reichen, wenn du deinen Monitormix inklusive Pilotenspuren monophon auf deine Kopfhörer kriegst. Manche Musiker wünschen sich allerdings einen stereophonen Mix. „Mono“ heißt hier nichts anderes, als dass du auf beiden Kopfhörerseiten das Signal gleichlaut hörst. Dadurch wirkt es so, als wäre das Signal „in der Mitte deines Kopfs“. Mit einer Stereo-Mischung kannst du dir jedoch einzelne Instrumente links, rechts oder irgendwo dazwischen geben lassen. Dieser Bereich nennt sich Panorama. Willst du beispielsweise die Hi-Hat ganz links haben, könnte deine Ansage wie folgt lauten: „Kannst du mir bitte die Hi-Hat nach links ʻpännenʼ?“

Streifen wir kurz das Thema der Pegel. Lautstärkepegel werden in Dezibel angegeben. Was man hierzu wissen sollte, ist, dass „doppelt so laut“ nicht einer Verdopplung des dB-Wertes gleichkommt. Da es sich hier um eine logarithmische Größe handelt, verdoppelt/halbiert sich die Lautstärke immer alle „10 dB“. Beachte dies unbedingt, wenn du am Kopfhörerverstärker deinen Monitormix lauter machen möchtest – sonst kann das unschöne Folgen haben.

Von der Symmetrie der Signale – hä was?

Es gibt grundlegende Unterschiede in der Signalführung. Hier soll nun gar nicht auf die komplexen technischen Hintergründe eingegangen werden. Nur so viel: Man unterscheidet zwischen symmetrisch und unsymmetrisch. Symmetrische Signale werden etwa von Mikrofonen oder Keyboards ausgegeben, unsymmetrische Signale hingegen liefern unter anderem E-Bass und E-Gitarre. Darum kann das Wissen um die richtigen Kabel und Anschlüsse sinnvoll sein.

Mikrofonkabel besitzen XLR-Stecker. Diese sind relativ groß und eindeutig durch ihre drei Pins erkennbar. Cinch-Kabel sind jene, die vor allem im Hi-Fi-Bereich zum Einsatz kommen. Sie besitzen in der Mitte lediglich einen Pin und sind ausschließlich unsymmetrisch ausgeführt. Bei Klinkenkabeln gibt es jedoch sowohl symmetrische als auch unsymmetrische Varianten. Einfach erkennen lässt sich dies an der Anzahl der meist schwarzen Ringe am Stecker: ein Ring (zwei Kontaktflächen) bedeutet unsymmetrisch, zwei Ringe (drei Kontaktflächen) deuten auf ein symmetrisches Kabel hin.

Milimeterarbeit: Das Finden des sogenannten Sweet Spot vor einer Box.

Von Sweet Spots dem Cross Talk und Stellwänden

Gerade vor akustischen Signalquellen wie einer Snare oder einer Gitarrenbox wird der Tontechniker nach dem Aufstellplatz für ein Mikrofon suchen, an dem das Signal am besten klingt. Diese Position nennt sich „Sweet Spot“. Dabei zeigt das Mikrofon mit seiner Einsprechrichtung – auch „On-Axis“ genannt – direkt dorthin. Achte darum darauf, dass du das Mikro nicht versehentlich verstellst, da du sonst den Zorn des Technikers auf dich ziehst. Gerade bei Amps bietet es sich an, den einmal gefundenen und am besten klingenden Bereich mit einem Klebestreifen oder einem Filzstift zu markieren. So kannst du den Engineer bei deinem nächsten Studiobesuch darauf hinweisen: „Hier ist der Sweet Spot.“

Für Live-Aufnahmen innerhalb eines Raumes werden häufig akustische Stellwände genutzt. Diese „Gobos“ dienen dazu, die einzelnen Schallquellen möglichst gut voneinander abzuschirmen. So nehmen beispielsweise die Schlagzeugmikrofone weniger vom Gitarrenamp auf als ohne akustische Trennung. Dieses leider nicht gänzlich vermeidbare Übersprechen wird auch als „Cross Talk“ bezeichnet. Wenn du dir also vom Tontechniker sagen lässt, dass auf der Snare zu viel Cross Talk von der Gitarre zu hören ist, weißt du jetzt sofort, was gemeint ist.

Sieh was du spielst: In aktueller Recording-Software wie hier Steinberg Cubase kann man das Grid auch optisch gut erkennen.

DI Boxen

Nicht jede Schallquelle wird der Tontechniker über ein Mikrofon aufnehmen. Gerade Signale von E-Bass und Keyboard werden gerne direkt ins Pult oder Audio-Interface gespeist. Das Audio-Interface stellt eine professionelle Soundkarte dar, die die Schnittstelle zwischen Instrument oder Mikro und Computer-Software ist. Das direkte Anschließen wird auch „DI“ („Direct Injection“) genannt. Insbesondere Bass sowie Gitarren liefern relativ schwache Signale. Darum benötigen sie spezielle Eingänge, die mit „High-Z“ beschriftet sind und soviel wie „hohe Impedanz“ heißen. Wenn so ein Input nicht vorhanden ist, wird meist auf eine sogenannte DI-Box zurückgegriffen, die das Signal auf den benötigten Pegel bringt und/oder ein unsymmetrisches Signal in ein symmetrisches umwandelt.

Kommen wir zum letzten Punkt: der bereits schon öfter angesprochenen Aufnahme-Software. Diese wird in der Fachsprache „DAW“ (für „Digital Audio Workstation“) oder „Sequenzer“ genannt. Genaugenommen gibt es historisch gesehen einen Unterschied zwischen den Begriffen. Mittlerweile sind die Programme jedoch so umfangreich und beherbergen so viele Funktionen, dass DAW und Sequenzer synonym verwendbar sind.

Soweit eine kurze Einführung in das Vokabular, das gerne im Recording-Studio verwendet wird. Selbstverständlich erheben wir hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Doch mit diesen Basics bist du erst mal gut gerüstet. Und vieles schnappt man ja im Laufe seines Musiker- oder Technikerlebens auch „nebenbei“ auf – schließlich lernt man nie aus.



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