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Im Fokus: Toontrack Superior Drummer 3

Neuer Klassenprimus

Es gibt heiße News in Sachen Drums aus dem Rechner – denn die Messlatte liegt wieder mal ein ganzes Stück höher.


Neuer Klassenprimus

Die langerwartete Weiterentwicklung von Toontracks Superior Drummer 2 steht seit dem 12. September allen Usern zur Verfügung. In diesem Artikel werde ich dir die wesentlichen Neuheiten und Eindrücke des neuen Toontrack-Flagschiffs Superior Drummer 3 kurz vorstellen – und die Software kann eine ganze Menge.

Toontracks Superior Drummer 3 besteht aus insgesamt sieben Downloads:

1. Software
2. Basic-Sound-Library
3. Room-Mics
4. Surround-Setup
5. Height-Surround,
6. Additional Bleed
7. Core Midi-Pack.

Dementsprechend wird für den Download bzw. auf dem Rechner auch mächtig Platz benötigt – alles zusammen knapp 240 GB.

Eine Besonderheit der Superior-Drummer-3-Sound-Libraries ist die Möglichkeit eines Surroundsetups mit bis zu 11.0 Kanälen. Diese zusätzlichen Mikrofone können auch in einen Stereosetup für zusätzliche Rauminformationen verwendet werden. Für ein übliches Stereosetup mit den hierfür erforderlichen Rauminformationen genügt aber eine Installation mit den Komponenten 1, 2, 3 und 7. Mit dem weglassen der Surround-Kanäle und von Additional Bleed reduziert sich der Platzbedarf dann auf rund 87 GB.

Toontrack stellt dem User einen sehr komfortablen Product-Manager zu Verfügung. Wer den Product-Manager noch nicht installiert hat sollte dies auf jeden Fall tun, denn hier werden auch alle bereits installierten Toontrack-Produkte auf ihre Updatefähigkeit geprüft.

Installation und Voreinstellungen

Vor dem Download gilt es den Speicherort und gegebenenfalls weitere Einstellungen festzulegen. Dies geschieht im „Options“-Menü, erreichbar über [ Tools ] - [ Options ]. Wie lange der Download dauert, hängt von der Geschwindigkeit deiner Internetverbindung ab. Ist diese Hürde genommen, sind die Komponenten in der genannten Reihenfolge zu installieren. Dies kann ebenfalls vom Product-Manager aus angestoßen und der Status des Fortschritts verfolgt werden. Auch hierfür brauchst du etwas Geduld.

Wer bereits Superior Drummer 2 und eventuell zusätzliche SDX-Soundlibraries installiert hat, findet im Product-Manager den Hinweis zum Updaten. Diese Updates sind erforderlich um die Visualisierung zur Verwendung unter Superior Drummer 3 anzupassen.

EZX-Soundlibraries von EZ-Drummer können auch unter Superior Drummer 3 verwendet werden. Ein Update dieser Soundlibraries ist nicht erforderlich, da in diesem Fall außer bei der Percussion-Library immer ein schwarzes Drumset dargestellt wird. Superior Drummer 3 kann sowohl als VSTi-PlugIn als auch Stand Alone verwendet werden. In der Stand-Alone-Version gilt es zunächst zur korrekten Soundwiedergabe die entsprechende ASIO-Verbindung zuzuordnen. Dies ist möglich über den Menüpunkt  [ Settings ] - [ Audio/Midi-Setup ... ]. Ist das alles erledigt kann es los gehen.

Mit Blick auf das neue Erscheinungsbild wird sofort klar – hier hat sich Einiges getan! Die grafische Darstellung ist ansprechend zeitgemäß und vergleichbar mit manchem Wettbewerber. Was die neue Bedienoberfläche aber auszeichnet, ist die übersichtliche Information auf viele wichtige Parameter und der schnelle Zugriff darauf. Und davon gibt es eine ganze Mange.

Das Programm ist gegliedert in die Bereiche [ DRUMS ][ GROOVES ][ MIXER ][ TRACKER ]. Mit der Anwahl der jeweiligen Schaltfläche (Mitte oberste Zeile) verändert sich die Darstellung entsprechend. Im unteren Bereich befindet sich ein MIDI-Tracker, der bei allen Darstellungen außer im Fenster [ TRACKER ] erhalten bleibt.

Die SD3-Sound-Library stellt sieben Drumsets zu Verfügung. Diese sind in der Default-Version nahezu unbearbeitet. Zusätzlich gibt es eine Menge Presets für unterschiedlichste Stilrichtungen. Neu ist die Möglichkeit eines Surroundmixes vom klassischen 5.1 bis zu einem 11.1 Setup. Wie eingangs erwähnt können die zusätzlichen Mikrophone auch in einem Stereosetup verwendet werden und hierdurch einem Mix das gewisse Etwas geben.


Im Bereich Drums kann man sich sein Schlagzeug zusammenstellen und es einrichten.

Mächtige Wahlmöglichkeiten

[ Drums ]

Zur Auswahl eines Presets betätigst du in der obersten Reihe die zweite Schaltfläche von rechts. Hier befindet sich eine große Anzahl unterschiedlichster Presets für verschiedene Stilrichtungen.

Das Layout der SD3-Soundlibrary ist für alle Presets gleich. Innerhalb eines Presets kannst du deine eigene Instrumentenzusammenstellungen durchführen. Durch Rechtsklick auf einen Instrumentenplatz öffnet sich ein Auswahlmenü. Das Fenster zeigt die Instrumente welche für diesen Platz im Setup gesampelt wurden, der Haken vor dem Instrument welches ausgewählt ist. Alternativ gibt auch hierfür die Schaltfläche oben zweite Reihe Mitte.

Im Gegensatz zu Superior Drummer 2 kann nun über den Menüpunkt „Search for Instrument ...“ auf die gesamte Library zugegriffen werden. Dies ermöglicht somit auch den Zugriff unabhängig von der platzbezogenen Instrumentenzuordnung (zu der dann auch die Rauminformation passt). Das erhöht zwar die Flexibilität jedoch leidet je nach Zuordnung die Authentizität wenn z.B. die Rauminformation nicht zur Panoramaposition im Mix passt. Hier ist Ausprobieren das Mittel der Wahl.

Um weitere Instrumente hinzuzufügen oder zu kombinieren gab es in SD2 die X-Drum-Funktion. Diese etwas kompliziert zu handhabende Funktion wurde nun deutlich vereinfacht und aufgeteit in die neuen Funktionen „Stack“ und „Add Instrument“.

So ist es nun zum einen möglich, auf einfache Art Sounddesign zu betreiben indem über die neue Stack-Funktion einem Instrument weitere hinzugefügt werden können. Über den Menüpunkt [ More ] - [ Stack ] [ Add To ...] [ Open] oder [ Hit ] stehen alle installierten Sounds zu Verfügung. Im Mixer werden automatisch die zusätzlichen X-Kanäle hinzugefügt oder auch wieder entfernt. Somit kannst du ein völlig neues Instrument kreieren. Die Anordnung des Stack erfolgt immer im DRUMS-Fenster oben rechts.

Über das Menü [ Add Instrument ] - [ Search for Instrument ]" (zweite Reihe oben links) ist es möglich, ein beliebiges Instrument aus der gesamten Library hinzuzufügen. Auch hier werden im Mixer automatisch die zusätzlichen X-Kanäle hinzugefügt oder auch wieder entfernt. Die Anordnung dieser Instrumente erfolgt immer im DRUMS-Fenster oben Links. Es gibt jedoch gegenüber Superior Drummer 2 bei beiden Funktionen eine Einschränkung. Durch die jetzt skalierbare Oberfläche ist es nicht mehr möglich die Icons frei im Setup zu platzieren.



 

Im Bereich Grooves kann man ganz leicht – aber auch sehr detailliert – Schlagzeugparts erstellen.

Geiler Grooven

[ Grooves ]

Die Bearbeitungsmöglichkeiten unter [ GROOVES ] sind umfangreich und auch gegenüber Hostanwendungen mit produktspezifischen Besonderheiten ausgestattet. Das Grooves-Fenster erlaubt dir, die mitgelieferten Grooves aus allen installierten Libraries nach bestimmten Kategorien zu filtern, anzuhören und einen oder mehrere Grooves mit der Maus in den MIDI-Trackeditor unten zu ziehen. Hier kannst du dann einzelne Sequenzen bearbeiten und auch unterschiedlich anordnen. Das Tempo wird immer an die im Trackeditor angegebene Geschwindigkeit angepasst (siehe Mitte unten).

Wenn Superior Drummer 3 in einer Host-Anwenendung als VSTi-PlugIn verwendet wird, lassen sich die Grooves selbstverständlich auch per Drag & Drop in eine beliebige MIDI-Spur ziehen. Mit „Song Creator“ und „Macro Controls“ stehen dir zwei weitere sehr schöne Werkzeuge zur Verfügung um kreativ zu werden.

Die Bearbeitungsmöglichkeiten im MIDI-Tracker reichen aber um Einiges weiter. Mit einem Doppelklick auf den Track öffnet sich die Ansicht  [ Edit Play Style ]. Dieses Fenster erlaubt dir eine komfortable Manipulation des angeklickten MIDI-Tracks.

Mit der „Power Hand“ ist die stärkere der beiden Hände gemeint. Ein Rechtshänder wird bei einem Basicgroove die Hi-Hat mit der rechten Hand spielen. Dieser Editor erlaubt es nun, ausgehend von den MIDI-Noten der Hi-Hat, per Maus die „Powerhand“ auf ein anderes Instrument, z.B. auf das Ride, zu ziehen. „Opening Hit“ funktioniert genauso, bezieht sich aber als Noten-Basis auf ein Crashbecken. Somit kannst du das im MIDI-Groove gespielte Crash ganz einfach auf ein anderes Crash wechseln. Übrigens: Bei beiden Funktionen werden die MIDI-Noten in Echtzeit auf das neu gewählte Instrument umgeschrieben.

Im Grid-Editor hast du die Möglichkeit Einfluss auf die einzelnen MIDI-Noten zu nehmen um den Groove deinen Wünschen entsprechend umzugestalten.

Im Mixer hat man Zugriff auf ein „virtuelles“ Mischpult, um seinen Sound zu perfektionieren.

Optimaler Klang

[ Mixer ]

Der Mixer war bereits unter SD2 gut ausgestattet. Unter Superior Drummer 3 ist dies nicht anders. Das gesamte Look & Feel wurde so gut überarbeitet dass es wirklich Spaß macht damit zu arbeiten. Speziell das rechts einblendbare Properties-Fenster erlaubt nun eine komfortablen Kontrolle über die Übersprechanteile.

Das Bild zeigt alle verfügbaren Instrumenten- und Raum-Mikrophon-Kanäle. Mit den Schaltflächen „Show Channels“ und „Edit Visibility“ lässt sich die Darstellung des Mixers individuell anpassen um beispielsweise nicht benötigte Kanäle auszublenden oder die Sicht auf die jeweilige Kanalgruppe einzuschränken. Dies erhöht die Übersichtlichkeit deutlich.

Für die Bearbeitung steht für jeden Kanal eine Fülle von Effekten zu Verfügung. Ebenso ist ein individuelles Signalrouting auf insgesamt 16 Bus-Kanäle möglich. Du hast hier alles was du brauchst um einen professionellen Drummix zu erstellen.

[ Tracker ]

Die sicherlich mächtigste Neuheit ist der TRACKER. Dies ist ein Audio-To-MIDI-Konverter um Anschläge in einer Audiospur in MIDI-Noten umzuwandeln. Um dies effizient und präzise umzusetzen, verfügt dieses Tool über hoch entwickelte Funktionen zur Instrumentenerkennung sowie etlichen Helferlein für ein optimales Ergebnis. Vornehmlich ist dieses Tool zur Analyse einzelner Audio-Drumspuren entwickelt, liefert aber auch recht überzeugende Ergebnisse aus einem komplexen Stereomix. Damit lassen sich dann bestehende Drum-Aufnahmen entweder durch virtuelle Sounds ersetzen oder aufpeppen.

Mit dem Tracker kann man sehr komfortabel Audio- in MIDI-Daten konvertieren – richtig klasse gemacht.

Die Kombination mit E-Drums

Um virtuelle Instrumente auch mit einem E-Drum zu verwenden, ist eine Grundvoraussetzung, dass die jeweiligen Notenzuordnungen aller relevanter Artikulationen korrekt zugeordnet (gemappt) sind. Je nach Situation gibt es verschiedene Vorgehensweisen bei denen dich Superior Drummer 3 unterstützt.

Soll Superior Drummer 3 als Klangerzeuger für dein E-Drum dienen, findest du unter [ DRUMS ]-MIDI-Mapping (rechts unten) den Menüpunkt [ MIDI In/E-Drum Settings ...].

Im Settingsfenster befindet sich oben links unter der Schaltfläche <Default> eine Auswahl gängiger Soundmodule. Dementsprechend werden die Notenzuordnungen umgemappt – fertig. Sollten individuelle Anpassungen erforderlich sein, gibt es die „Learn“-Funktion. Anklicken, Artikulation auf dem E-Drum spielen, fertig.

Verwendest du Superior Drummer 3 in einem Hostprogramm für die Drumsounds in Songs, dann ist ein anderes Vorgehen sinnvoll.Ein typischer Workflow ist es Basicgrooves aus der Library zu verwenden und songspezifische Fills mit einem E-Drum einzuspielen. Hierzu ist es erforderlich das Superior-Drummer-3-eigene Notenmapping beizubehalten und die externe Quelle anzupassen. Dies kann auf zwei Arten geschehen. Entweder du änderst die Noten direkt im Soundmodul, oder du erstellst eine Drummap für die MIDI-Spur im Hostprogramm, welche das Ummappen der Notenzuordungen zwischen Soundmodul und SD3 übernimmt.

Eine Übersicht der SD3-spezifischen Notenzuordnungen findest du unter [ DRUMS ]-MIDI-Mapping (rechts unten) [ Show MIDI Mapping Keys ].

Die Zuordnungen der Notennummern aller Artikulationen eines ausgewählten Instruments werden hellblau dargestellt. Mit Klick auf ein anderes Instrument im Bild wechselt automatisch die Darstellung in der rechten Tabelle.


Authentischer Klassenprimus
Toontrack ist mit Superior Drummer 3 ein lange ersehnter und vor allem großer Wurf gelungen. Authentischer klangen Drums in einem virtueller Klangerzeuger noch nie. Und durch die zusätzlichen Surround-Mikrophone wurden vielfältige zusätzliche Optionen geschaffen. Eine tolle Optik und übersichtliche Menüführung runden den hervorragenden Eindruck ab. Somit dürfte die Messlatte in diesem Segment neu definiert sein.

Für wen ist Superior Drummer 3 geeignet?
Natürlich birgt ein anspruchvolles Produkt quasi gezwungenermaßen das Problem, den Anspruch an den Anwender zu hoch zu legen. Wer ein solches Programm ausreizen möchte braucht natürlich professionelles Wissen und Erfahrung. Aber auch wenn du grundliegende  Erfahrung mit Drummixing hast, zum Beispiel mit den Möglichkeiten von SD2, kannst du dich schnell und intuitiv einarbeiten. Wenn du wenig oder keine Erfahrung mit Drummixing hast, dich aber weiterbilden möchtest hast du hier eine gute Basis. Superior Drummer 3 bietet eine breite Auswahl an Ready-To-Play-Presets. Wer stilistisch nicht fündig wird kann aber auch mixfertige EZDrummer-Libraries verwenden. Für alle Anderen gibt aus ja noch EZDrummer.

Preise (UVP):
Vollversion – 349 €
Upgrade von SD 2.0 – 179 €
Crossgrade (für User von EZdrummer 2) – 269 €

Weitere Infos: Toontrack Superior Drummer 3 im Netz



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