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Workshop: Musiker-Business, Teil 29 – Tonträgervorproduktion

… Be Prepared!

Wie man sich schon vor dem Studio auf den Labeldeal vorbereiten kann.


… Be Prepared!

Du kennst das sicher – die Musik ist komponiert, das Arrangement im Proberaum ausgetüftelt, die Band ist aufeinander eingespielt und der nächste logische Weg führt geradewegs ins Tonstudio! In diesem Artikel möchten wir ein paar hilfreiche Tipps vorstellen, mit denen du das Maximum aus deinem Studiobesuch holen kannst, insbesondere wenn du vorhast, mit den fertigen Aufnahmen auf Labels zuzugehen.

Wofür produziert man eigentlich? Klar, in erster Linie produziert man seine Musik für die Fans! Aber wo hört man deine Musik wirklich? Sind deine Songs fürs Pop-Radio gemacht oder eher für die Bühne eines Metal-Konzerts? Oder genießt dein Fan die Musik im heimischen Sessel auf Vinyl? Die Einsatzmöglichkeiten für Musik sind nahezu endlos, überall hört man Songs, Hintergrund-Tunes oder Jingles.

Bevor du einen Studiotermin buchst, solltest du dir Gedanken machen, wo deine Musik zu hören sein wird. Wenn du im Bereich der gängigen Pop-Musik gut aufgehoben bist, dann ergibt es auch Sinn, einen geeigneten Produzenten entsprechend auszuwählen. Gleiches gilt natürlich auch für alle anderen Genres. Leider kommt es häufig vor, dass Newcomer Bands das günstigste, nächstgelegene Tonstudio aufsuchen. Diese Entscheidung wird aber nicht immer auch mit Verkäufen, Airplays und Plattenverträgen belohnt.

Wenn du dir im Vorfeld ernsthafte Gedanken über deine Musik, die Einsatzmöglichkeiten und deine Ziele machst, kannst du schon vor dem Studiobesuch die ersten Erfolgsfaktoren für deine Recording Session und das Ergebnis deiner Platte positiv beeinflussen.


Mache dir genaue Gedanken darüber, wer deine Scheibe produzieren soll. Hat deine Musik einen bestimmten Stil, dann halte dich an Produzenten, die ähnliche Künstler aufgenommen haben.

Die Wahl des Produzenten

Wie im vorigen Absatz schon erwähnt, bekommt die Entscheidung für das passende Tonstudio und den passenden Produzenten oft nicht die Aufmerksamkeit, die sie haben sollte. Für die Entstehung deiner Aufnahmen ist sie aber eine der wichtigsten Entscheidungen, die du treffen musst. Daher solltest du dir einige Gedanken über dieses Thema machen und auch mehrere Alternativen anschauen.

Zunächst ist es sinnvoll sich Informationen über geeignete Studios und Produzenten einzuholen. Hat deine Musik einen bestimmten Stil, dann halte dich an Produzenten, die ähnliche Künstler aufgenommen haben (natürlich nur, wenn die entsprechenden Aufnahmen dich auch überzeugen konnten). Sprich im Vorfeld mit dem Produzenten darüber, was du erreichen möchtest, denn in den meisten Fällen springen dabei noch ein paar wertvolle Tipps und Denkanstöße für dich heraus. Ein Produzent ist nicht nur der Mann (oder die Frau) an den Potis, sondern wird auch dafür bezahlt, dass er ein Gespür für das richtige Gewand eines Songs hat.

Sollte dein primäres Ziel sein, im Radio gespielt zu werden, gibt es wohlmöglich andere Parameter zu berücksichtigen, als wenn dein Ziel eine tolle Live-Platte oder eine „Extended Album-Version“ für deine Fans ist. Möglicherweise brauchst du für deine Produktion auch noch Gastmusiker, falls du und deine Band nicht alle Instrumente alleine spielen könnt. Damit wird dir und deiner Band nicht die Butter vom Brot genommen, vielmehr können derartige Experimente dazu beitragen, eine runde Sache aus den Songs zu machen.

Eine gute Kommunikation im Vorfeld hilft dir also nicht nur bei der Wahl des richtigen Produzenten, sondern spart dir im Studio wahrscheinlich auch noch überflüssige Mieteinheiten, wenn die oben genannten Aspekte nicht erst am Mischpult angesprochen werden.

Probeaufnahmen helfen dir, Schwachstellen zu finden und vor dem Gang ins Studio bereinigen.

Pilotproduktion – Funktioniert mein Song?

Bevor du ins Tonstudio gehst, solltest du Probeaufnahmen deiner Songs machen, die Pilotproduktionen. Dabei geht es nicht darum, technisch einwandfreie Demos vorzulegen oder gar die eigentliche Studioproduktion zu ersetzen. Pilotproduktionen erfüllen zwei wichtige Zwecke: Erstens dienen sie als Leitfaden für die „richtigen“ Aufnahmen, daher sollte das Timing stimmen, sodass der Drummer oder der Gitarrist die ersten Lines nicht alleine auf das Klicksignal einspielen müssen. Zweitens kannst du bei der Pilotproduktion noch Ideen entwickeln, wie man die Aufnahme im Studio gestalten kann.

Deine Piloten sind dein Spielplatz, der dir erlaubt, zusätzliche Instrumente auszuprobieren und zu entscheiden, in welcher Version dein Song den richtigen Groove hat. Sieh es als Chance! Die Piloten können dann auch als Gesprächsgrundlage für das erste Meeting mit dem Produzenten dienen. Ordentlich durchdachte Pilotproduktionen sind eine wunderbare Basis für die Kreativarbeit an deinen Aufnahmen und bilden eine solide Grundlage für erfolgreiche Aufnahme-Sessions.

Mehr als ein kleines Aufnahmegerät ist dazu nicht nötig. Außerdem gibt dir die Pilotaufnahme die Möglichkeit, deinen Song aus einer „neutralen“ Perspektive zu hören, ohne ihn gleichzeitig selbst zu spielen. So fallen dir eher Stellen in deinem Song auf, die vielleicht auf eine andere Weise noch besser funktionieren können.

Checkliste für deine Studiovorbereitung

Checkup Studiovorbereitung

Um dich möglichst gut auf die Aufnahme-Session vorzubereiten, kannst du die eben im Bild gezeigte Checkliste zur Hand nehmen:

Die ersten Punkte dieser Checkliste dürften sich von selbst erklären. Beim Thema Spurenplan wird die Angelegenheit schon etwas spezieller. Ein Spurenplan dient dazu aufzuzeichnen, wann welche Instrumente zum Einsatz kommen. Ein einfaches Balkendiagramm reicht vollkommen aus. Wenn du sortiert hast, welche Instrumente in welchen Songs zum Einsatz kommen, weißt du im Vorfeld ganz genau, wann du beispielsweise Gastmusiker dazuholen musst. In der Aufnahme-Session im Tonstudio erleichtert dir das wiederum die Zeitplanung enorm. Gute Studios sind nicht ganz billig und werden oft nach Studiotagen abgerechnet. Wenn du jeden Studiotag optimal nutzt, kannst du Kosten sparen und zeigst dich dem Produzenten von der professionellen Seite. Auch Produzenten haben oft gute Kontakte zu Record Labels und können dir bei der Suche nach dem richtigen Plattendeal behilflich sein, wenn du einen guten Eindruck hinterlässt.

Als Beispiel haben wir dir ein vereinfachtes Spurenplan-Modell als Balkendiagramm für einen dreiminütigen Song erstellt. Hier sind die einzelnen Instrumente untereinander aufgelistet, wobei beispielsweise die Backing Vocals und Drums immer aus mehreren Einzelspuren bestehen. Selbstverständlich kannst du auch die Einzelspuren wie Hi-Hat, Bassdrum, Snare usw. noch extra aufführen, aber für rein organisatorische Zwecke reicht eine grobe Übersicht mit Angaben zum groben Spielanteil des Instruments am gesamten Song vollkommen aus. Mit so einer Übersicht kann geplant werden, wann welche Musiker im Studio sein müssen und welche Songs mit diesen Musikern eher zügig oder auch zeitaufwendiger eingespielt werden können. Auf Basis des Spurenplans kannst du wiederum einen Zeitplan für den gesamten Studioaufenthalt vorbereiten.

Beispiel für ein vereinfachtes Spurenplan-Modell als Balkendiagramm für einen dreiminütigen Song.

Aufnahmen fertig – ab zum Presswerk?

Die meisten Bands erhoffen sich von den ersten professionellen Aufnahmen die Anbahnung eines Plattenvertrages. Dabei können sich Newcomer-Musiker leider auch schnell selbst Steine in den Weg rollen. Wenn dein Ziel der Labeldeal ist, solltest du bedenken, dass nach der Tonstudio-Produktion ein kurzer Stopp eingelegt werden muss.

Der häufigste Fehler ist, dass junge Künstler ein Exemplar ihrer gerade tausendfach gepressten CD inkl. Artwork und (oft fehlerhaften) Copyright-Infos zu einem Label schicken. Damit werden die meisten Möglichkeiten schon begraben, bevor das Label die CD überhaupt angehört hat. Wenn du eine CD mit einem Label veröffentlichen möchtest, muss das Label eine Chance haben, wenigstens die Copyright-Infos mit Labelcode und Labelname anzupassen, Katalognummer und EAN kenntlich zu machen, die ISRCs in die Metadaten einzubetten und gegebenenfalls noch am Artwork mitzuwirken.

Ohne diese essenziellen Angaben auf dem Tonträger kann die CD nicht professionell vertrieben werden und Airplays im Radio können unter Umständen nicht abgerechnet werden. Da die meisten Labels hauptsächlich über Verkäufe und Airplays (Sendelizenzen) Geld verdienen, würde eine übereifrig gepresste CD keinen Marktwert für das Label haben. Sicherlich könnte das Label einfach noch einmal tausend CDs pressen lassen und die Daten ergänzen, aber dann wäre deine Investition von tausend fehlerhaften Pressungen für nichts weiter als den Müllcontainer zu gebrauchen, da du diese Exemplare im Fall eines Plattenvertrages auch nicht selbst auf Konzerten verkaufen könntest, sondern ausschließlich die Version mit den korrekten Daten auf den Markt gelangen darf.

Daher möchten wir dir empfehlen, eine Demo-CD von deinen fertigen Aufnahmen anzufertigen, so eine Art Prototyp. In deinem Anschreiben an die Labels kannst du erklären, dass du mit der Pressung auf Rückmeldung des Labels warten möchtest und damit Raum für Input deiner potenziellen Partner bietest. Das spart dir nicht nur bares Geld, sondern zeugt auch von einer guten Karriereplanung und solidem Basiswissen über die Musikbranche. 

Wann sich wer in deine Musik einmischt, hängt stark von der Liga ab, in der du spielst bzw. in der du kommen willst.

Wann mischt eigentlich wer mit?

Bei einer professionellen Studioproduktion gibt es oft einen Haufen beteiligter Personen mit unterschiedlichen Funktionen. Damit du auch über deine Anfänge hinaus schon mal eine Vorstellung von den möglichen Projektpartnern deiner Musikerkarriere bekommst, möchten wir dir in diesem Teil die möglichen Beteiligten mit ihren Funktionen und Rechten kurz vorstellen. Zunächst ist natürlich der Komponist und Textdichter zu nennen, was am Anfang der Karriere oft der Musiker selbst ist.

Allerdings gibt es auch (insbesondere in der Profi-Liga) den Fall, dass die Songs für den Interpreten von externen Songwritern geschrieben werden. Für viele Newcomer hört sich das verwerflich an, ist es aber nicht, wenn man bedenkt, ab welchem Zeitpunkt in der Karriere eines Künstlers eine Trennung von kreativer Arbeit und „handwerklich“ guter Musik Sinn ergeben kann. Versuche dir nur mal vorzustellen, was passiert, wenn du den großen Durchbruch hast und ständig auf Tour bist und Promo-Termine hast. Wann findest du dann Zeit für das Songwriting? Oder stell dir den Zeitdruck vor, wenn das nächste Album fertig werden muss und dir noch die zündende Idee für die Singleauskopplung fehlt? Dieses Szenario hängt allerdings noch von weiteren Faktoren ab, die mitunter in unserem Artikel zum Thema Künstlerimage angesprochen werden.

Der Songwriter hat die Urheberrechte an den Songs und verdient sein Geld mit dem Verkauf der Werke und mit den später anfallenden GEMA-Tantiemen, wenn die Songs im Radio, TV oder auf der Bühne gespielt werden. Mit dem Komponisten ist meistens auch ein Verlag im Boot, welcher sich für die Auswertung der Songs einsetzt und die Werke seiner Komponisten auch den Künstlern zur Interpretation anbieten.  

Der nächste direkt Beteiligte wäre der Interpret und die Gastmusiker. Der Hauptinterpret ist die Band oder der Solo-Künstler, unter dessen Namen die Musik auf dem Markt erscheint. Diese Beteiligten haben die Leistungsschutzrechte der ausübenden Künstler an dem Werk und verdienen an den Verkäufen, den Gagen für Live-Auftritte und GVL-Tantiemen. Ähnliche Einnahmequellen und Rechte gelten in Bezug auf das Label, bei welchem das Album erscheint. Auch das Label hat Leistungsschutzrechte, allerdings sind es hier die Rechte der Tonträgerhersteller.

Wenn man sich der Profi-Liga nähert, kommt auch ein Management ins Spiel. Das Management selbst hat eigentlich keine Rechte, vertritt aber oftmals die Rechte und Interessen seiner Künstler gegenüber dem Label, dem Tonstudio sowie Promo- und Booking-Agenturen. Für diesen Aufwand sichert sich das Management im Gegenzug einen Teil an den Einnahmen der Künstler. Jetzt gibt es in Bezug auf die Studioaufnahme noch die Gruppe der Produzenten. Ein Produzent ist nicht gleich ein Produzent, hier muss man zwischen technischem und künstlerischem Produzenten unterscheiden. Ein rein technischer Produzent übernimmt auch nur die rein technische Aufnahmeleitung und produziert genau das, was ihm vorher aufgetragen wurde. Er verdient Geld mit seiner Dienstleistung und kann Leistungsschutzrechte an der Aufnahme geltend machen. Ein künstlerischer Produzent ist dagegen auch noch an der inhaltlichen Ausgestaltung der Aufnahmen beteiligt und greift nach Absprache auch in die Songstruktur ein. Dieser Produzent kann – je nachdem in welchem Umfang er kreative Arbeit geleistet hat – auch Urheberrechte haben, wenn die Songs sich kompositorisch durch sein Zutun verändert haben. Solche Produzenten werden meistens von Labels und Verlagen beauftragt, wobei die mögliche Beteiligung an den Urheberrechten im Vorfeld geklärt wird, sollte der Produzent am Ende des Tages tatsächlich einen maßgeblichen kreativen Beitrag geleistet haben.

Du siehst also, dass ein Song durch eine ganze Menge Hände wandern kann, bevor er endlich beim Fan ankommt. Wenn du deine Karriere richtig starten möchtest, ist es hilfreich im Vorfeld zu wissen ,wann wer mitmischt und welche Funktionen die einzelnen Beteiligten auf dem Weg zum Erfolgsalbum übernehmen.

Finde deinen Release-Zyklus, dann können sich deine Fans drauf einstellen.

Nach der Session ist vor der Session...

In der Musikbranche ist es wichtig langfristig zu planen, nicht zuletzt weil die Tantiemen- und Verkaufsabrechnungen in Quartalen oder auch halbjährlichen Abschnitten erfolgen. Wenn du vor hast, mit deinen Aufnahmen durchzustarten, solltest du dir im Vorfeld klarmachen, dass du im Ernstfall auch schnell nachlegen können musst. Beobachte mal die Release-Zyklen deiner Idole.

Hier wird dir recht schnell auffallen, dass die meisten berühmten Künstler jährlich oder alle zwei Jahre ein neues Album auf den Markt bringen. Wenn du nun den Aufwand der Vorbereitungszeit deiner Aufnahmen betrachtest, wird dir auch schnell klar, dass es sinnvoll ist, ein paar mehr Songs in der Schublade liegen zu haben, als nur die Titel, die auf das aktuelle Album kommen sollen. Alles zusammen genommen ist der Zeitraum vor deinem ersten Studioalbum am meisten dehnbar, da du noch nicht im Zugzwang bist, schon an die nächste Platte denken zu müssen.

Das ist der wohl wichtigste Tipp, den wir Newcomer-Musikern mit auf den Weg geben können: Du hast niemals so viel Zeit wie vor deinem ersten Release – sobald du einmal angefangen hast, musst du kontinuierlich nachlegen! In diesem Sinne wünschen wir dir viel Erfolg bei dem Aufbau deiner Karriere!



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