Kontakt -  Heft -  Umfrage -  Impressum -  Termine -  Newsletter 

Besuche unsere Facebook-Seite Folge uns auf Twitter Videos von MusicnStuff auf Youtube Folge uns auf G+ MusicnStuff auf myspace Besuche unsere Instagram-Seite

Workshop: Musiker-Business, Teil 28 – Finanzierungsmöglichkeiten – Crowdfunding

Erst zahlen, dann produzieren!

Crowdfunding – der „schnelle“ Weg, um herauszufinden, ob das eigene Produkt angenommen wird.


Erst zahlen, dann ...

Beim Crowdfunding geht es allgemein darum ein Produkt oder einen Service vorzufinanzieren, bevor man überhaupt mit der Herstellung begonnen hat. Grundsätzlich kann so ein Vorgehen sinnvoll sein, wenn man nicht selbst über das nötige Eigenkapital zur Herstellung verfügt oder wenn man vor der Produktion herausfinden möchte, ob das eigene Produkt überhaupt Aufmerksamkeit und einen Kaufwillen beim Konsumenten erzeugt.

Der große Vorteil beim Crowdfunding: Schlägt das Projekt nicht an, hat man lediglich Zeit, aber kein Geld verloren. Ist das Crowdfunding ein Erfolg, hat man im Vorfeld nicht nur Geld, sondern auch Kundschaft gewonnen. Für deine anstehende Album-Produktion heißt das im Klartext, dass du vor der Herstellung und den Aufnahmen, deine CD (oder auch jeden anderen Tonträger, Merch, Konzertkarten etc.) vorab an deine Fans verkaufen kannst, um die entstehenden Kosten zumindest teilweise zu decken. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass du durch die Promo für deine Crowdfunding-Kampagne auch gleichzeitig deine Musik und dich als Künstler bekannter machen kannst. Allerdings gibt es auch Nachteile, denn sollte deine Kampagne auf Desinteresse stoßen, kann diese fehlschlagen und du musst die Kosten für das Tonstudio und die Tonträgerherstellung nach wie vor aus eigener Tasche blechen oder das Projekt abblasen.

Crowdfunding wird über verschiedene Plattformen als Kampagne aufgebaut. Insbesondere für Musiker gibt es eine Vielzahl solcher Plattform-Anbieter, die dir auch mit Rat und Tat zur Seite stehen, um eine gelungene Kampagne auf die Füße zu stellen. Man meldet sich bei einer solchen Plattform an, plant sein Crowdfunding-Projekt und startet damit, mögliche Fans oder Kunden auf die Kampagne aufmerksam zu machen. Den Aufwand für die Planung solltest du allerdings keinesfalls unterschätzen. Überlege dir, wie viel Geld du tatsächlich benötigst und was deine Fans bereit sind, für dein Produkt zu zahlen. In Zeiten von Spotify und Co. ist es keine leichte Aufgabe, einen Musikhörer vom Geldwert einer Melodie zu überzeugen – insbesondere da der Markt voll von hoffnungsvollen Newcomern ist, die alle gleichermaßen um die Aufmerksamkeit und die Kohle der Musikhörer buhlen. Um dich besser orientieren zu können, haben wir dir einen kleinen Ablaufplan mit den wichtigsten Schritten, „To-dos“ und „Don’ts“ zusammengestellt. Unter dem folgenden Link kannst du durch verschiedene Crowdfunding-Plattformen stöbern und findest sicherlich auch die ein oder andere geeignete Seite für dein Vorhaben: http://www.crowdfunding.de/plattformen/


Der Crowdfunding-Projekt-Verlauf – Let’s get it started!

Grundsätzlich solltest du deine Crowdfunding-Kampagne wie ein professionelles Projekt betrachten. Bei jedem Projekt gibt es eine Vorbereitungsphase, einen Kick-off (Startpunkt), eine Umsetzungsphase, ggf. mit Zielkorrekturen, und eine Abschlussphase sowie eine Nachbereitungsphase. Ein vereinfachtes Modell mit ein paar wichtigen Checkpoints findest du in der nächsten Grafik. In jeder einzelnen Phase musst du dir überlegen, wie dein Ziel aussieht und ob du es mit dem aktuellen Stand noch erreichen kannst. Das soll dich nicht entmutigen, sondern dir helfen notfalls auch einzelne Aktionen innerhalb deines Projekts zu korrigieren, wenn das notwendig werden sollte.

Falscher Stolz ist hier fehl am Platz und führt nicht zum Erfolg. Auch solltest du dir bewusst machen, dass so ein Crowdfunding-Projekt kein Selbstläufer ist. Du wirst viel Zeit einplanen müssen, um über die Dauer deiner Kampagne am Ball zu bleiben. Das merken auch deine Unterstützer und Fans und fühlen sich am Ende des Tages wohler dabei, wenn ihr Geld einem tatkräftigen Projektleiter voller Power und Willenskraft zugutekommt, als wenn der Anschein einer halbherzigen Umsetzung entsteht.  

Zuletzt haben wir noch ein paar wichtige Tipps für dich, um an deinen zukünftigen Geldsegen zu kommen:
Es gibt einen Haufen augenscheinlich guter Crowdfunding-Plattformen. Leider sind nicht alle Plattformen für jede Projektart geeignet. Suche dir eine Plattform mit Musikbezug. Es könnte auch hilfreich sein, Kontakt mit Bands aufzunehmen, deren Kampagnen gerade laufen, erfolgreich waren oder fehlgeschlagen sind. Feedback und Kommunikation sind immer wichtig auf dem Weg ins professionelle Musikbusiness. Schau dir auch ruhig an, ob es auf bestimmten Plattformen schon erfolgreiche Kampagnen gab, die eine ähnliche Musikrichtung aufgreifen wie deine. Auch die Supporter müssen einen Account auf der Plattform anlegen und die wenigsten Menschen möchten tausende Profile auf verschiedenen Seiten verwalten müssen, daher ist deine Chance größer, wenn schon mal das richtige Zielpublikum vor Ort ist.

Richtig kalkulieren und spektakulieren

Angenommen deine Studioaufnahmen inkl. CD-Produktion kosten 7.000 Euro. Es empfiehlt sich, niemals eine zu hohe Crowdfunding-Summe von den Supportern zu verlangen. Ein bisschen Eigenkapital musst du immer in die Hand nehmen, um deine Ziele zu erreichen. Setze bei so einem Kapitalbedarf beispielsweise eine etwas niedrigere Summe von 5.000 Euro an, das ist leichter zu erreichen in der Laufzeit deiner Kampagne, die ca. drei Monate dauern wird. Mehr geht immer! Wenn dein Projekt überzeugt, werden dir deine Fans auch gerne über deine Zielsumme hinaus helfen. Bedenke auch, welchen Gegenwert du anbieten kannst. Einfach nur zu sagen, dass du für 10 Euro eine CD an deine Unterstützer schickst, reicht nicht ganz aus, um im hart umkämpften Markt der Musikfans Aufmerksamkeit zu erzeugen. Damit wären wir auch schon beim nächsten Punkt angekommen.

Deine Gegenleistungen für die Kohle werden auf den meisten Plattformen als „Dankeschön“ bezeichnet. Dabei solltest du darauf achten, nicht einfach einen Preis an dein „Dankeschön“ zu heften, sondern verschiedene Möglichkeiten bieten, die deine Fans sonst nicht so einfach bekommen können. Deine CD könnten sie ja im Notfall auch noch nach der Produktion kaufen. Werde kreativ und biete Besonderheiten wie Freikarten für deine Konzerte, limitierte Merch-Editions oder Wohnzimmerkonzerte neben deiner CD an. Bei den Geldwerten für diese Produkte oder Leistungen solltest du ebenfalls einen kühlen Kopf bewahren und nicht zu viel auf einmal wollen. Denk dran, dass du an das hart erarbeitete Geld der Menschen möchtest und welche Gegenleistung du selbst erwarten würdest.

Jedes Produkt braucht eine gute Story und einen tollen Mehrwert, um heutzutage zu überzeugen. Erzeuge deine eigene kleine Welt um deine Musik und lade deine Fans ein dabei zu sein. Dafür musst du kein zweites Mittelerde erschaffen, sondern lediglich ein gutes Konzept und einen packenden Ansatz bieten, der deinen Fans die Kohle wert ist, um dem Alltag für ein paar Stunden zu entfliehen. Diese Story kannst du sowohl schreiben als auch per Videobotschaft übermitteln. Wir empfehlen beides, denn Auge und Ohr sind das, womit deine Fans auch deine Produkte wahrnehmen.

Promo-Kanäle im Vorfeld auswählen

Eine gute Promotion zieht sich durch deine gesamte Karriere und ist somit auch Bestandteil dieses Abschnitts. Wichtig ist vor allem der Bereich Social Media, weil du hier in direkten Kontakt mit deinen Fans treten kannst. Überlege dir also auch für deine Profile auf Facebook, Instagram und Co. eine gute Kampagne mit gezielten Posts und gutem Bildmaterial, das deine Crowdfunding-Kampagne unterstützt. Auch kleine Videobotschaften über den aktuellen Stand des Crowdfunding und als persönliches Dankeschön zwischendurch sind gerne gesehen.

Der Austausch mit deinen Fans ist vor, während und nach deiner Crowdfunding-Aktion essentiell für deinen Erfolg. Wenn du in deinem Umfeld einen Status als Künstler hast, kannst du auch mit Radiointerviews punkten. Wichtig ist, dass du deine Fans nicht einfach im Stillen lässt, wenn du deine finanziellen Ziele erreichen konntest. Ganz im Gegenteil! Wenn du über deine Crowdfunding-Kampagne sogar neue Fans dazugewinnen konntest, solltest du diese auch danach mit News und kleinen Aufmerksamkeiten versorgen. Dazu musst du nicht jedes Mal Geschenke verteilen, aber der persönliche Kontakt über soziale Netze gibt deinen Supportern das Gefühl, für dich nach wie vor wichtig zu sein. Da kommen die meisten gerne auch mal auf ein Konzert oder kaufen auch dein nächstes Album. Im Übrigen verfolgen auch Plattenfirmen gerne mal solche Projekte und nutzen Crowdfunding-Plattformen für ihre A&R-Prozesse. Insofern können im Internet mehr Chancen lauern als du vielleicht auf den ersten Blick erahnen magst.



Leser-Kommentare:
Keine Kommentare

Kommentar schreiben...

Das könnte dich auch interessieren:




layout-domain.tmpl