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Workshop: Musiker-Business, Teil 26 – Finanzierungsmöglichkeiten – Kulturpolitische Förderungen

Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Neue Songs, neues Album – aber woher kommt das Geld fürs Studio? Hier findest du hilfreiche Tipps für deine nächste Projektfinanzierung.


Woher nehmen, wenn ...

Immer wieder stehen junge Bands und Solo-Künstler vor dem gleichen Problem: Woher soll die Kohle für das neue Album kommen? Auch wenn die Konzerte gut laufen und die ersten Verkäufe zu vermelden sind, reicht es bei den meisten Musikern anfangs doch nur für das nackte Überleben. Insbesondere in Zeiten, in denen die Musikhörer praktisch nichts mehr für ihre Lieblingssongs ausgeben möchten, fällt es immer schwerer, das notwendige Geld für Tonstudio, Presswerk und Co. aufzutreiben. In den vorherigen Workshops hast du bereits erfahren, dass Konzerte und Verkäufe nicht die einzigen Einnahmequellen für Künstler sein müssen. Jetzt möchten wir dir ein paar hilfreiche Tipps für die nächste Projektfinanzierung an die Hand geben.

Auch wenn man als freier Künstler gerne mal auf die Politik und die Vernachlässigung der kulturellen Förderung schimpfen möchte, sollte man dabei nicht vergessen, dass der Staat junge Künstler nicht vollkommen im Regen stehen lässt. Ein Beispiel für diese Bemühungen ist die Initiative Musik in Berlin.

„Die Initiative Musik ist die Fördereinrichtung der Bundesregierung und Musikwirtschaft für Rock, Pop und Jazz in Deutschland. Sie wird getragen von der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) und dem Deutschen Musikrat sowie finanziell unterstützt von GVL und GEMA. Den Hauptanteil der Projektmittel stellt die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien zur Verfügung.“ (Infos unter www.initiative-musik.de)

Unter den verschiedenen Fördermöglichkeiten dieser Initiative finden sich zwei Programme, die für dich als Künstler sinnvoll sein können (Stand März 2016).


Die Initiative Musik fördert unter anderem Einzelkünstler und Bands, die das Projekt zusammen mit einem Unternehmen der Musikindustrie umsetzen.

Die Künstlerförderung der Initiative Musik

Hinter der Künstlerförderung verbirgt sich ein Programm, das darauf ausgerichtet ist Newcomer-Künstlern einen finanziellen Anteil an Ton- oder Videoaufnahmen, CD-Pressungen, Promotion und Marketingmaßnahmen und/oder beispielsweise für Auftritte im Rahmen einer Tournee beizusteuern. Dabei ist es wichtig, dass der Künstler Originale kreiert, also keine Coverband darstellt. Immerhin geht es um die Förderung neuer Kultur und nicht um die Förderung der GEMA-Einnahmen erfolgreicher Künstler.

Antragsberechtigt sind Einzelkünstler und Bands, die das Projekt zusammen mit einem Unternehmen der Musikindustrie umsetzen. Es ist also hilfreich schon mal die vorhergehenden Artikel gelesen und den ersten Kontakt zu Record Labels oder Verlagen gewagt zu haben. Auch Promotion-Agenturen, Musikmanager, Produzenten oder Konzertveranstalter sind mögliche Partner, die du für den Antrag auf Künstlerförderung an deiner Seite haben solltest. Da die Initiative Musik eine Fördereinrichtung der Bundesregierung ist, muss der Antragsteller, also du, über einen Wohn- bzw. Firmensitz in Deutschland verfügen. Diese Voraussetzung leuchtet ein, wenn man sich überlegt, dass die Fördergelder auch aus in Deutschland erwirtschafteten Umsätzen kommen. Falls du deinen Wohn- oder Firmensitz im Ausland hast, gibt es vielleicht auch dort ähnliche Förderinitiativen, die du nutzen kannst. Dazu kannst du dich am besten bei den Kulturministerien informieren. Für einen Förderantrag bei der Initiative Musik ist es wichtig, dass du als Nachwuchskünstler giltst, was bedeutet, dass du bisher nicht mehr als zwei Alben veröffentlicht hast und keines der beiden Alben Goldstatus erreicht hat. Deine Partnerunternehmen sollten allerdings wenigstens drei Jahre Berufserfahrung mitbringen und als kaufmännisches Unternehmen im Gewerbe-/Handelsregister amtlich registriert sein.

Eine letzte wichtige Info, bevor du dich auf die Künstlerförderung stürzt: Die Initiative Musik zahlt nicht das komplette Projekt, sondern maximal 40% der Projektkosten. Dabei solltest du im Vorfeld nachweisen können, dass du die restlichen 60% in der Tasche hast. Wichtig ist auch, dass Projektanträge unter 10.000 Euro Fördervolumen nicht berücksichtig werden, daher muss dein Projekt mindestens 25.000 Euro Gesamtprojektkosten aufweisen. Mehr als 60.000 Euro Fördergelder sind ebenfalls nicht vorgesehen. Es lohnt sich also vernünftig zu kalkulieren, sämtliche relevante Kosten einzuplanen und weder zu hoch, noch zu tief zu stapeln. Bei dieser Kalkulationsaufgabe sollte dir aber auch dein Unternehmenspartner eine Hilfe sein. Mehr Infos zum Projektantrag findest du hier: http://initiative-musik.de/foerderprogramme/kuenstler.html

Auch kurze Touren werden von der Initiative Musik gefördert.

Die Kurztourförderung der Initiative Musik

Die zweite Fördermöglichkeit, die für dich interessant sein dürfte, ist die Kurztourförderung der Initiative Musik. Kurztouren sind hierbei internationale Auftritte, die eine professionelle Perspektive haben und eine große Chance darstellen, den Markteintritt zu gestalten und/oder weiter auszubauen. Beispiele sind Einladungen zu großen Festivals, Showcase-Auftritte oder TV- und Radioauftritte bei relevanten Sendern im Ausland oder auch kurze Support-Touren im Ausland (weniger als sechs Clubkonzerte). Es geht unterm Strich also um die Exportförderung deutscher Newcomer.

Auch hier gibt es wieder eine Reihe von Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, darunter wieder der Wohnsitz in Deutschland. Wenn du dich mit deiner Band bewirbst, reicht es auch, wenn die Mehrzahl deiner Bandmitglieder einen Wohnsitz in Deutschland haben, beachte aber, dass die Förderung nur für die im Inland ansässigen Bandmitglieder beantragt werden kann.

Grundsätzlich muss das Ereignis der Kurztour (also dein Festivalauftritt, der TV-Auftritt oder das Radiointerview) im Ausland stattfinden, dabei solltest du darauf achten, nicht irgendeinen ausländischen Markt zu wählen, sondern einen, der nachweislich als Kernmarkt/Zielmarkt deiner Musikrichtung gewertet werden kann. Natürlich brauchst du im Vorfeld auch die schriftliche Einladung mit Details des Veranstalters oder Senders, welche du bei deinem Förderantrag mit einreichen musst. Einen Vorlauf von mindestens fünf Wochen zwischen Antragstellung und Reise solltest du ebenfalls beachten. Da es bei dieser Förderung nicht um die Finanzierung eines Band-Urlaubs geht, müssen 50% der Gesamtkosten wieder selbst getragen werden. Ohne Eigenanteil geht’s leider nicht und dieser darf nicht durch anderweitige Förderungen minimiert werden.

Wie genau wird nun gerechnet? Pro Nase deiner Band kannst du bis zu 400 Euro für Kurztouren im europäischen Ausland und bis zu 800 Euro für Kurztouren im außereuropäischen Ausland beantragen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit einen Marketingzuschuss von bis zu 1.000 Euro zu beantragen. Dabei solltest du aber immer im Hinterkopf haben, dass mindestens der gleiche Betrag noch mal aus deiner eigenen Tasche springen muss. Um keine bösen Überraschungen heraufzubeschwören, musst du auch wissen, dass das Geld erst nachträglich ausgezahlt werden kann, daher solltest du sämtliche Belege unbedingt gut aufbewahren, wenn die Förderung gewährt wird.
Weitere Infos zum Förderantrag findest du hier: http://initiative-musik.de/foerderprogramme/kurztour



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