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Workshop: Businessplan für Musiker – Teil 4

Ich bin der Beste, der Schönste und überhaupt …

Der USP und das Image, das deine Band verkörpert, sind wichtig, um im Musikerleben weiterzukommen.


Ich bin der Beste, ...

Nachdem der letzte Artikel zum Thema Businessplan einen Eindruck vom Umfang und dem Aufbau eines Musikerdaseins gegeben hat, widmen wir uns jetzt dem Herzstück eures Karriereaufbaus: eurer USP!

Warum denn, ich bin doch gut so wie ich bin!?

Bei der USP (Unique Selling Proposition) geht es nicht darum, dass ihr euch verbiegen sollt, um eure Musik an den Mann zu bringen. Es geht vielmehr darum, die eigenen Stärken und Charaktereigenschaften als Künstler herauszuarbeiten und diese zu einem einzigartigen Image aufzubauen. Der Kernfaktor ist dabei euer Alleinstellungsmerkmal!

Was ihr privat veranstaltet, ist dabei zunächst völlig außen vor, hier geht es um das, was eure Fans sehen (wollen). Sicherlich sollte man eine gewisse „Credibility“ haben, dennoch beweisen viele Künstler, dass sie abseits der Bühne ein vollkommen normales oder gar langweiliges Leben führen. Den schlimmsten Fehler, den man machen kann, ist zu glauben, dass das Rockmusikerdasein aus zertrümmerten Hotelzimmern, verunstalteten Backstage-Bereichen und randalierenden, nackten Groupies bestünde.

Wer heutzutage ein Hotelzimmer zertrümmert oder sich Backstage sein Abendessen noch mal durch den Kopf gehen lässt, wird nicht bejubelt, sondern schlichtweg nicht noch einmal für ein Konzert gebucht. Die Sache mit den Groupies hängt zugegebenermaßen auch ein wenig von der Musikrichtung ab, in der man sich bewegt. Davon dürften die lieben Kollegen aus der Boygroup-Riege sicherlich am ehesten ein Lied singen können.

Der wohl wichtigste erste Schritt beim Aufbau einer funktionierenden USP ist, sich klar zu machen, dass das Privatleben nichts auf der Bühne verloren hat und das Bühnenleben vom Privatleben abgegrenzt sein sollte. Infos über euer Privatleben gehören – wenn überhaupt – in Interviews und Hintergrundberichte.

 


Für Bandfotos und Co. muss man jetzt nicht übertreiben – aber eine gewisse Ausstrahlung sollten die Bilder schon haben.

Was gehört zu einem guten Künstlerimage?

Euer Image ist euer Auftreten in der Öffentlichkeit, das dürfte jedem klar sein. Aber welche Bestandteile gehören dazu? Ein cooles Outfit und eine lässige Attitüde machen noch keinen Star aus euch, aber es sind wichtige Faktoren. Beachtet dabei immer, dass das Motto nicht „Auffallen um jeden Preis“ lautet. Es geht darum, ein authentisches und dennoch zielgruppengerechtes Bild von sich abzugeben, das durch kleine Besonderheiten Aufmerksamkeit erregt. Im Businessplan-Artikel habt ihr bereits erfahren, dass die Zielgruppenanalyse ein wichtiges Tool für den Aufbau eurer Künstlerkarriere ist.

Beim Aufbau eurer USP findet ihr die erste Möglichkeit, dieses Tool einzusetzen. Macht euch Gedanken, wo eure Fans Musik kaufen, konsumieren und neue Musik entdecken. Überlegt euch einen idealtypischen Fan mit allen Facetten des täglichen Lebens, dieser steht stellvertretend für eure Kernzielgruppe. Anhand dieses Idealtyps könnt ihr dann schon mal ableiten, was in Sachen Outfit und Attitüde bei den meisten eurer Fans gut ankommen kann und was nicht. Diese Faktoren solltet ihr unbedingt für spätere Interviews und sonstige öffentliche Auftritte im Auge behalten. Auch bei Konzerten spielt die Art und Weise wie ihr auf die Bühne geht eine große Rolle. Vergesst nicht, dass ihr für die gesamte Dauer eurer Setliste (und bei Fankontakten am Merch-Stand auch davor und danach) unter der Beobachtung eurer „Kunden“ steht.

Einfach nur gut singen oder ein Instrument vollkommen beherrschen ist nicht das ganze Geheimnis einer guten Live-Show. In den Stunden auf der Bühne seid ihr Entertainer, ganz egal, welches Genre ihr bedient. Ein Fan geht auf ein Konzert, um die Musik zu sehen, hören kann er sie ja auch auf der CD zu Hause. Macht ihr Randale-Rock, dann solltet ihr sportlich genug sein, ein ganzes Konzert lang eure Fans zu animieren mitzuspringen. Seid ihr Singer-Songwriter, geht es darum, eure Konzertbesucher in euren Bann zu ziehen, andernfalls leistet man unter Umständen sogar noch aktive Einschlafhilfe. Macht euch bewusst, was ihr euch von einem Konzert eurer musikalischen Idole erhofft und was genau dazu beiträgt, dass ihr das Konzert mit den Worten „Einfach nur der Hammer!“ verlasst.

Des Weiteren trägt natürlich auch euer musikalischer Inhalt ganz erheblich zum Image bei. Sind eure Texte tiefgründig oder animieren sie eher zum unbeschwerten Mitsingen nach einem langen Arbeitstag? Bietet ihr Spaß-Punk oder doch eher psychedelische Weltmusik? Ganz egal, was ihr macht, ihr vertretet auf der Bühne in erster Linie eure musikalischen Inhalte. Dabei kann ein perfekt inszenierter Rocksong genauso begeistern wie ein charmant unperfektes Indie-Stück. Ihr verkörpert eure Musik! Also überlegt euch gut, wie eure Musik als Outfit aussehen würde und welche „Message“ ihr der Menge mitteilt.

Apropos „ein Image verkörpern“: MTV Cribs ist ein gutes Beispiel für die überzogene Priorisierung des Künstlerimages der internationalen Musikindustrie. Ihr solltet ruhig mal reinschauen und analysieren, mit welcher idiotensicheren Deutlichkeit dem Zuschauer dort gezeigt wird, was er gerne sehen möchte – unabhängig davon, was tatsächlich wahr ist.

Für eine Punkband komplett falsch, aber für einen Singer-Songwriter wie Alex Diehl ein sehr passendes Foto.

Warum ist es so enorm wichtig, eine gute USP zu haben?

Die Antwort darauf könnt ihr euch nach einer ehrlichen Analyse eures aktuellen Standes selbst geben. Zum einen ist eine funktionierende USP wichtig, um neue Fans mit eurer Musik und eurer Darstellung zu „verführen“. Habt ihr eine funktionierende Fanbase, die euch immer wieder alle eure Alben aus der Hand reißt und eure Konzertlocations füllt? Wenn das der Fall ist, Applaus! Dann habt ihr alles richtig gemacht.

Aber nicht nur im Bezug auf eure Wirkung auf eure Fans ist die USP enorm wichtig, sondern auch, wenn ihr in den Nahkampf um Vertragsverhandlungen geht. Zum einen beschert sie euch meist den Umstand überhaupt solche Gespräche führen zu können, zum anderen kann die USP der Trumpf im Ärmel sein, der euch die Konditionen verschafft, die ihr gerne unterschreiben möchtet.

Dazu folgt ein kleiner Abstecher in die Welt der A&R’s (Artist & Repertoire Manager – meint die Leute, die neue Musik entdecken und Newcomer Bands einen Deal bspw. bei einer Plattenfirma anbieten).  Darum geht es in unserer nächsten Folge.



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