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Studio-Report: Schmutzki

Punk im kompakten Sound-Gewand

Ein kleiner Studio-Einblick in die Albumproduktion der Schmutzkis. Der Mob feiert schon.


Punk im kompakten ...

Wenn sich ein Architekt, ein Umweltingenieur und ein Designer zusammentun, dann kommt dabei ... feinster Punkrock raus! Die Rede ist von Schmutzki aus Stuttgart. Durch viel Arbeit in den letzten zwei Jahren hat sich die Band langsam aber sicher einen Namen gemacht. Seit dem 11. März ist nun ihr Debüt-Album im Kasten und die Vorfreude ist damit nochmals verstärkt. Wir waren vorab im Proxystudio in Stuttgart und haben den Jungs über die Schulter geschaut.

People nStuff: Das erste Album der Formation Schmutzki: Wie lang habt ihr die Spiellänge eures Debüts geplant?
Dany: Insgesamt werden es über 14 Stücke sein. Die meisten Songs sind so gut oder knapp über zwei Minuten, also eigentlich relativ kurz. Wir haben eine poppigere Nummer, die so an der vier Minuten-Grenze scharrt. Zwei oder drei gehen auch an die drei Minuten. Die Stücke sind auf verhältnismäßig hoher BPM-Zahl gespielt. So zwischen 180 und 210 . Knackige Nummern, die kurzweilig und unterhaltsam sind. Lieber den Hörer nach den Songs hungrig zurücklassen, damit schnell auf Replay gedrückt wird, anstatt es solange auszureizen, dass es nervt.

PnS: Die EP "Mob" ist auch in diesem Studio entstanden?
Dany: Genau. Das war im Prinzip so: Anfangs haben wir immer mal wieder am Wochenende in einer Aufnahmesession zwei bis drei Songs aufgenommen. Für die EP haben wir das in einen Topf geworfen oder teilweise Songs nochmals neu eingespielt. Das, was dabei rauskam ist quasi der Querschnitt aus den ersten zwei Jahren Schmutzki. Das sind einfach die Songs, die in jener Zeit entstanden sind, die auch unseren Stil definiert haben. Sozusagen die "Best-of der Anfangszeit".

PnS: Hattet ihr die Wahl zwischen diesem und einem anderen Studio?
Dany: Da wir immer im Proxy arbeiten, haben wir uns nie so oft Gedanken darüber gemacht. Kurzzeitig gab es mal die Überlegung, das Schlagzeug in einem anderen Studio aufzunehmen, da der Raum hier dafür vielleicht etwas zu klein ist, aber aufgrund unserer Arbeitsweise hat uns das gereicht. Das heißt, dass wir im Studio immer noch Stück für Stück an den Songs arbeiten bis es passt. Fast keiner der Songs ist so geblieben, wie wir ihn in der Demo-Phase hatten. Daher nehmen wir das hier immer wieder auf. Wenn du sie wo anders aufnimmst, musst du die Tracks dann nehmen, wie sie sind.

PnS: Dasselbe Spiel bei der Wahl des Produzenten?
Dany: Durch unseren Produzenten Thomas haben wir unseren Sound entwickelt, da er seinen bedeutenden Teil dazu beigetragen hat. Wir kannten uns auch schon, als es noch eine andere Band-Konstellation gab. Seitdem haben wir zusammen getüftelt und auf diesem Album jetzt die ganze Sache mal so richtig auf den Punkt gebracht. Da gab es keine großen Überlegungen, einen anderen Produzenten zu nehmen.


Die übersichtliche Workstation im Proxystudio.

Alle meine Sachen

PnS: Zum Equipment: Was habt ihr für die Aufnahmen verwendet?
Thomas Harsem: Das ist, passend zum Sound der Band, kompakt zusammengefasst. Wir arbeiten hier, wie in so vielen anderen Studios, mit Pro Tools. Zum Mischen bin ich in Nuendo unterwegs, da es Möglichkeiten eröffnet, die ich in Pro Tools vermisse. Pro Tools ist im Recording-Modus dafür wirklich absolut geradeaus und hat viele Vorteile im Vergleich zu anderen Softwarelösungen, da es einfach mehr Wege bietet.

PnS: Was für Preamps schaltet ihr noch davor?
Thomas: Die Signale der Instrumente wandern eigentlich recht unverändert in den Rechner. Vielleicht etwas EQ drauf, aber ganz dezent. Ist jetzt nicht so, dass die Drums "vorkomprimiert" werden. Alles wird, wie man so schön sagt, trocken verwendet.
Dany: Wenn wir aufnehmen, dann sind wir da echt sehr erbarmungslos. Man muss sich dann schon noch vorstellen, wie es später fett klingen wird. Der Gesang ist auch immer ohne Hall aufgenommen, sodass man da eins zu eins hört, wie es klingt und man sich nichts in die Tasche lügt.

PnS: Thema Gitarre: Wie wurde das für die Sessions gelöst?
Thomas: Wir haben am Sound rumprobiert und sind am Ende wieder auf die altbewährte Methode zurückgekommen: Gitarre steckt im Amplifier, davon Lautstärke und Tone genutzt, und fertig. Die DI wird sicherheitshalber gesplittet, wenn man dann doch noch mal den Ampsound verändern möchte. Ab und an geben wir zum DI-Signal noch ein trockenes Fuzz-Signal hinzu.
Dany: Das Signal nahmen wir immer so, wie es war. Also, nicht noch mal reampen.
Thomas: Wir haben generell schon versucht einzufangen, was man nachher auch hören möchte. Klar, kann man es später noch etwas "aufblasen", aber die Ästhetik muss man schon treffen.

PnS: Gitarre, die ihr verwendet habt ...
Beat: ... ist eine Fender Telecaster aus dem Jahre 73. Ganz edles Stück!
Thomas: Ja. Eine alte Telecaster mit runtergespielten Bünden und diversen Macken. Die geht direkt in einen Fender Princeton Amp. An Kabeln verwenden wir relativ teure von "Monster".

Bei einer so wertvollen Fender, hat Beat allen Grund schlemisch zu grinsen..

Das basst doch!

PnS: Wie sieht es mit dem Bass aus?
Beat: Als Bass-Amp hatten wir einen Röhren-Marshall Combo Studio 80er Jahre. Eigentlich ein Gitarrenverstärker.

PnS: Warum gerade ein Gitarrenverstärker anstelle eines Bass-Amps?
Dany: Haben wir ausprobiert, geil gefunden und so gelassen.
Thomas: Bei den Aufnahmen ist der Bass in drei Signale aufgeteilt. Einmal als trockenes DI, das Ampsignal, hinten am Amp als direkten Ausgang und drittens eine Transistor-Zerre. Over-Stayer heißt die.
Dany: Live spiele ich aber eigentlich einen Ampeg-Transistor SVT-450. Den hatte ich damals gekauft, da ich kein Geld für einen richtigen Röhren-Ampeg hatte. Das Coole daran ist, dass die Transistor-Zerre dem Ganzen so einen leicht billig-trashigen Sound gibt. Wir wollen nicht so High End und mit tausend Effekten klingen. Es ist nun einfach nicht der typische Röhrensound vom Bass, den man schon tausend Mal gehört hat. Aber eben auch nicht dieser schöne warme Klang, den man sonst so vom Bass kennt. Einfach was Spezielles.
Thomas: Der deckt auch eher das Mittenspektrum, als den fetten Bassbereich ab.
Dany: Gegebenenfalls kann das Gerät auch eine Gitarre ersetzen. Da wir als Trio spielen, füllt das schon mal etwas. Besser, als wenn da nur so ein mega tiefer Ton vor sich hin brummt.
Beat: Ach, und zum Instrumenten-Modell, was wir im Studio verwendet haben: Das ist ein alter Rickenbacker 4001.
Dany: Den haben wir tatsächlich für die Aufnahmen ausgeliehen.
Thomas: Das Instrument bring schon einen anderen Sound und Charakter mit, wenn man es mit den üblichen Verdächtigen wie Fender Precision vergleicht.

PnS: Was genau hat das Modell dann demnach für euch bei den Aufnahmen mehr geleistet?
Dany: In den letzten zwei Jahren haben wir schlichtweg herausgefunden, was wir brauchen. Beim Bass wussten wir es nie genau. Live spiele ich so einen billigen Yamaha-Bass, den ich auch mal rumwerfen kann, ohne dass da jetzt tausende von Euro draufgehen. Der klingt aber im Studio halt mal gar nicht. Wenn du den Ton anschlägst, ist der nach einer Sekunde wieder weg. Live ist der dennoch total in Ordnung, da er den Trash-Faktor rüberbringt, aber im Studio ist der zu unflexibel. Die Fender-Bässe, welche wir schon verwendet haben, waren tonal betrachtet immer zu schön und nett. Vom Sound hat man eigentlich immer eine ungefähre Vorstellung, wo es hingehen soll. Jetzt braucht man nur noch das passende Instrument dazu, was diesen Wunsch auch präsentiert. So sind wir mit dem Rickenbacker da angekommen, wo wir hin wollten. Da steck ich jetzt etwas in der Klemme, da ich mir so ein Teil besorgen sollte. (schmunzelt) Eher noch ein finanzielles Problem.

Im Studio beraten die Schmutzkis mit Produzent Thomas alles bis ins kleinste Detail.

Minimal und doch genial

PnS: Zu den Drums: Du spielst nur eine Rack-Tom, Flo?
Flo: Ja, genau. Auch live. Wenn man 16 Jahre alt ist, will man immer möglichst viel am Set stehen haben, aber bei uns war das dann tatsächlich so, dass wir uns auf eine beschränkt haben. Klar, die Musik ist sehr reduziert und man spielt nicht die verrückten Tom-Übergänge. Ich spiele eigentlich sehr wenig so Abgedrehtes, lieber gerade aus und direkt. Live gibt's auch nur noch ein Ride- und ein Crash-Becken. So jetzt bei den Aufnahmen haben wir bislang ein Crash-Becken und kein Ride-Becken benutzt, da es das auf der Platte auch nicht zu hören geben wird. Ansonsten setzen wir auf eine richtig schöne und fette Bass-Drum, die ordentlich Dampf erzeugt. Die Snare tauschen wir von Song zu Song. Live nicht, aber hier im Studio ist es schon wichtig, für jeden Song auch die passende Snare zu haben.
Dany: Wir haben so zwischen zwei bis drei unterschiedliche Snares benutzt. Eine etwas trashigere und eine etwas kompaktere, die mal etwas höher oder niedriger gestimmt ist. Die dritte ist etwas scheppriger. Wenn es in einem Song mal zu schön und zu nett klang, dann haben wir die etwas trashigere verwendet. Für andere, die sauber und trocken klingen müssen, haben wir dann die andere verwendet, damit es einfach super tight wird.
Thomas: Mit dem Tuning steht man dann auch Song für Song vor der Entscheidung, ob man eben das Set so auf die Tonart des Songs stimmt oder eben gerade nicht. Dass man unschöne Obertöne verwendet zum Beispiel. Zu manchen Songs hat es wiederum auch gepasst, die Snare zum Song zu stimmen.
Dany: Was Sound-Frickeln und so angeht, konzertieren wir uns als Band darauf, die ganzen Sachen eher im Studio zu machen. Wir sind einfach nicht die Truppe, die daherkommt, die Gitarren einstöpselt und die Songs mal in vier Takes einspielt. Wir arbeiten dann schon sehr akribisch daran, die Songs zu vollenden. Das sind einfach die Mittel, die wir so verwenden. Zum Sound: Wir bezeichnen uns ja als Punkrock-Band, aber tatsächlich sind wir keine klassischen Punker, wie man sich das so landläufig vorstellt. Wir schreiben eher auch rockige Pop-Songs, die trotzdem noch den Geist von Punk atmen. Zum einen durch die Geschwindigkeit und zum anderen durch das Trashige, welches immer wieder vorkommen darf. Beides bis zum Maximum auszureizen, dass es trotzdem noch ein schlüssiges Gesamtbild gibt. Das war das Ziel unserer Produktion.

 

Da, wo die Schmutzkis sind

Falls du Weiteres über das Proxystudio in Erfahrung bringen willst, oder dir überlegst, eventuell auch deine Demo oder dein Album dort auzunehmen findest du das Studio unter www.proxystudio.de

Nach dem sehr gelungenen Tag, hatten wir abends zudem die Möglichkeit, den Schmutzkis bei ihrem Live-Handwerk zuzuschauen, was sich einfach derbe gelohnt hat! So viel Power und Live-Freude sieht man eher selten! Wir können die Schmutzkis daher nur empfehlen! Falls du auf das neue Album nicht so lange warten willst, kannst du auf ihrer jetzigen Tour schon mal einen musikalischen Vorgeschmack abgreifen, da die Jungs sicher den ein oder anderen Song davon spielen werden.


Hier die aktuellen Live-Daten der Band:
1.4.2015 CH - Zürich // Hafenkneipe Mob Tour
2.4.2015 CH - Laufen // Biomill Mob Tour
4.4.2015 München // Backstage Mob Tour
5.4.2015 Frankfurt // Nachtleben Mob Tour
6.4.2015 EASTER CROSS FESTIVAL // Oberndorf am Neckar
9.4.2015 Köln // Underground Mob Tour
10.4.2015 Hannover // Lux Mob Tour
11.4.2015 Dortmund // FZW Mob Tour
14.4.2015 AT - Wien // Arena Mob Tour
16.4.2015 Dresden // Groovestation Mob Tour
24.4.2015 Osnabrück // Kleine Freiheit Mob Tour
25.4.2015 Hamburg // Headcrash Mob Tour
26.4.2015 Berlin // Magnet Mob Tour
2.6.2015 Berlin // C-Club BAD RELIGION SUPPORT
3.6.2015 Berlin // C-Club BAD RELIGION SUPPORT
5.6.2015 ROCK AM RING // Flugplatz Mendig/Vulkaneifel
5.6.2015 ROCK IM PARK // Zeppelinfeld Nürnberg
11.7.2015 HAPPINESS FESTIVAL // Straubenhardt
30.7.2015 ROCKEN AM BROCKEN // Elend, Harz
31.7.2015 TREBUR Open Air // Trebur
1.8.2015 MINI ROCK FESTIVAL // Horb
7.8.2015 ROCCO DEL SCHLACKO // Püttlingen
8.8.2015 TAUBERTAL FESTIVAL // Rothenburg o. d. Tauber
8.8.2015 OPEN FLAIR FESTIVAL // Eschwege
16.8.2015 SERENGETI FESTIVAL // Safaripark Stukenbrock


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