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Kolumne: Mit gigmit erfolgreich durchs Live-Biz – Teil 2

„Die Bühne ist zu klein!“ Das ewige Missverständnis zwischen Musiker und Veranstalter

Musiker vs. Veranstalter: Wenn zwei Welten aufeinandertreffen, bedarf es Verständnis für einander, damit der Live-Gig möglichst erfolgreich verläuft.


„Die Bühne ist ...

Viele können sicher bestätigen, dass die Zusammenarbeit zwischen Musiker und Konzertveranstalter gelegentlich einem Kampf zwischen David gegen Goliath gleicht. Musiker wünschen sich mehr Verständnis und Support für ihren Gig, für Veranstalter hingegen ist es ein Business, das mit möglichst kleinem Aufwand lukrativ sein soll. Klar, dass hier Probleme quasi vorprogrammiert sind.

Über gigmit, dem Marktplatz für Live-Gigs, erreichen mich fast täglich Nachrichten von Musikern, die Fragen zu Live-Gigs haben und sich auch über vermittelte Gigs beschweren. Die Hauptgründe für Ärgernisse sind grob zusammengefasst:

– die meist zu geringe Gage
– Venuegröße
– Vermarktung bzw. Bewerbung der Veranstaltung.

Schnell werden Veranstalter verteufelt, wenn die Erwartungen der Musiker nicht erfüllt werden. Betrachtet man aber die Hintergründe der von den Künstlern angekreideten Methoden, sind diese oft gar nicht mehr so unseriös und dubios. Lasst uns doch einmal zusammen einen kleinen Perspektivwechsel wagen:

„Die Bühne ist viel zu kleine für eine 5-köpfige Band wie uns. Da spielen wir nicht.“

Feedback wie dieses erreicht uns von gigmit sehr häufig und zeitgleich kreisen große Fragezeichen um unsere Köpfe. Warum kleine Bühnen meiden? Ist es nicht viel wichtiger, Gigs zu spielen und sich zu zeigen, als wegen zwei Quadratmetern zu wenig auf der Bühne zu mosern und einen Gig nicht zu spielen? Wir raten in solchen Fällen immer zur Flexibilität und Kreativität als zu vollkommenem Verzicht. An der Bühnengröße lässt sich nichts machen. Dafür kann keiner was. Eines ist sicher: Für jedes Problem gibt es eine Lösung. Warum denn nicht mal mit einem kleineren Set spielen oder den Gitarristen vor die Bühne stellen oder einfach mal näher zusammenrücken? Schaut, was möglich ist und sprecht wegen der technischen Umsetzung mit dem Veranstalter. Der kennt seine Venue und weiß, was geht. Er wird sicher erzählen, dass da damals sogar mal 20 Leute auf der Bühne standen. Nichts ist unmöglich – außer einen Gig sausen zu lassen!


Nur wenn bei Club und Band(s) nach dem Konzert etwas hängen bleibt, sind alle zufrieden – also arbeitet gemeinsam am Erfolg der Veranstaltung.

Wer macht Werbung fürs Konzert?

„Der Veranstalter macht keine Promo für meinen Gig“

Auch das passiert nicht selten, aber ebenso ist davon noch niemand gestorben. Einmal in die Hände gespuckt und selbst gemacht. In der letzten Kolumne sprach ich bereits vom Clubsterben. Natürlich wirkt man dem mit gutem Marketing eher entgegen, doch einige Läden haben schon Probleme, die nötige Manpower für die Erstellung eines Facebook-Events aufzubringen. Das ist sehr traurig, aber wahr. Doch was ist besser: Ein Club, in dem man spielen kann mit schlechtem Marketing – oder gar kein Club? Ihr  seid  in diesen Fällen eures eigenen Glückes Schmied. Zapft euer Netzwerk an, steckt vielleicht die ein oder andere Mark (für die Jüngeren hier: Euro ;) ) in Facebook-Advertising und macht die Hütte in eurem eigenen Interesse selbst voll. Fragt am besten gleich beim Booking den Veranstalter nach den Kanälen, auf denen er euer Konzert bewirbt und packt selbst mit an. Am Ende ist es euer Publikum, sind es eure neuen und alten Fans. Sie bleiben euch treu, egal wo ihr spielt. Sie kaufen eure Platten und sind künftig der Grund, warum ihr Karriere macht und mehr Geld beim live spielen verdient. Macht was draus! Ärgern bringt doch nichts.

„Ich soll selbst Leute mitbringen und Karten für den Gig verkaufen? Wie unseriös!“

Das klingt auf Anhieb wirklich etwas komisch. Schnell stellt sich da die Frage, was man als Musiker noch alles machen soll. Als ob es nicht schon schwer genug ist, überhaupt einen Gig zu bekommen, da soll man sich auch noch um die Vermarktung und den Ticketverkauf kümmern? Puh! Absolut verständlich, dass einem da mal die Hutschnur platzt. Aber Moment mal: Welchen Deal habt ihr doch gleich? Doordeal? Du spielst über jedes verkaufte Ticket deine Gage ein?

Gerade bei „Up and Coming“-Bands oder Newcomern mit kleinerer Fanbase ist das recht gängig. Eine Festgage gibt es selten, wenn dem Veranstalter die Gewissheit fehlt, dass die gebuchte Band den Laden auch wirklich füllt. Das Risiko kann sich kein Veranstalter leisten, daher wird auf Methoden zurückgegriffen, die für beide Parteien funktionieren können, zum Beispiel eben den klassischen Doordeal (die Band bekommt also einen Teil oder gar die ganzen Einnahmen vom Eintritt). Der zusätzliche Ticketverkauf durch die Band vorab ist ein Add-on, mit dem die Musiker sich noch zusätzlich etwas zu dem Doordeal dazuverdienen können. Es ist also eine Chance, die eigene Gage aufzubessern. Klar, ist das mit Mehrarbeit verbunden, aber es kann sich nicht nur finanziell durchaus rentieren. Ihr rückt so auch näher an die Leute, die zu euren Konzerten kommen und könnt aktiven Fanaufbau betreiben. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Unbedingt zuschlagen!

Nicht jeder Veranstalter tischt so fett auf – viel wichtiger ist aber, dass man vorab ausmacht, was bzw. ob es Verpflegung gibt, sonst ist Enttäuschung vorprogrammiert.

Viele Probleme lassen sich leicht vermeiden

„Trotz Catering-Rider gab es nur Dosensuppe mit Bockwurst. Nie wieder! Unprofessioneller Veranstalter!“

„Mmmmh.“ So sollte es klingen, wenn vor oder nach dem Gig gespeist wird. Gutes Essen ist nicht nur köstlich, es trägt zudem zur guten Stimmung bei, die maßgeblich die Performance auf der Bühne beeinflusst. Da sind wir uns alle einig. Es gibt hier folgenden Weg, um den „Bock-Worst-Case“ zu vermeiden: Nicht alle Veranstalter halten sich strikt an den Catering-Rider, auch wenn es eventuell vertraglich festgehalten wurde. Fragt nach, ob und was es zu essen geben wird oder vereinbart gleich vorab einen kleinen Buy-out für das Catering (ihr bekommt also Geld oder Essensgutscheine statt einem Buffet). Meist reichen wenige Euro, um lecker um die Ecke essen zu gehen. Das ist auch für den Veranstalter wesentlich stressfreier und für die Musiker schmackhafter. Eine absolute Win-win-Situation!

Es ist unglaublich kräftezehrend und anstrengend, sich ständig aufzuregen, wenn bei einem Gig mal etwas nicht so läuft wie geplant. Es hilft immer sehr, sich auch mal in die Lage des Gegenübers zu versetzen, um gewisse Methoden und Strategien zu verstehen. Im Zweifel hilft simples Nachfragen. Das kostet nichts und vermeidet häufig unnötige Probleme, die durch eine mangelnde Abstimmung zu Missverständnissen führt. Und das Geniale: Die Livebranche ist eine ganz kleine Szene. Jeder Clubbetreiber kennt seine Clubs und Festivals in der Region. Ihr seid die erste Empfehlung und gern auch direkt wieder gebucht, wenn ihr hin und wieder zurückhaltend reagiert, ruhig bleibt und die Promo auch selbst in die Hand nehmt.

Fazit: Wenn Fragen aufkommen, einfach (freundlich) nachfragen. Auf die Weise lassen sich die meisten Probleme stressfrei klären.

Mehr Infos zu Marcus von gigmit gibt es hier.



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