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Interview: Vitja (David Beule)

Alles auf eine Karte

Von Null auf Erfolg, das schafften Vitja in nur einem Jahr – wir fragten nach, wie sie das geschafft haben.


Alles auf eine Karte

Erst vor einem Jahr offiziell gegründet sind die Mathcoreler von Vitja schon einige Stufen die Karriereleiter heraufgeklettert. Das liegt sicher auch an ihrem Willen, richtig Gas zu geben. Wir sprachen mit Frontmann David Beule.

Jeder der mit seiner Band schon mal versucht hat, den Sprung vom Amateur- zumindest zum Semi-Profi-Status zu schaffen, der wird wissen, dass das im Normalfall ziemlich viel Know-How, Hingabe und Zeit braucht. Und genau daran scheitert es dann oftmals. Die Musiker stecken einfach nicht genug Energie in die Band, irgendwann stagniert man auf einem bestimmten Level und wenn es dann nicht weitergeht, sind alle unzufrieden und man löst sich irgendwann auf.

Ähnliche Erfahrungen haben die vier Protagonisten von Vitja auch schon gemacht und waren es leid. Sie beschlossen, dass sie das nächste Projekt nur mit einem optimalen Team angehen und es diesmal eben ganz oder gar nicht machen würden. So ist auch zu erklären, dass sie bereits ein Jahr nach Bandgründung vieles vorweisen können, was andere Bands in ihrer gesamten Karriere nicht hinbekommen: Eine Veröffentlichung bei einem renommierten Indie-Label, reichlich Konzerte und Touren, Auftritte bei Festivals und eine stetig wachsende Beliebtheit in der Szene.

Die war auch im Backstage in München zu spüren, wo wir die Band im Rahmen ihrer Tour besuchten und Frontmann David zum Interview mit den Themen Bandgründung, die richtige Motivation und die Zukunftspläne des Quartetts baten.

 

 


Vitja halten zusammen, komme was wolle.

Von Null auf Hundert

People nStuff: Ihr habt ja in dem einen Jahr seit Bandgründung einiges erreicht. Wie kam es überhaupt zu Vitja?

David: Ja, stimmt. Wir haben uns darüber noch gar keine Gedanken gemacht. Aber heute vor einem Jahr sind wir offiziell Vitja geworden. Wir feiern hier quasi Geburtstag. Also, vor einem Jahr sind wir als Vitja in die Öffentlichkeit gegangen, uns gibt es jetzt etwa eineinhalb Jahre. Wir haben alle ja vorher schon reichlich Banderfahrung gesammelt, was uns natürlich auch jetzt zugute kommt. Bei Vitja haben wir uns dann alle zusammengeschlossen.

Auslöser war ein Bekannter, der in der Szene ein gutes Standing hat. Und der meinte zu uns: Leute, ihr habt so viel auf dem Herzen und wollt als Künstler was bewegen. Und wir haben dann alle gesagt: "Wir wollen alle noch einmal ein richtiges Ding aufziehen, von Anfang bis Ende.“ Ich hatte Megabock mir mein eigenes Baby aufzubauen, von Null auf Hundert. Wir wollten einfach mehr.

PnS: War das eine bewusste Entscheidung, das Ganze erstmal in Ruhe ein paar Monate vorzubereiten, bevor ihr an die Öffentlichkeit gegangen seid?

David: Keine bewusste, eher eine notwendige Entscheidung. Wir wussten noch nicht mal, wie die Band heißen würde, aber es war schon klar, welche Musik wir machen wollen und was die zwei Partner, die mit uns zusammenarbeiten wollten, von uns erwarten. Aber es hat sich von Beginn an ein richtig geiles Bandgefühl eingestellt. So ist ein Bewusstsein für die ganze Kiste entstanden. Und dann haben unsere Unterstützer, die ja gewusst haben, dass wir genug Material am Start haben, gesagt: „Arbeitet das aus. Ihr habt drei Monate, dann ist das Album im Kasten.“

PnS: Fandet ihr den zeitlichen Druck eher bremsend oder motivierend?
David: Ich glaub kein Künstler findet das geil, ‘ne Deadline zu haben. Es war so 50:50. Zwar ist so ein Druck entstanden, der aber dadurch wieder aufgewogen wurde, dass wir ja wussten, was wir zu machen hatten. Aber es hat sich insgesamt eher gut angefühlt. Und dann haben wir das Album in rund drei Monaten fertig geschrieben und aufgenommen. Ich würde das auch wieder genau so machen.

Vitjas Erstlingswerk hört auf den Namen Echoes.

Der beste Job der Welt

PnS: Wie kamt ihr auf den Bandnamen und was bedeutet er für euch?

David: Gute Frage. Für uns bedeutet er prinzipiell schon den eigentlichen Wortsinn, es ist ja russisch für Viktor, also Sieger. Das ist ja oft heroisch oder kriegerisch gemeint, was uns nicht so getaugt hat. Uns hat aber der Sound des Wortes so gefallen, es klingt stark und frisch und energiegeladen. Und unser Bandname sollte auch ästhetisch und schön kurz sein und das, finden wir, bietet Vitja. Zudem haben uns die Buchstaben auch optisch sehr zugesagt.

PnS: War die Bandbesetzung dann auch eine bewusste Entscheidung?

David: Prinzipiell schon. Ich stehe zwar vom Sound her schon auch auf ‘ne zweite Gitarre. Aber wir wollten halt mit niemandem arbeiten, der sich bitten lassen muss und zweimal überlegen will, ob er das jetzt wirklich will. Und diese Garantie haben wir halt nur bei uns vieren. Viele sind nicht bereit mal Sachen zu machen, die ihnen missfallen. Viele wollen halt nur Proben und sonst nichts machen. Die ganze Bereitschaft zu Arbeit und dazu, auch "soziale Opfer" zu bringen, haben die wenigsten. Ist ja auch nicht schlimm, uns geht es ja super. Aber was meinst du, wie viele Parties man beispielsweise absagen muss oder sei es ‘ne Freundin, für die man wenig Zeit hat. Und wir haben eben in Reichweite keinen fünften Mann gefunden, der das gebracht hätte.

PnS: Und wie viel Zeit steckst du etwa pro Woche in Vitja?

David: Wir sind alle bewusst sehr naiv (lacht). Ich habe beispielsweise meine Festanstellung gekündigt, habe aber noch ein anderes Standbein, mit dem ich mir meine Miete und mein Essen bezahlen kann. Vielleicht muss ich ja zusätzlich auch mal noch einen 400-€-Job annehmen, aber 2013 hat es so gut funktioniert. Bei Vladi (dem Vitja-Gitarristen; Anm. d. A.) und mir ist das ganz gezielt passiert. Wir haben gesagt: „Ok, dann schrauben wir unsere Ansprüche halt zwei Stufen zurück“ – ich habe beispielsweise mein 40-m2-Zimmer gekündigt und jetzt ein 15-m2-Zimmer. Das sind alles luxuriöse Abstriche, Erste-Welt-Probleme, mit denen ich super zurechtkomme.

Es war einfach notwendig so viel Zeit für die Band zu haben, sonst würden wir uns jetzt hier nicht unterhalten. Man kann ja jetzt auch nicht davon sprechen, dass es superkrass läuft. Wir sind mega-zufrieden, aber keiner von uns ist Michael Jackson. Aber wenn man das hier genau so haben will, macht man das. Nenn mir einen besseren Job – ich kenne keinen. Insgesamt nimmt die Band rund 50 % meiner Zeit in Anspruch. Der Rest der Zeit verteilt sich eben auf Familie, Freunde und Dinge, die man eben erledigen muss, wie zur Apotheke zu gehen oder die Wäsche zu waschen. Ansonsten sind wir mit Buchhaltung in der Band, Designs, der Musik und so weiter komplett beschäftigt. Aber alle haben eben richtig Spaß daran.

Frontmann David geht auf der Bühne voll in seinem Element auf.

Ein Freund, ein guter Freund

PnS: Also macht ihr eure Designs selbst?

avid: Genau, ich mache da die meisten Sachen. Oft sind die dann schon so gut, dass man die herzeigen kann. Ansonsten haben wir da Freunde, die uns da weiterhelfen. Mario stemmt dafür das ganze Organisatorische, weil er das in seinen vorherigen Bands auch gemacht hat und da schon entsprechend gut drin ist. Und so ist alles ganz gut unterteilt und jeder kommt damit gut klar.


PnS: Was habt ihr denn im Normalfall auf Tour an Crew dabei?

David: Wir haben immer Crew dabei. Unser Homie Lukas ist quasi unser fünftes Bandmitglied und kümmert sich um alles Optische wie Grafiksachen oder Stage Design. Wenn er etwas nicht absegnet, wird es nicht gedruckt. Ansonsten haben wir das große Glück, rund zwei Hände voll an Freunden zu haben, die nicht nur mitkommen, weil es cool ist, sondern die selbst Musiker sind und Bock haben sich das anzuschauen. Das waren bis jetzt deswegen die unbeschwertesten Bandausflüge, die wir je hatten. Also Fahrer, jemanden fürs Merch, Stagehands. Und die muss man eben nicht ständig fragen, ob alles klar ist bei ihnen, die sind alle dabei, weil sie genauso Bock drauf haben wie wir.

PnS: Das ist ja doch schon ‘ne recht große Crew. Rechnet sich so ein Konzert dann für euch?

David: Wir haben das Glück, dass wir mit allen Beteiligten so gut befreundet sind, dass wir das so machen, dass sie Geld bekommen, wenn etwas übrig bleibt. Die wissen alle: Wenn jemals Kohle hängenbleibt, sind sie noch vor der Band die ersten, die ‘nen 20er oder 50er bekommen. Aber sie haben noch nie Anspruch drauf erhoben. Aber es ist ja klar, selbst wenn du es gerne machst – wenn du am Ende eben noch 20 oder 50 Euro in der Tasche hast, wenn du wieder daheim bist, ist es eben noch schöner. Eines unserer Ziele als Band ist auch ganz klar nicht mehr draufzahlen zu müssen. Da hat keiner mehr Bock drauf. Ich glaube auch, wer einen guten Job macht, der soll auch dafür entlohnt werden. Und die Leute kaufen sich schnell mal ‘nen Cocktail für 14 Euro, wenn dann aber ein Konzert 10 Euro kostet und die eine Band kommt aus Frankreich, die andere aus UK, hast du trotzdem noch Leute, die sich beschweren. Das ist mir einfach ein Rätsel.

Gitarrist Vladi mit seinem achtsaitigen Custommodell von C.Gig Guitars

Nach dem Album ist vor dem Album

PnS: Und wie sehen eure Pläne für 2014 aus?
David: Wir haben viele Ziele, aber weniges, was ich konkret benennen könnte. Pläne haben eher andere für uns. Und wir haben das Potenzial und das Handwerkszeug, diese dann in die Tat umzusetzen. Wir selbst wollen megaviel touren, nonstop am besten. Wir wollen „Echoes“ noch ausreizen, auch visuell, mit einem weiteren Videoclip. Die Band ist eigentlich auch schon beim nächsten Album. Wir hatten „Echoes“ ja schon ein Jahr länger. Und deshalb werden wir uns sicher Ende dieses Jahres an Platte Numero 2 setzen. Und da haben wir Bock drauf, denn jetzt ist Vitja ja da, hat eine Farbe, fühlt sich nach etwas an. Bei der letzten Platte hatten wir ja quasi ein weißes Blatt Papier, das wir jetzt bisschen beschrieben haben. Und darauf können wir aufbauen, jetzt fangen meine Ansprüche erst so richtig an.

 

Hier ein kurzes Video mit weiteren Fragen aus dem Interview und der Live-Performance der Band:

 

Soweit Vitja-Frontmann David. Wenn ihr auf fetten vertrackten Metal steht und eine echt energiegeladene Band erleben wollt, dann zieht euch „Echoes“ von Vitja rein und besucht die Band auf www.facebook.com/vitjaband



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