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Interview: The-Voice-Of-Germany-Kandidat Andreas Kümmert

Ins gar nicht so kalte Wasser geworfen

Warum sollte ein erfahrener Musiker zu einer Casting Show gehen? Andreas Kümmert verrät es im Interview.


Ins gar nicht so ...

Seit rund sieben Jahren ist Andreas Kümmert als Profimusiker tätig. Und dennoch hat er sich bei The Voice Of Germany beworben. Wie es dazu kam und was er sich davon erhofft, erfuhren wir im ausführlichen Gespräch mit ihm.

In der Vorstellung der meisten Musiker sind Casting-Kandidaten ja eher unbedarfte Teens, die einfach nur schnell Karriere machen wollen und gar nicht wissen, worauf sie sich einlassen. Diese Beschreibung könnte gar nicht weiter entfernt von dem sein, was Andreas Kümmert darstellt. Der Mittzwanziger ist schon seit Jahren als professioneller Musiker unterwegs, weiß also durchaus, wie viel harte Arbeit das Musikerleben mit sich bringt. Und er scheint auch sehr gut zu wissen, worauf er sich einlässt. Im Interview sprechen wir mit ihm über seinen bisherigen Werdegang, seine Beweggründe zu einer Casting-Show zu gehen und was er sich von diesem Abenteuer verspricht.

People nStuff: Hallo Andreas. Erzähl doch erstmal kurz, was du musikalisch bisher gemacht hast.

Andreas Kümmert: Also ich bin 27 Jahre, bin Singer-Songwriter, mache das jetzt seit sieben Jahren Hauptberuflich und spiele rund 150 Shows im Jahr. Jedenfalls hab ich das die letzten sieben Jahre gemacht.

PnS: Mit eigener Musik, Coversongs oder gemischt?

Andreas: Also ich würde sagen, so zu 80% eigenes Zeug und rund 20% Cover, um einfach die Leute bisschen aufmerksamer zu machen.

PnS: Du hast also reichlich Bühnenerfahrung. Wäre es sonst schwierig gewesen von Anfang an bei The Voice Of Germany so eine überzeugende Performance abzuliefern?

Andreas: Hmm, ich denke schon. Das mit der Nervosität läuft sicher ein bisschen besser, wenn man ein bisschen Bühnenerfahrung hat

PnS: Wie bist du auf die Idee gekommen, bei "The Voice Of Germany" mitzumachen?

Andreas: Es war so,  das ich im Prinzip in ganz Deutschland unterwegs war die ganzen Jahre. Und auch bisschen Schweiz, Holland und so, aber überall wo ich gespielt habe, habe ich mir immer nur eine kleine Fangemeinde erspielt. Die kamen dann auch immer wieder zu den Konzerten, aber es läuft eben Heutzutage im Musikbusiness so, dass man ohne eine Castingshow, ohne so ein Sprungbrett kaum einen größeren Bekanntheitsgrad erreichen kann. Deswegen hab ich mir gedacht, ich versuche das einfach als Plattform zu nutzen und gieße mir da ein solides Fundament.

PnS: Was hält denn deine Band davon?
Andreas: Ich war sowieso zu 90 % alleine unterwegs und ansonsten: Die Band findet das natürlich auch gut. Denn wenn wir jetzt irgendwo spielen, dann ist es halt meistens voll.



Andreas Kümmert mit seinem Coach Max Herre

Freie Auswahl

PnS: Hast du keine Angst, dass bei "Voice of Germany" versucht wird, deinen Stil zu verbiegen?

Andreas: Das ist bisher noch nicht passiert, und ich denke es wird auch in Zukunft nicht passieren, denn wenn es die Persönlichkeit eben schon gibt, dann kann man da auch nichts mehr dran rütteln, weil ich bin ja gefestigt in dem, was ich mache. Würde jemand versuchen, mir da was aufzudrücken, werde ich mich natürlich mit Händen und Füßen dagegen wehren.

PnS: Gab es jetzt einen Grund, weshalb du dich gerade für "Voice of Germany" entschieden hast?

Andreas: Ich denke dass Voice of Germany so ziemlich die am ehesten ernst zu nehmende Casting-Show ist. Alles andere – also ich weiß nicht. Ich darf wahrscheinlich keine Namen sagen von anderen Shows (Lachen) aber jeder weiß ja, was gemeint ist. Da wo dieser lustige Blonde Vogel in der Jury sitzt. Ich meine das ist ja ganz offensichtlich alles gescripted. Was hat das mit Musik zu tun?

PnS: Und da bist du bis jetzt auch nicht enttäuscht worden?

Andreas: Nein, bisher nicht. Es gab keine Versuche, mich in irgendeiner Art zu verändern. Weder Äußerlich, noch in Sachen Musikstil, also bisher finde das ziemlich toll, was da läuft.

PnS: Du hattest ja das Glück, dich frei unter den Coaches entscheiden zu können. Warum hast du dich gerade für Max Herre entschieden?

Andreas: Also ich empfinde ihn als sehr bodenständigen und kompetenten Musiker und habe ich mich deswegen für ihn entschieden.

PnS: Wie sieht die Arbeit mit Max bis jetzt so aus, was passiert so zwischen den Shows?

Andreas: Also es läuft im Prinzip alles auf Augenhöhe ab. Er ist kein abgehobener Typ und die Coachings laufen wie unter Freunden ab. Das ist ziemlich cool

Auf der Bühne fühlt Andreas Kümmert sich wie zu Hause.

Der Einstieg in die Profi-Liga

PnS: Du arbeitest dort mit lauter Profimusiker zusammen. Konnten die dir noch Tricks und Kniffe zeigen?

Andreas: Also bisher hat noch keiner versucht, mir Sachen beizubringen, oder zu sagen: "mach das mal anders". Vielleicht ein par Kleinigkeiten, aber so im Großen und Ganzen darf ich meinen Stil beibehalten. Die Band ist natürlich der Wahnsinn. Lauter Namenhafte Musiker. Ist ja im Prinzip die Band von unter anderem den Fantastischen Vier. Und es ist einfach toll mit solchen Leuten zusammenzuarbeiten. Wann bekommt man schon die Chance mit solchen Leuten auf der Bühne zu spielen

PnS:. Aber du musstest dich jetzt nicht irgendwie umstellen, etwa weil das Monitoring jetzt komplett anders ist, oder die eine andere Herangehensweise an neue Songs haben?

Andreas: Nein eigentlich nicht. Das läuft ziemlich Normal ab. Wie bei einer Probe. Man kommt hin, probt das Stück zwei, dreimal, sagt: "da könnte man vielleicht noch was ändern", und ansonsten wird es dann eben so aufgeführt.

PnS: Und wie entscheidest du dich für die Songs, die du in der Show singst?
Andreas: Ich schreibe eine Liste mit Songs und wir setzen uns dann zusammen. Unter anderem auch mit Max. Und entscheiden dann, welcher Song am Coolsten passt.

PnS: Du hast jetzt mehr mit Promo-Arbeit zu tun als vorher. Wie findest du das so? Kannst du dir vorstellen, dass das irgendwann mal nervt?

Andreas: Es sollte beim Musikmachen natürlich primär um die Musik gehen. Aber Interviews finde ich ganz cool. Man kann von sich etwas preisgeben, wie man an die Sache rangeht und so. Aber Fotoshootings und so, das muss nicht immer sein.

PnS: Inwiefern ist das für dich jetzt schon ein „Vollzeitjob“? Hast du noch Zeit für deine andere Band und sonstige Sachen.

Andreas: Ich habe schon auch noch Zeit für meine eigenen Sachen. Und so ein Vollzeitjob sollte „The Voice of Germany“ auch nicht werden.


Andreas nach erfolgreicher Performance hinter der Bühne

Zukunftspläne

PnS: Selbst wenn du diese Staffel gewinnen würdest, würdest du nur ein wenig weiter machen um dir einen Namen zu machen und dann dein eigenes Zeug weitermachen wollen?

Andreas: Naja das kann ich ja jetzt noch nicht sagen, deswegen lass ich das dann auf mich zukommen. Wie das dann abläuft falls man gewinnt. Aber Fakt ist, falls ich da demnächst rausfliegen sollte, wird sich natürlich nichts daran ändern, dass ich Musiker bleibe. Und ja, mein Bekanntheitsgrad ist jetzt ein bisschen größer, aber das war im Prinzip ja auch das Ziel.

PnS: Hast du keine Angst, dass du nach der Show den Stempel „Ex-Casting-Kandidat“ aufgedrückt bekommst?
Andreas: Naja, aber wie soll man es heutzutage noch anders schaffen? Es ist eben ein langer Weg. Ich versuche es mittlerweile seit über sieben Jahren. Ich lebe seit der Zeit von der Musik und das nicht unbedingt schlecht. Aber überregionale Bekanntheit oder größere Fanmassen zu erreichen, das funktioniert eben nicht ohne diese mediale Gewalt, und die konnte ich mir einfach nicht leisten. Deswegen ist es mir eigentlich ziemlich egal, wenn die Leute sagen: "das ist doch der von The Voice". Primär ist für mich immer die Musik.

PnS: Hast du es denn auch schon ganz klassisch über Plattenfirmen versucht, oder hat man da keine Chance, wenn man nicht die richtigen Kontakte hat?
Andreas: Also ich hatte zwei kleinere Deals bei Independent-Plattenfirmen, habe aber leider keine besonders guten Erfahrungen gemacht. Das heißt ich habe da eigentlich mehr reingesteckt, als die für mich gemacht haben. Und deswegen sollte man, wenn man sich nach einem Independent-Label umschaut, genau darauf achten, zu welchen Labels man geht, oder sollte sich vorher bei anderen Musikern, die da unter Vertrag sind, gut erkundigen.

PnS: Du als erfahrener Musiker, hast du Tipps für Leute, die gerade am Beginn ihrer Karriere stehen? Kannst du „The Voice Of Germany" empfehlen?

Andreas: Ja definitiv, ansonsten einfach nie aufgeben. Das sollte keine Option sein, wenn man es wirklich will. Wenn man das statt dessen nur als Hobby machen will, dann kann man seine 20 bis 30 Gigs im Jahr spielen und fertig. Man hat ja dann vielleicht noch ein anderes Standbein.

Weitere Infos: www.andreas-kuemmert.de; www.facebook.com/A.Kuemmert

 

Andreas bei seiner Performance in der ersten Show:

 



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