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Interview: Schandmaul

Aus Spaß wurde Erfolg

Mit eigenständigem Sound und vollem Einsatz haben sich Schandmaul ihre eigene Nische in der Musikbranche gezimmert.


Aus Spaß wurde ...

Was als reines Spaßprojekt begann, hat sich in den letzten 15 Jahren fantastisch entwickelt. Bis heute haben sich die Folkrocker von Schandmaul eine große Fanbase und einen eigenen Sound erarbeitet. Jetzt haben sie mit „Unendlich“ ein neues Album am Start. Wir trafen Gitarrist Martin Duckstein zum Interview.

Seit gut 15 Jahren machen Schandmaul mittlerweile Musik – und das extrem erfolgreich. Und so wurde aus der als kurzfristiges Spaßprojekt gestarteten Band ein regelmäßiger Gast in den Charts, der auch große Hallen locker füllt. Anlässlich ihres neuen Albums „Unendlich“ – das übrigens auf Platz 2 in die deutschen Top 100 einstieg – veranstaltete die Band für ihre engsten Fans ein Konzert an einem legendären Ort: Der Hexe, einem Musiklokal in Gröbenzell bei München, wo das Sextett 1998 sein allererstes Konzert spielte.

Kein Wunder dass die rund 200 Karten für dieses Event innerhalb kürzester Zeit vergriffen waren – wann hat man schon die Möglichkeit, eine so erfolgreiche Band derart hautnah zu erleben. Wir hatten darüber hinaus nach dem Soundcheck Gelegenheit zu einem ausführlichen Gespräch mit Schandmaul-Gitarrist und Gründungsmitglied Martin „Ducky“ Duckstein.


People nStuff: Ihr hattet hier euer allererstes Konzert. Erinnerst du dich, welche Gefühle du hattest?
Martin:
Das war ja damals als einmaliger Projektabend gedacht. Es haben sich Musiker aus verschiedenen Bands getroffen und wollten einen lustigen Folkabend machen. Insofern haben wir uns eigentlich darauf gefreut. Wir waren nicht nervös. Nervös wurden wir erst später, als dieses Projekt anfing, sich zu verselbstständigen. Aber die Hexe war damals ein Sprungbrett für Bands. Wer hier gespielt hatte, der war zumindest in der Landkreisszene schon bisschen nach oben geklettert.

PnS: Wie kam es zum Entschluss, aus dem Projekt eine Band zu machen?
Martin:
Weil die Reaktionen unglaublich waren, wir tierisch Spaß hatten und auch schon viele Songideen. Also haben wir gesagt, bringen wir mal eine CD raus. Und dann hat sich das verselbständigt. Dann war auch klar, dass es eine Band ist und kein Projekt mehr.


Gitarrist Martin Duckstein mit einer seiner Framus-Gitarren, und die Setlist für das Konzert in der Hexe.

Vom Projekt zur Band

PnS: Gab es einen speziellen Moment, wo ihr gemerkt habt, jetzt wird daraus etwas Größeres?
Martin:
Das ging relativ schnell. Wir haben alle in anderen Bands gespielt, zum Teil auch parallel. Und haben dort gemerkt, wie schwierig es ist, aus dem Landkreis rauszukommen. Und das ging mit Schandmaul von selbst. Ganz easy. Man ist auf vielen Stadtfesten untergekommen. Das hat uns sehr viel gebracht, weil wir sehr viel Laufpublikum hatten. Es war etwas besonderes und hat den Leuten gefallen. Und dann hat man schon gemerkt, hey da rührt sich was.

PnS: Eine spezielle Erklärung hast du nicht dafür?
Martin:
Das ist wie ein Sechser im Lotto. Du musst zur richtigen Zeit mit den richtigen Leuten arbeiten – das ist ganz wichtig. Es müssen alle an einem Strang ziehen. Und du musst den Nerv treffen und vielleicht noch die richtigen Partner haben, die das nach Außen vermitteln können. Da ist viel Glück dabei. Viel Arbeit auch. Und dann, wenn du viel Glück hast und am Ball bleibst, kommt was dabei raus.

PnS: Ihr habt ja gerade ein neues Album am Start. Wie würdest du das mit dem Vorgänger vergleichen?
Martin:
Auf dem letzten Album waren viel zu viele Balladen. Das haben wir dann auch selbst gemerkt. Und dann denkt man „ach ja, fünf von sechs in der Band waren damals schwer verliebt, es hätte vielleicht eine Nummer weniger über Liebe sein können.“ Und die Leute wollen von uns auch gerne Geschichten hören. Es ist deutlich flotter geworden als das Vorgängeralbum und ich denke auch vielseitiger.

PnS: Ihr habt ja mittlerweile einen Status, der eine gewisse Erwartungshaltung weckt, wie das Album laufen soll. Macht ihr euch da einen großen Kopf?
Martin:
Ja, das fragt man sich natürlich schon immer. Wobei das letzte Album nicht unser allerstärkstes war. Rundes Album, sind schöne Nummern drauf. War jetzt aber nicht der totale Bandhöhepunkt. Das Album haben wir aber gut verkauft und so haben wir gesagt: Die Reaktionen der Fans auf das Album sind sehr gut, daher gehen wir davon aus, dass das Neue mindestens genau so gut laufen wird.

Zurück in die Vergangenheit

PnS: Wie seid ihr auf die Idee gekommen das CD-Release-Konzert in der Hexe zu spielen?
Martin:
Die Hexe ist unsere Geburtskneipe. Da haben wir vor 15 Jahren das erste Konzert gegeben und wir haben gesagt: relativ nahe zu diesem Termin wollen wir hier spielen. Wir haben am 14. November 1998 das erste Mal hier gespielt. Also haben wir gesagt, dann passt ganz gut, in der VÖ-Woche, kurz bevor wir auf Tour gehen, spielen wir nochmal für die engsten Fans.

PnS: Und die Karten habt ihr nur über eure Homepage verkauft.
Martin:
Genau. Nach eineinhalb Stunden waren sie weg.

PnS: Seid ihr im Internet auch sonst aktiv was die Kommunikation mit den Fans angeht?
Martin:
Ja sind wir. Da sind wir auch stolz drauf. Das ist zwar viel Arbeit, aber jeder, der uns schreibt, bekommt eine Antwort, und zwar von der Band. Da gibt es keine Ghostwriter. Das sind zum Teil einige Stunden Arbeit täglich. Aber ich finde das wichtig. Für den Einzelnen sind es vielleicht nur fünf Zeilen, die er bekommt, aber er bekommt eben etwas zurück. Die Fans geben Geld aus und kommen auf die Konzerte, also kann man ihnen danken für das Leben, das man führen darf.

PnS: Ihr seid heute mit ein anderem Equipment unterwegs als bei größeren Shows. Was ist anders?
Martin:
Es ist hauptsächlich viel weniger. Du brauchst hier kein Fullstack aufbauen, das wäre albern. (lacht) Wobei, bei unserem ersten Konzert habe ich das tatsächlich gemacht, ein Marshall-Fullstack. Man hatte es ja (lacht). Aber die Zeiten, wo man sich beweisen musste sind vorbei. Matthias (der Bassist; Anm. d A.) spielt sonst über eine Box und einen Amp. Heute geht er einfach über den Line Out ins Pult. Sonst macht er hier alles mit seinem Bass kaputt. Stefan hat sein Schlagzeug nur zu zwei Dritteln aufgebaut. Auf Tour ist der Drumriser schon so groß wie hier die ganze Bühne. Da muss man Abstriche machen.

Birgit sort unter anderm mit dem Dudelsack für sehr charakteristische Sounds.

Zukunftspläne

PnS: Ihr spielt alle mit InEar-Hörern?
Martin:
Unser Sänger Thomas nicht. Der mag das nicht. Der fühlt sich dann so autistisch. 2004 sind wir umgestiegen, und das hatte nur einen Grund. Birgit hat sehr sensible Mikrofone an ihren Flöten, und wenn du dann dein Gitarrenstack aufreißt, spricht alles in die Mikros ein. Und das ist für den Sound katastrophal. Darum haben wir geschaut, dass wir die Bühnenlautstärke gering halten. Und mit InEars kannst du machen was du willst, auch wenn du 20 Meter auf die andere Seite gehst hörst du dich da noch gut.

PnS: Nutzt ihr ein spezielles System?
Martin:
Wir hatten so Kraut- und Rübenzeug, jeder hat sich sein eigenes Zeug gekauft. Vor kurzem erst, dadurch dass die InEar-Frequenzen verkauft worden sind, mussten wir das umstellen. Wir haben jetzt auf ein einheitliches System von Shure umgerüstet. Das hat zwei Gründe. Zum einen ist die Hardware sehr stabil. Und die Teile haben Kristalle, die du austauschen kannst. Wenn unsere Regierung also wieder auf die tolle Idee kommt, irgendwelche Frequenzen zu verkaufen, kann man einen anderen Kristall einsetzen und muss nicht das ganze System auswechseln.

PnS: Ihr spielt ja in Wacken dieses Jahr. Spielt ihr gerne Open Air?
Martin:
Das ist ganz schwierig. Ich find Wacken super. Also ich möchte nicht unten stehen, auf gar keinen Fall. Aber die Leute kommen einfach nur zum Feiern, da ist völlig egal, was da jetzt für eine Band ist, es ist immer gute Stimmung. Dafür kommen die Leute halt nicht nur wegen dir. Und auf Tour hat man seine gewohnten Abläufe. Du hast um 16 Uhr Soundcheck, wenn du einen machen willst, und spielst am Abend deine Show, du hast deine Crew, du weißt dass alles läuft. Bei einem Festival muss man immer gucken, wie es funktioniert, wann ist Umbauzeit, macht das Wetter mit? Also ich persönlich gehe lieber auf eine eigene Tour. Festivals nehme ich gerne mit, weil es toll ist, wenn du 50.000 Leute vor der Bühne hast. Aber wenn du scheiß Wetter hast, dann macht es auch nicht so viel Spaß. Bei dem deutschen Sommer (lacht). Vor zwei Jahren hat es in Wacken nur geschüttet. Die Leute fanden es lustig, nur unser Techniker fand es nicht so toll, weil er dann unser Zeug trockenlegen musste.

PnS: Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus?
Martin:
Wir sind eine Band, die sehr genau plant. Unser Plan steht bis zum 20-Jährigen. Wir werden nächstes Jahr primär viele Festivals spielen, weil wir dieses Jahr bisschen weniger machen. Dafür wird es nächstes Jahr keine normale Tour geben, sondern nur Festivals. Im Jahr darauf werden wir wieder mehr touren. Dann kommt das neue Album, dann die Tournee zum Album, A- und B-Tour, und die B-Tour wird dann zum 20-jährigen Jubiläum mit einer DVD-Aufnahme enden.

Auf dem neuen Album „Unendlich“ lassen Schandmaul es wieder heftiger krachen.

Album & Tour

Wie Martin im Interview schon angedeutet hat, treten Schandmaul auf „Unendlich“ das Gaspedal wieder deutlich mehr durch. Wer also auf dem letzten Album die schwungvollen Partysongs vermisst hat, wird hier mehr als zufrieden gestellt, denn Songs wie „Tippelbruder“, „Kaspar“ oder „Der Teufel …“ machen richtig Laune.

Das verspricht einiges für die große Tour die jetzt ansteht. Aber um die Stimmung muss man sich bei einem Schandmaul-Konzert ja nie Sorgen machen. Hier die Termine der Unendlich-Tour:

07.03.: Wiesbaden
08.03.: Stuttgart
14.03.: Bielefeld
15.03.: Hannover
27.03.: Fürth
28.03.: St. Ingbert
29.03.: Köln
03.04.: Dresden
04.04.: Berlin
12.04.: München

Info: www.schandmaul.de, www.facebook.com/Schandmaul



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