Kontakt -  Heft -  Umfrage -  Impressum -  Termine -  Newsletter 

Besuche unsere Facebook-Seite Folge uns auf Twitter Videos von MusicnStuff auf Youtube Folge uns auf G+ MusicnStuff auf myspace Besuche unsere Instagram-Seite

Interview: Petra Sitzenstock von Music Pool Berlin

Was soll gefördert werden?

Music Pool Berlin ist eine Anlaufstelle für Musikschaffende in Berlin. Wir sprachen mit Petra Sitzenstock über ihre Arbeit mit den Musikern.


Was soll gefördert ...

Musik wird in Deutschland auf vielerlei Weisen gefördert. Wir haben uns einmal den Music Pool Berlin herausgegriffen und geschaut, wie diese Einrichtung Musikern aus der Hauptstadt beim Weg in eine professionelle Laufbahn hilft. Wir unterhielten uns mit Petra Sitzenstock, die uns erklärt, was es mit diesem Musikförderungsprojekt genau auf sich hat.

Music Pool Berlin ist eine Anlaufstelle für Musikschaffende in Berlin. Als Beratungs- und Qualifizierungsangebot soll sie Musikschaffenden Informationen, Weiterbildung und Netzwerkkontakte mit dem Ziel vermitteln, sich in der Musikwirtschaft zu etablieren. Petra Sitzenstock von Music Pool Berlin erklärt im Gespräch, was es mit diesem Musikförderungsprojekt genau auf sich hat.

Music nStuff: Petra, welches Konzept steckt hinter Music Pool Berlin?
Petra Sitzenstock:
Wir verstehen uns als zentrale Anlaufstelle für alle Musiker und Musikerinnen sowie generell Musikschaffende in Berlin. Wir unterstützen bei allen Fragen rund um das Musikgeschäft und verstehen uns als Hilfe zur Selbsthilfe auf dem Weg zu einer professionellen Karriere. Wir bringen niemandem bei, sein Instrument perfekt zu beherrschen. Bei uns geht es darum, die Branche zu verstehen, in der man sich etablieren und Karriere machen möchte.

MnS: Wie finanziert ihr euch?
Petra:
Wir sind ein Non-Profit-Unternehmen. Zurzeit finanzieren wir uns über Fördergelder vom Senat Berlin, über das Musicboard und den Europäischen Sozialfonds.

MnS: Was bietet ihr Musikern ganz konkret an?
Petra:
Unser Angebot besteht aus verschiedenen Beratungs- und Weiterbildungselementen. In unserer Orientierungsberatung kann man zum Beispiel ganz allgemeine Fragen stellen und sich Rat und Einschätzung zum eigenen Vorhaben beziehungsweise Projekt einholen. Mit unseren Beratern, die allesamt natürlich auch aus der Berliner Musiklandschaft kommen, findet man gemeinsam heraus, wo man steht, was die nächsten Steps sein können oder sollten und welche Hilfe gegebenenfalls noch von anderen Stellen eingeholt werden kann, um weiterhin und vielleicht auch besser zielorientiert zu arbeiten. Diese Beratungen sind kostenlos und finden jeweils mittwochs und freitags statt. Wir bieten aber auch Workshops an. Bei uns steht dabei im Vordergrund, dass wir fundiertes Branchenwissen vermitteln, das den Teilnehmern ganz praktisch einen Überblick über die Musikwirtschaft und deren einzelne Themenbereiche verschafft und deren Inhalte vermittelt. Unsere Dozenten arbeiten selbst alle aktiv in der Branche und sind Profis auf ihren Fachgebieten, wie zum Beispiel Medien und PR, Booking, Management und Musikrecht. Wichtig ist uns hierbei auch, die Teilnehmerzahl gering zu halten. So bieten wir den Dozenten die Möglichkeit, individuell auf die Teilnehmer einzugehen, und schaffen eine entspannte persönliche Atmosphäre. Die Workshops finden in der Regel immer montags in der Zeit zwischen 14 und 18 Uhr statt und kosten 15 Euro pro Teilnehmer.

MnS: Außerdem gibt es dann bei euch auch noch weitere Einzelberatungen, oder?
Petra:
Ja, in unserer Fachberatung – je nach Bedarf, den wir aus den Orientierungsberatungen ermitteln – bieten wir 45-minütige Einzelberatungen mit Fachexperten zu spezifischen Themen der Branche an. Dauerbrenner sind hierbei unter anderem GEMA, KSK, Musik- und Lizenzrecht, Steuerrecht und Existenz- beziehungsweise Firmengründung. Hier kannst du also beispielsweise deinen Vertrag von einem Anwalt checken lassen, Fragen zu Antragstellungen klären oder deinen Businessplan prüfen lassen. Termine für die Fachberatungen sind unregelmäßig jeweils donnerstags und kosten 10 Euro pro Termin. Außerdem gibt es das sogenannte Coaching: Jeder, der schon mal bei uns gewesen ist und besondere Unterstützung zu einem bestimmten Themenfeld benötigt oder wünscht, hat die Möglichkeit, ein intensives zweistündiges Coaching mit einem unserer Experten beziehungsweise Dozenten zu absolvieren. Diese Termine werden individuell über unsere Orientierungsberater oder das Music-Pool-Office vereinbart und kosten jeweils 20 Euro. Darüber hinaus gibt es dann schließlich auch noch Community-Abende, an denen wir Musiker und Branchenvertreter zum gemeinsamen Austausch und Kennenlernen einladen. Für die Abende überlegen wir uns immer ein spannendes „Overhead-Thema“, laden speziell dazu illustre Gäste aus der Berliner und auch internationalen Musikszene ein, quatschen, diskutieren und lassen den Abend bei Musik und Getränken ausklingen. Die Abende finden in unterschiedlichen Clubs und Locations statt und dienen als Netzwerkplattform für Musiker und die verschiedenen Akteure der Branche. Alle unsere aktuellen Termine und Angebote, die wir oftmals auch in Englisch anbieten, findet man übrigens auf unserer Webseite, über die man sich über unser Formular anmelden kann. Bei Fragen kann man uns natürlich auch anrufen.

MnS: Wie sollte man sich vorbereiten, bevor man als Musiker zu euch kommt?
Petra:
Wenn man zu uns kommt, macht man das, weil man in Richtung der eigenen Professionalisierung einen Schritt weiterkommen möchte. Wir empfehlen allen, die sich auf ihrem Weg noch nicht sicher und gegebenenfalls noch auf der Suche nach einem roten Faden sind, ein erstes Gespräch mit unseren Orientierungsberatern. Alle, die zu bestimmten Themen konkrete Fragen haben, sollten diese einfach aufschreiben. Wir gehen diese dann Schritt für Schritt im Gespräch durch. Wer uns aber erst einmal einfach kennenlernen möchte, hat dazu bei unseren Community- Abenden die Gelegenheit.

MnS: Welche generellen Tipps hast du für Musiker, die im Bereich Popmusik nach Förderungsmöglichkeiten suchen?
Petra:
Die erste Frage ist: Was soll gefördert werden? Mein Talent? Mein Branchenwissen? Brauche ich finanzielle Unterstützung und wenn ja, für was konkret? Der zweite Schritt sollte sein, sich dahingehend einen Überblick zu verschaffen, welche Angebote es gibt und welche dieser verschiedenen Fördertöpfe und Programme überhaupt zu mir und meinem Projekt passen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Musiker und Musikerinnen, die eine finanzielle Unterstützung suchen, sich das so vorstellen, dass man einen Antrag stellt, dieser im besten Falle genehmigt wird und man dann Summe X aufs Konto überwiesen bekommt – und fertig. Die meisten finanziellen Förderungen sind jedoch mit einem mehr oder minder großen bürokratischen Aufwand verbunden. Man sollte sich dessen bewusst sein, sich gut informieren und abwägen, ob man diesen Mehraufwand zusätzlich zum Projekt leisten kann und will. Die einzelnen Förderstellen helfen auch gern bei Fragen und bei der Antragstellung. Scheut euch nicht, dort anzurufen und euch zu informieren.


Zur Person: Petra Sitzenstock

2003 nach Berlin gekommen, führte Petra Sitzenstock mit einem langjährigen Freund und Mitstreiter bis 2011 die Booking-Agentur Rocky Beach Club. Heute ist Petra als freie Mitarbeiterin für das Projekt ClubConsult der Clubcommission Berlin e.V. tätig, organisiert und vermittelt Konzerte in Berlins Underground, bucht als Freelancer unterstützend Konzerte im Bereich Metal und Punk für einen renommierten Hamburger Liveclub und ist mit rund 20 Jahren Erfahrungen im Business Beraterin im Team des Music Pool Berlin.



Leser-Kommentare:
Keine Kommentare

Kommentar schreiben...

Das könnte dich auch interessieren:




layout-domain.tmpl