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Interview: Marteria

Alien mit Gemeinschaftssinn

Rapper mit Tiefgang? Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Nicht in diesem Fall!


Alien mit ...

Er ist der deutsche Hip-Hopper mit dem Blick über den Tellerrand. Sozusagen der Philosoph unter den Stars des Sprechgesangs: Marten Laciny, besser bekannt als Marteria. Er schafft zudem spielerisch den Spagat zwischen Pophits und Underground-Sound. Jetzt hat er mit „Roswell“ ein neues Album am Start. Zeit für ein ausführliches Interview.

Die meisten Leute denken bei Marteria vermutlich  an  seine  großen  Hits  wie  „Lila  Wolken“ oder  „Kids  (2  Finger  an  den  Kopf )“.  Verständlich,  doch  wer  sich  intensiver  mit  dem  Werk  von  Mr. Laciny befasst, auch mit seinen Veröffentlichungen als Marsimoto, der entdeckt ein ganzes Universum wunderbarer  Hip-Hop-Tracks  und  vielschichtiger Texte. Erfreulicherweise   entpuppt   sich   Marten auch  beim  Interview  als  aufgeweckter Gesprächspartner, der sein Leben einfach genießt.

Music nStuff: Dein neues Album hat ja diverse Alien-Anspielungen. Wie würdest du denn einem Außerirdischen deine Musik beschreiben?
Marteria:
Gute Frage. Zunächst, es kommen zwar zum Beispiel Roswell und Aliens vor, aber eigentlich  geht  es  darum  gar  nicht.  Es  geht  um  die  Außenseiter,  darum,  dass  man  sich  manchmal  wie ein Alien fühlt. Es geht also gar nicht um Ufos oder so.  Aber  das  „Motto“  passt  da  ganz  gut,  weil  wir doch  viele  Alien-Symbole  auf  dem  Album  haben. Ich hab auch schon immer gerne Musik von Aliens gehört,  Björk  zum  Beispiel,  die  eine  große  Inspiration  war.  Ich  fand  immer  Leute  gut,  die  auf  alles  geschissen haben, was normale Werte oder Längen von Musik waren. Ich hatte schon immer Spaß daran,  auch  zwei,  drei  verschiedene  Beats  in  einem  Song zu haben, Schemen zu brechen.

MnS: Hast du dich früher wie ein Alien gefühlt?
Marteria:
Auf jeden Fall. Es geht ja gar nicht darum, dass  ich  ein verrückter  Nerd  bin,  das  war  einfach die Szene, aus der ich komme: Hip-Hop. Wir waren damals in Rostock eine ganz kleine Gruppe, hatten Baggypants an, sahen anders aus – und wenn man Pech hatte, hat man auf die Fresse bekommen. Und wenn Fremde kamen oder Leute gemobbt wurden, dann hat man sich halt vor sie gestellt.

MnS: Dass Hip-Hop deine Szene ist, war dir von Anfang an klar?
Marteria:
Ich kann einfach nicht singen, bin also ein  Rapper,  und  weil  ich  die  meiste  Faszination aus  Rap  gezogen  habe.  Du  saßt  in  einem  Raum, hast  dir  ein  Thema  ausgedacht  und  konntest  direkt  loslegen,  sofort  situativ  was  schreiben  –  das ist  das  Geile  am  Hip-Hop.  Und  das  ganze  Drumherum  war  auch  so  faszinierend.  Züge  anmalen, heimlich  draußen  Breakdance  tanzen,  DJs,  das war  einfach  geil.  Das  ist  so  breit  gefächert,  man kann  so  viele  Sachen  mit  Hip-Hop  in  Verbindung  bringen. Aber ich hab auch Hardcore gehört oder Napalm  Death  –  aber  eben  auch  Björk  oder  The Prodigy oder auch mal ne Mike-Patton-Platte. Das ist eigentlich immer egal gewesen. 


MArteria bereitet es mächtig Spaß, die Leute immer wieder zu überraschen.

Einfach loslegen

MnS: Dachtest du dann: „Ich muss so und so lange  üben,  bis  ich  ein  richtig  guter  Rapper  werde“ oder hast du dir gedacht: „Scheiß drauf, ich mach es einfach, das kommt dann schon“?
Marteria:
Auf jeden Fall letzteres. Ich hab immer, wenn  es  so  Open-Mike-Geschichten  gab,  gerappt. Da   gibt   es   dann   immer   so   Schlüsselmomente. Ich  hab  auch  vertrackte  Texte  und  Double-  und  Tripletime-Sachen  versucht,  bis  ich  irgendwann gemerkt habe: „Ok, das können andere Leute besser.“ Es geht mir eher um ein Bild, das ich vermitteln  möchte,  um  eine  Message.  Und  dann  bin  ich dabei geblieben, dass ich ja gar nicht so technisch rappen muss. Wir haben dann lieber gefreestylet. Man  muss  immer  das  machen,  was  man  für  sich am  besten  kann  und  wo  man  sich  wohlfühlt.  Das war bei mir eher, eine Geschichte zu erzählen.

MnS:  Wie  startet  bei  dir  ein  neuer  Song?  Eher erst der Text oder eher erst die Musik?
Marteria:
Es  gibt  da  kein  Konzept,  es  gibt  einfach nur  Sachen  die funktionieren  –  oder  manchmal  auch nicht. Bei der neuen Platte war es so, dass ich einfach  Hooks  ohne  Beats  aufgeschrieben  und  immer  wieder  verfeinert  habe.  Ich  versuche  immer aus  jedem  Land,  in  das  ich  reise,  viel mitzunehmen.  Und  auf  einmal  kommst  du  wieder  mit  deinen  Jungs zusammen,  also  den  Krauts  (Marterias Produzenten, Anm. d. A.), und dann hört man sich Sachen an und dann passt irgendwas. Aber genauso  geil  ist  es,  mal  einen  coolen  Beat  zu  kriegen.  Es entstehen während einer Albumphase immer zwei, drei  Songs  so  ganz  schnell  aus  dem  Nichts,  die  irgendwo herumschwirren,  und  an  anderen  arbeitest  du  ein  Jahr.  „Aliens“  und  „Roswell“  zum  Beispiel waren die allerersten Hooks, die ich für diese Platte  hatte.  Deswegen  wusste  ich  schon,  dass  das so in die Richtung gehen würde.

MnS: Wie arbeitet ihr dann im Studio?
Marteria:
So  was  wie  Deadlines  gibt  es  nicht  bei mir.  Ich  nehme  mir  so  lange  Zeit,  wie  es  dauert. Der  erste  Schritt  ist,  dass  man  sich  trifft  und  darüber spricht, was man sich so vorstellt. Ich liebe es einfach, mit den Krauts zusammenzuarbeiten, wir sind Freunde. Und da hat man dann alle Freiheiten. Dann hast du da den einen, der ist wahnsinnig technisch,  quasi  Mr.  Synth,  der  andere  ist  eher  so  der MPC-  und  Beat-Typ,  der  gerade  auch  mit  Samples eine Menge machen kann. Und einen unfassbar tollen Gitarristen. Diese vier Meinungen zu vereinen, das ist etwas ganz Besonderes.

Sorgen für die fetten Beats bei Marteria: The Krauts

Album und Tourdates

Mit  „Roswell“  packt Marten  aka.  Marteria wieder  einen  bunten  Strauß  top  produzierter Hip-Hop-Songs aus, die dank ihres Abwechslungsreichtums  und  der  intelligenten  Texte auch  nach  vielen  Durchläufen  nicht  langweilig  werden. So gut kann moderner Hip-Hop jenseits von jeder Gangsta-Mentalität klingen. So macht das Laune.

Webseite: www.marteria.com
Marteria auf Facebook: www.facebook.com/marteria.official


Die Tourdates:

Im  Mai  begab  Marteria  sich  auf eine  Reise  in  die  Vergangenheit und  spielte  noch  mal  in  allen Clubs   seiner   allerersten   Tour. Ende des Jahres ruft er seine Fans dagegen wieder in die großen Hallen. Hier die Termine der „Roswell“-Tour 2017:

29.11. Hamburg, Sporthalle
30.11. Hamburg, Sporthalle
01.12. Bremen, ÖVB-Arena
02.12. Köln, Lanxess Arena
04.12. Münster, Halle Münsterland
05.12. München, Zenith
06.12. Stuttgart, Hans-Martin-Schleyer-Halle
08.12. A-Wien, Gasometer
09.12. Zürich-Dübendorf, Samsung Hall
10.12. Frankfurt, Jahrhunderthalle
12.12. Nürnberg, Arena
13.12. Dresden, Messe
15.12. Hannover, Swiss Life Hall
16.12. Schwerin, Kongresshalle
18.12. Berlin, Max-Schmeling-Halle
19.12. Rostock, Stadthalle
20.12. Rostock, Stadthalle

 

 

„Nebenbei“ hat Marteria mal eben noch einen Film zum Album, ANTIMarteria, produziert – Hut ab!

Interview mit Dirk Berger von The Krauts

Seit  langem  werden  die  Sounds  und Beats   für   Marteria   vom   Berliner Producer-Team  The  Krauts  erstellt. Wir  sprachen  mit  dem  Gitarristen  des Trios, Dirk Berger, über ihre Arbeitsweise.

Music nStuff: Was, würdest du sagen, ist das Besondere an The Krauts?
Dirk Berger:
Ich  glaube,  die  Mischung  aus  uns  drei  sehr  verschiedenen  Charakteren  mit  unterschiedlichen  Talenten  –  da  entsteht  dann schon etwas Besonderes. Dazu kommt die schiere Menge an Arbeit, die wir reinstecken – wir arbeiten schon immer sehr lang.

MnS: Was braucht ein Studio, damit du gut arbeiten kannst?
Dirk:
Ich  bin  da  gar  nicht  so  Equipment-abhängig  ...  Was ich  mag,  ist  Tageslicht. Und  ich  brauche  kein  Mischpult. Gute Mikrofone sind auf jeden Fall von Vorteil und eine gute Raumakustik. Und was ich gut finde, ist eine gewisse Ordnung. Dass ich immer weiß, wo alles ist.

MnS: Was ist deine Lieblingssoftware?
Dirk:
Wir arbeiten alle drei mit Logic, ich versuche die ganze Zeit, auch ProTools parallel zu lernen. Das fällt mir aber schwer, weil mir auch die Zeit fehlt.

MnS: Wie lange arbeitet ihr im Schnitt an einem Projekt?
Dirk:
Das ist ganz unterschiedlich. Bei uns kommt ja noch dazu, dass wir oft auch die Songs mitschreiben – mit Marteria  etwa  entsteht  vieles  zusammen,  wir  sind  dann  wie eine Band, sitzen in einem Raum und schreiben zusammen Songs. Das dauert dann schon relativ lange. Ein Jahr in etwa kann man für so ein Marteria-Album schon veranschlagen. Da kann man mal was kleines zwischendurch machen, aber man sollte in der Zeit nicht abgelenkt werden.

Weitere Infos zu The Krauts: www.thekrauts.fm/



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