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Interview: Killerpilze

Schon jetzt Kult!

Von der Teeniesensation zur gereiften Rockband – das schaffen nicht viele. Und dann auch noch in Eigenregie. Hut ab!


Schon jetzt Kult!

Sie wurden einst als die jüngste Rockband Deutschlands gehyped – und wenig später fallen gelassen. Doch davon ließen die drei Musiker sich nicht beirren und arbeiteten fortan im Alleingang an der Bandkarriere. Nun feiern sie 15-jähriges Bandjubiläum und schenken sich und ihren Fans einen tollen Film – und auf Tour geht es dann auch noch.

Würde man junge Musiker oder Bands fragen, was sie sich für ihre musikalische Karriere wünschen – sicher würden viele von einem Plattenvertrag bei einem großen Label, fetten Touren und dem krassen Rockstarleben träumen. All das hatten die Killerpilze, damals noch im Teenageralter, bereits wenige Jahre nach Bandgründung geschafft. Doch es ist eben nicht alles Gold was glänzt, und mit großen Möglichkeiten kommen auch schnell viel Druck und große Versuchungen. Wenn es dann aus kommerzieller Sicht nicht so läuft, wie es sich die Plattenfirma vorstellt, ist schnell Schicht im Schacht.

So erging es auch den Killerpilzen, mittlerweile von vier Musikern zum Trio geschrumpft, nach ihrem zweiten Major-Album. Label und Band hatten unterschiedliche Vorstellungen, wie es weitergehen sollte, also beendete man die Zusammenarbeit. Und plötzlich standen Johannes ‚Jo‘ Halbig (Gesang, Gitarre), Maximilian ‚Mäx‘ Schlichter (Gitarre, Gesang) und Fabian ‚Fabi‘ Halbig (Drums) vor dem Nichts. Klare Sache, sie hatten noch den Bandnamen, ihre Songs und ihre Fans – doch der Rest musste von Null an wieder aufgebaut werden. Was also tun: Neues Label suchen oder sich selbst vermarkten? Die Band entschied sich für letzteres, gründete ein eigenes Label namens „killerpilzerecords“ und machte sich schnurstracks an ein neues Album.

Diese wilde Zeit ist auch schon wieder einige Jahre her, in denen das Trio weiter gereift und unbeirrbar seinen Weg gegangen ist. Rockstar? Muss nicht sein. Lieber voller Überzeugung sein eigenes Ding durchziehen. In diesem Jahr steht nun das 15-jährige Bandjubiläum an. Und die Killerpilze wären nicht die Killerpilze, wenn sie sich dafür nicht etwas Besonderes einfallen lassen würden. In diesem Fall hört das Ganze auf den Namen „Immer noch jung“, eine Dokumentation über 15 Jahre Killerpilze, die sowohl im Kino als auch später auf DVD/BluRay zu sehen sein wird. Wir baten die Jungs um ein Gespräch rund um die Bandgeschichte, den Film, und fragten, was andere Musiker von den Killerpilzen lernen können.

Music nStuff: Ihr feiert ja mit eurem Film „Immer noch jung“ euer 15-jähriges Bandjubiläum. Erinnert ihr euch noch daran, wieso ihr damals eine Band gründen wolltet?
Jo Halbig:
Ich denke, das einschneidende Erlebnis war ein Konzert unseres damaligen Schülersprechers mit seiner Band. Ich war damals in der 6. Klasse und stand mit Schlagi im Publikum. Als ich gesehen habe, was man von der Bühne aus für eine Präsenz und Unmittelbarkeit hat und wie die Leute abgehen, wusste ich: „Das will ich machen.“

MnS: Ihr habt schnell viel live gespielt – war klar, dass das der beste Weg ist, Fans zu gewinnen?  …
Mäx Schlichter:
Als junge Band hast du erstmal gar keine andere Möglichkeit, als live zu spielen und Leute einzusammeln. Außerdem konnten wir ja nichts machen, außer uns selbst Konzerte zu buchen und zu spielen, spielen, spielen. Der Spaß stand und steht immer an erster Stelle und wir wussten relativ schnell, dass wir gut sind und damit auf uns aufmerksam machen können.
Jo: Mittlerweile zählt man uns ja laut Presse immer wieder zu den „besten Livebands Deutschlands“, das hat auf jeden Fall in den frühen Tagen seinen Ursprung gehabt.

MnS: Bereits 2005 habt ihr euer erstes professionelles Album aufgenommen und wart direkt bei einem Major-Label. Wie war dieser plötzliche Sprung ins Profibusiness für euch?
Fabi Halbig:
Dieser Sprung war so schnell, dass wir es gar nicht begreifen konnten. Innerhalb von drei Monaten ging es von unserem Heimatclub und der Schule nach Berlin und zu großen Fernsehshows. Es war auf jeden Fall der richtige Schritt, denn wir hatten einen guten Vertrag verhandelt und konnten so – etwas schneller als üblich – unsere Karriere vorantreiben. Wir wussten ja damals schon, dass zumindest wir eine Karriere mit Substanz aufbauen wollen. Es war auf der anderen Seite auch eine fantastische Zeit mit unglaublich vielen tollen und nachhaltigen Eindrücken. 


Zum Start ihrer Karriere waren die Killerpilze wirklich unfassbar jung. :)

Zurück auf Start

MnS: Nach zwei Alben war der Traum auch schon wieder vorbei, zudem wart ihr nur noch ein Trio. War für euch sofort klar, dass ihr weitermachen wollt?
Jo:
Es gab eigentlich nie Zweifel, vielmehr wurde unser DIY-Spirit aus den Anfangstagen wiedererweckt. Wir wollten beweisen, dass wir mehr sind als nur ein 2-Alben-Hype, dass wir großartige Musiker sind und etwas schaffen werden, was noch keine Teenieband davor geschafft hat. Das waren unsere Motoren für die Gründung des eigenen Labels. Wir sind sehr happy mit der Situation, die wir uns erarbeitet haben, auch wenn es wirklich sehr, sehr viel Arbeit ist. Aber bevor wir wieder mehr aus der Hand geben, müssen schon viele, viele Scheinchen auf den Tisch flattern (lacht).

MnS: Wie waren dann für euch die ersten Schritte in die (l)autonome Zukunft? Anstrengender als gedacht? Oder doch vor allem befreiend?
Fabi:
Wir würden lügen, wenn wir nicht sagen würden, dass es auf jeden Fall deutlich anstrengender und nervenaufreibender war, als wir dachten. Jeder Schritt musste neu gelernt werden, wir mussten uns auf einmal mit Fragen und Prozessen auseinandersetzen, die tatsächlich wenig mit dem reinen Musikmachen zu tun haben. Dennoch war jeder dieser Schritte wichtig, um heute wieder da zu stehen, wo wir sind.
Mäx: Befreiend war es am Anfang eher wenig, wir hatten eher die Angst, dass die Fans abspringen und immer das Gefühl, wir müssen noch mehr ranklotzen, dass uns viele Leute wahrnehmen.

MnS: Wie habt ihr euch beruflich orientiert? Eher auf Sicherheit gesetzt oder quasi „frei nach Schnautze“ gejobbt?
Jo:
Es gab – das zeigt auch der Film – mal ein Jahr, in dem alles aus privaten Gründen auf Stop gesetzt wurde. Dort hat jeder von uns sein Studium fertig gemacht. Uns war aber immer klar, dass die Band Priorität Nummer Eins ist. In unserem Leben haben wir noch nie auf Sicherheit gesetzt.
Mäx: Eher genau das Gegenteil, aber wir fühlen nach wie vor, dass das die richtige Entscheidung ist.

MnS: Beim vierten Album habt ihr auch den Produzentenjob selbst übernommen. Kann man sagen, dass ihr euch Schritt für Schritt immer selbstbewusster und musikalisch gereifter gefühlt habt?
Mäx:
Ja, zu dieser Zeit hatte ich schon sehr viel Erfahrung im Studio gesammelt und uns war klar, dass es aus finanzieller und künstlerischer Sicht absolut Sinn macht, diese Platte selbst zu produzieren.
Fabi: Eine großartige Platte, die viele Geschichten und eine tolle Stimmung dieser „Wir machen alles selbst“-Zeit einfängt.

MnS: Nebenbei seid ihr am Anfang eurer Karriere auch noch genau in die Zeit geraten, als Albenverkäufe immer unwichtiger wurden und das Internet Musiker und Labels „bedrohte“. Habt ihr das Internet damals sofort als Chance gesehen – oder hat das bei euch auch gedauert?
Jo:
Ehrlich gesagt haben wir hier und da den Anschluss an damals neue Kanäle wie „Myspace“ oder jetzt auch Instagram ein bisschen verpasst. Das soll nicht heißen, dass wir dort nicht aktiv sind und uns keine tolle Fanbase aufgebaut haben, aber es gibt einfach Phasen, in denen widerstrebt es uns als Künstlern, mehr Social Media als Musik zu machen. Heutzutage ist das leider so. Die Zeit für Social Media hat überhand genommen und ist natürlich auch ein riesen Weg für uns, uns mit neuen Leuten und unseren Fans zu connecten. Manchmal wäre aber ein bisschen weniger schön.

MnS: 2014 habt ihr dann voll aufs Internet und eure Fans gesetzt und eine Crowdfunding-Kampagne für euer nächstes Album gestartet. Wie würdet ihr diese Erfahrung beschrieben? Vor allem positiv und spannend? Oder ist euch auch Hass und Ärger entgegengeschlagen, warum ihr denn Geld von den Fans wollt, um ein Album aufzunehmen und zu promoten?
Fabi:
Wir haben damit durchweg positive Erfahrungen gemacht, was auch die Summe zeigt, die wir dort gesammelt haben. 75.000 Euro waren damals das größte, was man in Deutschland im Musikbereich bis dato gesammelt hat und ich glaube, wir haben dort damals mal wieder eine Lanze für diese Art von Projekten gebrochen.
Mäx: Es war absolut spannend zu sehen, wie die Fans reagieren, wie sie interagieren und uns unterstützen. Soviel positives Feedback hat uns wirklich Auftrieb gegeben und gezeigt, dass wir wirklich eine KPFamily hinter uns haben. Allerdings war auch das Crowdfunding-Projekt wieder eine riesen Arbeitsleistung, in die wir uns da gestürzt haben.

MnS: Aus eurer Erfahrung: habt ihr Tipps für Bands, wie man eine Crowdfunding-Kampagne erfolgreich stemmen kann? Und welche Fehler man unbedingt vermeiden sollte?
Jo:
Auf jeden Fall realistische Ziele wählen, besondere Goodies für die Fans ausdenken und mit den Leuten interagieren. Eine solche Aktion ist kein Selbstläufer. Außerdem nie vergessen, dass man alle Sachen einlösen muss und dass die Steuer kommt (lacht).

MnS: Beim Crowdfunding – aber auch sonst – könnt ihr euch auf eure sehr loyale Fanbase verlassen. Warum glaubt ihr, fühlen sich eure Fans so mit euch verbunden?
Jo: Ich denke, das hat damit zu tun, dass die Leute sehen, wieviel Energie wir in die Musik und auch in die Beziehung zu unseren Fans stecken. Bei uns sind Konzerte nicht nur Konzerte und CD-Veröffentlichungen nicht nur CD-Veröffentlichungen. Wir sind den Leuten extrem dankbar, dass sie uns schon so lange Zeit unterstützen und ich denke, dieses Feuer überträgt sich.
Mäx: Außerdem können glaube ich viele Leute auf unsere Musik als Soundtrack zu ihrem Leben zurückgreifen. Nahezu jeder unserer Fans und Wegbegleiter hat mit unserer Musik besondere Erinnerungen. Dass wir in unserem Alter bei Leuten schon das Nostalgie-Gefühl erzeugen können, ist wirklich krass und sehr schön.

Und wie man im aktuellen Film sehen kann, gehören die Killerpilze immer noch nicht zum alten Eisen.

Weiter, immer weiter!

MnS: Euren Film „Immer noch jung“ habt ihr über Crowdfunding erfolgreich (mit)finanziert. Ist das ein Modell, mit dem man sich als Band heutzutage anfreunden muss?
Fabi:
Um überleben zu können, musst du immer flexibel sein. Deshalb bringen wir jetzt auch einen Kinofilm! (lacht)

MnS: Ihr sagt ja im Film auch, dass ihr finanziell nicht nur von der Band leben könnt. Ist das manchmal nicht auch frustrierend, wenn man über Jahre so viel Energie und eigenes Geld in etwas steckt und trotzdem immer weiter kämpfen muss?
Jo:
Der Tag wird kommen ...

MnS: Habt ihr Tipps für Newcomer-Bands?
Jo:
Bleibt eine Band, spielt live, habt Spaß und lasst euch von niemandem vorschreiben, was richtig und was falsch ist! Es gibt keinen geraden Weg in diesem Business!

MnS: Wie stellt ihr euch die nächsten 15 Jahre der Killerpilze vor? Was wollt ihr noch erreichen, was unbedingt noch machen? Und was können die Fans in nächster Zeit – abgesehen von Film und Tour von euch erwarten?
Mäx:
Wir haben jetzt erstmal eine wahnsinnig aufregende und intensive zweite Jahreshälfte vor uns mit 30 Tagen Kinotour und einer Live-Tour. Ich denke, danach werden wir Weihnachten verbringen und mal länger Urlaub machen.
Jo: Wir haben uns das erste Mal in unserer Karriere vorgenommen, das nächste Jahr nicht schon wieder vollzuplanen, da wir in den letzten zwei Jahren ca. 150 Konzerte gespielt haben, eine Kinotour absolvieren, ein Album, sowie eine Crowdfunding-Aktion gemacht haben und auch mal Bock haben, durchzuatmen.
Fabi: Wir sind gelassener geworden im 15. Bandjahr und denken jetzt erstmal an die nächsten Wochen. Danach werden neue Pläne gemacht.!

Hier das aktuelle Musikvideo der Killerpilze für einen kleinen Vorgeschmack:



Kino- und Live-Termine

Der Film „Immer noch jung“

Hier ist der Titel absolut Programm, denn selbst nach 15 Jahren Bandgeschichte sind die Musiker von Killerpilze immer noch verdammt jung. Kein Wunder, bedenkt man, wie jung sie ihre Karriere starteten. Spannend ist zu erfahren wie die Jungs, ihre Wegbegleiter und andere Bands diese letzten 15 Jahre im Rückblick beurteilen und zu erfahren, wie sich der Hype, der Absturz und der anschließende Neubeginn von innen angefühlt haben. Hier bekommt man tiefe Einblicke in das intimste Bandleben, aber auch in die Zusammenhänge und Zwänge des Musikgeschäftes. Wirklich interessant und dabei auch noch absolut unterhaltsam.

Übrigens: bei folgenden Terminen kann man den Film noch vor dem offiziellen Filmstart im Kino sehen – und die Killerpilze sind auch mit am Start:

25.09.: Hamburg, UCI Mundsburg, 20:30 Uhr
26.09.: Bochum, UCI Ruhrpark, 20:30 Uhr
27.09.: Bonn, Kinopolis, 19:30 Uhr
27.09.: Köln, Cinedom, 20:30 Uhr
28.09.: Düsseldorf, UCI, 20:30 Uhr
29.09.: Darmstadt, Kinopolis, 19:30 Uhr
29.09.: Frankfurt, CineStar Metropolis, 20:45 Uhr
30.09.: Mannheim, CinemaxX, 17 Uhr
30.09.: Saarbrücken, CineStar, 20:30 Uhr
01.10.: Karlsruhe, Filmpalast am ZKM,17 Uhr
01.10.: Stuttgart, Metropol Innenstadtkino, 20 Uhr
02.10.: Augsburg, CinemaxX, 19:30 Uhr
03.10.: A-Wien, UCI Millenium City, 20:30 Uhr
04.10.: A-Pasching/Linz, Megaplex PlusCity, 19 Uhr
05.10.: München, Matthäser, 19:30 Uhr
06.10.: Donauwörth, Cinedrom, 19:30 Uhr
06.10.: Dillingen/Donau, Dilli Filmcenter, 19:45 Uhr
07.10.: Dettelbach bei Würzburg, Cineworld
09.10.: Nürnberg, CineCitta, 19:30 Uhr

Tickets gibt es schon vorab unter bit.ly/killerpilzekinotour


Die Killerpilze live

Im Herbst gehen die Killerpilze auch noch auf eine Tour durch die Klubs, um ihre Fans wieder hautnah zu begeistern. Hier die Tourdaten:
26.10.: Frankfurt, Nachtleben
27.10.: Hamburg, Marx/Markthalle
28.10.: Berlin, Musik & Frieden
03.11.: Stuttgart, Club Cann
04.11.: Köln, Luxor
17.11.: Braunschweig, Eulenglück
18.11.: Dresden, Scheune
16.12.: München, Backstage Halle
Tickets dafür gibt es hier: bit.ly/immernochjung2017tickets

Weitere Infos:
www.killerpilze.de
facebook.com/killerpilze
instagram.com/killerpilzeband



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