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Interview: Joe Bonamassa

Shut Up ’N Play Yer Guitar

Joe Bonamassa ist einer der besten Gitarristen der Welt. Wir trafen ihn zum Interview und Gear Check.


Shut Up ’N Play ...

Wenn Joe Bonamassa auf Tour kommt kommen Blues- und Rockfans in Scharen. Jetzt war es mal wieder soweit und der Gitarrist und Sängerstellte eindrucksvoll unter Beweis, warum er als einer der Besten des Genres gilt. Wir hatten vor dem Konzert Gelegenheit mit Mr. Bonamasse zu sprechen und wurden von seinem Guitar Tech über die Bühne geführt.

Halt den Mund und spiel' deine Gitarre, so die Übersetzung eines Albumtitels von Frank Zappa. Die Worte könnten aber auch von Joe Bonamassa kommen, denn der hält überhaupt nichts von Equipment-Fixiertheit und empfiehlt die Zeit lieber zu nutzen, um Gitarre zu spielen, als ewig an seinem Equipment herumzubasteln. Dass er selbst diesen Rat befolgt zeigt sein aktuelles Tour-Setup, denn das ist – für Mr. Bonamassas Verhältnisse – extrem reduziert. Und dennoch klingt er später auf der Bühne zu 100 % nach Joe Bonamassa.

Dass er dennoch auf feinste Gitarren und Verstärker wert legt, davon konnten wir uns vorab auf einem Equipment-Rundgang mit seinem Gitarrentechniker Mike Hickey überzeugen. Wenn man es leicht verkürzt darstellen möchte besteht der Signalweg von Mr. Bonamassa aus einer klassischen E-Gitarre – meist im Les-Paul-Style, aber es kommen auch Fender Stratocaster und Gibson ES-335s zum Einsatz die zeitweise durch zwei Pedale (sein Signature-Wah und sein neuer ??Booster??) läuft und dann in klassische Fender-Amps aus den 1950ern geht. Dazu kommt noch ein Chorus?? An den Amps – das wars. Tja, dann kommt der Ton wohl doch aus den Fingern.

Denn was Herr Bonamassa später auf der Bühne aus diesem Setup herauszaubert ist wirklich vom allerfeinsten. Dazu kommt die herausragende Band mit der er sich durch ein gut zweistündiges Konzert mit reichlich Blues, Rock und mehr spielt. Der Mann hat sich seinen Status wirklich redlich verdient, und man kann nur hoffen, dass noch viele Musikfans die Möglichkeit haben werden einer Show von Joe Bonamassa beizuwohnen und dieser noch reichlich Alben veröffentlichen wird. Doch lassen wir nun den Künstler selbst zu Wort kommen.


Auch wenn Joe Bonamassa sich sein Equipment aussuchen kann macht vor allem der Spieler den Sound.

Der Musiker zählt

People nStuff: Hi Joe. Wie geht’s?
Joe Bonamassa:
Gut, gut. Hattest du Spaß mit (Guitar Tech; Anm. d. A.) Mike Hickey?.

PnS: Ja, es war sehr interessant dein neues Setup zu sehen.
Joe:
Naja, wirklich neu ist es nicht. Es sind zwei 1958er Bassman, zwei 1959er Twins und zwei Pedale. Ich hab nicht mal ein Pedalboard, sie liegen einfach auf dem Boden, mit Batterien, das reicht.

PnS: Magst du es, deine Setup von Zeit zu Zeit zu verändern?
Joe:
Naja, ich hatte eine Art Erleuchtung. Vor ungefähr einem Jahr oder etwas mehr war ich an einem Punkt angekommen, bei dem ich zwei Dumble Amps (ein kalifornischer Custom Amp Hersteller) auf der Bühne hatte, zwei von Van Weelden (das Modell Twinkle Land, vom kleinen holländischen Hersteller Van Weelden; Anm. d. A.) und zwei Jubilees (Marshalls Silver Jubilee, ein limitierter Amp der 1987 gebaut wurde). Und den ganzen Kram hatte ich nur dabei damit es so klingt als würde ich mein Kabel einfach in einen aufgerissenen Fender Twin stecken. Und dann spielte ich mit einer Band namens „Rock Candy Funk Party“ – und ich benutzte für nahezu alles eben einen Twin. Und mit diesem Setup habe ich auch letztes Jahr im Red Rocks gespielt (in dieser Location in Denver spielte Joe ein Konzert um Muddy Waters und Howlin’ Wolf die Ehre zu erweisen; Anm. d. A.). Da habe ich gemerkt dass es auch für Blues funktioniert, habe mich aber gefragt ob es auch bei Songs wie „The Ballad Of John Henry“ funktionieren würde. Und zu meiner Überraschung konnte ich alle Sounds für die ich vorher das große Setup benutzt hatte mit den Tweed Twins und den Bassmans erzeugen. Offen gesagt hat das aus mir einen besseren Gitarristen gemacht. Denn es hat mich dazu gezwungen kreativer mit der Gitarre umzugehen statt auf dem Pedalboard herumzuspringen. Ich denke zu viele Möglichkeiten unterdrücken manchmal die Kreativität. Und es hat mich nur 34 Jahre des Gitarre Spielens und 25 Jahre im Profibusiness gekostet das herauszufinden. Aber jetzt, da ich das geschafft habe, habe ich erkannt, dass meine Finger den Sound ausmachen – und nicht so sehr das Equipment.

Joe mit seiner Gibson Signature-Gitarre, der Bona-Byrd, einer eleganten Mischung aus Les Paul und Firebird.

Joes Equipment

PnS: Würdest du sagen dass es bei den Gitarren ähnlich ist, dass die Klassiker toll funktionieren?
Joe:
Naja, diese Gitarre hier wurde 1955 gebaut, und es ist einfach eine wunderschöne Strat. Aber wenn sie letztes Jahr gebaut worden wäre wäre es immer noch eine wundervolle Strat. Es gibt zwei Seiten in mir, den Sammler und den Musiker. Der Musiker sieht diese Gitarre einfach als sein Werkzeug. Aber als Sammler habe ich neben dieser Strat noch eine weitere von 1955 in absolut neuwertigem Zustand. Die könnte in einem Museum stehen. Und schau dir dagegen die hier an, die ist total abgenutzt. Und es ist immer noch eine wundervolle Gitarre. Ich benutze alte Les Pauls und ich benutze alte Strats. Und wenn ich es mit denen nicht hinbekomme, dann stimmt etwas mit mir nicht.

PnS: Weißt du denn wie viele Gitarren du in etwa hast?
Joe:
Naja, ich habe fünf 1959er Les Pauls und vier 1960er – also neun mal den heiligen Gral des Gitarrenbaus. Das ist als würde man sich 100 Gitarren auf einmal kaufen (Man muss bedenken das so eine alte Les Paul schnell mal einen sechsstelligen Betrag kostet; Anm. d. A.). Ich hatte mal ungefähr 300 Gitarren bevor ich damit angefangen habe mich mit diesen alten Les Paul in einn richtig gefährlichen Bereich zu begeben. Ich denke aktuell habe ich so zwischen 120 und 130 Gitarren. Davon sind etwa 100 Vintage-Instrumente, Strats, Teles, Les Pauls ES-335s. Ich liebe Starts, ich hab so etwa 30 Strats. Und das obwohl ich ein Gibson-Typ bin.

PnS: Findest du Vintage-Instrumente wegen ihrer Geschichte interessant? Oder fühlen sie sich auch anders an?
Joe:
Für mich hat es etwas inspirierendes eine Vintage-Gitarre zu spielen. Weißt du wie diese Gitarre hier klingt? Wie eine Fender Stratocaster. Weißt du wie eine Sunburst Les Paul klingt? Wie eine Gibson Les Paul. Da gibt es keine großen Unterschiede. Ich meine einige Instrumente sind wirklich etwas Besonderes. Aber einige der Gitarren die der Gibson Custom Shop für mich gebaut – ich spiele einige ES-335s und einige Custom Les Pauls die sie für mich gemacht haben – klingen wirklich besser als die originalen alten. Das Wichtigste ist, dass dein Instrument dich inspiriert. Welche Gitarre auch immer dich inspiriert zu spielen – die solltest du dir holen.

Live kann sich Joe Bonamassa auf erstklassige Musiker wie seinen Drummer Tal Bergman verlassen

Songwriting ist harte Arbeit

PnS: Du benutzt sehr straightes Equipment, bist aber vielseitig was dein Songwriting betrifft, du spielst Rock, Blues, Country.
Joe:
Naja, das ganze Equipment ist nutzlos wenn man darauf nicht einen tollen Song spielt. Und das ist die echte Arbeit, Songs zu finden, sie zu schreiben und zu spielen. Das ist eine echte Herausforderung.

PnS: Siehst du dich also eher als Songwriter denn als Gitarrist?
Joe:
Nein, ich bin ein Gitarrist der singt. Und dann schreibe ich noch Songs, damit alle 12 Monate ein neues Album kommt.

PnS: Was ist deine Hauptinspiration beim Songwriting?
Joe:
Ich versuche ein Riff pro Tag zu schreiben, während des Soundchecks. Ich bin auf der Suche nach Material, dass mich aus meiner Komfortzone holt, das eine Herausforderung darstellt. Ich habe die schlechte Angewohnheit immer wieder in meine Komfortzone zurückzugehen, und das ist langweilig. Die Herausforderung ist also das Beste aus mir herauszuholen.

PnS: Magst du es denn zu touren?
Joe:
Ich würde es nicht machen wenn ich es nicht lieben würde. Es wäre ganz schön hart 200 Tage im Jahr unterwegs zu sein wenn ich es hassen würde. Ich habe echt Glück. Ich spiele heute hier vor 4.000 Leuten – und das mit Bluesrock. Es ist eine Ehre für mich, das ist nicht selbstverständlich. Ich erinnere mich noch wie ich hier vor einigen Jahren mit einem Kleinbus auf Tour war und 100 oder 200 Leute pro Show kamen. Einige meiner Freunde machen es immer noch so – und sie arbeiten zweimal so hart wie ich. Es braucht reichlich Durchhaltevermögen sich einen Namen aufzubauen. Aber wenn dieser Dummkopf hier (er meint sich; Anm. d. A.) etwas bewiesen hat, dann dass wenn ich es geschafft habe es jeder schaffen kann. Es ist eine echte Ehre, und ich betrachte es nicht als etwas Selbstverständliches.  

Das komplette Interview mit Joe Bonamassa findest du hier in Kürze in Videoform.

Weitere Infos: www.jbonamassa.com;
www.facebook.com/JoeBonamassa



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