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Interview: Ingo Pohlmann

Nix ohne Leidenschaft

Ein Mann, ein Name, eine Band. Dass Singer-Songwriter-Musik auch 2013 up to date klingen kann, beweist (Ingo) Pohlmann.


Nix ohne ...

Mittlerweile schon in den besten Jahren hat Ingo Pohlmann in den letzten 10 Jahren den Aufstieg vom Kneipensänger zum regelmäßigen Gast in den deutschen Charts geschafft. Wir trafen ihn auf der Tour zum aktuellen Album "Nix ohne Grund" zum Interview.

Münster im Oktober 2013: Pohlmann tourt mit dem vierten Album „Nix ohne Grund“. Vor seinem Auftritt traf ich Bandleader Ingo Pohlmann zum Interview. Da ich ihn schon früher live erlebt hatte, erwartete ich ein entspanntes Gespräch. Und so war es dann auch. Selten habe ich einen so entspannten und gesprächsfreudigen Profimusiker getroffen. Von den etwa 40 Minuten Interview kann man mindestens 5 Minuten abziehen, in denen wir vor allem gelacht haben.

People nStuff: Du hast als Teenager fast nur heimlich gesungen. Wie kommt es, dass du es auf diese Weise gelernt hast?
Ingo Pohlmann: Ja, viel auf dem Fahrrad auf dem Weg zur Schule. Abkürzung durch den Wald und so, ich hab jahrelang erst mal nur für mich gesungen. Und dann war ich 16 und konnte singen. Klar ist es wichtig, Feedback zu bekommen. Man selbst hört sich ja immer am schlechtesten. Aber bei mir wars danach dann glücklicherweise zufällig alles gerade! (lacht)

Aber ich glaube auch, dass Singen nicht der Schlüssel zur Musik ist beziehungsweise um Musik zu machen. Man kann Songs mit relativ wenig Stimme, mit relativ wenig Gefühl für Harmonie schreiben, wenn man die richtigen Texte hat. Nimm zum Beispiel Bob Dylan! Der ist auch nicht unbedingt als Gesangstalent groß geworden. Wenn er komponiert hat, war das sicher auch manchmal eher nach dem Motto: So könnte die Melodie sein. Und es wurden dann tierische Melodien!

People nStuff: Wie läuft das Komponieren bei Dir ab?
Ingo: Kein Plan! (lacht) Ich habe absolut keinen Plan. Aber das Smartphone ist immer dabei, für spontane Ideen, Phrasen, Notizen, Gedanken etc. Manchmal singe und spiele ich auch direkt Sachen ein – in meinem Fake-Englisch. Das ist rein phonetisch. Viele Musiker machen das für Gesangsharmonien. Ich habe gehört, Herbert Grönemeyer gehört auch dazu. Wenn ich dann irgendwann merke, ok, diese oder jene Idee setzt sich im Kopf  fest, und wenn ich dann noch einen guten Text dazu habe, dann nehme ich das Material mit in die Session.

Inhaltlich und gefühlsmäßig steht im Vordergrund, was ich persönlich im Alltag erlebe, was mich interessiert. Da kommen dann entsprechend häufig Texte raus, bei denen ich die Hosen runterlasse. Da packe ich aus, weiß aber, dass andere Menschen solche oder ähnliche Situationen im Zweifel auch kennen. Insofern ist das alles kein Geheimnis.


Ingo pflegt den intensiven Kontakt mit dem Publikum.

Des eigenen Glückes Schmied

People nStuff: Ist es richtig, dass du bei einer Open Stage Reihe entdeckt wurdest?
Ingo: Ja, die habe ich sogar selbst ins Leben gerufen! Ich hab damals in einer Kneipe gearbeitet, die war nicht viel größer als ein Vorzimmer. 50 Leute und der Laden war voll. Mir kam die Idee, ein Mikrofon direkt auf der Theke zu platzieren. Also saß man mit der Gitarre direkt zwischen den Leuten. Der Verstärker stand irgendwo zwischen den Flaschen oder den Beinen und ab die Post. Das hatte den geilen Effekt, dass Leute anfangen, mitzuspielen. Also nicht nur rumalbern, sondern beispielsweise mit Gabeln und Messern zu trommeln. Andere setzten sich später auch mit richtigen Instrumenten dazu. So hab ich unseren Cellisten Hagen kennengelernt!

People nStuff: Den hab ich hier gar nicht gesehen?
Ingo: Ja, ein super Musiker ,aber leider ist er aus gesundheitlichen Gründen bei dieser Tour nicht dabei. Echt schade.

People nStuff: Ist diese Art, live entdeckt zu werden, vergleichbar mit YouTube?
Ingo: Schwer zu sagen. Nein, eigentlich nicht. Darin liegt aber keine Wertung! Ich habe fantastische Musik auf YouTube entdeckt. Da gibt es zum Beispiel diesen kanadischen Musiker Chad VanGaalen. Da habe ich nur mal ein Lied gehört und der hat mich total fertig gemacht, total umgehauen! Den kennt aber kaum jemand. Ich glaube, das Internet beziehungsweise YouTube machen sich hier verdient, gerade auch besonders abgefahrene, experimentelle Musik an die Öffentlichkeit zu bringen. Und vielleicht liegt in dieser Musik wiederum sogar noch mehr Veränderungspotenzial als in dem Kanals selbst.

Auf der anderen Seite bringt das Internet natürlich auch eine ganze Menge Musik nach oben, die keine Tiefe, kein Potenzial hat – mal vorsichtig ausgedrückt. Ich glaube, die Chancen, entdeckt zu werden sind durch das Internet zumindest nicht geringer geworden. Als Newcomer muss man heute allerdings einen viel längeren Atem haben. Doch darin liegt wiederum auch eine Chance, dass es letztendlich Qualität ist, die sich durchsetzt. (Auch Pohlmann findet man auf YouTube; Anm. d. A.)

Ingos Erfindung, die Gitarrenspielhilfe "Pohlmann" von König & Meyer

Kreativität und harte Arbeit

People nStuff: Viele neue Geräte und Programme ermöglichen immer mehr Menschen Musik zu machen. Müsste mit der Quantität nicht zwangsläufig auch die Qualität steigen?
Ingo: Tja, was ist denn Qualität in der Musik... ich weiß es nicht. Wenn ich wüsste, wie das geht, dann hätte der Erfolg bei mir auch noch länger gehalten! (lacht) Früher war für mich der Flohmarkt ein Indikator – jedenfalls zu Zeiten vor mp3, als die CD noch die zentrale Rolle auf dem Markt gespielt hat.  Auf Flohmärkten hast du immer billige „Fastfood“-Musik bekommen – Sampler, Hit Compilations, 30 Songs für 5 Euro etc. Aber Scheiben von den Smashing Pumpkins oder Nirvana haben immer ihr Geld gekostet – auch gebraucht. Daran konnte man schon erkennen, dass es nachhaltige und weniger langlebige Musik gab. Von mancher Musik haben die Menschen kein Problem, sich wieder zu trennen. Das ist allerdings heute in Zeiten des Downloads nicht mehr so verifizierbar.

People nStuff: Was hast du in der Zeit zwischen der letzten Tour und der Arbeit am aktuellen Album „Nix ohne Grund“ gemacht?
Ingo: Ich habe mir den Luxus gegönnt und mir Zeit genommen, etwas zu leben, zu schauen, was um mich herum passiert. Ich habe mit viel Begeisterung angefangen zu programmieren – für Kompositionen wie „Fenster zur Welt“. Aber ich habe mir auch zwei Jahre lang Slidegitarre spielen draufgeschafft. Die haben wir unter anderem auf „Unterwegs“ eingesetzt. Ich bin zwar immer von viel besseren, studierten Gitarristen umgeben, wollte aber selbst natürlich auch weiterkommen und neue Wege gehen. 

Die Band hat sich weiterentwickelt. Ich habe viel geschrieben. Dann haben wir uns in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder im Studio getroffen um zu schauen, was ist da, reicht das Material schon? Nee, reicht noch nicht, dann bis demnächst! Am Ende hatten wir um die 36 Demos. Davon haben wir 16 aufgenommen, 11 sind letztlich auf dem Album gelandet. Ich habe tierisch viele Texte geschrieben und mich bemüht, immer selbstkritischer dabei zu werden. Das ist mir gelungen. Ich bekomme immer schlechte Laune, wenn ich Texte schreibe. (lacht) Aber das muss auch so sein. Das ist halt ne „raue Kiste“, durch die ich da gehen muss. Es ist Arbeit.

Oh ja, und ich habe etwas erfunden! Mit meiner „Gitarrenspielhilfe“ sind wir bei König & Meyer ins Programm gekommen! Das Modell 14580 Gitarrenspielhilfe „Pohlmann“ in schwarz – kannste kaufen! (lacht)

Für den Song "Star Wars" greift Ingo auch schon mal zum Lichtschwert.

Romantiker und Realist

People nStuff: Was hat sich in deinen Texten im Laufe der Jahre bis heute verändert?
Ingo: Ich habe immer „politischere“ Texte geschrieben. Ich bin immer angepisster von Sachen, die ich sehe, erlebe und die mich stören. Deshalb bin ich auch hin- und hergerissen. Ich muss nicht alles in Songs verarbeiten, was ich sehe. Ich bin nicht dieser Zeigefinger-Typ. Auf der anderen Seite kann ich aber nun mal als Sänger auch Sachen ansprechen und auf die Bühne bringen. Und ich sehe das auch ein bisschen als meine Aufgabe an.

Ich glaube, ich war früher einfach naiver. Deswegen haben auch gewisse Songs fürs Herz früher besser funktioniert. Je mehr ich mir Gedanken mache, desto schwerer wird es, das eigene Herz zu öffnen und ihm musikalisch zu folgen. Ich mein’, das sind alles schöne Stücke wie „Wenn jetzt Sommer wäre“ oder „Der Junge ist verliebt“! Wir lieben die und spielen die ausgesprochen gerne live! Aber Herz-Schmerz alleine hat mir als Musiker nie gereicht. Natürlich betrifft das Thema Liebe die meisten Menschen und auch einen selbst. Ich werde auch nie damit aufhören, solche Songs zu schreiben. ... Aber es gibt eben so viel anderes, was mich interessiert. Ernsthaftes bis Abgedrehtes wie zum Beispiel auch meine Science-Fiction-Geschichten.

In „Star Wars“ dreht sich alles um „train yourself to let go“, was wahrscheinlich aus dem Buddhismus kommt. Na ja, hier sagt das Meister Yoda. Das hat mich schon immer beschäftigt. Dann gibt es – ebenfalls auf dem neuen Album – den Song „Roy Batty“ nach einer Figur aus Phillip K. Dicks Roman „Blade Runner“. Daran finde ich besonders spannend, die Entwicklung künstlicher Intelligenz auf eine romantische Ebene zu bringen. Wenn wir künstliche Intelligenz entwickeln, dann schauen wir ja auch immer auf uns selbst. Das hat für mich etwas Romantisches. Es ist einer meiner Lieblingssongs auf dem Album.

Pohlmanns neuestes Album „Nix ohne Grund“.

Bandleader mit Gefühl

People nStuff: Probierst du, probiert ihr neue Sachen lieber live oder im Studio?
Ingo: Wir mögen es, live auf der Bühne Sachen zu erfinden. Wir machen aus Fehlern wieder neue Parts. Live fangen Songs an, sich weiter zu entwickeln. Man entdeckt, wie sie auf einen selbst wirken – im größeren Ambiente. Und letztlich ist es ebenso spannend, wie die Leute auf bestimmte Akzente oder Sounds reagieren. Wenn das Geld da wäre, würde ich am liebsten gleich richtige gut produzierte Demos machen, damit ins Studio gehen, dann auf Tour gehen und anschließend nochmal ins Studio, um erst dann ein entsprechendes Album aufzunehmen.

People nStuff: Wie definierst du deine Rolle als Bandleader, bist du überhaupt Bandleader?
Ingo: Ja, das muss ich auch sein. Ich bin Autodidakt, ein Gefühlstyp. Meine Musiker sind alle viel besser, studiert, erfahren. Über Musik kann und brauche ich denen gar nichts erzählen! Ich kann also nicht sagen: Hier, spiel mal im dritten Takt auf Fis, dann in C sharp Minor und dann beenden wir das Lied im Ritardando. (lacht) ... Ähm, ich weiß selbst gar nicht, was ich da gerade erzählt habe! Ich versuche, dass sie meinen Gefühlen folgen, dem, was ich vermitteln möchte. Das ist mir wichtig. Aber wir sind in dieser Arbeit auch immer recht demokratisch. Ich kann und will auch dabei lernen.

People nStuff: Das Klischee unterstellt Singer/Songwritern gerne einen Hang zum Althergebrachten. Wie viel Vintage steckt in dir?
Ingo: Ja einiges! Allerdings verwechseln viele auch Vintage mit der Pflicht, alles müsse jetzt auch ganz alt klingen, nach Gitarre, Holz und gerissenen Seiten (lacht). Aber ich lebe diese Liebe gerne darin aus, in dem ich dem auch neue Techniken, Loops, Programmierungen usw. entgegenstelle. Ich will damit spielen, gucken wie etwas zusammen harmoniert und was für eine Atmosphäre sich daraus wiederum ergibt. Unser jetziger Produzent Ralf Mayer hat ein tolles Gespür dafür, Atmosphären zu entwickeln und umzusetzen.

In habe in den fünf Jahren, in denen ich hier in Münster nicht studiert habe, ebenso Led Zeppelin, Bob Marley und Tom Waits kennen gelernt, wie ich auch den Höhepunkt des Grunge miterlebt habe. Und der Grunge hat ja Heavy Metal nochmal durch die 70er gemorpht. Ich bin ein Fan alter Musik. Ich glaube, da steckt schon viel Vintage in mir.

 

Übrigens: Am Ende dieses Artikels findet ihr eine ausführliche Bilderstrecke mit dem Live-Equipment von Ingo Pohlmann & Band.

Bei seinen Konzerten bietet Ingo auch ein interessantes Liederbuch an.

Das aktuelle Album

Nix ohne Grund
Der Mann ist mittlerweile 41. „Nix ohne Grund“ ist der Titel seines vierten Albums und beschreibt den Musiker, Künstler ausgesprochen treffend. Mit 41 zeigt Pohlmann, dass man durchaus zielgerichtet als Musiker und Komponist arbeiten kann, ohne das heutzutage so inflationär kolportierte Ziel des ‚großen Durchbruchs’ als einzigen Lebensinhalt im Kopf zu haben.

Ingo Pohlmann verbindet auf „Nix ohne Grund“ den Wunsch, Menschen zu unterhalten erfreulicherweise nicht mit dem Missverständnis, dafür auf musikalische Trends Rücksicht zu nehmen. Sein viertes Album ist sicherlich sein reifstes Werk. Seine intensive Beschäftigung mit Musik-Programmen, Produktionstechniken und dem Erlernen der Slide-Gitarre („Unterwegs“) nach der letzten Tour finden sich darauf wieder.  

Insgesamt scheint mir der Einsatz elektronischer Instrumente wie Drumcomputer und Samples weitreichender als bisher. Gepaart mit der Begeisterung, mit der Pohlmann an Komposition und Produktion herangeht, hätte ich allerdings mehr Freude bei der Umsetzung erwartet. Die etwas billig anmutende Drum-Konserve beim Opener „Köder oder Fang“  kann stören. In „Fenster zur Welt“ ist das Drumming dafür ein tragendes und gelungenes Stilmittel.

Ein Akkord muss nicht immer auf sechs Saiten gespielt werden

Pohlmanns Singer-Songwriter-Straßensänger- Qualitäten sind live unverkennbar. Den Mann kannst du an jede Ecke stellen, der rockt auch die Hofeinfahrt zum städtischen Ordnungsamt. Auf seinem Album macht er allerdings nicht den Fehler, diese Attitüde 1:1 rüber bringen zu wollen. Da ist nicht der Versuch, Volumen dadurch zu erzeugen, dass man jeden Akkord immer auf allen sechs Saiten spielen muss! Die Arrangements sind unprätentiös aber mit viel Liebe gestaltet. „Roy Batty (In Tribute To Philip K. Dick)“ überrascht mit old-schoolig anmutenden Halleffekten auf dem Gesang. Klingt ein bisschen wie ein früher Lenny Kravitz, der versucht, mit einer Bob-Dylan-Nummer wie John Lennons „Imagine“ zu klingen.

Die soundtechnische Vielfalt wurde auf „Nix ohne Grund“ nicht „mit dem Bade ausgeschüttet“, sondern wird umso deutlicher, je entspannter man Pohlmann zuhört. „Atmen“ empfinde ich als stärkste Nummer auf dem Album. Eine starke Hookline mit Kopfstimme, ein bisschen Uptempo und dazu ein großartiges Musikvideo! „Nix ohne Grund“ ist nichts für Freunde des intellektuellen Anspruchs. Pohlmanns Texte sind weder kitschig noch kritisch. Er ist kein Geschichtenerzähler. Er lässt uns an Gedanken teilhaben und verpackt diese dafür in unangestrengte, sorgfältig arrangierte Musik, die nie stört aber auch nicht langweilt.

Eine angenehme Ausnahmeerscheinung, vor allem, wenn er seine Musik mit persönlichem Auftreten verbindet – etwa bei Konzerten. Es lohnt sich, das ganze Album zu hören und nicht nur in zwei bis drei Downloads zu investieren. Und wer mag, kann ja mal bei Pohlmanns YouTube-Kanal vorher reinhören. Kaum ein Musiker ist im Internet so freigiebig mit offiziellem Song- und Videomaterial!

Auch Merch gibt es bei Pohlmann-Konzerten natürlich zu kaufen.

Bio Ingo Pohlmann

Die Karriere des Ostwestfalen Ingo Pohlmann beginnt, als er nach Zivildienst und Fachabitur von Münster nach Hamburg zieht. Zu diesem Zeitpunkt spielt er bereits seit Jahren Gitarre und übt sich ebenso lange in der Sangeskunst – ohne Gesangsstunden. Bei der Arbeit in einer Kneipe kommt ihm die Idee zu einem Open Stage-Format. Bei diesem „Bar Projekt 1“ sitzt der Musiker – natürlich gerne er selbst – dabei nicht auf einer Bühne, sondern direkt am Tresen. Mikro drauf, Amp drunter oder wo gerade Platz zwischen den Füßen ist. Und: Begleitung durch die Kneipenbesucher ist definitiv erwünscht.

Hamburg, fertig, los!

In der Folgezeit lernt er bekannte Künstler und renommierte Musiker kennen. 2006 veröffentlicht Pohlmann mit Hilfe von Henning Wehland (H-Blockx), Jan Löchel sowie Christian Neander (Selig) sein Debütalbum „Zwischen Heimweh und Fernsucht“ mit seinem bis dato größten Hit „Wenn jetzt Sommer wär“. 2007 nimmt er mit „Mädchen und Rabauken“ am Bundesvision Songcontest teil und wird Fünfter. Darauf folgt sein zweites Album „Fliegende Fische“. Auch hier supportet ihn Christian Neander. Zwei Singleauskopplungen schaffen es in die Charts. Eine ausgedehnte Kneipen- sowie eine reguläre Tour supporten Pohlmanns Zweitling. Nach einer kleinen Pause erscheint „König der Straßen“, keine feucht-sentimentale Reminiszenz an die eigenen Anfänge. Pohlmann klingt immer noch nach einem Straßenmusiker im positivsten Sinne des Wortes.

Nichts ohne Grund

Die nächste Pause wird wieder ein klein wenig länger. Pohlmann nutzt nach eigenem Bekunden zum ersten Mal ein gewisses wirtschaftliches Polster, um zur Ruhe zu kommen und künstlerisch weiter zu kommen. „Nix ohne Grund“ legt im April 2013 Zeugnis von diesem Reifeprozess ab. Der mittlerweile 41-jährige Ingo Pohlmann hat sich ausgiebig mit Musikprogrammen beschäftigt und sich ein amtliches Slide-Gitarrenspiel draufgeschafft. Die Albumkritiken fallen etwas verhaltener aus. Doch Pohlmann bleibt seinem Äußeren, seinem Stil und seiner Attitüde treu. Auch im Herbst 2013 sind auf seinen Konzerten wieder augenscheinlich viele junge Mädels, die zu Zeiten seines Debütalbums gerade einmal eingeschult wurden, anwesend. Der andere Teil seiner Fans wächst seit Jahren mit. Der große Durchbruch jedoch ist bislang ausgeblieben.


Weitere Infos:

www.ingopohlmann.de

www.facebook.com/IngoPohlmann

 



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