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Interview: Honig (Teil 2)

Gewusst wie!

Das Wichtigste für den Musiker: Live seine Musik anderen darbieten. Doch mit welcher Show und welchem Equipment?


Gewusst wie!

... und weiter geht’s. Stefan hatte einiges zu erzählen, was definitiv gut zu wissen ist. Du hast dich schon immer gefragt, wie es mit Instrumenten im höheren Preissegment aussieht? Kaufen oder doch lieber noch einmal warten? Show, Spiel und Spaß – wo anfangen, wo aufhören? Neugierig geworden? Dann ist der zweite Interview-Teil mit Stefan Honig genau das Richtige für dich.

People nStuff: Deine Tipps für Musiker zum Instrumentenkauf.
Stefan:
Ich hatte ziemlich lang eine normale Yamaha Stahlsaiten-Akustikgitarre. Irgendwann, weil ich mit einer E-Gitarre rumexperimentierte, habe ich mir eine schöne Fender Telecaster gekauft. Ein halbes Jahr später habe ich festgestellt, dass ich die Songs fast nur noch auf der E-Gitarre spielte. Einfach aus dem Grund, weil es sich unfassbar gut angefühlt hat. Bald darauf spielte ich ein Konzert in einem Bahnhofsgebäude. Die Pick-Ups der Telecaster haben die ganzen Starkstromsignale aufgenommen und ich konnte nichts dagegen machen. Die ganze Zeit über Störgeräusche. Die Gitarristin der andere Band, die ebenfalls auftrat, lieh mir für den Gig ihre Akustikgitarre. Das war ein super schönes Instrument, welches sie sich bauen ließ. Während dem Gig ist mir aufgefallen, warum ich meine Akustikgitarre nicht mehr spielte. Auf meiner hat man sich richtig einen abgerackert. Es muss kein 3000 € Instrument sein, aber wenn du ein schönes Instrument hast, welches gut gebaut wurde, auf dem die Saitenlage stimmt, dann macht das Spielen einfach 1000 Mal mehr Spaß. Da es quasi mein Arbeitswerkzeug ist, habe ich mal ein bisschen mehr Geld in eine Gitarre investiert.

PnS: Rätst du in dem Fall jungen Musiker, eher im mittleren Preissegment Instrumente zu kaufen?
Stefan:
Es gibt ja auch günstige Gitarren, die super gut sind. Ich rate auf jeden Fall dazu, dass man sich in Ruhe im Musikladen hinsetzt und nach einem Instrument sucht, mit dem man sich wohl fühlt. Wenn du wirklich 100 Auftritte im Jahr spielst, lohnt es sich mal ein bisschen zu investieren, um ein schönes und gut klingendes Instrument zu haben. So, dass man nicht den Kopf in den Sand steckt und sagen muss: „Oh Gott, was muss ich jetzt da alles an Frequenzen abschneiden?“ Das ist beim Mikrofon dasselbe. Bisher habe ich damit auch rumprobiert. Unser Mischer hat irgendwann mal herausgefunden, dass für meine Stimme das SM87 Beta von Shure mit Phantomspeisung passt. Da ist er jedes Mal total happy, weil es so kommt, dass der Sound stimmt.


Einfach gehalten und effektiv: Stefans Pedaltrain mit schmuckem Perserteppich für die Bühne.

Die Sache mit den Plattenverträgen

PnS: Als Musiker tritt man auch ab und an in ein Fettnäpfchen ...
Stefan:
Wir hatten mal mit einer alten Band einen Verlagsdeal abgeschlossen, bei dem unsere Partner einfach mal gar nichts gemacht haben. Null. Das war unter anderem ein Grund, warum ich bei Verträgen deutlich vorsichtiger geworden bin. Gerade in diesem Punkt haben wir dieses Mal viel mehr darüber gequatscht und mal richtig verhandelt. Als junge Band ist man schon eher mal dazu geneigt überstürzt zu handeln: „Oooh, aaah, Plattenvertrag! Schnell unterschreiben, bevor die sich das anders überlegen!“ (lacht) Aber ich glaube, es lohnt sich schon bei so Sachen, die erst mal nicht so wichtig erscheinen, mehr darüber nachzudenken. Wenn man drüber liest, fällt einem auf, dass, wenn ein Song in einem Film untergebracht wird, 50% der Royalties an das Label oder den Verlag gehen. Das ist normal, das steht da drin, aber es ist nichts, was man sich bieten lassen muss. Wir hatten zum Beispiel die Einigungen, wenn das Label etwas in der Art vermittelt, bekommen die ihre 25%. Ansonsten geht das an uns, weil das Label dafür quasi keine Arbeit investiert hat. Solche Kleinigkeiten beachten. Wir hatten bisher noch keinen Song, der in einer Bitburger Werbung kam, aber zumindest wissen wir inzwischen, was da in unserem Vertrag steht und auf was man da achten sollte. Man sollte sich da einfach den Gefallen tun und das durchlesen. Das Internet ist dafür echt ein Segen. Es gibt überall Tutorials und Seiten, auf denen du sowas nachschauen kannst. Dir wird gezeigt, welche Floskeln was bedeuten. Dann investiert man da mal einen halben Tag und liest sich das durch und dann kann man sich da eigentlich ziemlich gut absichern. Bei den Sachen, die da oft drin stehen, obwohl sie nicht da drin stehen müssen, sind die meisten Labels dann im Endeffekt auch total verhandlungsbereit, wenn man sie darauf anspricht. So hab ich das jedenfalls erfahren. Kann auch sein, dass das bei einem anderen Label anders abläuft. Das ist aber dann auch sicherlich schon mal das erste Zeichen, wenn dem nicht so ist, dass man da nicht richtig ist. (lacht)

Mimik und Gestik gehören bei besonders gefühlsvollen Songs einfach dazu.

Let me entertain you

PnS: Wie wichtig ist dir die Kombination aus Show und Spiel?
Stefan:
Wir sind sehr darauf bedacht, dass wir und das Publikum Spaß haben, dass es was zu lachen gibt, dass die Leute mitmachen können, wir aber auch eine energetische Show abliefern. Es ist aber nicht so, dass wir uns irgendwelche Showeinlagen überlegen. Das kommt von alleine. Gerade wenn man auf einer Tour ist und man die erste Woche hinter sich hat, dann sinken die Songs nochmal ein Stück tiefer. Das heißt, man muss nicht mehr wirklich über den ganzen Kram nachdenken, sondern kann wirklich das Spielen genießen. Was zum Beispiel schwieriger ist: Wenn man im Sommer nur jede oder jede zweite Woche auf einem Festival spielt. Da muss man immer wieder reinkommen. Wenn man aber wie wir nun drei Wochen am Stück unterwegs ist, dann funktionieren die Gigs einfach anders. Dann kann man sich auch darauf entspannen und es ergibt sich das ein oder andere. Was für uns ebenfalls wichtig ist: Dass wir keine vorgefertigten Ansagen haben, sondern dass auch für uns immer Raum für eine Interaktion mit dem Publikum da ist. Somit ist es auch ein spontanes und einzigartiges Konzert für uns. Wir haben kein Konzept, wie bei uns eine Show abläuft. Natürlich machen wir vorher eine Setlist, damit wir grob wissen wo es lang geht. Ein paar direkte Übergänge sind auch wichtig abzusprechen. Von früher kenn ich es auch noch so, dass Bands einfach zwischen jedem Song drei Minuten rumstimmen und keiner sagt ein Sterbenswörtchen. Klar haben wir ein paar Stellen, bei denen wir wissen, dass unser Gitarrist etwas länger zum Umstimmen braucht. Dann kommunizieren wir mit den Leuten. Bei bestimmten Stellen haben wir auch ganz klar vereinbart, wer nun mit dem Stück beginnt. So haben wir einen möglichst fließenden Übergang. Solche Sachen überlegen wir uns schon. Das ist wichtig, damit ein Konzert rund abläuft. Generell versuchen wir das so offen wie möglich zu gestalten, wodurch jeder Abend etwas Individuelles bekommt. Ich war mal mit jemand drei Wochen auf Tour. Der hat jeden Abend genau dieselben Witze in genau demselben Wortlaut erzählt. Dazu immer dieselbe Lache drauf gehabt. Das konnte ich mir nicht mehr anhören. Das war so schlimm! Genau sowas will ich auf gar keinen Fall machen. Das geht überhaupt nicht. Der hatte am Ende auch immer noch dieselben Pointen. Ich dachte mir schon: „Boa, Alter. Das muss dir doch selber wehtun!“ (lacht) Er hat das aber auch ohne Probleme knallhart durchgezogen.

Ich packe meinen Koffer

PnS: Was muss deiner Meinung nach unbedingt auf eine Tour mit und was kann daheim bleiben?
Stefan:
Ich hab nicht viel mit auf Tour. Ich hab zum ersten Mal meinen Rechner dabei, damit ich auch mal mit meiner Freundin skypen kann. Bei drei Wochen ist das dann schon mal schön, wenn man sich sehen und mal winken kann. (lacht) Ansonsten versuche ich immer möglichst viele Klamotten wie Unterwäsche mitzunehmen, damit ich nicht so viel waschen muss, weil das im Endeffekt immer stressig ist. Es ist dann halt doch immer ein Haufen Zeit, den man in der Regel nicht hat, da man dauernd unterwegs ist. Viele Klamotten, Zahnbürste ... – ähm, nö. Nehme ich eigentlich gar nicht mit. (lacht) Oh, superwichtig für mich: So eine richtig schöne schlabbrig Assi-Trainingshose. Damit man nicht irgendwann mal im Bus sitzt und sich mit seiner Jeans alles abklemmt. (lacht) Als ich mal als Vorgruppe bei einer anderen Band mitfuhr, habe ich das bei denen gesehen. Das habe ich bei der ersten Tour gleich mal eingepackt. Anfangs war ich bei uns der Einzige, aber mittlerweile haben alle so eine Hose. (lacht) Lohnt sich einfach, wenn du Stunden lang im Bus abhängst und so einen Schlafanzug anhast. Ist einfach geiler. Dafür sehen wir auch immer super schrecklich aus, wenn wir irgendwo an der Tankstelle aussteigen. Sehen dann aus wie der letzte Haufen. Coolerweise haben wir jetzt auch einen Fernseher und eine Playstation im Bus. Ein Upgrade. Wird schon mal gedaddelt. Smartphone noch, da man die ganzen Social Media Updates macht. Den Leuten, die selbst nicht dabei sind, muss man ja was zeigen können und klarmachen, was bei uns gerade läuft. Besonders, wenn man auf Tour ist. Da wird jeden Abend noch ein Bild vom Konzert gepostet. Da muss man sich schon auch darum kümmern. Einen Haufen Merchandise mitnehmen. Und schon ist die Karre auch voll. Wie es immer so schön heißt: Tetris spielen. In einen Bus muss alles reinpassen. Du kannst da nicht einfach alles reinstellen. Du brauchst ein System, welches du dir überlegen musst, das die Tour über durchgezogen wird. Wenn man das nicht ordentlich macht, dann reicht der Platz nicht.



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